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Mol-Konzept, Stoffmengenberechnungen, ideales Gasgesetz, Reaktionsenthalpie, Hess-Satz, Entropie und freie Enthalpie. Quantitative Werkzeuge zur Vorhersage, ob und wie weit eine Reaktion abläuft.
6Abschnitteca. 27Min Lesezeit3KompetenzenNiveauBasis 2 · Standard 3 · Vertiefung 1Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA: Stoffmengen aus Masse/Volumen umrechnen, Reaktionsgleichungen ausgleichen, Reaktionsenthalpie aus Bildungsenthalpien berechnen (Hess).
erhöhtes Niveau
eA: Mehrkomponentensysteme, Mischungsstöchiometrie, vollständige Auswertung Δ_R G = Δ_R H − T · Δ_R S und Vorzeichendiskussion.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Stoffmenge n aus Masse m und molarer Masse M
Stoffmengen- und Massenkonzentration
Bestimmen Sie Stoffmenge und Teilchenzahl einer Probe von 36,0 g Wasser (H₂O).
M(H₂O) = 2 · 1,008 + 15,999 = 18,02 g/mol.
n = m / M = 36,0 g / 18,02 g/mol ≈ 2,00 mol.
N = n · N_A = 2,00 mol · 6,022·10²³ /mol ≈ 1,20·10²⁴.
Ergebnis: Die Probe enthält n ≈ 2,00 mol bzw. ≈ 1,20·10²⁴ Wassermoleküle.
Stellen Sie die ausgeglichene Gleichung für die vollständige Verbrennung von Propan (C₃H₈) auf.
C₃H₈ + O₂ → CO₂ + H₂O (unausgeglichen).
3 C-Atome links → 3 CO₂ rechts.
8 H-Atome links → 4 H₂O rechts.
3·2 + 4·1 = 10 O-Atome rechts → 5 O₂ links.
Atom- und Ladungsbilanz stimmt; Reaktion ist stark exotherm (Δ_R H ≈ −2220 kJ/mol).
Ergebnis: C₃H₈ + 5 O₂ → 3 CO₂ + 4 H₂O; Heizwert von Erdgas (Propan-Anteil).
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: 5,0 g Zink reagieren mit 50 mL Salzsäure (c = 2,0 mol/L). Bestimmen Sie das limitierende Edukt, die freigesetzte Stoffmenge H₂ und das Gasvolumen bei 25 °C, 1,013 bar.
Aktive Wiederholung
Wie viel Gramm Calciumcarbonat sind nötig, um 11,0 g CO₂ zu erzeugen? CaCO₃ → CaO + CO₂. Berechnen Sie und beurteilen Sie die Größenordnung.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: IUPAC Gold Book — Mole, Stoichiometry (IUPAC)
Allgemeine Gasgleichung
Molares Volumen unter Normbedingungen
Wie viele Mol CO₂ befinden sich in einem Behälter mit V = 2,50 L bei p = 1,20 bar und T = 298 K?
p = 1,20·10⁵ Pa, V = 2,50·10⁻³ m³.
n = p·V / (R·T).
n = (1,20·10⁵ · 2,50·10⁻³) / (8,314 · 298) ≈ 300 / 2478.
n ≈ 0,121 mol CO₂.
Ergebnis: n ≈ 0,121 mol CO₂ ≙ etwa 5,3 g — entspricht dem Inhalt einer kleinen Sodakapsel.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie, wann eine Van-der-Waals-Korrektur sinnvoll ist; geben Sie für CO₂ bei Raumtemperatur und 100 bar eine Abschätzung der Abweichung vom Ideal.
Aktive Wiederholung
Welches Volumen nimmt 1,00 mol N₂ bei 25 °C und 1,013 bar ein? Berechnen Sie und vergleichen Sie mit dem molaren Volumen bei STP.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 9 Gases (OpenStax)
Energiediagramm — mit und ohne Katalysator
Reaktionsenthalpie nach Hess
Gibbs-Helmholtz-Gleichung — Triebkraft einer Reaktion
Endotherme vs. exotherme Reaktion
Gibbs-Energie-Diagramm — ΔG = ΔH − T·ΔS
Bestimmen Sie Δ_R H für CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O aus den Standardbildungsenthalpien: Δ_f H°(CH₄) = −74,9, Δ_f H°(CO₂) = −393,5, Δ_f H°(H₂O, l) = −285,8 kJ/mol.
Δ_R H = Σ Δ_f H°(Produkte) − Σ Δ_f H°(Edukte).
−393,5 + 2 · (−285,8) = −965,1 kJ/mol.
−74,9 + 2 · 0 = −74,9 kJ/mol (Δ_f H°(O₂) = 0).
Δ_R H = −965,1 − (−74,9) = −890,2 kJ/mol.
Ergebnis: Δ_R H ≈ −890 kJ/mol — stark exotherm; entspricht dem molaren Heizwert von Methan.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Bestimmen Sie die Übergangstemperatur, bei der die Reaktion 2 NH₃(g) → N₂(g) + 3 H₂(g) spontan wird. Werte: Δ_R H° = +92 kJ/mol, Δ_R S° = +199 J/(mol·K).
Aktive Wiederholung
Beurteilen Sie für die Verdampfung von Wasser bei 100 °C, ob Δ_R G positiv, negativ oder null ist, und begründen Sie mit Δ_R H und Δ_R S.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: NIST Chemistry WebBook — Thermochemistry (NIST)
Verdünnungsgesetz
Umrechnung Massenanteil → Stoffmengenkonzentration
Aus einer Stammlösung mit c₁ = 1,0 mol/L soll 250 mL einer Lösung mit c₂ = 0,15 mol/L hergestellt werden. Welches Volumen Stammlösung wird benötigt?
c₁·V₁ = c₂·V₂ ⇒ V₁ = c₂·V₂/c₁.
V₁ = (0,15 mol/L · 250 mL) / 1,0 mol/L = 37,5 mL.
37,5 mL Stammlösung im 250-mL-Messkolben vorlegen und mit Wasser bis zur Marke auffüllen.
Ergebnis: 37,5 mL Stammlösung sind nötig; das restliche Volumen wird mit Lösungsmittel bis 250 mL aufgefüllt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Konzentrierte Schwefelsäure hat w = 96 % und ρ = 1,84 g/mL. Berechnen Sie ihre Stoffmengenkonzentration und das Volumen für 1,0 L einer 2,0 mol/L-Lösung.
Aktive Wiederholung
Berechnen Sie, welches Volumen einer konzentrierten Salzsäure (c = 12 mol/L) nötig ist, um 500 mL einer 0,10 mol/L-Lösung herzustellen.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 3.4 Other Units for Solution Concentrations (OpenStax)
Kalorimetrische Bestimmung der Reaktionsenthalpie
Abschätzung aus Bindungsenthalpien
Schätzen Sie Δ_R H für H₂(g) + Cl₂(g) → 2 HCl(g) aus den Bindungsenthalpien H−H 436, Cl−Cl 243 und H−Cl 431 kJ/mol ab.
Ein H−H (436) und ein Cl−Cl (243) werden gebrochen: 436 + 243 = +679 kJ/mol (Energieaufwand).
Zwei H−Cl werden gebildet: 2 · 431 = 862 kJ/mol (Energiegewinn, negativ).
Δ_R H ≈ 679 − 862 = −183 kJ/mol.
Die Reaktion ist exotherm; der über Bildungsenthalpien berechnete Wert (−184,6 kJ/mol) bestätigt die Abschätzung — gemittelte Bindungsenthalpien liefern hier eine sehr gute Näherung.
Ergebnis: Δ_R H ≈ −183 kJ/mol — exotherm; Bindungsenthalpie-Bilanz und Bildungsenthalpie-Rechnung stimmen überein.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Schätzen Sie die Reaktionsenthalpie von H₂ + Cl₂ → 2 HCl aus Bindungsenthalpien (H−H 436, Cl−Cl 243, H−Cl 431 kJ/mol) ab und vergleichen Sie mit dem aus Bildungsenthalpien berechneten Wert.
Aktive Wiederholung
Bei der Verbrennung von 0,50 g Ethanol erwärmen sich 200 g Wasser um 17,8 K. Berechnen Sie die molare Verbrennungsenthalpie und bewerten Sie die Abweichung vom Literaturwert (−1367 kJ/mol).
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: NIST Chemistry WebBook — Bond Energies (NIST)
Van-der-Waals-Gleichung für reale Gase
Daltonsches Partialdruckgesetz
Berechnen Sie die Partialdrücke von N₂ und O₂ in einem Gemisch aus 0,30 mol N₂ und 0,10 mol O₂ bei einem Gesamtdruck von 1,0 bar.
n_ges = 0,40 mol; x(N₂) = 0,30/0,40 = 0,75; x(O₂) = 0,10/0,40 = 0,25.
p(N₂) = 0,75 · 1,0 bar = 0,75 bar; p(O₂) = 0,25 · 1,0 bar = 0,25 bar.
p_ges = 0,75 + 0,25 = 1,0 bar ✓.
Ergebnis: p(N₂) = 0,75 bar und p(O₂) = 0,25 bar; die Partialdrücke verhalten sich wie die Stoffmengen.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Bei der Reaktion von Zink mit Salzsäure werden 245 mL Wasserstoff über Wasser bei 22 °C und p = 1,01 bar aufgefangen (Wasserdampfdruck 2,6 kPa). Berechnen Sie die Stoffmenge des trockenen H₂.
Aktive Wiederholung
Ein Gasgemisch enthält 0,30 mol N₂ und 0,10 mol O₂ in einem Behälter bei p_ges = 1,0 bar. Berechnen Sie die Partialdrücke beider Gase.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 9.3 Stoichiometry of Gaseous Substances (OpenStax)
Belege & Quellen