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Reaktionsgeschwindigkeit, Geschwindigkeitsgesetz, Arrhenius-Gleichung und Katalyse; Massenwirkungsgesetz, K_c/K_p, Prinzip von Le Chatelier. Erklärt, wie schnell und wie weit eine Reaktion abläuft.
6Abschnitteca. 25Min Lesezeit4KompetenzenNiveauStandard 4 · Vertiefung 2Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA: Einfluss von Konzentration, Temperatur, Oberfläche und Katalysator qualitativ erklären; Massenwirkungsgesetz aufstellen, Le Chatelier anwenden.
erhöhtes Niveau
eA: Geschwindigkeitsgesetz aus Initialratenmethode bestimmen, Arrhenius-Auswertung, K_p/K_c-Umrechnung, Berechnung der Gleichgewichtsstoffmengen.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Energiediagramm — mit und ohne Katalysator
Reaktionsgeschwindigkeit und Geschwindigkeitsgesetz
Arrhenius-Gleichung (Temperaturabhängigkeit der Geschwindigkeitskonstante)
Maxwell-Boltzmann-Verteilung
Reaktion 1. Ordnung — Konzentrationsverlauf
Bei T₁ = 298 K beträgt k₁ = 1,0·10⁻³ s⁻¹, bei T₂ = 318 K beträgt k₂ = 4,0·10⁻³ s⁻¹. Bestimmen Sie E_A.
ln(k₂/k₁) = −E_A/R · (1/T₂ − 1/T₁).
ln(4,0) ≈ 1,386.
(1/318 − 1/298) ≈ −2,11·10⁻⁴ K⁻¹.
E_A = −R · ln(k₂/k₁) / (1/T₂ − 1/T₁) ≈ −8,314 · 1,386 / (−2,11·10⁻⁴) ≈ 54,6·10³ J/mol.
E_A ≈ 55 kJ/mol — typischer Wert für eine moderat aktivierte Lösungsmittel-Reaktion.
Ergebnis: Aktivierungsenergie E_A ≈ 55 kJ/mol; eine Temperaturerhöhung um 20 K vervierfacht die Geschwindigkeit.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Bestimmen Sie aus zwei Messpunkten k(T₁) und k(T₂) die Aktivierungsenergie und diskutieren Sie das Vorgehen bei vermuteter Reaktion zweiter Ordnung.
Aktive Wiederholung
Begründen Sie mithilfe der Maxwell-Boltzmann-Verteilung, warum eine Temperaturerhöhung um 10 K die Reaktionsgeschwindigkeit häufig verdoppelt (RGT-Regel).
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Atkins, Physical Chemistry — Kap. Chemical Kinetics (Oxford University Press)
Chemisches Gleichgewicht — Konzentrationsverlauf
Massenwirkungsgesetz (Konzentrationen im Gleichgewicht)
Zusammenhang K_p und K_c bei Gasreaktionen
Für die Veresterung CH₃COOH + C₂H₅OH ⇌ CH₃COOC₂H₅ + H₂O gilt K_c ≈ 4. Berechnen Sie die Esterausbeute aus 1,00 mol Säure und 1,00 mol Alkohol.
Sei x die umgesetzte Stoffmenge; im Gleichgewicht: [HA] = [OH] = (1 − x), [Ester] = [H₂O] = x.
K_c = x²/(1 − x)² = 4 ⇒ x/(1 − x) = 2.
x = 2 − 2x ⇒ 3x = 2 ⇒ x ≈ 0,667 mol.
Esterausbeute ≈ 66,7 %; durch Wasserentzug verschiebt sich das Gleichgewicht weiter rechts (Le Chatelier).
Ergebnis: Esterausbeute beträgt rund 67 %; durch Entfernen von Wasser oder Überschuss eines Edukts steigt sie auf über 90 %.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Im Haber-Bosch-Verfahren wählt man 400–500 °C und 200–300 bar. Begründen Sie, warum das Optimum aus Kompromissen zwischen Geschwindigkeit und Gleichgewichtslage entsteht.
Aktive Wiederholung
Für die Synthese von Ammoniak N₂(g) + 3 H₂(g) ⇌ 2 NH₃(g), Δ_R H = −92 kJ/mol, diskutieren Sie Lage und Geschwindigkeit bei niedriger und hoher Temperatur sowie bei hohem Druck.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: KMK Bildungsstandards Chemie AHR (Kultusministerkonferenz)
Konzentration-Zeit-Verlauf — 0., 1. und 2. Ordnung
Integriertes Gesetz und Halbwertszeit (1. Ordnung)
Integriertes Gesetz und Halbwertszeit (2. Ordnung)
Energiediagramm — mit und ohne Katalysator
Für A + B → P liefern Versuche: (1) [A]=0,1, [B]=0,1, v=2·10⁻³; (2) [A]=0,2, [B]=0,1, v=4·10⁻³; (3) [A]=0,1, [B]=0,2, v=8·10⁻³ (alle mol/(L·s)). Bestimmen Sie das Geschwindigkeitsgesetz.
Von (1) zu (2): [A] verdoppelt, v verdoppelt → erste Ordnung in A (m = 1).
Von (1) zu (3): [B] verdoppelt, v vervierfacht → zweite Ordnung in B (n = 2).
v = k·[A]·[B]²; Gesamtordnung = 1 + 2 = 3.
k = v/([A]·[B]²) = 2·10⁻³ / (0,1 · 0,1²) = 2,0 L²/(mol²·s).
Ergebnis: v = k·[A]·[B]² mit k = 2,0 L²/(mol²·s); die Reaktion ist insgesamt von dritter Ordnung.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Für 2 NO + O₂ → 2 NO₂ wird experimentell v = k·[NO]²·[O₂] gefunden. Schlagen Sie einen zweistufigen Mechanismus mit vorgelagertem Gleichgewicht vor und zeigen Sie, dass er das Gesetz reproduziert.
Aktive Wiederholung
Aus drei Versuchen ergibt sich: bei Verdopplung von [A] verdoppelt sich v, bei Verdopplung von [B] vervierfacht sich v. Bestimmen Sie das Geschwindigkeitsgesetz und die Gesamtordnung.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Atkins, Physical Chemistry — Kap. The Rates of Chemical Reactions (Oxford University Press)
Energiediagramm — mit und ohne Katalysator
Michaelis-Menten-Gleichung (Enzymkinetik)
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Beschreiben Sie die heterogene Katalyse im Drei-Wege-Abgaskatalysator (Oxidation von CO und Kohlenwasserstoffen, Reduktion von NO_x) und erläutern Sie die Rolle der Edelmetalloberfläche und der Lambdasonde.
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie am Energiediagramm, warum ein Katalysator die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht, die Gleichgewichtslage aber unverändert lässt.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 12.7 Catalysis (OpenStax)
Löslichkeitsprodukt für A_p B_q
K_L(AgCl) = 1,8·10⁻¹⁰. Berechnen Sie die molare Löslichkeit in reinem Wasser und in 0,10 mol/L NaCl.
AgCl ⇌ Ag⁺ + Cl⁻ mit [Ag⁺] = [Cl⁻] = s; K_L = s² ⇒ s = √(1,8·10⁻¹⁰) ≈ 1,34·10⁻⁵ mol/L.
In 0,10 mol/L NaCl gilt [Cl⁻] ≈ 0,10 mol/L; K_L = [Ag⁺]·0,10.
s′ = [Ag⁺] = K_L/0,10 = 1,8·10⁻¹⁰/0,10 = 1,8·10⁻⁹ mol/L.
Die Löslichkeit sinkt um etwa den Faktor 7400; das gemeinsame Cl⁻-Ion drängt das Gleichgewicht zum Feststoff (Le Chatelier).
Ergebnis: s(Wasser) ≈ 1,34·10⁻⁵ mol/L, s(NaCl) ≈ 1,8·10⁻⁹ mol/L — der Gleichioneneffekt verringert die Löslichkeit drastisch.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Bestimmen Sie die molare Löslichkeit von Calciumfluorid CaF₂ (K_L = 3,9·10⁻¹¹) und vergleichen Sie sie mit der von AgCl; erläutern Sie, warum der direkte Vergleich der K_L-Werte irreführend ist.
Aktive Wiederholung
Berechnen Sie die molare Löslichkeit von Silberchlorid (K_L = 1,8·10⁻¹⁰) in reinem Wasser und beurteilen Sie, wie sie sich in 0,10 mol/L NaCl-Lösung verändert.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 15 Equilibria of Other Reaction Classes (OpenStax)
Chemisches Gleichgewicht — Konzentrationsverlauf
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Übertragen Sie die Optimierungslogik auf das Kontaktverfahren 2 SO₂ + O₂ ⇌ 2 SO₃ und begründen Sie, warum man hier mit moderatem Druck und mehrstufiger Kühlung arbeitet.
Aktive Wiederholung
Begründen Sie für das Haber-Bosch-Verfahren die industriell gewählten Bedingungen (≈ 450 °C, ≈ 250 bar, Eisenkatalysator) mit Argumenten aus Thermodynamik und Kinetik.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: KMK Bildungsstandards Chemie AHR (Kultusministerkonferenz)
Belege & Quellen
Oxford University Press
Kultusministerkonferenz