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Brønsted-Konzept, pH-Berechnungen, Säurestärke, Puffer und Titrationskurven. Schwerpunkt im Landesabitur (BY/NW/BW) — verlangt sicheres Rechnen und Interpretieren von Titrationskurven.
6Abschnitteca. 25Min Lesezeit3KompetenzenNiveauStandard 4 · Vertiefung 2Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA: Säure-Base-Reaktionen als Protonenübergang formulieren, pH starker Säuren/Basen berechnen, Indikatorwahl anhand der Titrationskurve begründen.
erhöhtes Niveau
eA: pH-Berechnung schwacher Säuren mit Näherungs- und exakter Formel, Puffer mit Henderson-Hasselbalch quantitativ auslegen, mehrprotonige Säuren.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
pH-Skala mit Alltagsbeispielen
pH-Definition und Ionenprodukt von Wasser
Säurekonstante und Näherungs-pH einer schwachen Säure
Berechnen Sie den pH-Wert einer Essigsäure-Lösung mit c_0 = 0,100 mol/L. Es gilt pK_a(CH₃COOH) = 4,76.
K_a = 10⁻⁴·⁷⁶ ≈ 1,74·10⁻⁵.
Da K_a ≪ c_0, gilt [H₃O⁺] ≈ √(K_a · c_0).
[H₃O⁺] ≈ √(1,74·10⁻⁵ · 0,100) = √(1,74·10⁻⁶) ≈ 1,32·10⁻³ mol/L.
pH = −log₁₀(1,32·10⁻³) ≈ 2,88; alternativ via Näherungsformel.
Eine starke Säure gleicher Konzentration hätte pH = 1; die schwache Säure dissoziiert nur teilweise.
Ergebnis: pH ≈ 2,88 — schwach sauer, da Essigsäure nur zu etwa 1,3 % dissoziiert vorliegt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie für Phosphorsäure H₃PO₄ die drei Dissoziationsstufen (pK_a₁ = 2,1; pK_a₂ = 7,2; pK_a₃ = 12,4) und welche Spezies bei pH 7,4 (Blut) dominiert.
Aktive Wiederholung
Berechnen Sie den pH-Wert (a) einer 0,010 mol/L HCl-Lösung, (b) einer 0,010 mol/L NaOH-Lösung und (c) einer 0,010 mol/L Essigsäure-Lösung (pK_a = 4,76).
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Mortimer/Müller — Chemie, Kap. Säuren und Basen (Thieme)
Titrationskurve — starke Säure mit starker Base
Henderson-Hasselbalch-Gleichung (Puffer)
Titrationskurve — schwache Säure mit starker Base
Titration: starke Säure mit starker Base
Titration: Essigsäure mit NaOH
Bestimmen Sie das Konzentrationsverhältnis von Acetat zu Essigsäure, das einen Puffer mit pH = 5,00 ergibt. pK_a = 4,76.
5,00 = 4,76 + log([A⁻]/[HA]).
log([A⁻]/[HA]) = 0,24, also [A⁻]/[HA] = 10⁰·²⁴ ≈ 1,74.
Beispiel: [HA] = 0,10 mol/L und [A⁻] = 0,174 mol/L erzeugen exakt pH 5,00.
Pufferkapazität β steigt mit Gesamtkonzentration; sie ist maximal, wenn [A⁻] ≈ [HA] (also pH = pK_a).
Ergebnis: Verhältnis [A⁻] : [HA] ≈ 1,74 : 1; absolute Konzentrationen wählen, damit die Kapazität der Anwendung passt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Berechnen Sie die Pufferkapazität einer Lösung mit 0,10 mol/L Essigsäure und 0,10 mol/L Natriumacetat gegenüber 0,010 mol HCl pro Liter und vergleichen Sie mit reinem Wasser.
Aktive Wiederholung
Skizzieren Sie qualitativ die Titrationskurve einer schwachen Säure mit starker Base und kennzeichnen Sie Halbäquivalenzpunkt, Pufferbereich und Äquivalenzpunkt. Begründen Sie die Indikatorwahl.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: IUPAC Compendium of Chemical Terminology — Buffer Solution (IUPAC)
pH-Skala mit Alltagsbeispielen
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie am Beispiel von Al(OH)₃ die Amphoterie und formulieren Sie die Reaktionen sowohl mit Säure (H₃O⁺) als auch mit Base (OH⁻).
Aktive Wiederholung
Ordnen Sie die Reaktionen HCl + H₂O, NH₃ + BF₃ und CH₃COOH + NH₃ jeweils der zutreffendsten Säure-Base-Theorie zu und begründen Sie.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 14 Acid-Base Equilibria (OpenStax)
Säurekonstante und Näherungs-pH einer schwachen Säure
Korrespondenz konjugierter Säure-Base-Paare (25 °C)
Berechnen Sie den Dissoziationsgrad α einer 0,10 mol/L Essigsäure (K_a = 1,8·10⁻⁵).
[H₃O⁺] ≈ √(K_a·c₀) = √(1,8·10⁻⁵ · 0,10) = √(1,8·10⁻⁶) ≈ 1,34·10⁻³ mol/L.
α = [H₃O⁺]/c₀ = 1,34·10⁻³ / 0,10 = 1,34·10⁻².
α ≈ 1,3 %; nur etwa jedes 75. Molekül liegt dissoziiert vor.
Nach dem Ostwaldschen Verdünnungsgesetz steigt α mit zunehmender Verdünnung; bei 0,010 mol/L wäre α ≈ 4,2 %.
Ergebnis: α ≈ 1,3 %; Essigsäure ist eine schwache Säure, die nur zu einem kleinen Anteil dissoziiert vorliegt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Berechnen Sie den Dissoziationsgrad α einer 0,10 mol/L Essigsäure (pK_a = 4,76) und vergleichen Sie ihn mit dem einer 0,010 mol/L Lösung; erläutern Sie das Ostwaldsche Verdünnungsgesetz.
Aktive Wiederholung
Diskutieren Sie für Phosphorsäure H₃PO₄ (pK_a1 = 2,1; pK_a2 = 7,2; pK_a3 = 12,4) die drei Dissoziationsstufen und bestimmen Sie, welche Spezies bei Blut-pH 7,4 dominiert.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Mortimer/Müller — Chemie, Kap. Säurestärke (Thieme)
pH-Skala mit Alltagsbeispielen
Berechnen Sie näherungsweise den pH einer 0,10 mol/L Natriumacetat-Lösung (K_a der Essigsäure = 1,8·10⁻⁵).
Na⁺ ist Zuschauerion; das Acetat-Ion reagiert basisch: CH₃COO⁻ + H₂O ⇌ CH₃COOH + OH⁻.
K_b = K_w/K_a = 10⁻¹⁴ / (1,8·10⁻⁵) = 5,6·10⁻¹⁰.
[OH⁻] ≈ √(K_b·c₀) = √(5,6·10⁻¹⁰ · 0,10) = √(5,6·10⁻¹¹) ≈ 7,5·10⁻⁶ mol/L.
pOH = −log(7,5·10⁻⁶) ≈ 5,12; pH = 14 − 5,12 = 8,88.
pH > 7 bestätigt die erwartete basische Reaktion eines Salzes aus schwacher Säure und starker Base.
Ergebnis: pH ≈ 8,9; die Lösung reagiert basisch, weil das Acetat-Ion als konjugierte Base der schwachen Essigsäure protolysiert.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Berechnen Sie näherungsweise den pH einer 0,10 mol/L Natriumacetat-Lösung (pK_a der Essigsäure = 4,76) über den K_b des Acetat-Ions.
Aktive Wiederholung
Sagen Sie für die Lösungen von NaCl, NH₄Cl, Na₂CO₃ und AlCl₃ jeweils den pH-Charakter (sauer/neutral/basisch) voraus und formulieren Sie gegebenenfalls die Hydrolysegleichung.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 14.4 Hydrolysis of Salts (OpenStax)
Titrationskurve — starke Säure mit starker Base
25,0 mL HCl werden mit 0,100 mol/L NaOH titriert; Äquivalenzpunkt bei V = 22,4 mL. Bestimmen Sie c(HCl).
n(NaOH) = c·V = 0,100 mol/L · 0,0224 L = 2,24·10⁻³ mol.
HCl + NaOH → NaCl + H₂O (1:1), also n(HCl) = n(NaOH) = 2,24·10⁻³ mol.
c(HCl) = n/V = 2,24·10⁻³ mol / 0,0250 L = 0,0896 mol/L.
Starke Säure + starke Base → Äquivalenzpunkt pH 7; Bromthymolblau (6,0–7,6) ist ideal, Phenolphthalein ebenfalls geeignet.
Ergebnis: c(HCl) ≈ 0,0896 mol/L; ein Indikator mit Umschlag um pH 7 sichert den korrekten Endpunkt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Bei einer Rücktitration werden 50,0 mL 0,100 mol/L HCl zu 1,00 g eines unreinen CaCO₃ gegeben; der Überschuss verbraucht 18,0 mL 0,100 mol/L NaOH. Bestimmen Sie den Massenanteil CaCO₃.
Aktive Wiederholung
25,0 mL einer Salzsäure unbekannter Konzentration werden mit 0,100 mol/L NaOH titriert; der Äquivalenzpunkt liegt bei 22,4 mL. Berechnen Sie die Konzentration der Salzsäure und begründen Sie die Indikatorwahl.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: IUPAC — Gold Book, Titration (IUPAC)
Belege & Quellen