Aufgabenstellung
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DNA-Struktur und Replikation, Genexpression (Transkription, Translation), Genregulation, Mendelsche Regeln, Stammbaumanalyse, Mutationen, Gentechnik (PCR, CRISPR) und Bioethik.
6Abschnitteca. 22Min Lesezeit4KompetenzenNiveauStandard 4 · Vertiefung 2Stand 06/2026
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
DNA-Doppelhelix — Basenpaarung A=T, G≡C
DNA-Replikation an der Replikationsgabel
Eine doppelsträngige DNA-Probe enthält 30 % Adenin. Berechne die prozentualen Anteile von Thymin, Guanin und Cytosin.
In doppelsträngiger DNA gilt und (komplementäre Basenpaarung).
Aus folgt direkt .
, also bleiben für G und C zusammen.
Wegen gilt .
Ergebnis: T = 30 %, G = 20 %, C = 20 %. Die Probe ist AT-reich - ein höherer GC-Anteil würde die DNA über die dritte Wasserstoffbrücke thermisch stabiler machen.
Die DNA-Doppelhelix ist wie eine gedrehte Strickleiter mit Basenpaaren als Sprossen.
DNA-Doppelhelix — Basenpaarung A=T, G≡C
Replikation fängt am Origin an, läuft in beide Richtungen, schafft zwei semikonservative Doppelstränge.
DNA-Replikation an der Replikationsgabel
Telomere verkürzen sich bei jeder Teilung - eine Art zelluläre Uhr.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere, warum DNA-Replikation in 5'->3'-Richtung abläuft und welche Konsequenz das für den Folgestrang hat.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Watson J D, Crick F H C (1953) Nature 171:737-738 (Nature)
Transkription - DNA zu mRNA
Codon-Tabelle (Standard-Code) - Auszug
Translation am Ribosom
Lies die mRNA-Sequenz 5'-AUG-GCU-UUU-UAA-3' ab und gib die Aminosäurefolge bis zum Stopp an.
AUG -> Methionin (Met, Translationsstart).
GCU -> Alanin (Ala).
UUU -> Phenylalanin (Phe).
UAA -> Stopp, kein weiterer Einbau.
Ergebnis: Polypeptid: Met-Ala-Phe (drei Aminosäuren); UAA terminiert die Translation.
Die Zelle liest DNA in einer kurzen mRNA-Kopie ab und übersetzt diese am Ribosom in Protein.
Transkription - DNA zu mRNA
Spleissen ist ein Eukaryoten-Trick: aus einem Gen können mehrere Proteine entstehen.
Ribosom + tRNA + mRNA = molekulare Buchstaben-Suppe; jede Drei-Buchstaben-Folge codiert eine Aminosäure.
Codon-Tabelle (Standard-Code) - Auszug
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Übersetze die mRNA-Sequenz 5'-AUG-GCU-GGA-UAA-3' mithilfe der Codon-Tabelle in eine Peptidsequenz.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Nirenberg M (1961) - Genetic Code deciphered (Nobel Foundation)
Mendel-Punnett-Quadrat (monohybrid)
Stammbaum-Symbole (Humangenetik)
Reinerbig gelbe Erbse (GG) wird mit reinerbig grüner Erbse (gg) gekreuzt. Wie sehen F1 und F2 aus?
GG x gg -> alle Gameten G bzw. g.
Alle F1 sind heterozygot Gg, phänotypisch gelb (Dominanz von G).
Gameten: G und g. Punnett-Quadrat liefert GG : Gg : Gg : gg.
Genotyp 1 GG : 2 Gg : 1 gg; Phänotyp 3 gelb : 1 grün.
Ergebnis: F1 einheitlich gelb (Uniformitätsregel), F2 spaltet sich 3:1 auf (Spaltungsregel).
Mendels Regeln sind die Grammatik der Vererbung - drei Regeln, hunderte Anwendungen.
Mendel-Punnett-Quadrat (monohybrid)
In einem Stammbaum schaust du auf drei Dinge: springt das Merkmal? wer ist betroffen? welche Geschlechter?
Stammbaum-Symbole (Humangenetik)
AB0 zeigt, dass es Codominanz gibt - A und B können sich gemeinsam ausdrücken.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Eine Frau mit Blutgruppe A (heterozygot) und ein Mann mit Blutgruppe B (heterozygot) bekommen Kinder. Welche Blutgruppen sind möglich und mit welcher Wahrscheinlichkeit?
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: OMIM - Online Mendelian Inheritance in Man (NIH / Johns Hopkins)
PCR - die drei Temperaturschritte
PCR - Verdopplung pro Zyklus
Eine PCR startet mit einem einzigen DNA-Zielmolekül. Wie viele Kopien liegen theoretisch nach 30 Zyklen vor - und warum ist der reale Wert kleiner?
Jeder Zyklus verdoppelt die Ziel-DNA, die Kopienzahl wächst also exponentiell: .
Startmenge , Zyklenzahl .
.
Die Effizienz liegt unter 100 % (Primer-, Enzym- und Nukleotidmangel); in der Plateauphase flacht die Kurve ab. Der reale Ertrag liegt daher unter dem theoretischen Maximum.
Ergebnis: Theoretisch rund Kopien - aus einem Molekül wird in 30 Zyklen über eine Milliarde. Das ist die Grundlage dafür, DNA aus winzigsten Spuren (Forensik, Diagnostik) nachweisbar zu machen.
Mutationen sind die Rohstoffquelle der Evolution - aber meist neutral oder schädlich.
PCR ist das Lieblingswerkzeug der Molekularbiologie: 30 Zyklen, eine Milliarde Kopien.
CRISPR/Cas9 ist die "Wortverarbeitung des Genoms" - Präzision wie nie, aber mit ethischen Folgen.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere am Beispiel der Sichelzellenanämie, wie eine Punktmutation eine genetisch bedingte Krankheit verursacht.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Doudna J A, Charpentier E (2014) Science 346:1258096 (Science) · Nature - CRISPR Sickle Cell Therapy 2023 (Nature)
lac-Operon - Schaltzustände
Ein E.-coli-Stamm wächst in einem Medium mit Laktose, aber ohne Glucose. Ist das lac-Operon an oder aus? Begründe über beide Kontrollebenen.
Laktose (genauer ihr Isomer Allolaktose) wirkt als Induktor: Sie bindet den Repressor, der dadurch den Operator verlässt - die RNA-Polymerase kann ablesen.
Wenig Glucose bedeutet viel cAMP. Der CAP-cAMP-Komplex bindet vor dem Promotor und verstärkt die Transkription deutlich.
Operator frei UND CAP aktiv - beide Voraussetzungen für eine starke Expression sind erfüllt.
Mit Glucose + Laktose wäre der Repressor zwar ab, aber cAMP niedrig - das Operon liefe nur schwach (Diauxie: Glucose wird zuerst verbraucht).
Ergebnis: Das lac-Operon ist stark angeschaltet. Die Doppelkontrolle stellt sicher, dass die Laktose-Enzyme nur dann in Menge gebaut werden, wenn Laktose vorhanden UND die bevorzugte Glucose knapp ist.
Jede Zelle hat das ganze Rezeptbuch - Genregulation entscheidet, welche Rezepte gekocht werden.
lac-Operon - Schaltzustände
Epigenetik schreibt Notizen an den Rand des Genoms, ohne den Text selbst zu ändern.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere am lac-Operon, wie ein Bakterium die Genexpression an das Nahrungsangebot anpasst, und unterscheide dabei negative von positiver Kontrolle.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Stammbaum - X-chromosomal-rezessiver Erbgang
Hämophilie A wird X-chromosomal-rezessiv vererbt. Eine gesunde Frau, deren Vater Bluter war, bekommt mit einem gesunden Mann Kinder. Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist ein Sohn betroffen?
Ihr Vater war und gab sein einziges X-Chromosom an die Tochter weiter - sie ist daher sicher Konduktorin .
Der gesunde Mann ist .
Söhne erhalten das Y vom Vater und je zur Hälfte oder von der Mutter.
Söhne: (gesund) und (Bluter).
Ergebnis: Die Hälfte der Söhne ist betroffen (50 %). Töchter erkranken nie, sind aber zu 50 % erneut Konduktorinnen - genau dieses Muster (nur Männer betroffen, Weitergabe über gesunde Frauen) verrät den X-chromosomal-rezessiven Erbgang.
Ein Stammbaum ist ein Rätsel - das Vererbungsmuster verrät, wo das Gen sitzt.
Stammbaum - X-chromosomal-rezessiver Erbgang
Springt ein Merkmal Generationen und trifft beide Geschlechter gleich? Dann autosomal-rezessiv.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Analysiere einen vorgegebenen Stammbaum und begründe anhand von Generationssprung und Geschlechterverteilung, ob ein autosomal- oder X-chromosomal-rezessiver Erbgang vorliegt.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Belege & Quellen