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Aufbau der Atmosphäre, Strahlungshaushalt, Druckgürtel und das Drei-Zellen-Modell als Grundlage aller weiteren physischen Geographie. Coriolis-Kraft erklärt Passatwinde, Westwinde und Polar-Ostwinde; ITC-Wanderung erklärt die Regenzeiten der Tropen.
6Abschnitteca. 30Min Lesezeit3KompetenzenNiveauBasis 2 · Standard 3 · Vertiefung 1Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Aufbau der Atmosphäre und Drei-Zellen-Modell beschreiben können; Coriolis qualitativ erläutern; ITC-Verlauf in Karten zeichnen.
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: Quantitative Energiebilanzen interpretieren, El-Niño/La-Niña-Telekonnektionen erläutern, Jetstream-Mäander und Klimawandel-Folgen analysieren.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Globaler Strahlungshaushalt (vereinfacht)
Corioliskraft
ω Winkelgeschwindigkeit der Erde, φ geografische Breite, v Geschwindigkeit der bewegten Masse. Am Äquator null, an den Polen maximal — erklärt Ablenkung der Passatwinde.
Globale CO₂-Konzentration in der Atmosphäre (ppm)
Berechnen Sie nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz F = σ·T⁴ die Abstrahlung der Erdoberfläche bei einer realen Mitteltemperatur von 288 K und die Abstrahlung am Oberrand der Atmosphäre bei einer effektiven Strahlungstemperatur von 255 K. Erläutern Sie die Differenz im Hinblick auf den natürlichen Treibhauseffekt. (σ = 5,67·10⁻⁸ W·m⁻²·K⁻⁴.)
Einsetzen in das Strahlungsgesetz: T⁴ = 288⁴ = 6,88·10⁹ K⁴; F = 5,67·10⁻⁸ · 6,88·10⁹ ≈ 390 W/m². Dieser Wert entspricht der langwelligen Abstrahlung der warmen Erdoberfläche.
Die effektive Strahlungstemperatur ergibt sich aus der Strahlungsbilanz mit der absorbierten Solarstrahlung (≈ 240 W/m² nach Albedo): F = 5,67·10⁻⁸ · 255⁴ ≈ 240 W/m². Aus dem Weltraum erscheint die Erde also wie ein Körper von nur 255 K (= −18 °C).
Differenz zwischen realer Oberflächentemperatur (288 K = +15 °C) und effektiver Strahlungstemperatur (255 K = −18 °C): ΔT = 288 − 255 = 33 K. Diese 33 K sind die Erwärmung durch den natürlichen Treibhauseffekt.
Treibhausgase (v. a. H₂O und CO₂) absorbieren die 390 W/m² langwellige Abstrahlung und re-emittieren einen Teil als Gegenstrahlung zurück zur Oberfläche. Dadurch liegt die Oberflächentemperatur um 33 K höher, als es die reine Strahlungsbilanz im Weltraum (255 K) erlauben würde. Ohne diesen Effekt wäre die Erde lebensfeindlich; jede zusätzliche CO₂-Zunahme verstärkt ihn (anthropogener Zusatztreibhauseffekt).
Ergebnis: Oberfläche strahlt ≈ 390 W/m² (288 K), Oberrand ≈ 240 W/m² (255 K); die Differenz von 33 K ist der natürliche Treibhauseffekt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Berechnen Sie qualitativ die Strahlungsbilanz nach Stefan-Boltzmann (F = σT⁴), wenn die Erdoberfläche im Mittel als schwarzer Strahler mit T = 288 K wirkt, und vergleichen Sie das Ergebnis mit der einfallenden Solarstrahlung (340 W/m² am Oberrand, 240 W/m² nach Albedo).
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie den Aufbau der Atmosphäre und erklären Sie die Funktion des natürlichen Treibhauseffekts. Beurteilen Sie, warum der anthropogene Zusatzeffekt trotz geringer prozentualer Steigerung der Treibhausgase klimarelevant ist.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Drei-Zellen-Modell der globalen Zirkulation
Corioliskraft
ω Winkelgeschwindigkeit der Erde, φ geografische Breite, v Geschwindigkeit der bewegten Masse. Am Äquator null, an den Polen maximal — erklärt Ablenkung der Passatwinde.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie die Walker-Zirkulation über dem äquatorialen Pazifik und erklären Sie, wie ihre Abschwächung in einer El-Niño-Phase (ENSO-Warmphase) die Passatzirkulation, das nährstoffreiche Auftriebswasser vor Peru und die Niederschlagsverteilung von Indonesien bis Südamerika verändert (Telekonnektionen, Folgen für Fischerei und Dürre-/Flutregime).
Aktive Wiederholung
Erklären Sie das Drei-Zellen-Modell der globalen Zirkulation und beurteilen Sie, warum die Wüsten der Erde überwiegend in den Rossbreiten (25–35° N und S) liegen.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Innertropische Konvergenzzone (ITC) — Saisonale Verlagerung
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie, wie sich die ITC im Kontext der anthropogenen Erwärmung verschiebt (IPCC AR6, Kapitel 4) und welche Folgen das für die Sahel-Region und die Indien-Monsun-Stärke hat.
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie das Klimadiagramm einer Station in 15° N (Bsp. Dakar oder Kano) und erläutern Sie den Niederschlagsgang anhand der ITC-Verlagerung.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie die Vb-Wetterlage („Fünf-b-Lage"): Ein Tief zieht von Oberitalien nordostwärts, nimmt über dem warmen Mittelmeer und der Adria sehr viel Feuchtigkeit auf und führt sie an den Ost- und Nordrand der Alpen und Mittelgebirge, wo sie sich abregnet. Diskutieren Sie ihren Anteil an mitteleuropäischen Hochwasserlagen (Oder 1997, Elbe 2002) und die Frage, ob solche Lagen in einer wärmeren, feuchtespeicherfähigeren Atmosphäre ergiebiger ausfallen.
Aktive Wiederholung
Erklären Sie an einer Wetterkarte den Aufbau eines Tiefdruckgebiets mit Warm- und Kaltfront und beurteilen Sie die Wetterfolge für einen mitteleuropäischen Standort.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Föhneffekt (Stau- und Lee-Seite)
Föhnerwärmung (vereinfacht)
Differenz aus trockenadiabatischer (1,0 K/100 m) und feuchtadiabatischer (0,6 K/100 m) Abkühlung über Δh oberhalb des Kondensationsniveaus. Lee-Tal liegt typisch 5–10 K wärmer als Luv-Tal.
Bestimmen Sie die Lufttemperatur im Lee-Tal, wenn Luft mit 8 °C im Luv-Tal (Höhe 500 m) aufsteigt, am Kondensationsniveau 1000 m kondensiert, bis zum Gipfel auf 2500 m kühlt und auf 500 m Leetalhöhe absteigt. Trockenadiabate 1 K/100 m, Feuchtadiabate 0,6 K/100 m.
ΔT_trocken = (1000 − 500) m / 100 m × 1 K = 5 K Abkühlung. T(1000 m) = 8 − 5 = 3 °C.
ΔT_feucht = (2500 − 1000) m / 100 m × 0,6 K = 9 K Abkühlung. T(2500 m) = 3 − 9 = −6 °C. Auf der Luvseite fällt Steigungsregen.
Da die Luft auf der Luvseite Feuchte verloren hat, sinkt sie trockenadiabatisch. ΔT_trocken = (2500 − 500) / 100 × 1 K = 20 K Erwärmung. T(500 m, Lee) = −6 + 20 = 14 °C.
Lee-Temperatur 14 °C übertrifft Luv-Temperatur 8 °C um 6 K. Diese 6 K entsprechen exakt der freigesetzten Kondensationswärme auf der Luvseite — der Föhneffekt erwärmt das Lee-Tal nicht durch zusätzliche Energie, sondern weil Wasserdampfwärme freigesetzt wurde.
Ergebnis: Lee-Tal 14 °C — Föhnerwärmung ca. 6 K gegenüber dem Luv-Tal; bedingt durch Auskondensation der Feuchtigkeit am Luvhang.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Übertragen Sie das Prinzip nächtlicher Kaltluftabflüsse auf die Stadtklimatologie am Beispiel Stuttgart (Kessellage): Erläutern Sie, wie Hangwinde und Kaltluftschneisen die nächtliche Belüftung sowie die Hitze- und Schadstoffbelastung steuern, und beurteilen Sie planerische Konsequenzen (Freihalten von Kaltluftbahnen, Bauverbote in Abflussbahnen).
Aktive Wiederholung
Berechnen Sie qualitativ die Temperatur im Lee-Tal eines Föhnereignisses anhand gegebener Höhen und adiabatischer Gradienten und interpretieren Sie das Ergebnis.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Globale Temperaturanomalie (°C, gegen 1850–1900)
Globale CO₂-Konzentration in der Atmosphäre (ppm)
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Analysieren Sie das AMOC-Tipping-Point-Risiko anhand des IPCC AR6 Kapitels 9 und diskutieren Sie, welche Frühwarnindikatoren (Salinität, Strömungsgeschwindigkeit, Temperaturanomalien) in der Forschung beobachtet werden.
Aktive Wiederholung
Erörtern Sie, wie sich die globale Atmosphärenzirkulation durch den anthropogenen Klimawandel verändert, und beurteilen Sie die Folgen für Mitteleuropa.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.