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Ionische, kovalente und metallische Bindung, Lewis-Strukturen, VSEPR-Modell, Hybridisierung sowie zwischenmolekulare Wechselwirkungen (Van-der-Waals, Dipol-Dipol, Wasserstoffbrücken). Liefert das Vokabular, um Stoffeigenschaften aus der Struktur abzuleiten.
6Abschnitteca. 25Min Lesezeit3KompetenzenNiveauBasis 1 · Standard 4 · Vertiefung 1Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA: Bindungstyp aus EN-Differenz ableiten, Lewis-Strukturen für Hauptgruppenmoleküle, VSEPR-Grundformen (linear, gewinkelt, tetraedrisch) sicher zuordnen.
erhöhtes Niveau
eA: Hybridisierung (sp, sp², sp³), Mesomerie und formale Ladungen, Begründung von Anomalien (H₂O-Winkel, NH₃-Pyramide); zwischenmolekulare Kräfte quantitativ vergleichen.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Faustregel für Bindungstyp
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Vergleichen Sie die Bindungssituation in Diamant, Graphit und Fulleren C₆₀; erläutern Sie, warum Graphit elektrisch leitet, Diamant aber nicht.
Aktive Wiederholung
Begründen Sie anhand der EN-Differenzen, welche Bindungstypen in NaCl, HCl und H₂ vorliegen, und leiten Sie daraus jeweils einen typischen Aggregatzustand bei Raumtemperatur ab.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: KMK Bildungsstandards Chemie AHR (Kultusministerkonferenz)
Lewis-Struktur und Geometrie — Wasser
Hybridorbitale — sp, sp² und sp³
Bestimmen Sie für NH₃ und BF₃ Geometrie nach VSEPR und entscheiden Sie über Polarität.
N hat 5 Valenzelektronen: 3 N−H-Bindungen + 1 freies Paar → 4 Elektronenpaare.
Tetraedrisch (4 Paare), aber wegen freiem Paar trigonal-pyramidal mit ca. 107°.
B hat 3 Valenzelektronen, drei B−F-Bindungen, keine freien Paare am B.
Trigonal-planar (120°) — Sextett am Bor.
NH₃ polar (Dipol entlang Achse, μ ≈ 1,47 D); BF₃ unpolar (Dipole heben sich symmetrisch auf).
Ergebnis: NH₃ trigonal-pyramidal und polar; BF₃ trigonal-planar und unpolar.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie am Beispiel des Sulfat-Ions SO₄²⁻ Mesomerie und formale Ladungen; diskutieren Sie, ob die hypervalente Lewis-Struktur (mit zwei S=O-Doppelbindungen) bevorzugt wird.
Aktive Wiederholung
Zeichnen Sie Lewis-Strukturen für H₂O, NH₃, CO₂ und SO₃, ermitteln Sie jeweils die Geometrie nach VSEPR und entscheiden Sie, ob das Molekül polar ist.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Mortimer/Müller — Chemie. Das Basiswissen, Kap. Bindung (Thieme)
Lewis-Struktur und Geometrie — Wasser
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Vergleichen Sie die Siedepunkte der homologen Reihe Alkohol (CH₃OH, C₂H₅OH, C₃H₇OH) mit den entsprechenden Alkanen und quantifizieren Sie den Beitrag der Wasserstoffbrücke.
Aktive Wiederholung
Erklären Sie, warum H₂O bei Raumtemperatur flüssig ist, H₂S aber gasförmig, obwohl H₂S die größere Molmasse hat.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 10 Liquids and Solids (OpenStax)
Ionengitter — Natriumchlorid-Struktur
Coulomb-Abhängigkeit der Gitterenergie
Bestimmen Sie die Gitterenergie U von NaCl aus folgenden Werten: Bildungsenthalpie Δ_f H°(NaCl) = −411 kJ/mol, Sublimation Na = +108, Ionisierung Na = +496, Dissoziation ½ Cl₂ = +122, Elektronenaffinität Cl = −349 kJ/mol.
Δ_f H° = Sublimation + Ionisierung + ½ Dissoziation + Elektronenaffinität + U; die Bildung aus den Elementen wird gedanklich über gasförmige Ionen geführt.
108 + 496 + 122 + (−349) = +377 kJ/mol.
U = Δ_f H° − 377 = −411 − 377 = −788 kJ/mol.
Der stark negative Wert erklärt den hohen Schmelzpunkt (801 °C) und die geringe Flüchtigkeit von Kochsalz; je kleiner die Ionen und je höher ihre Ladung, desto negativer wird U (Coulomb-Gesetz).
Ergebnis: Gitterenergie U(NaCl) ≈ −788 kJ/mol — die treibende Triebkraft hinter der Salzbildung.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie, warum NaCl in Wasser löslich ist, obwohl die Gitterenergie −788 kJ/mol beträgt; ziehen Sie die Hydratationsenthalpien von Na⁺ (−406 kJ/mol) und Cl⁻ (−363 kJ/mol) heran.
Aktive Wiederholung
Begründen Sie mithilfe von Ladung und Ionenradius, warum MgO (Smp. 2852 °C) einen deutlich höheren Schmelzpunkt hat als NaCl (801 °C).
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 7.5 Lattice Energy (OpenStax)
Metallbindung — Elektronengasmodell
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie mit dem Bändermodell den Unterschied zwischen Leiter, Halbleiter und Isolator und begründen Sie, warum die Leitfähigkeit eines reinen Halbleiters mit steigender Temperatur zunimmt, die eines Metalls aber abnimmt.
Aktive Wiederholung
Erklären Sie mithilfe des Elektronengasmodells, warum Kupfer den elektrischen Strom leitet und sich zu dünnem Draht ziehen lässt, ein NaCl-Kristall aber nicht.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 10.6 Lattices and Band Theory (OpenStax)
Molekülpolarität — Vektoraddition der Bindungsdipole
Vektoraddition der Bindungsdipole
Zeichnen Sie eine Lewis-Struktur des Nitrat-Ions NO₃⁻, bestimmen Sie die Formalladungen und erläutern Sie die Mesomerie.
N: 5, je O: 6 → 3·6 = 18, plus 1 für die negative Ladung: 5 + 18 + 1 = 24 Valenzelektronen.
N zentral, drei O außen; eine N=O-Doppelbindung und zwei N−O-Einfachbindungen erfüllen das Oktett aller Atome.
Formalladung = Valenzelektronen − freie Elektronen − ½ Bindungselektronen. N: 5 − 0 − 4 = +1; Doppelbindungs-O: 6 − 4 − 2 = 0; je Einfachbindungs-O: 6 − 6 − 1 = −1. Summe = +1 + 0 + (−1) + (−1) = −1 ✓.
Die Doppelbindung ist auf drei gleichwertige Grenzformeln verteilt; real sind alle drei N−O-Bindungen gleich lang (Bindungsordnung 1⅓).
Ergebnis: NO₃⁻ ist ein mesomeriestabilisiertes Ion mit drei gleichwertigen Grenzstrukturen; die negative Ladung verteilt sich gleichmäßig auf die drei Sauerstoffatome.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie, warum cis-1,2-Dichlorethen ein Dipolmoment besitzt, das trans-Isomer dagegen (näherungsweise) keines — und welche Konsequenz dies für die Siedepunkte hat.
Aktive Wiederholung
Entscheiden Sie für CH₄, CHCl₃, CO₂ und H₂O jeweils, ob das Molekül polar ist, und begründen Sie über Geometrie und Vektoraddition der Bindungsdipole.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 7.6 Molecular Polarity (OpenStax)
Belege & Quellen
Kultusministerkonferenz