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Notizen/Mathematik/Matrizen und Übergangsprozesse
Notizen · MathematikDE · Abitur

Matrizen und Übergangsprozesse

Matrizenrechnung als Werkzeug für lineare Abbildungen und Markov-Prozesse: Matrixmultiplikation, stochastische Übergangsmatrizen, Fixvektoren, Populationsmodelle (Leslie-Matrizen) und Verflechtungsmatrizen für mehrstufige Produktionsprozesse. Auf eA-Niveau Eigenwertproblem und Diagonalisierung.

6 Abschnitte·~10 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 2 · Vertiefung 3·Stand 05/2026

T·0666 / 10
Prüfungsprofil
L1 · Leitidee Algorithmus und ZahlL3 · Leitidee Raum und FormL5 · Leitidee Daten und ZufallK3 · Mathematisch modellieren
Operatoren:berechnenmodelliereninterpretierenuntersuchen

grundlegendes Niveau

gA: Zwei- und dreidimensionale Matrizen, Matrixmultiplikation, einfache stochastische Matrizen mit Fixvektor, Verflechtungsmatrizen.

erhöhtes Niveau

eA: Eigenwertproblem Mv⃗=λv⃗M\vec{v} = \lambda\vec{v}Mv=λv, Diagonalisierung, Leslie-Matrizen mit periodischer Dynamik, allgemeine Markov-Eigenschaften (Ergodizität).

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Matrizen und Übergangsprozesse
    • 01Matrizen — Operationen und Inverse○
    • 02Stochastische Übergangsmatrizen und Fixvektor◐
    • 03Populationsmodelle und Verflechtungsmatrizen●
    • 04Determinante und lineare Abbildungen◐
    • 05Eigenwerte, Eigenvektoren und Diagonalisierung●
    • 06Langzeitverhalten, Grenzmatrix und Ergodizität●
§ 01

Matrizen — Operationen und Inverse#

●○○BasisLPL1

Kernpunkte

Eine m×nm\times nm×n-Matrix hat mmm Zeilen und nnn Spalten; quadratische Matrizen haben m=nm = nm=n.
Addition und skalare Multiplikation sind komponentenweise definiert.
Matrixmultiplikation A⋅BA\cdot BA⋅B ist nur möglich, wenn Spaltenzahl von AAA gleich Zeilenzahl von BBB ist; (AB)ij=∑kaikbkj(AB)_{ij} = \sum_{k} a_{ik}b_{kj}(AB)ij​=∑k​aik​bkj​.
Einheitsmatrix EnE_{n}En​ ist neutrales Element: A⋅E=E⋅A=AA\cdot E = E\cdot A = AA⋅E=E⋅A=A.
Inverse Matrix A−1A^{-1}A−1 erfüllt A⋅A−1=EA\cdot A^{-1} = EA⋅A−1=E; existiert nur, wenn det⁡A≠0\det A \neq 0detA=0.
Für 2×22\times 22×2-Matrix: A−1=1det⁡A(d−b−ca)A^{-1} = \tfrac{1}{\det A}\begin{pmatrix} d & -b \\ -c & a \end{pmatrix}A−1=detA1​(d−c​−ba​).
(A⋅B)ij=∑k=1naik bkj(A\cdot B)_{ij} = \sum_{k=1}^{n} a_{ik}\,b_{kj}(A⋅B)ij​=k=1∑n​aik​bkj​

Matrixmultiplikation (Zeile · Spalte)

Abiturfokus

  • KMK-Operator „berechnen": Matrixmultiplikation Zeile mal Spalte sauber dokumentieren.
  • Reihenfolge bei Matrixmultiplikation beachten — AB≠BAAB \neq BAAB=BA im Allgemeinen.
  • Inverse Matrix mit Determinante und Adjunkten oder über LGS bestimmen.
  • Bei eA-Aufgaben Diagonalisierung mit Eigenwerten ansprechen.

Typische Fehler

  • Matrixmultiplikation komponentenweise statt Zeile mal Spalte.
  • Reihenfolge A⋅BA\cdot BA⋅B und B⋅AB\cdot AB⋅A verwechselt.
  • Inverse berechnet bei det⁡=0\det = 0det=0 (existiert nicht).
  • Vorzeichen in der 2×22\times 22×2-Inversen-Formel falsch.

LK-Vertiefung

eA: Bestimmen Sie die Eigenwerte und Eigenvektoren der Matrix A=(3102)A = \begin{pmatrix} 3 & 1 \\ 0 & 2 \end{pmatrix}A=(30​12​) über das charakteristische Polynom det⁡(A−λE)=0\det(A - \lambda E) = 0det(A−λE)=0.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie das Produkt A⋅BA\cdot BA⋅B mit A=(1203)A = \begin{pmatrix} 1 & 2 \\ 0 & 3 \end{pmatrix}A=(10​23​) und B=(4−121)B = \begin{pmatrix} 4 & -1 \\ 2 & 1 \end{pmatrix}B=(42​−11​) und bestimmen Sie ggf. A−1A^{-1}A−1.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Stochastische Übergangsmatrizen und Fixvektor#

●●○StandardLPL1LPL5

Übergangsgraph zweier Zustände A und B

Übergangsmatrix der Zustände A und BTabelle mit 3 Spalten und 2 Zeilen, Daten: P · von A · von B; nach A · 0,7 · 0,4; nach B · 0,3 · 0,6PVON AVON BNACH A0,70,4NACH B0,30,6Spaltensummen je 1
Abb. 1Übergangswahrscheinlichkeiten 0,7 (A→A), 0,3 (A→B), 0,4 (B→A), 0,6 (B→B).

Kernpunkte

Eine stochastische Matrix hat nichtnegative Einträge und Spaltensummen gleich 1; jede Spalte beschreibt einen Übergang.
Verteilung nach nnn Schritten: v⃗n=Mn⋅v⃗0\vec{v}_{n} = M^{n}\cdot \vec{v}_{0}vn​=Mn⋅v0​.
Fixvektor (stationäre Verteilung): Mv⃗=v⃗M\vec{v} = \vec{v}Mv=v mit ∑vi=1\sum v_{i} = 1∑vi​=1; Lösung über (M−E)v⃗=0⃗(M - E)\vec{v} = \vec{0}(M−E)v=0.
Wenn MMM ergodisch (irreduzibel + aperiodisch), konvergiert jede Anfangsverteilung gegen den Fixvektor.
Modellierung: Wahlumfragen, Markenwechsel, Wetterprognosen — Zustände entsprechen Spalten der Matrix.
Periodische Modelle (z. B. zyklische Übergänge) erreichen keinen Fixvektor — Vorsicht bei Interpretation.
M⋅v⃗=v⃗⇔(M−E) v⃗=0⃗M\cdot \vec{v} = \vec{v}\quad \Leftrightarrow\quad (M - E)\,\vec{v} = \vec{0}M⋅v=v⇔(M−E)v=0

Fixvektor einer stochastischen Matrix M

Musterlösung

Langzeitverteilung über Fixvektor

Eine stochastische Matrix M=(0,70,40,30,6)M = \begin{pmatrix} 0{,}7 & 0{,}4 \\ 0{,}3 & 0{,}6 \end{pmatrix}M=(0,70,3​0,40,6​) modelliert den Übergang zwischen Zuständen A und B. Bestimmen Sie den Fixvektor mit Anteilen a+b=1a + b = 1a+b=1.

  1. 01Schritt 1 — Fixvektor-Bedingung

    Mv⃗=v⃗M\vec{v} = \vec{v}Mv=v, also {0,7a+0,4b=a0,3a+0,6b=b\begin{cases} 0{,}7a + 0{,}4b = a \\ 0{,}3a + 0{,}6b = b \end{cases}{0,7a+0,4b=a0,3a+0,6b=b​.

  2. 02Schritt 2 — Umformen

    Aus der ersten Gleichung: 0,4b=0,3a0{,}4b = 0{,}3a0,4b=0,3a, also b=0,75ab = 0{,}75 ab=0,75a.

  3. 03Schritt 3 — Normierung

    a+0,75a=1⇒a=47≈0,571a + 0{,}75 a = 1 \Rightarrow a = \tfrac{4}{7}\approx 0{,}571a+0,75a=1⇒a=74​≈0,571, b=37≈0,429b = \tfrac{3}{7}\approx 0{,}429b=73​≈0,429.

    v⃗=(47,37)T\vec{v} = (\tfrac{4}{7}, \tfrac{3}{7})^{T}v=(74​,73​)T

Ergebnis: Langzeitverteilung: rund 57 % im Zustand A, 43 % im Zustand B.

Abiturfokus

  • KMK-Operator „modellieren": Matrix aus Sachkontext aufstellen (Spalten = Ausgangszustand, Zeilen = Folgezustand).
  • Fixvektor durch LGS mit Nebenbedingung ∑v=1\sum v = 1∑v=1 bestimmen.
  • Langzeitverhalten interpretieren: „auf lange Sicht halten sich x % bei A".
  • Modellkritik: Annahmen (Markov-Eigenschaft) explizit nennen.

Typische Fehler

  • Matrix wird transponiert aufgestellt (Zeilensummen statt Spaltensummen = 1).
  • Fixvektor ohne Normierung ∑v=1\sum v = 1∑v=1 angegeben.
  • Iteration v⃗n=Mnv⃗0\vec{v}_{n} = M^{n}\vec{v}_{0}vn​=Mnv0​ als „mal nnn" statt „hoch nnn" gerechnet.
  • Konvergenz wird angenommen, obwohl Matrix periodisch ist.

LK-Vertiefung

eA: Untersuchen Sie, ob die Übergangsmatrix M=(0110)M = \begin{pmatrix} 0 & 1 \\ 1 & 0 \end{pmatrix}M=(01​10​) ergodisch ist, und beschreiben Sie das Langzeitverhalten.

Aktive Wiederholung

Modellieren Sie den jährlichen Übergang zwischen zwei Mobilfunkanbietern: 80 % bleiben bei A, 20 % wechseln zu B; 30 % wechseln von B zu A. Stellen Sie MMM auf und bestimmen Sie den Fixvektor.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Populationsmodelle und Verflechtungsmatrizen#

●●●VertiefungLPL1LPK3

Kernpunkte

Leslie-Matrix modelliert altersstrukturierte Populationen: Geburtenraten in oberster Zeile, Überlebensraten auf der Subdiagonalen.
Eine Population mit Leslie-Matrix LLL und Anfangsverteilung p⃗0\vec{p}_{0}p​0​ entwickelt sich gemäß p⃗n=Lnp⃗0\vec{p}_{n} = L^{n}\vec{p}_{0}p​n​=Lnp​0​.
Größter Eigenwert der Leslie-Matrix ist die langfristige Wachstumsrate; zugehöriger Eigenvektor gibt die stabile Altersverteilung.
Verflechtungsmatrix: Spalten geben den Verbrauch von Rohstoffen oder Halbfabrikaten pro Endprodukt an; Produkt mit Bedarfsvektor liefert Gesamtbedarf.
Mehrstufige Produktion: Zwischen- und Endprodukte hintereinander multiplizieren.
Modellgrenzen: konstante Rate-Annahme; in der Realität ändern sich Raten zeitabhängig.
Musterlösung

Populationsentwicklung mit Leslie-Matrix

Eine Population mit zwei Altersklassen hat die Leslie-Matrix L=(030,40)L = \begin{pmatrix} 0 & 3 \\ 0{,}4 & 0 \end{pmatrix}L=(00,4​30​) und Anfangsverteilung p⃗0=(10050)\vec{p}_{0} = \begin{pmatrix} 100 \\ 50 \end{pmatrix}p​0​=(10050​). Berechnen Sie die Verteilung nach zwei Generationen und interpretieren Sie das Ergebnis.

  1. 01Schritt 1 — Erste Generation

    Multipliziere LLL mit p⃗0\vec{p}_{0}p​0​: Geburten 0⋅100+3⋅50=1500\cdot 100 + 3\cdot 50 = 1500⋅100+3⋅50=150, Überlebende 0,4⋅100+0⋅50=400{,}4\cdot 100 + 0\cdot 50 = 400,4⋅100+0⋅50=40.

    p⃗1=L p⃗0=(15040)\vec{p}_{1} = L\,\vec{p}_{0} = \begin{pmatrix} 150 \\ 40 \end{pmatrix}p​1​=Lp​0​=(15040​)
  2. 02Schritt 2 — Zweite Generation

    Erneut mit LLL multiplizieren: 0⋅150+3⋅40=1200\cdot 150 + 3\cdot 40 = 1200⋅150+3⋅40=120 und 0,4⋅150+0⋅40=600{,}4\cdot 150 + 0\cdot 40 = 600,4⋅150+0⋅40=60.

    p⃗2=L p⃗1=(12060)\vec{p}_{2} = L\,\vec{p}_{1} = \begin{pmatrix} 120 \\ 60 \end{pmatrix}p​2​=Lp​1​=(12060​)
  3. 03Schritt 3 — Gesamtbestand vergleichen

    Gesamt: p⃗0\vec{p}_{0}p​0​ 150, p⃗1\vec{p}_{1}p​1​ 190, p⃗2\vec{p}_{2}p​2​ 180 — der Bestand schwankt, ohne sich bereits stabilisiert zu haben.

  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    Die starke Geburtenrate (3) und die niedrige Überlebensrate (0,4) erzeugen ein oszillierendes Verhalten; die stabile Altersverteilung ergäbe sich erst über den dominanten Eigenwert von LLL.

Ergebnis: Verteilung nach zwei Generationen: p⃗2=(120, 60)T\vec{p}_{2} = (120,\,60)^{T}p​2​=(120,60)T; der Gesamtbestand oszilliert noch und nähert sich erst langfristig der stabilen Altersstruktur.

Abiturfokus

  • KMK-Operator „modellieren": Matrixaufbau aus Tabellendaten transparent dokumentieren.
  • Wachstumsrate über dominanten Eigenwert (Bestimmung durch charakteristisches Polynom oder iterativ).
  • Bei Verflechtung Reihenfolge der Stufen beachten.
  • Sachinterpretation: konkrete Zahlwerte mit Einheit und Bedeutung benennen.

Typische Fehler

  • Leslie-Matrix mit Überlebensraten in falscher Diagonale.
  • Verflechtungsmatrix wird transponiert aufgestellt.
  • Iteration p⃗n=Lnp⃗0\vec{p}_{n}=L^{n}\vec{p}_{0}p​n​=Lnp​0​ wird als „nnn-fache Multiplikation mit nnn" statt als nnn-fache Anwendung von LLL gerechnet.
  • Modellkritik fehlt, Ergebnisse werden als „realistisch" verkauft.

LK-Vertiefung

eA: Bestimmen Sie den dominanten Eigenwert der obigen Leslie-Matrix iterativ über p⃗n+1/p⃗n\vec{p}_{n+1}/\vec{p}_{n}p​n+1​/p​n​ und interpretieren Sie ihn als Wachstumsrate.

Aktive Wiederholung

Eine Population mit drei Altersklassen hat Leslie-Matrix L=(0210,50000,30)L = \begin{pmatrix} 0 & 2 & 1 \\ 0{,}5 & 0 & 0 \\ 0 & 0{,}3 & 0 \end{pmatrix}L=​00,50​200,3​100​​. Bestimmen Sie die Verteilung nach drei Generationen für p⃗0=(100,50,20)T\vec{p}_{0} = (100, 50, 20)^{T}p​0​=(100,50,20)T.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Determinante und lineare Abbildungen#

●●○StandardLPL1LPL3

Kernpunkte

Eine n×nn\times nn×n-Matrix beschreibt eine lineare Abbildung x⃗↦Ax⃗\vec{x}\mapsto A\vec{x}x↦Ax des Rn\mathbb{R}^{n}Rn; Spaltenvektoren von AAA sind die Bilder der Einheitsvektoren.
Standardabbildungen in der Ebene: Drehung um den Ursprung, Spiegelung an einer Achse, Streckung und Scherung lassen sich durch feste Matrizen darstellen.
Die Determinante misst den Flächen- bzw. Volumenfaktor der Abbildung; ∣det⁡A∣|\det A|∣detA∣ ist der Streckfaktor, das Vorzeichen kennzeichnet eine Orientierungsumkehr (Spiegelung).
det⁡A=0\det A = 0detA=0 bedeutet, dass die Abbildung den Raum auf einen niederdimensionalen Unterraum „zusammendrückt“ — die Matrix ist nicht invertierbar.
Hintereinanderausführung von Abbildungen entspricht dem Matrixprodukt; es gilt det⁡(AB)=det⁡A⋅det⁡B\det(AB)=\det A\cdot\det Bdet(AB)=detA⋅detB.
Die inverse Abbildung existiert genau dann, wenn det⁡A≠0\det A\neq 0detA=0; ihre Matrix ist A−1A^{-1}A−1.
det⁡ ⁣(abcdefghi)=a(ei−fh)−b(di−fg)+c(dh−eg)\det\!\begin{pmatrix} a & b & c \\ d & e & f \\ g & h & i \end{pmatrix} = a(ei-fh) - b(di-fg) + c(dh-eg)det​adg​beh​cfi​​=a(ei−fh)−b(di−fg)+c(dh−eg)

Determinante einer 3×3-Matrix (Entwicklung nach erster Zeile)

Die Sarrus-Regel ist eine gleichwertige Alternative für 3×3-Matrizen; eine Determinante ungleich null bedeutet invertierbar.

Musterlösung

Determinante und Lösbarkeit eines LGS beurteilen

Untersuchen Sie mit der Determinante, ob das LGS mit Koeffizientenmatrix A=(210131012)A=\begin{pmatrix} 2 & 1 & 0 \\ 1 & 3 & 1 \\ 0 & 1 & 2 \end{pmatrix}A=​210​131​012​​ eindeutig lösbar ist.

  1. 01Schritt 1 — Entwicklung nach erster Zeile

    det⁡A=2 (3⋅2−1⋅1)−1 (1⋅2−1⋅0)+0\det A = 2\,(3\cdot 2 - 1\cdot 1) - 1\,(1\cdot 2 - 1\cdot 0) + 0detA=2(3⋅2−1⋅1)−1(1⋅2−1⋅0)+0.

  2. 02Schritt 2 — Unterdeterminanten berechnen

    3⋅2−1⋅1=53\cdot 2 - 1\cdot 1 = 53⋅2−1⋅1=5 und 1⋅2−1⋅0=21\cdot 2 - 1\cdot 0 = 21⋅2−1⋅0=2.

    det⁡A=2⋅5−1⋅2+0=8\det A = 2\cdot 5 - 1\cdot 2 + 0 = 8detA=2⋅5−1⋅2+0=8
  3. 03Schritt 3 — Lösbarkeit folgern

    Wegen det⁡A=8≠0\det A = 8 \neq 0detA=8=0 ist AAA invertierbar; das LGS Ax⃗=b⃗A\vec{x}=\vec{b}Ax=b besitzt für jede rechte Seite b⃗\vec{b}b genau eine Lösung.

Ergebnis: det⁡A=8≠0\det A = 8 \neq 0detA=8=0, also ist AAA regulär und das LGS eindeutig lösbar.

Abiturfokus

  • KMK-Operator „berechnen": Determinante einer 3×3-Matrix per Entwicklung oder Sarrus-Regel sauber dokumentieren.
  • KMK-Operator „beurteilen": aus det⁡A\det AdetA die Lösbarkeit eines LGS bzw. Invertierbarkeit folgern.
  • KMK-Operator „beschreiben": geometrische Wirkung einer gegebenen Abbildungsmatrix (Drehung, Spiegelung, Streckung) benennen.
  • Determinantenproduktsatz det⁡(AB)=det⁡A⋅det⁡B\det(AB)=\det A\cdot\det Bdet(AB)=detA⋅detB zur Kontrolle nutzen.

Typische Fehler

  • Vorzeichen bei der Entwicklung nach einer Zeile (Schachbrettmuster + − ++\,-\,++−+) falsch gesetzt.
  • Sarrus-Regel fälschlich auf 4×4-Matrizen angewendet (gilt nur für 3×3).
  • Aus det⁡A=0\det A=0detA=0 wird auf „keine Lösung“ geschlossen, obwohl auch unendlich viele Lösungen möglich sind.
  • Orientierungsumkehr (negative Determinante) wird ignoriert bei der geometrischen Deutung.

LK-Vertiefung

eA: Geben Sie die Matrix der Drehung um 90∘90^{\circ}90∘ gegen den Uhrzeigersinn an, bestimmen Sie deren Determinante und interpretieren Sie das Ergebnis als flächentreue, orientierungserhaltende Abbildung.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Determinante von A=(120312011)A=\begin{pmatrix} 1 & 2 & 0 \\ 3 & 1 & 2 \\ 0 & 1 & 1 \end{pmatrix}A=​130​211​021​​ und beurteilen Sie, ob das zugehörige LGS eindeutig lösbar ist.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Eigenwerte, Eigenvektoren und Diagonalisierung#

●●●VertiefungLPL1LPL3

Kernpunkte

Ein Eigenvektor v⃗≠0⃗\vec{v}\neq\vec{0}v=0 erfüllt Av⃗=λv⃗A\vec{v}=\lambda\vec{v}Av=λv: die Abbildung streckt v⃗\vec{v}v nur, ohne seine Richtung zu ändern; λ\lambdaλ ist der zugehörige Eigenwert.
Eigenwerte sind die Nullstellen des charakteristischen Polynoms det⁡(A−λE)=0\det(A-\lambda E)=0det(A−λE)=0.
Den Eigenraum zu λ\lambdaλ erhält man als Lösungsmenge des homogenen LGS (A−λE)v⃗=0⃗(A-\lambda E)\vec{v}=\vec{0}(A−λE)v=0.
Bei stochastischen Matrizen ist stets λ=1\lambda=1λ=1 ein Eigenwert; der zugehörige Eigenvektor (normiert) ist der Fixvektor.
Bei Leslie-Matrizen ist der betragsgrößte (dominante) Eigenwert die langfristige Wachstumsrate, sein Eigenvektor die stabile Altersverteilung.
Hat eine n×nn\times nn×n-Matrix nnn linear unabhängige Eigenvektoren, ist sie diagonalisierbar: A=S D S−1A=S\,D\,S^{-1}A=SDS−1 mit Diagonalmatrix DDD der Eigenwerte; dann gilt An=S Dn S−1A^{n}=S\,D^{n}\,S^{-1}An=SDnS−1.
Av⃗=λv⃗  ⇔  (A−λE)v⃗=0⃗  ⇔  det⁡(A−λE)=0A\vec{v} = \lambda\vec{v}\;\Leftrightarrow\;(A-\lambda E)\vec{v} = \vec{0}\;\Leftrightarrow\;\det(A-\lambda E) = 0Av=λv⇔(A−λE)v=0⇔det(A−λE)=0

Eigenwertgleichung und charakteristisches Polynom

Eigenwerte λ\lambdaλ sind die Nullstellen des charakteristischen Polynoms; die zugehörigen Eigenvektoren spannen den Eigenraum auf.

Musterlösung

Eigenwerte und Eigenvektoren bestimmen

Bestimmen Sie Eigenwerte und Eigenvektoren der Matrix A=(2112)A=\begin{pmatrix} 2 & 1 \\ 1 & 2 \end{pmatrix}A=(21​12​).

  1. 01Schritt 1 — Charakteristisches Polynom

    det⁡(A−λE)=det⁡(2−λ112−λ)=(2−λ)2−1\det(A-\lambda E)=\det\begin{pmatrix} 2-\lambda & 1 \\ 1 & 2-\lambda \end{pmatrix}=(2-\lambda)^{2}-1det(A−λE)=det(2−λ1​12−λ​)=(2−λ)2−1.

    (2−λ)2−1=λ2−4λ+3(2-\lambda)^{2}-1 = \lambda^{2}-4\lambda+3(2−λ)2−1=λ2−4λ+3
  2. 02Schritt 2 — Eigenwerte

    λ2−4λ+3=0\lambda^{2}-4\lambda+3=0λ2−4λ+3=0 liefert über die pq-Formel λ1=3\lambda_{1}=3λ1​=3 und λ2=1\lambda_{2}=1λ2​=1.

  3. 03Schritt 3 — Eigenvektor zu λ = 3

    (A−3E)v⃗=0⃗(A-3E)\vec{v}=\vec{0}(A−3E)v=0: −v1+v2=0-v_{1}+v_{2}=0−v1​+v2​=0, also v⃗1=(1, 1)T\vec{v}_{1}=(1,\,1)^{T}v1​=(1,1)T (bis auf Vielfache).

  4. 04Schritt 4 — Eigenvektor zu λ = 1

    (A−E)v⃗=0⃗(A-E)\vec{v}=\vec{0}(A−E)v=0: v1+v2=0v_{1}+v_{2}=0v1​+v2​=0, also v⃗2=(1, −1)T\vec{v}_{2}=(1,\,-1)^{T}v2​=(1,−1)T.

Ergebnis: Eigenwerte λ1=3\lambda_{1}=3λ1​=3 (Eigenvektor (1, 1)T(1,\,1)^{T}(1,1)T) und λ2=1\lambda_{2}=1λ2​=1 (Eigenvektor (1, −1)T(1,\,-1)^{T}(1,−1)T); AAA ist diagonalisierbar.

Abiturfokus

  • KMK-Operator „bestimmen": charakteristisches Polynom aufstellen, Eigenwerte als Nullstellen berechnen.
  • KMK-Operator „berechnen": Eigenvektoren über das homogene LGS (A−λE)v⃗=0⃗(A-\lambda E)\vec{v}=\vec{0}(A−λE)v=0 ermitteln.
  • KMK-Operator „interpretieren": dominanten Eigenwert als Wachstumsrate, Eigenwert 1 als Fixvektor deuten.
  • Diagonalisierung zur effizienten Berechnung hoher Matrixpotenzen AnA^{n}An einsetzen.

Typische Fehler

  • Nullvektor wird als Eigenvektor angegeben (per Definition ausgeschlossen).
  • Beim charakteristischen Polynom wird λE\lambda EλE nicht von allen Diagonaleinträgen abgezogen.
  • Eigenvektor nicht bis auf skalare Vielfache angegeben oder Normierung vergessen.
  • Bei nicht diagonalisierbarer Matrix wird trotzdem An=SDnS−1A^{n}=S D^{n}S^{-1}An=SDnS−1 verwendet.

LK-Vertiefung

eA: Zeigen Sie, dass λ=1\lambda=1λ=1 Eigenwert jeder stochastischen Matrix ist, indem Sie den Zeilenvektor (1,…,1)(1,\dots,1)(1,…,1) als Linkseigenvektor verwenden, und interpretieren Sie den zugehörigen Rechtseigenvektor.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die Eigenwerte und je einen Eigenvektor der Matrix A=(4213)A=\begin{pmatrix} 4 & 2 \\ 1 & 3 \end{pmatrix}A=(41​23​).

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Langzeitverhalten, Grenzmatrix und Ergodizität#

●●●VertiefungLPL1LPL5LPK3

Kernpunkte

Die Verteilung nach nnn Schritten ist v⃗n=Mnv⃗0\vec{v}_{n}=M^{n}\vec{v}_{0}vn​=Mnv0​; das Langzeitverhalten ergibt sich aus dem Grenzwert lim⁡n→∞Mn\lim_{n\to\infty} M^{n}limn→∞​Mn.
Ist MMM regulär (es gibt ein kkk mit MkM^{k}Mk rein positiv), so existiert eine Grenzmatrix mit identischen Spalten, jede gleich dem Fixvektor.
Konsequenz der Ergodizität: Die stabile Verteilung ist unabhängig vom Startzustand v⃗0\vec{v}_{0}v0​.
Der Fixvektor v⃗\vec{v}v löst (M−E)v⃗=0⃗(M-E)\vec{v}=\vec{0}(M−E)v=0 unter der Nebenbedingung ∑vi=1\sum v_{i}=1∑vi​=1 und ist der Eigenvektor zum Eigenwert 111.
Periodische oder reduzible Übergangsmatrizen (z. B. mit absorbierenden Zuständen) besitzen keine eindeutige, startunabhängige Grenzverteilung.
Anwendungen: Marktanteile, Wanderungsbewegungen, Webseiten-Ranking — die Grenzmatrix beantwortet „wohin entwickelt sich das System auf lange Sicht?“.
Musterlösung

Grenzmatrix und stabile Verteilung eines Markov-Prozesses

Für die stochastische Matrix M=(0,80,30,20,7)M=\begin{pmatrix} 0{,}8 & 0{,}3 \\ 0{,}2 & 0{,}7 \end{pmatrix}M=(0,80,2​0,30,7​) soll die langfristige Verteilung unabhängig vom Startvektor bestimmt werden.

  1. 01Schritt 1 — Ergodizität prüfen

    Alle Einträge von MMM sind positiv, also ist MMM regulär (ergodisch); daher konvergiert MnM^{n}Mn gegen eine Grenzmatrix mit identischen Spalten gleich dem Fixvektor.

  2. 02Schritt 2 — Fixvektor ansetzen

    Mv⃗=v⃗M\vec{v}=\vec{v}Mv=v mit v⃗=(a,b)T\vec{v}=(a,b)^{T}v=(a,b)T: aus Zeile 1 folgt 0,8a+0,3b=a0{,}8a+0{,}3b=a0,8a+0,3b=a, also 0,3b=0,2a0{,}3b=0{,}2a0,3b=0,2a und damit b=23ab=\tfrac{2}{3}ab=32​a.

  3. 03Schritt 3 — Normieren

    a+b=1a+b=1a+b=1 ergibt a+23a=1a+\tfrac{2}{3}a=1a+32​a=1, also a=35=0,6a=\tfrac{3}{5}=0{,}6a=53​=0,6 und b=0,4b=0{,}4b=0,4.

    v⃗=(0,6,  0,4)T\vec{v}=(0{,}6,\;0{,}4)^{T}v=(0,6,0,4)T
  4. 04Schritt 4 — Grenzmatrix angeben

    Da jede Spalte gegen den Fixvektor strebt, gilt lim⁡n→∞Mn=(0,60,60,40,4)\lim_{n\to\infty} M^{n}=\begin{pmatrix} 0{,}6 & 0{,}6 \\ 0{,}4 & 0{,}4 \end{pmatrix}limn→∞​Mn=(0,60,4​0,60,4​) — unabhängig von der Startverteilung.

Ergebnis: Stabile Verteilung (0,6; 0,4)(0{,}6;\,0{,}4)(0,6;0,4); die Grenzmatrix hat zwei identische Spalten gleich dem Fixvektor, sodass jeder Startzustand langfristig zu 60 % in Zustand 1 endet.

Abiturfokus

  • KMK-Operator „untersuchen": prüfen, ob MMM regulär/ergodisch ist, bevor von einer startunabhängigen Grenzverteilung ausgegangen wird.
  • KMK-Operator „berechnen": Grenzmatrix aus dem Fixvektor zusammensetzen (identische Spalten).
  • KMK-Operator „interpretieren": stabile Verteilung als langfristige Marktanteile/Zustandsanteile deuten.
  • Modellkritik: bei absorbierenden oder periodischen Zuständen die Grenzwertaussage einschränken.

Typische Fehler

  • Grenzmatrix wird mit unterschiedlichen Spalten angegeben, obwohl im ergodischen Fall alle Spalten gleich sind.
  • Existenz einer startunabhängigen Grenzverteilung wird bei periodischer Matrix fälschlich angenommen.
  • Fixvektor wird nicht normiert (∑vi=1\sum v_{i}=1∑vi​=1 fehlt).
  • Iteration Mnv⃗0M^{n}\vec{v}_{0}Mnv0​ wird mit n⋅Mv⃗0n\cdot M\vec{v}_{0}n⋅Mv0​ verwechselt.

LK-Vertiefung

eA: Untersuchen Sie die Übergangsmatrix M=(1001)M=\begin{pmatrix} 1 & 0 \\ 0 & 1 \end{pmatrix}M=(10​01​) mit zwei absorbierenden Zuständen und begründen Sie, warum die Grenzverteilung hier vom Startzustand abhängt.

Aktive Wiederholung

Für M=(0,90,50,10,5)M=\begin{pmatrix} 0{,}9 & 0{,}5 \\ 0{,}1 & 0{,}5 \end{pmatrix}M=(0,90,1​0,50,5​) bestimmen Sie die stabile Verteilung und geben Sie die Grenzmatrix lim⁡n→∞Mn\lim_{n\to\infty} M^{n}limn→∞​Mn an.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Matrizen — Operationen und Inverse○
    • 02Stochastische Übergangsmatrizen und Fixvektor◐
    • 03Populationsmodelle und Verflechtungsmatrizen●
    • 04Determinante und lineare Abbildungen◐
    • 05Eigenwerte, Eigenvektoren und Diagonalisierung●
    • 06Langzeitverhalten, Grenzmatrix und Ergodizität●

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Matrizen und Übergangsprozesse

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