Aufgabenstellung
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Darwinismus, Synthetische Evolutionstheorie, Hardy-Weinberg-Gleichgewicht, Artbildung, Belege für Evolution, Stammesgeschichte des Menschen.
6Abschnitteca. 20Min Lesezeit4KompetenzenNiveauBasis 1 · Standard 4 · Vertiefung 1Stand 06/2026
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Darwins Selektionsmechanismus
In einer Bakterienkultur überleben nach Antibiotikagabe nur wenige Zellen; nach einigen Generationen ist fast die ganze Kultur resistent. Erkläre den Befund mit Darwins Mechanismus - und nicht mit Lamarck.
Durch zufällige Mutationen tragen einige Zellen bereits ein Resistenzallel - unabhängig davon, ob je ein Antibiotikum auftaucht.
Das Antibiotikum tötet die empfindlichen Zellen; nur die zufällig resistenten überleben.
Die Überlebenden vermehren sich und geben das Resistenzallel weiter - bei Bakterien zusätzlich horizontal über Plasmide.
Nach wenigen Generationen dominiert das Resistenzallel die Population.
Ergebnis: Die Resistenz war nicht die Antwort auf das Antibiotikum (Lamarck), sondern bestand zufällig schon vorher und wurde nur selektiert (Darwin). Das ist ein direkter Beleg für Evolution durch natürliche Selektion - und die Grundlage des klinischen Resistenzproblems.
Darwin sah: kleine Variationen + Selektion + Zeit = Anpassung.
Mutation liefert das Rohmaterial, Selektion sortiert es - das ist die Evolutionsmaschine.
Gendrift ist Zufall pur, Selektion ist gerichtet - beide formen Populationen.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere am Beispiel des Birkenspanners die Wirkung gerichteter Selektion durch Umweltveränderungen.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Darwin C (1859) On the Origin of Species (Project Gutenberg)
Hardy-Weinberg-Gleichgewicht
Hardy-Weinberg-Gleichung
In einer Population sind 1 von 10000 Personen Albinos (Genotyp aa). Berechne die Allelfrequenz und den Anteil heterozygoter Träger.
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Ergebnis: Etwa 2 % der Bevölkerung sind heterozygote Träger - viel häufiger als die phänotypisch Betroffenen.
Hardy-Weinberg ist die Nullhypothese der Populationsgenetik - "was passiert, wenn nichts passiert".
Hardy-Weinberg-Gleichgewicht
Aus dem Anteil Betroffener () kannst du ziehen und sofort und berechnen.
Heterozygote sind die heimlichen Träger - oft viel häufiger als die Erkrankten selbst.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
In einer Population sind 16 % der Individuen Phänotyp aa. Berechne , und den Anteil heterozygoter Aa-Individuen.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Hardy G H (1908) Science 28:49-50; Weinberg W (1908) (Science)
Allopatrische Artbildung
Ordne ein: (a) Vorderbein von Mensch, Wal und Fledermaus, (b) Flügel von Vogel und Insekt, (c) Auge von Wirbeltier und Tintenfisch. Jeweils homolog oder analog?
Homolog = gleicher Bauplan/gleiche Abstammung (ggf. andere Funktion); analog = gleiche Funktion, aber verschiedene Abstammung (konvergente Evolution).
Gleicher Grundbauplan (Oberarm, Unterarm, Hand) trotz verschiedener Funktion (Greifen, Schwimmen, Fliegen) -> homolog.
Gleiche Funktion (Flug), aber völlig verschiedener Bauplan und Ursprung -> analog (konvergent).
Ähnliche Linsenfunktion, aber unabhängig entstanden (Tintenfisch ohne blinden Fleck) -> analog.
Ergebnis: Nur Homologien (a) belegen Verwandtschaft und taugen für Stammbäume; Analogien (b, c) zeigen, dass ähnliche Selektionsdrücke unabhängig zu ähnlichen Lösungen führen.
Eine neue Art entsteht, wenn Genfluss zwischen Populationen aufhört - meist geografisch, manchmal ökologisch.
Homologie zeigt gemeinsame Abstammung, Analogie nur gemeinsame Funktion.
Darwins Finken sind das Lehrbuchbeispiel für adaptive Radiation - eine Ahnenart, viele ökologische Nischen.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere am Beispiel der Galapagos-Finken die Mechanismen von adaptiver Radiation und allopatrischer Artbildung.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Mayr E (1942) Systematics and the Origin of Species (Columbia University Press)
Hominiden-Stammbaum (vereinfacht)
Ordne Australopithecus afarensis, Homo erectus, Homo habilis und Homo sapiens zeitlich und ordne jeder Art ihr Schlüsselmerkmal zu.
Bipedie - aufrechter Gang ("Lucy"); Hirnvolumen noch klein (~400-500 ccm).
Erster systematischer Werkzeuggebrauch (Oldowan-Geröllgeräte).
Hirnvolumen ~1000 ccm, Feuernutzung, erstes "Out of Africa".
Hirnvolumen ~1400 ccm, symbolisches Denken, komplexe Sprache.
Ergebnis: Die Reihenfolge belegt die Mosaik-Evolution: Bipedie kam zuerst, die starke Hirnzunahme erst deutlich später - die Merkmale entstanden also nicht gleichzeitig.
Wir und Schimpansen haben einen gemeinsamen Vorfahren, getrennt vor 6-7 Millionen Jahren.
Hominiden-Stammbaum (vereinfacht)
Bipedie war zuerst, das grosse Gehirn kam später - Lucy lief schon aufrecht.
Menschen ausserhalb Afrikas tragen Neandertaler-DNA in sich - Spuren einer frühen Hybridisierung.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere drei Schlüsselereignisse der Hominisation und ihre evolutionäre Bedeutung.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Stringer C (2016) Phil. Trans. R. Soc. B - Origin of our species (Royal Society)
Evolutionsfaktoren im Zusammenspiel
In einer Population beträgt die Frequenz des rezessiven Allels a zunächst q = 0,5. Der Genotyp aa ist letal (Selektionskoeffizient s = 1, vollständige Selektion). Wie gross ist die Allelfrequenz q in der nächsten Generation?
Hardy-Weinberg: , , .
aa (0,25) fällt vollständig aus; übrig bleiben und , Summe 0,75.
a steckt nur noch in Aa: Anteil .
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Ergebnis: Die Frequenz des rezessiven Allels sinkt von 0,5 auf etwa 0,33; rezessive Allele verschwinden bei Selektion nur langsam, weil sie in heterozygoten Trägern verborgen bleiben.
Mutation würfelt die Variation, Selektion und Drift entscheiden, was sich durchsetzt.
Evolutionsfaktoren im Zusammenspiel
Selektion hat kein Ziel - sie belohnt nur, was gerade besser überlebt und sich fortpflanzt.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere am Industriemelanismus des Birkenspanners die gerichtete Selektion.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Kladogramm der Wirbeltiere
Ein homologes Protein mit 200 Aminosäurepositionen wird verglichen. Die Aufspaltung von Art A und Art B liegt fossil datiert 50 Mio. Jahre zurück; ihre Sequenzen unterscheiden sich an 10 Positionen. Art A und Art C unterscheiden sich am selben Protein an 16 Positionen. Schätze den Trennungszeitpunkt von A und C.
Sequenzunterschied über 50 Mio. Jahre.
Rate (also Divergenz pro Mio. Jahre, summiert über beide Äste).
Sequenzunterschied .
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Ergebnis: Der gemeinsame Vorfahr von A und C lebte vor rund 80 Mio. Jahren - die molekulare Uhr liefert hier nur eine kalibrierte Schätzung, keine exakte Datierung.
Ein Stammbaum gruppiert nach gemeinsamen Neuerungen, nicht nach blosser Ähnlichkeit.
Kladogramm der Wirbeltiere
Die molekulare Uhr tickt im Takt neutraler Mutationen - kalibriert mit Fossilien.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere, wie aus dem Vergleich von DNA-Sequenzen die Verwandtschaft und der Trennungszeitpunkt zweier Arten abgeschätzt werden.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Belege & Quellen
Project Gutenberg
Columbia University Press