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Notizen/Physik/Schwingungen und Wellen — Mechanische und elektromagnetische Wellen
Notizen · PhysikDE · Abitur

Schwingungen und Wellen — Mechanische und elektromagnetische Wellen

Modellierung mechanischer und elektromagnetischer Wellen, Interferenz, Beugung, stehende Wellen sowie der Doppler-Effekt. KMK-Inhaltsbereich Schwingungen und Wellen (2.6.2).

6 Abschnitte·~8 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 4 · Vertiefung 1·Stand 05/2026

T·0444 / 10
Prüfungsprofil
S-4 · Wellenmodell auf mechanische und elektromagnetische Phänomene anwendenE-5 · Interferenz- und Beugungsexperimente quantitativ auswertenK-3 · Wellenphänomene mit Skizzen und Formeln präzise kommunizieren
Operatoren:analysierenberechnenerläuternbegründenbeurteilen

grundlegendes Niveau

gA: Wellengrundgleichung anwenden, Interferenzbedingungen bei Doppelspalt qualitativ und in Standardformeln einsetzen.

erhöhtes Niveau

eA: Quantitative Behandlung stehender Wellen, vollständige Doppler-Formel inkl. mediumgebundener Annahmen, Phasen- und Gruppengeschwindigkeit.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Schwingungen und Wellen — Mechanische und elektromagnetische Wellen
    • 01Wellengrundgleichung und Wellenkenngrößen○
    • 02Interferenz und Doppelspalt-Experiment◐
    • 03Beugung am Gitter und an einzelner Öffnung◐
    • 04Stehende Wellen und Resonanz◐
    • 05Doppler-Effekt — akustisch und optisch◐
    • 06Elektromagnetische Wellen und Spektrum●
§ 01

Wellengrundgleichung und Wellenkenngrößen#

●○○BasisLPschwingungen-und-wellen

Kernpunkte

Welle = räumlich-zeitliche Ausbreitung einer Störung; Energie wird transportiert, Materie schwingt vor Ort.
Wellenlänge λ\lambdaλ, Frequenz fff, Phasengeschwindigkeit c=λfc = \lambda fc=λf.
Transversal: Schwingung senkrecht zur Ausbreitung (Saiten, Licht); longitudinal: parallel zur Ausbreitung (Schall in Luft).
Wellengleichung y(x,t)=Asin⁡(ωt−kx+φ)y(x,t) = A\sin(\omega t - k x + \varphi)y(x,t)=Asin(ωt−kx+φ) mit k=2π/λk = 2\pi/\lambdak=2π/λ, ω=2πf\omega = 2\pi fω=2πf.
Intensität I=P/AI = P/AI=P/A einer Kugelwelle fällt wie 1/r21/r^21/r2.
Schallgeschwindigkeit in Luft c≈343 m/sc \approx 343\,\text{m/s}c≈343m/s bei 20∘C20^\circ\text{C}20∘C; im Wasser ≈1480 m/s\approx 1480\,\text{m/s}≈1480m/s.
y(x,t)=Asin⁡ ⁣(ωt−kx+φ0)y(x, t) = A\sin\!\left(\omega t - k x + \varphi_0\right)y(x,t)=Asin(ωt−kx+φ0​)

Harmonische Welle (Ausbreitung in +x-Richtung)

Wellenzahl k=2π/λk = 2\pi/\lambdak=2π/λ, Kreisfrequenz ω=2πf\omega = 2\pi fω=2πf; Phasengeschwindigkeit c=ω/k=λfc = \omega/k = \lambda fc=ω/k=λf.

Harmonische Schwingung y(t) = A\sin(ωt)

Abb. 1Periodendauer T, Amplitude A = 1. Phasenverlauf einer ungedämpften Schwingung.

Abiturfokus

  • Operator „erläutern": Unterschied transversal/longitudinal an Beispiel begründen.
  • Operator „berechnen": Wellenlänge aus Geschwindigkeit und Frequenz und umgekehrt.
  • Operator „beurteilen": Intensitätsabnahme einer Kugelwelle mit 1/r21/r^21/r2.
  • Operator „analysieren": Phasendifferenz aus Wellengleichung ableiten.

Typische Fehler

  • c=f/λc = f/\lambdac=f/λ statt c=fλc = f\lambdac=fλ.
  • Geschwindigkeit der Welle mit Geschwindigkeit eines Teilchens (Schnelle) verwechselt.
  • Intensitätsabfall 1/r1/r1/r statt 1/r21/r^21/r2.
  • Phasenkonstante φ\varphiφ vergessen, obwohl Anfangsbedingung gegeben.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie den Unterschied zwischen Phasen- und Gruppengeschwindigkeit anhand der Dispersionsbeziehung ω(k)\omega(k)ω(k) einer Wasserwelle.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie für eine Wasserwelle der Wellenlänge 1,5 m1{,}5\,\text{m}1,5m und Frequenz 0,8 Hz0{,}8\,\text{Hz}0,8Hz die Phasengeschwindigkeit und beurteilen Sie das Modell „Tiefwasserwelle" anhand der Beziehung c=gλ/(2π)c = \sqrt{g\lambda/(2\pi)}c=gλ/(2π)​.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Interferenz und Doppelspalt-Experiment#

●●○StandardLPschwingungen-und-wellen

Doppelspalt — Interferenz

d M_{2} M_{1} M_{0} Abstand Doppelspalt – Schirm: L Δy = λ L / d
Abb. 2Zwei kohärente Wellen erzeugen Interferenzmaxima im Abstand Δy=λL/d\Delta y = \lambda L / dΔy=λL/d auf dem Schirm.

Kernpunkte

Superposition: Zwei Wellen y1y_1y1​ und y2y_2y2​ überlagern sich linear zu y=y1+y2y = y_1 + y_2y=y1​+y2​.
Konstruktive Interferenz bei Gangunterschied Δs=mλ\Delta s = m\lambdaΔs=mλ (m∈Zm \in \mathbb{Z}m∈Z); destruktiv bei Δs=(m+12)λ\Delta s = (m+\tfrac{1}{2})\lambdaΔs=(m+21​)λ.
Doppelspalt (Young): Hauptmaxima im Abstand Δy=λL/d\Delta y = \lambda L/dΔy=λL/d auf dem Schirm.
Kohärenz: konstante Phasenbeziehung erforderlich — meist via einer Quelle und Strahlteilung.
Bei breitem Doppelspalt entsteht das Beugungsbild eines Einzelspaltes als Einhüllende der Interferenzmaxima.
Anwendungen: Mach-Zehnder-Interferometer, Antireflexschichten, optische Gitter.
Δs=mλ  (konstruktiv),Δs=(m+12)λ  (destruktiv)\Delta s = m\lambda\;\text{(konstruktiv)},\quad \Delta s = (m+\tfrac{1}{2})\lambda\;\text{(destruktiv)}Δs=mλ(konstruktiv),Δs=(m+21​)λ(destruktiv)

Bedingungen für Interferenz

Musterlösung

Wellenlänge aus Doppelspalt-Muster

d=0,10 mmd = 0{,}10\,\text{mm}d=0,10mm, L=2,0 mL = 2{,}0\,\text{m}L=2,0m, Δy=1,3 cm\Delta y = 1{,}3\,\text{cm}Δy=1,3cm.

  1. 01Formel

    λ=Δy⋅d/L\lambda = \Delta y\cdot d/Lλ=Δy⋅d/L.

  2. 02Einsetzen

    λ=0,013⋅1,0⋅10−4/2,0=6,5⋅10−7 m=650 nm\lambda = 0{,}013 \cdot 1{,}0\cdot 10^{-4}/2{,}0 = 6{,}5\cdot 10^{-7}\,\text{m} = 650\,\text{nm}λ=0,013⋅1,0⋅10−4/2,0=6,5⋅10−7m=650nm.

  3. 03Interpretieren

    650 nm650\,\text{nm}650nm entspricht rotem Licht — typische Wellenlänge eines HeNe- bzw. roten Laserpointers.

Ergebnis: Wellenlänge λ≈650 nm\lambda \approx 650\,\text{nm}λ≈650nm (Rotlicht).

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Wellenlänge aus Maximaabstand des Doppelspalts.
  • Operator „analysieren": Helligkeitsverteilung qualitativ skizzieren.
  • Operator „begründen": Bedingung der Kohärenz an Quellen.
  • Operator „erläutern": Übergang von einem zu vielen Spalten — Gitter.

Typische Fehler

  • Falsche Formel für Maxima — Sinus mit Tangens vermischt.
  • Spaltabstand ddd und Schirmabstand LLL vertauscht.
  • Bei Aufgaben mit Brechung: Wellenlänge in Medium (λn=λ0/n\lambda_n = \lambda_0/nλn​=λ0​/n) vergessen.
  • Annahme, dass nicht-kohärente Lichtquellen am Doppelspalt Interferenz erzeugen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie quantitativ, wie eine Phasenverschiebung des einen Strahls um π/2\pi/2π/2 das Interferenzmuster verändert.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Wellenlänge eines Lasers, wenn am Doppelspalt mit d=0,10 mmd = 0{,}10\,\text{mm}d=0,10mm im Abstand L=2,0 mL = 2{,}0\,\text{m}L=2,0m die ersten Maxima im Abstand Δy=1,3 cm\Delta y = 1{,}3\,\text{cm}Δy=1,3cm erscheinen.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Beugung am Gitter und an einzelner Öffnung#

●●○StandardLPschwingungen-und-wellen

Gitterbeugung

GitterbeugungSchematische Darstellung mit 11 Elementen, Licht, k=0, k=+1, k=−1, Gitter, SchirmLichtk = 0k = +1k = −1GitterSchirm
Abb. 3Hauptmaxima beim Beugungsgitter bei sin⁡αk=kλ/g\sin\alpha_k = k\lambda/gsinαk​=kλ/g mit Gitterkonstante ggg und Ordnung kkk.

Kernpunkte

Beugung = Abweichung von geradliniger Ausbreitung an Hindernissen, deren Größe vergleichbar zur Wellenlänge ist.
Optisches Gitter: Hauptmaxima bei sin⁡αk=kλ/g\sin\alpha_k = k\lambda/gsinαk​=kλ/g (Gitterkonstante ggg, Ordnung kkk).
Auflösungsvermögen des Gitters R=λ/Δλ=N⋅kR = \lambda/\Delta\lambda = N\cdot kR=λ/Δλ=N⋅k (NNN: beleuchtete Striche).
Einzelspalt: Minima bei sin⁡α=mλ/b\sin\alpha = m\lambda/bsinα=mλ/b (bbb: Spaltbreite, m≠0m \neq 0m=0).
Babinet-Theorem: Beugungsmuster eines Hindernisses und seines Komplements sind ausserhalb des direkten Strahls identisch.
Anwendungen: Spektrometer, CD/DVD-Rillen als Reflexionsgitter.
sin⁡αk=k λg\sin\alpha_k = k\,\dfrac{\lambda}{g}sinαk​=kgλ​

Gitter-Hauptmaxima

sin⁡αm=m λb\sin\alpha_m = m\,\dfrac{\lambda}{b}sinαm​=mbλ​

Einzelspalt-Minima

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Wellenlänge aus Gitter-Maxima.
  • Operator „beurteilen": Wann verschwindet die zweite Ordnung (Spaltbreite bbb und Gitterkonstante ggg in Resonanz).
  • Operator „erläutern": Spektrale Zerlegung weissen Lichts am Gitter.
  • Operator „analysieren": Auflösungsvermögen für die Trennung benachbarter Wellenlängen.

Typische Fehler

  • Sinus mit Tangens verwechselt — bei kleinen Winkeln verzeihlich, bei grossen Winkeln Fehler.
  • Gitterkonstante ggg mit Spaltbreite bbb verwechselt.
  • Beugung am Einzelspalt mit Doppelspalt-Formel berechnet.
  • Auflösungsvermögen ohne Faktor N⋅kN\cdot kN⋅k angegeben.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Beugungsmuster eines NNN-fach-Gitters in Abhängigkeit von NNN — wie verändern sich Schärfe der Maxima und Nebenmaxima?

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Wellenlänge des ersten Maximums (Ordnung 1) eines Spektrums, das bei α1=19,5∘\alpha_1 = 19{,}5^\circα1​=19,5∘ an einem Gitter mit g=1,67 μmg = 1{,}67\,\mu\text{m}g=1,67μm entsteht, und ordnen Sie diese Wellenlänge einer Spektralfarbe zu.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Stehende Wellen und Resonanz#

●●○StandardLPschwingungen-und-wellen

Kernpunkte

Stehende Welle = Überlagerung gleichfrequenter Wellen entgegengesetzter Ausbreitungsrichtung.
Knoten: Punkte mit A=0A = 0A=0 (immer); Bäuche: Punkte maximaler Amplitude.
Beidseitig fester Saite: L=nλ/2L = n\lambda/2L=nλ/2 — Grundton plus harmonische Obertöne.
Einseitig offene Pfeife: L=(2n−1)λ/4L = (2n-1)\lambda/4L=(2n−1)λ/4 — nur ungerade Obertöne.
Beidseitig offene Pfeife: L=nλ/2L = n\lambda/2L=nλ/2, also fn=n c/(2L)f_n = n\,c/(2L)fn​=nc/(2L) — alle Obertöne, gleiche Frequenzformel wie die beidseitig feste Saite; nur die einseitig offene Pfeife weicht ab.
Anwendungen: Musikinstrumente, Mikrowellenresonatoren.
fn=n c2L  (beidseitig fest)f_n = \dfrac{n\,c}{2 L}\;\text{(beidseitig fest)}fn​=2Lnc​(beidseitig fest)

Eigenfrequenzen Saite

fn=(2n−1) c4L  (einseitig offen)f_n = \dfrac{(2n-1)\,c}{4 L}\;\text{(einseitig offen)}fn​=4L(2n−1)c​(einseitig offen)

Eigenfrequenzen geschlossene Pfeife

Musterlösung

Eigenfrequenzen einer beidseitig eingespannten Saite

Berechnen Sie die ersten drei Eigenfrequenzen einer beidseitig eingespannten Gitarrensaite (Länge L=65 cmL = 65\,\text{cm}L=65cm, Wellengeschwindigkeit c=300 m/sc = 300\,\text{m/s}c=300m/s).

  1. 01Schritt 1 — Resonanzbedingung

    Bei beidseitig fest eingespannter Saite müssen Knoten an den Enden sitzen: L=n λ/2L = n\,\lambda/2L=nλ/2.

  2. 02Schritt 2 — Wellenlängen

    λn=2L/n\lambda_n = 2 L/nλn​=2L/n für n=1,2,3,…n = 1, 2, 3, \dotsn=1,2,3,… ergibt λ1=1,30 m\lambda_1 = 1{,}30\,\text{m}λ1​=1,30m, λ2=0,65 m\lambda_2 = 0{,}65\,\text{m}λ2​=0,65m, λ3=0,433 m\lambda_3 = 0{,}433\,\text{m}λ3​=0,433m.

    λn=2Ln\lambda_n = \dfrac{2 L}{n}λn​=n2L​
  3. 03Schritt 3 — Frequenzen

    fn=c/λn=nc/(2L)=n⋅230,8 Hzf_n = c/\lambda_n = n c/(2 L) = n\cdot 230{,}8\,\text{Hz}fn​=c/λn​=nc/(2L)=n⋅230,8Hz.

  4. 04Schritt 4 — Resultat

    f1≈231 Hzf_1 \approx 231\,\text{Hz}f1​≈231Hz, f2≈462 Hzf_2 \approx 462\,\text{Hz}f2​≈462Hz, f3≈692 Hzf_3 \approx 692\,\text{Hz}f3​≈692Hz.

  5. 05Schritt 5 — Interpretieren

    Grundfrequenz ≈231 Hz\approx 231\,\text{Hz}≈231Hz entspricht etwa der A-Saite einer Gitarre; Obertöne sind ganzzahlige Vielfache.

Ergebnis: Eigenfrequenzen 231 Hz231\,\text{Hz}231Hz, 462 Hz462\,\text{Hz}462Hz, 692 Hz692\,\text{Hz}692Hz — harmonische Reihe.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Eigenfrequenzen für unterschiedliche Randbedingungen.
  • Operator „analysieren": Modennummer aus gemessenem Knotenmuster bestimmen.
  • Operator „beurteilen": Warum eine geschlossene Pfeife nur ungerade Harmonische besitzt.
  • Operator „erläutern": Konsequenz für Instrumentenklang (Klarinette vs. Querflöte).

Typische Fehler

  • Bei geschlossener Pfeife L=nλ/2L = n\lambda/2L=nλ/2 verwendet (gilt nur für offene).
  • Schallgeschwindigkeit für falsche Temperatur eingesetzt.
  • Knoten und Bäuche vertauscht.
  • Eigenfrequenzen als äquidistant in Hertz angenommen, obwohl sie ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz sind.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Zeigen Sie über die Superposition zweier Wanderwellen y1=Asin⁡(ωt−kx)y_1 = A\sin(\omega t - k x)y1​=Asin(ωt−kx) und y2=Asin⁡(ωt+kx)y_2 = A\sin(\omega t + k x)y2​=Asin(ωt+kx) analytisch, dass eine stehende Welle entsteht.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Grundfrequenz und den ersten Oberton einer einseitig geschlossenen Orgelpfeife der Länge 32 cm32\,\text{cm}32cm (c=343 m/sc = 343\,\text{m/s}c=343m/s).

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Doppler-Effekt — akustisch und optisch#

●●○StandardLPschwingungen-und-wellen

Kernpunkte

Akustischer Doppler-Effekt: fB=fQ (c±vB)/(c∓vQ)f_B = f_Q\,(c \pm v_B)/(c \mp v_Q)fB​=fQ​(c±vB​)/(c∓vQ​) — Vorzeichen je nach Bewegungsrichtung.
Es zählen Relativgeschwindigkeiten zum Medium (Luft), nicht zum Beobachter.
Schallmauer entsteht bei vQ=cv_Q = cvQ​=c — Stosswelle mit charakteristischem Knall.
Optischer Doppler-Effekt (relativistisch, radiale Bewegung): bei Entfernung (Rotverschiebung) fB=fQ(c−v)/(c+v)f_B = f_Q\sqrt{(c-v)/(c+v)}fB​=fQ​(c−v)/(c+v)​, bei Annäherung (Blauverschiebung) fB=fQ(c+v)/(c−v)f_B = f_Q\sqrt{(c+v)/(c-v)}fB​=fQ​(c+v)/(c−v)​ (vvv als Betrag der Radialgeschwindigkeit).
Rotverschiebung in der Astrophysik: z=Δλ/λ0=v/cz = \Delta\lambda/\lambda_0 = v/cz=Δλ/λ0​=v/c (nicht-relativistisch).
Anwendungen: Radarpistolen, Sonografie, Sterngeschwindigkeiten.
fB=fQ c±vBc∓vQf_{B} = f_Q\,\dfrac{c \pm v_B}{c \mp v_Q}fB​=fQ​c∓vQ​c±vB​​

Doppler-Effekt (akustisch)

Obere Vorzeichen: Beobachter/Quelle bewegen sich aufeinander zu; untere Vorzeichen: voneinander weg.

Musterlösung

Akustischer Doppler-Effekt — vorbeifahrendes Auto

Ein Krankenwagen sendet einen Ton der Frequenz 800 Hz800\,\text{Hz}800Hz und fährt mit 25 m/s25\,\text{m/s}25m/s an einem stehenden Beobachter vorbei. Bestimmen Sie die wahrgenommene Frequenz vor und nach dem Vorbeifahren (c=343 m/sc = 343\,\text{m/s}c=343m/s).

  1. 01Schritt 1 — Bewegung zum Beobachter

    fB=fQ c/(c−vQ)=800⋅343/(343−25)=800⋅1,0786≈863 Hzf_B = f_Q\,c/(c - v_Q) = 800\cdot 343/(343-25) = 800\cdot 1{,}0786 \approx 863\,\text{Hz}fB​=fQ​c/(c−vQ​)=800⋅343/(343−25)=800⋅1,0786≈863Hz.

  2. 02Schritt 2 — Bewegung weg vom Beobachter

    fB=fQ c/(c+vQ)=800⋅343/(343+25)=800⋅0,9321≈746 Hzf_B = f_Q\,c/(c + v_Q) = 800\cdot 343/(343+25) = 800\cdot 0{,}9321 \approx 746\,\text{Hz}fB​=fQ​c/(c+vQ​)=800⋅343/(343+25)=800⋅0,9321≈746Hz.

  3. 03Schritt 3 — Frequenzsprung

    Beim Vorbeifahren springt die wahrgenommene Frequenz von ≈863\approx 863≈863 auf ≈746 Hz\approx 746\,\text{Hz}≈746Hz — Differenz ≈117 Hz\approx 117\,\text{Hz}≈117Hz.

  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    Das menschliche Gehör wandelt diese rund 2,5 Halbto¨ne2{,}5\,\text{Halbtöne}2,5Halbto¨ne Tonhöhenänderung (aus 12 log⁡2(863/746)≈2,512\,\log_2(863/746) \approx 2{,}512log2​(863/746)≈2,5) in den typischen „Sirenenhuscher" beim Vorbeifahren.

Ergebnis: Hin: 863 Hz863\,\text{Hz}863Hz, weg: 746 Hz746\,\text{Hz}746Hz — Sprung von rund 117 Hz117\,\text{Hz}117Hz.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Frequenzverschiebung bei vorbeifahrender Quelle.
  • Operator „unterscheiden": Akustisch (mediumgebunden) und optisch (relativistisch).
  • Operator „beurteilen": Größenordnung kosmologischer Rotverschiebung.
  • Operator „erläutern": Mach-Kegel und Schallmauer qualitativ.

Typische Fehler

  • Vorzeichen-Konvention der Doppler-Formel falsch herum angewendet.
  • Akustische Formel für relativistische Geschwindigkeiten benutzt.
  • Beobachter- und Quellengeschwindigkeit vertauscht.
  • Rotverschiebung zzz mit Geschwindigkeit verwechselt — bei grossen zzz keine Linearität.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie aus der Lorentz-Transformation die relativistische Doppler-Formel her und vergleichen Sie diese mit dem akustischen Pendant.

Aktive Wiederholung

Vergleichen Sie die wahrgenommene Frequenz einer 1000 Hz1000\,\text{Hz}1000Hz-Sirene, wenn das emittierende Fahrzeug einmal 20 m/s20\,\text{m/s}20m/s auf den Beobachter zu und einmal 20 m/s20\,\text{m/s}20m/s vom Beobachter weg fährt.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Elektromagnetische Wellen und Spektrum#

●●●VertiefungLPschwingungen-und-wellen

Elektromagnetische Welle

Elektromagnetische WelleSchaubild von E, Nullstellen bei x = 0, 3.142, 6.283, 9.425, Hochpunkt bei (1.571, 1), Tiefpunkt bei (4.712, -1), Hochpunkt bei (7.854, 1), Tiefpunkt bei (10.996, -1), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von 0 bis 12.566, Schaubild von B, Nullstellen bei x = 0, 3.142, 6.283, 9.425, Hochpunkt bei (1.571, 0.4), Tiefpunkt bei (4.712, -0.4), Hochpunkt bei (7.854, 0.4), Tiefpunkt bei (10.996, -0.4), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von 0 bis 12.56624681012−1−0.50.51E₀B₀λEBFeldstärke E, BAusbreitungsrichtung c
Abb. 4Elektrisches Feld EEE (vertikal) und magnetisches Feld BBB (horizontal) schwingen senkrecht zueinander und zur Ausbreitungsrichtung.

Kernpunkte

Elektromagnetische Wellen: transversale Schwingung von E⃗\vec EE- und B⃗\vec BB-Feldern senkrecht zueinander und zur Ausbreitungsrichtung.
Vakuum-Lichtgeschwindigkeit c=1/μ0ε0≈2,998⋅108 m/sc = 1/\sqrt{\mu_0 \varepsilon_0} \approx 2{,}998\cdot 10^8\,\text{m/s}c=1/μ0​ε0​​≈2,998⋅108m/s.
Spektrum: Radio (>1 m), Mikrowellen, Infrarot, Sichtbar (≈400–750 nm\approx 400\text{–}750\,\text{nm}≈400–750nm), UV, Röntgen, Gammastrahlung.
Energiestromdichte (Poynting-Vektor): S⃗=E⃗×B⃗/μ0\vec S = \vec E \times \vec B/\mu_0S=E×B/μ0​.
Polarisation: linear, zirkulär; nur transversale Wellen lassen sich polarisieren.
Anwendungen: Hertz-Experimente, Funktechnik, Mobilfunk, EM-Spektroskopie.
c=1μ0 ε0c = \dfrac{1}{\sqrt{\mu_0\,\varepsilon_0}}c=μ0​ε0​​1​

Lichtgeschwindigkeit aus Vakuumkonstanten

c=λ fc = \lambda\,fc=λf

Wellenausbreitung im Vakuum

Elektromagnetisches Spektrum

Elektromagnetisches SpektrumTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Bereich · Wellenlänge λ · Frequenz f; Radio · > 1 m · < 300 MHz; Mikrowellen · 1 m – 1 mm · 0,3–300 GHz; Infrarot · 1 mm – 780 nm · 300 GHz–385 THz; Sichtbar · 780–380 nm · 385–790 THz; UV · 380–10 nm · 0,8–30 PHz; Röntgen · 10 nm – 10 pm · 30 PHz–30 EHz; Gamma · < 10 pm · > 30 EHz, hervorgehobene Zelle: SichtbarBEREICHWELLENLÄNGE ΛFREQUENZ FRADIO> 1 m< 300 MHzMIKROWELLEN1 m – 1 mm0,3–300 GHzINFRAROT1 mm – 780 nm300 GHz–385 THzSICHTBAR780–380 nm385–790 THzUV380–10 nm0,8–30 PHzRÖNTGEN10 nm – 10 pm30 PHz–30 EHzGAMMA< 10 pm> 30 EHz
Abb. 5Wellenlängenskala von Radiowellen bis Gammastrahlung; sichtbares Licht belegt nur einen schmalen Ausschnitt um 400–750 nm400\text{–}750\,\text{nm}400–750nm.

Abiturfokus

  • Operator „erläutern": Maxwell-Gleichungen als Grundlage elektromagnetischer Wellen.
  • Operator „berechnen": Wellenlänge aus Frequenz in unterschiedlichen Spektralbereichen.
  • Operator „beurteilen": Konsequenzen für Mobilfunk-Reichweite je nach Frequenzband.
  • Operator „begründen": Warum Lichtgeschwindigkeit im Medium kleiner ist als im Vakuum.

Typische Fehler

  • Lichtgeschwindigkeit in Medium gleich Vakuum-Wert gesetzt.
  • EEE- und BBB-Feld als zueinander parallel skizziert.
  • Polarisation auf longitudinale Wellen angewendet.
  • Spektrumbereiche in Wellenlänge und Frequenz vertauscht.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Skizzieren Sie das vollständige elektromagnetische Spektrum mit Frequenz- und Wellenlängengrenzen und nennen Sie je eine typische Anwendung pro Bereich.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Frequenz und beurteilen Sie die spektrale Einordnung einer Welle mit Vakuumwellenlänge λ=0,21 m\lambda = 0{,}21\,\text{m}λ=0,21m (Wasserstoff-Linie der Radioastronomie).

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Wellengrundgleichung und Wellenkenngrößen○
    • 02Interferenz und Doppelspalt-Experiment◐
    • 03Beugung am Gitter und an einzelner Öffnung◐
    • 04Stehende Wellen und Resonanz◐
    • 05Doppler-Effekt — akustisch und optisch◐
    • 06Elektromagnetische Wellen und Spektrum●

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Aus den Notizen ins Training

Schwingungen und Wellen — Mechanische und elektromagnetische Wellen

Festige dieses Thema an passenden Aufgaben aus der Fragenbank.

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