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Notizen/Physik/Elektrische und magnetische Felder
Notizen · PhysikDE · Abitur

Elektrische und magnetische Felder

Modelle elektrischer und magnetischer Felder, Kräfte, Potentialvorstellung, Plattenkondensator, Bewegung geladener Teilchen in Feldern. KMK-Inhaltsbereich Felder (2.6.1).

6 Abschnitte·~9 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 3 · Vertiefung 2·Stand 05/2026

T·0555 / 10
Prüfungsprofil
S-5 · Feldmodelle als zentrale Strukturen elektromagnetischer Phänomene anwendenE-6 · Bewegung geladener Teilchen experimentell verfolgen und quantitativ auswertenB-2 · Technische Anwendungen elektrischer und magnetischer Felder bewerten
Operatoren:analysierenberechnenerläuternbegründenbeurteilen

grundlegendes Niveau

gA: Elektrostatik, Plattenkondensator, magnetische Wirkung und Lorentzkraft auf Standardbahnen anwenden.

erhöhtes Niveau

eA: Potentialfunktion, Energieumsatz im Kondensator, Zyklotronfrequenz und gekoppelte E-/B-Felder (Geschwindigkeitsfilter).

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Elektrische und magnetische Felder
    • 01Elektrostatik — Coulomb-Gesetz und Feldstärke○
    • 02Potential, Spannung und Energie im E-Feld◐
    • 03Kondensator und Energiespeicher◐
    • 04Magnetfelder und Lorentz-Kraft◐
    • 05Geladene Teilchen in gekreuzten Feldern●
    • 06Geladene Teilchen im transversalen E-Feld — Ablenkröhre●
§ 01

Elektrostatik — Coulomb-Gesetz und Feldstärke#

●○○BasisLPfelder

Plattenkondensator — homogenes E-Feld

Plattenkondensator — homogenes E-FeldSchematische Darstellung mit 7 Elementen, +, −, E, d+−Ed
Abb. 1Zwischen den Platten herrscht ein nahezu homogenes elektrisches Feld E=U/dE = U/dE=U/d.

Kernpunkte

Coulomb-Gesetz: FC=q1q2/(4πε0r2)F_C = q_1 q_2/(4\pi\varepsilon_0 r^2)FC​=q1​q2​/(4πε0​r2) — formal analog zur Gravitation, aber Ladungen sind vorzeichenbehaftet.
Elektrische Feldstärke E⃗=F⃗/q\vec E = \vec F/qE=F/q — Kraft pro Probeladung.
Feldlinien laufen von +++ nach −-−; im Plattenkondensator nahezu homogen.
Im homogenen Feld: U=E dU = E\,dU=Ed; E=U/dE = U/dE=U/d daher gut messbar.
Elementarladung e=1,602⋅10−19 Ce = 1{,}602\cdot 10^{-19}\,\text{C}e=1,602⋅10−19C; Ladung ist quantisiert.
Superpositionsprinzip: Felder mehrerer Ladungen addieren sich vektoriell.
FC=14πε0 q1q2r2F_C = \dfrac{1}{4\pi\varepsilon_0}\,\dfrac{q_1 q_2}{r^2}FC​=4πε0​1​r2q1​q2​​

Coulomb-Gesetz

ε0=8,854⋅10−12 C2/(N m2)\varepsilon_0 = 8{,}854\cdot 10^{-12}\,\text{C}^2/(\text{N}\,\text{m}^2)ε0​=8,854⋅10−12C2/(Nm2).

E⃗=F⃗q,U=E d  (homogen)\vec E = \dfrac{\vec F}{q},\quad U = E\,d\;\text{(homogen)}E=qF​,U=Ed(homogen)

Elektrische Feldstärke

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Coulomb-Kraft zwischen zwei Punktladungen.
  • Operator „analysieren": Feldverlauf von Dipolen und Plattenkondensator skizzieren.
  • Operator „erläutern": Quantisierung der Ladung anhand des Millikan-Versuchs.
  • Operator „begründen": Vektorielle Natur der elektrischen Feldstärke.

Typische Fehler

  • 1/r1/r1/r statt 1/r21/r^21/r2 in Coulomb verwendet.
  • Vorzeichen der Ladungen nicht berücksichtigt — abstossend/anziehend verwechselt.
  • EEE und UUU verwechselt; U=E dU = E\,dU=Ed nur im homogenen Feld.
  • Skalare statt vektorielle Addition mehrerer Felder.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Feld einer punktsymmetrischen Ladungsverteilung — wann gilt das Coulomb-Feld auch ausserhalb einer leitenden Kugel?

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Coulomb-Kraft zwischen einem Proton und einem Elektron im Bohrschen Wasserstoffmodell (r=5,29⋅10−11 mr = 5{,}29\cdot 10^{-11}\,\text{m}r=5,29⋅10−11m) und vergleichen Sie diese mit der Gravitationskraft zwischen denselben Teilchen.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Potential, Spannung und Energie im E-Feld#

●●○StandardLPfelder

Kernpunkte

Elektrisches Potential φ(r)\varphi(r)φ(r) als Bezugsgröße — Spannung U=φ1−φ2U = \varphi_1 - \varphi_2U=φ1​−φ2​.
Punktladung erzeugt Potential φ(r)=q/(4πε0r)\varphi(r) = q/(4\pi\varepsilon_0 r)φ(r)=q/(4πε0​r).
Energie einer Probeladung: W=q UW = q\,UW=qU.
Im homogenen Feld: kinetische Energie eines beschleunigten Elektrons Ekin=eUE_{\text{kin}} = e UEkin​=eU — Beschleunigungsspannung.
Elektronenvolt: 1 eV=1,602⋅10−19 J1\,\text{eV} = 1{,}602\cdot 10^{-19}\,\text{J}1eV=1,602⋅10−19J.
Äquipotentialflächen stehen senkrecht zu den Feldlinien.
φ(r)=q4πε0 r\varphi(r) = \dfrac{q}{4\pi\varepsilon_0\,r}φ(r)=4πε0​rq​

Coulomb-Potential einer Punktladung

Ekin=e UE_{\text{kin}} = e\,UEkin​=eU

Elektron im Beschleunigungsfeld

Musterlösung

Beschleunigungsspannung im Elektronenstrahl

U=400 VU = 400\,\text{V}U=400V, Elektronenmasse me=9,11⋅10−31 kgm_e = 9{,}11\cdot 10^{-31}\,\text{kg}me​=9,11⋅10−31kg.

  1. 01Energieansatz

    eU=12mev2e U = \tfrac{1}{2} m_e v^2eU=21​me​v2.

  2. 02Geschwindigkeit

    v=2eU/me=2⋅1,6⋅10−19⋅400/9,11⋅10−31≈1,19⋅107 m/sv = \sqrt{2 e U/m_e} = \sqrt{2\cdot 1{,}6\cdot 10^{-19}\cdot 400/9{,}11\cdot 10^{-31}} \approx 1{,}19\cdot 10^7\,\text{m/s}v=2eU/me​​=2⋅1,6⋅10−19⋅400/9,11⋅10−31​≈1,19⋅107m/s.

  3. 03Relativistisch?

    v/c≈0,040v/c \approx 0{,}040v/c≈0,040 — klassische Näherung ist mit Fehler <0,1%< 0{,}1\%<0,1% ausreichend.

Ergebnis: Endgeschwindigkeit ≈1,19⋅107 m/s\approx 1{,}19\cdot 10^7\,\text{m/s}≈1,19⋅107m/s — klassische Behandlung in Ordnung.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Endgeschwindigkeit einer Probeladung im Plattenkondensator.
  • Operator „erläutern": Unterschied zwischen Potential und Spannung.
  • Operator „analysieren": Äquipotentialflächen einer Dipolanordnung skizzieren.
  • Operator „beurteilen": Energieskala typischer Beschleunigungsspannungen.

Typische Fehler

  • Potential und Spannung gleichgesetzt.
  • Elektron mit −e-e−e statt ∣e∣|e|∣e∣ in Ekin=eUE_{\text{kin}} = e UEkin​=eU berücksichtigt — Vorzeichen-Fehler.
  • Im freien Raum Bezugsniveau im Endlichen statt im Unendlichen gewählt.
  • Energieeinheit eV mit J vermischt ohne Umrechnung.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Potential einer Hohlkugel mit Oberflächenladung — innen konstantes Potential, aussen Coulomb-Form.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die Geschwindigkeit eines Elektrons, das durch eine Beschleunigungsspannung von 400 V400\,\text{V}400V aus der Ruhe heraus beschleunigt wird, und beurteilen Sie, ob relativistische Korrekturen nötig sind.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Kondensator und Energiespeicher#

●●○StandardLPfelder

RC-Entladung — exponentieller Verlauf

RC-Entladung — exponentieller VerlaufSchaubild von U(t) = U_0·e^(−t/RC), y-Achsenabschnitt bei y = 1, fallend, im Bereich x von 0 bis 5123450.20.40.60.81τ = RCU00,368·U0τ = RCU(t) = U0·e(−t/RC)Ut
Abb. 2Spannung am Kondensator fällt nach U(t)=U0e−t/(RC)U(t) = U_0 e^{-t/(RC)}U(t)=U0​e−t/(RC); nach τ=RC\tau = RCτ=RC ist UUU auf 36,8%36{,}8\%36,8% abgefallen.

Kernpunkte

Kapazität C=Q/UC = Q/UC=Q/U; SI-Einheit Farad: 1 F=1 C/V1\,\text{F} = 1\,\text{C/V}1F=1C/V.
Plattenkondensator: C=ε0εrA/dC = \varepsilon_0\varepsilon_r A/dC=ε0​εr​A/d; Dielektrikum erhöht CCC um Faktor εr\varepsilon_rεr​.
Energie: EC=12CU2=12QU=Q22CE_C = \tfrac{1}{2} C U^2 = \tfrac{1}{2} Q U = \tfrac{Q^2}{2 C}EC​=21​CU2=21​QU=2CQ2​.
Energiedichte im Feld: w=12ε0εrE2w = \tfrac{1}{2}\varepsilon_0\varepsilon_r E^2w=21​ε0​εr​E2.
Reihenschaltung: 1/Cges=∑1/Ci1/C_{\text{ges}} = \sum 1/C_i1/Cges​=∑1/Ci​; Parallel: Cges=∑CiC_{\text{ges}} = \sum C_iCges​=∑Ci​.
Aufladung an RC: UC(t)=U0(1−e−t/(RC))U_C(t) = U_0(1 - e^{-t/(RC)})UC​(t)=U0​(1−e−t/(RC)), Entladung: UC(t)=U0e−t/(RC)U_C(t) = U_0 e^{-t/(RC)}UC​(t)=U0​e−t/(RC).
C=QU,CPlatte=ε0εrAdC = \dfrac{Q}{U},\quad C_{\text{Platte}} = \varepsilon_0\varepsilon_r\dfrac{A}{d}C=UQ​,CPlatte​=ε0​εr​dA​

Kapazität eines Kondensators

UC(t)=U0 e−t/(RC)U_C(t) = U_0\,e^{-t/(RC)}UC​(t)=U0​e−t/(RC)

Entladung am RC-Glied

Spannungsverlauf U(t) = U₀ e⁻t/(RC) am Kondensator

Abb. 3Nach einer Zeitkonstanten \tau = RC ist U(t) auf 1/e ≈36,8\% gefallen.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Kapazität aus Geometrie, gespeicherte Energie und Spannung.
  • Operator „erläutern": Wirkung eines Dielektrikums; Polarisation im Material.
  • Operator „analysieren": Reihen- und Parallelschaltungen kombinieren.
  • Operator „beurteilen": Zeitkonstante τ=RC\tau = RCτ=RC in technischen Schaltungen.

Typische Fehler

  • EC=12QUE_C = \tfrac{1}{2} Q UEC​=21​QU und EC=QUE_C = Q UEC​=QU vermischt.
  • Reihen- und Parallelschaltungsformeln vertauscht.
  • Dielektrikum vergessen, obwohl gegeben.
  • Zeitkonstante τ\tauτ als „Aufladezeit" TTT interpretiert — nach τ\tauτ ist erst 63%63\%63% erreicht.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie qualitativ und quantitativ den Energieumsatz beim Einschieben eines Dielektrikums bei (a) konstanter Spannung und (b) konstanter Ladung.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die gespeicherte Energie eines Plattenkondensators (A=200 cm2A = 200\,\text{cm}^2A=200cm2, d=1,0 mmd = 1{,}0\,\text{mm}d=1,0mm, U=200 VU = 200\,\text{V}U=200V) ohne Dielektrikum und beurteilen Sie, wie sich die Energie ändert, wenn ein Dielektrikum mit εr=4,0\varepsilon_r = 4{,}0εr​=4,0 bei konstanter Spannung eingeschoben wird.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Magnetfelder und Lorentz-Kraft#

●●○StandardLPfelder

Magnetfeld einer stromdurchflossenen Spule

B I Rechte-Faust-Regel: Daumen = B
Abb. 4Im Inneren homogen, außen wie ein Stabmagnet; Rechte-Faust-Regel zur Orientierung.

Kernpunkte

Magnetfeld B⃗\vec BB — Einheit Tesla (1 T=1 V s/m21\,\text{T} = 1\,\text{V}\,\text{s}/\text{m}^21T=1Vs/m2).
Felder erzeugt durch bewegte Ladungen / Ströme; um geraden Leiter: B=μ0I/(2πr)B = \mu_0 I/(2\pi r)B=μ0​I/(2πr).
Lange Spule: B=μ0 N I/LB = \mu_0\,N\,I/LB=μ0​NI/L — homogen im Inneren.
Lorentz-Kraft auf geladenes Teilchen: F⃗L=qv⃗×B⃗\vec F_L = q\vec v\times\vec BFL​=qv×B; senkrecht zu v⃗\vec vv und B⃗\vec BB.
Kreisbahn im B-Feld: r=mv/(qB)r = m v/(q B)r=mv/(qB), Zyklotronfrequenz fc=qB/(2πm)f_c = q B/(2\pi m)fc​=qB/(2πm).
Anwendungen: Massenspektrometer, Zyklotron, Hall-Effekt, Lautsprecher.
F⃗L=q (E⃗+v⃗×B⃗)\vec F_L = q\,(\vec E + \vec v\times\vec B)FL​=q(E+v×B)

Lorentz-Kraft

r=m vq Br = \dfrac{m\,v}{q\,B}r=qBmv​

Bahnradius im Magnetfeld

Musterlösung

Millikan-Versuch — Ladung eines Öltröpfchens

Ein geladenes Öltröpfchen schwebt im Plattenkondensator zwischen Platten im Abstand d=6,0 mmd = 6{,}0\,\text{mm}d=6,0mm bei einer Spannung U=250 VU = 250\,\text{V}U=250V. Bestimmen Sie die Ladung des Tröpfchens, wenn dessen Masse m=2,4⋅10−15 kgm = 2{,}4\cdot 10^{-15}\,\text{kg}m=2,4⋅10−15kg beträgt.

  1. 01Schritt 1 — Gleichgewichtsbedingung

    Im Schwebezustand kompensieren sich Gewichtskraft und elektrische Kraft: qE=mgq E = m gqE=mg.

  2. 02Schritt 2 — Feldstärke

    E=U/d=250/0,006≈4,17⋅104 V/mE = U/d = 250/0{,}006 \approx 4{,}17\cdot 10^4\,\text{V/m}E=U/d=250/0,006≈4,17⋅104V/m.

  3. 03Schritt 3 — Ladung berechnen

    q=mg/E=2,4⋅10−15⋅9,81/(4,17⋅104)≈5,65⋅10−19 Cq = m g/E = 2{,}4\cdot 10^{-15}\cdot 9{,}81/(4{,}17\cdot 10^4) \approx 5{,}65\cdot 10^{-19}\,\text{C}q=mg/E=2,4⋅10−15⋅9,81/(4,17⋅104)≈5,65⋅10−19C.

    q=m gEq = \dfrac{m\,g}{E}q=Emg​
  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    q≈5,65⋅10−19 Cq \approx 5{,}65\cdot 10^{-19}\,\text{C}q≈5,65⋅10−19C entspricht etwa 3,5 e3{,}5\,e3,5e (mit e=1,602⋅10−19 Ce = 1{,}602\cdot 10^{-19}\,\text{C}e=1,602⋅10−19C) und liegt damit zwischen 3 e3\,e3e und 4 e4\,e4e. Reale Millikan-Datensätze ergeben stets ganzzahlige Vielfache der Elementarladung — Indiz für Ladungsquantisierung; ein einzelner Zwischenwert spiegelt nur die Messunsicherheit wider.

Ergebnis: Ladung q≈5,65⋅10−19 C≈3,5 eq \approx 5{,}65\cdot 10^{-19}\,\text{C} \approx 3{,}5\,eq≈5,65⋅10−19C≈3,5e — im Idealfall ergäbe sich ein ganzzahliges Vielfaches der Elementarladung.

Musterlösung

Kreisbahn eines Elektrons im Magnetfeld

Ein Elektron tritt mit v=2,0⋅107 m/sv = 2{,}0\cdot 10^7\,\text{m/s}v=2,0⋅107m/s senkrecht in ein homogenes Magnetfeld B=5,0 mTB = 5{,}0\,\text{mT}B=5,0mT ein. Berechnen Sie Bahnradius und Umlauffrequenz.

  1. 01Schritt 1 — Kraftansatz

    Lorentz-Kraft = Zentripetalkraft: evB=mev2/re v B = m_e v^2/revB=me​v2/r.

    r=me ve Br = \dfrac{m_e\,v}{e\,B}r=eBme​v​
  2. 02Schritt 2 — Zahlenwerte

    r=9,11⋅10−31⋅2,0⋅107/(1,6⋅10−19⋅5,0⋅10−3)≈2,28⋅10−2 mr = 9{,}11\cdot 10^{-31}\cdot 2{,}0\cdot 10^7/(1{,}6\cdot 10^{-19}\cdot 5{,}0\cdot 10^{-3}) \approx 2{,}28\cdot 10^{-2}\,\text{m}r=9,11⋅10−31⋅2,0⋅107/(1,6⋅10−19⋅5,0⋅10−3)≈2,28⋅10−2m.

  3. 03Schritt 3 — Zyklotronfrequenz

    fc=eB/(2πme)=1,6⋅10−19⋅5,0⋅10−3/(2π⋅9,11⋅10−31)≈1,40⋅108 Hzf_c = e B/(2\pi m_e) = 1{,}6\cdot 10^{-19}\cdot 5{,}0\cdot 10^{-3}/(2\pi\cdot 9{,}11\cdot 10^{-31}) \approx 1{,}40\cdot 10^8\,\text{Hz}fc​=eB/(2πme​)=1,6⋅10−19⋅5,0⋅10−3/(2π⋅9,11⋅10−31)≈1,40⋅108Hz.

    fc=e B2π mef_c = \dfrac{e\,B}{2\pi\,m_e}fc​=2πme​eB​
  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    Bahnradius ≈2,3 cm\approx 2{,}3\,\text{cm}≈2,3cm ist typisch für Massenspektrometer; Zyklotronfrequenz ∼140 MHz\sim 140\,\text{MHz}∼140MHz liegt im UKW-Bereich.

Ergebnis: Bahnradius r≈2,3 cmr \approx 2{,}3\,\text{cm}r≈2,3cm, Zyklotronfrequenz fc≈140 MHzf_c \approx 140\,\text{MHz}fc​≈140MHz.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Bahnradius und Frequenz geladener Teilchen.
  • Operator „erläutern": Rechte-Hand-Regel und Geschwindigkeits-Magnetfeld-Geometrie.
  • Operator „analysieren": Geschwindigkeitsfilter (Wien-Filter) durch gekreuzte EEE/BBB-Felder.
  • Operator „beurteilen": Massenspektrometer-Auflösung in Abhängigkeit von BBB.

Typische Fehler

  • Lorentz-Kraft parallel zu v⃗\vec vv angesetzt — die Kraft steht senkrecht.
  • Rechte-Hand-Regel für negative Ladungen falsch herum.
  • Magnetische Feldstärke HHH mit Flussdichte BBB vermischt.
  • In der Zyklotronfrequenz ω=qB/m\omega = qB/mω=qB/m statt f=qB/(2πm)f = qB/(2\pi m)f=qB/(2πm) falsch zugeordnet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie aus der Lorentz-Kraft die Funktionsweise des Geschwindigkeitsfilters her und zeigen Sie, dass nur Teilchen der Geschwindigkeit v=E/Bv = E/Bv=E/B geradlinig durchfliegen.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie den Bahnradius und die Frequenz eines Protons, das mit 1,5⋅106 m/s1{,}5\cdot 10^6\,\text{m/s}1,5⋅106m/s in ein homogenes Magnetfeld B=0,50 TB = 0{,}50\,\text{T}B=0,50T senkrecht eintritt.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Geladene Teilchen in gekreuzten Feldern#

●●●VertiefungLPfelder

Kernpunkte

Wien-Filter: gekreuzte E⃗\vec EE- und B⃗\vec BB-Felder; nur Teilchen mit v=E/Bv = E/Bv=E/B passieren geradlinig.
Massenspektrometer: nach Wien-Filter folgt ein homogenes B-Feld zur Massentrennung.
Hall-Effekt: in stromdurchflossenem Leiter im Magnetfeld baut sich Querspannung UH=IB/(nqd)U_H = I B/(n q d)UH​=IB/(nqd) auf.
Quantenmechanischer Hall-Effekt liefert universelles Widerstandsnormal.
Anwendungen: Hall-Sensoren in Smartphones, magnetische Strommessung.
vWien=EBv_{\text{Wien}} = \dfrac{E}{B}vWien​=BE​

Wien-Filter Geschwindigkeit

UH=I Bn q dU_H = \dfrac{I\,B}{n\,q\,d}UH​=nqdIB​

Hall-Spannung

Abiturfokus

  • Operator „herleiten": Bedingung des Wien-Filters aus Kräftegleichgewicht.
  • Operator „berechnen": Massenspektrometer-Bahnradien für unterschiedliche Massen.
  • Operator „erläutern": Hall-Effekt geometrisch und vorzeichenabhängig.
  • Operator „beurteilen": Massengenauigkeit moderner Massenspektrometer.

Typische Fehler

  • Wien-Filter-Geschwindigkeit als v=B/Ev = B/Ev=B/E statt E/BE/BE/B.
  • Hall-Spannung mit Strom- und Magnetfeldrichtung vertauscht.
  • Massenspektrometer ohne Geschwindigkeitsfilter angewendet — uneindeutiger Bahnradius.
  • Quantenmechanischen Hall-Effekt mit klassischem verwechselt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie qualitativ den ganzzahligen Quanten-Hall-Effekt und seine Bedeutung als Widerstandsnormal RK=h/e2R_K = h/e^2RK​=h/e2.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Bahnradien zweier Ionen (Ar+\text{Ar}^+Ar+, m=40 um = 40\,um=40u; Kr+\text{Kr}^+Kr+, m=84 um = 84\,um=84u) in einem Massenspektrometer mit B=0,30 TB = 0{,}30\,\text{T}B=0,30T nach Beschleunigung durch U=2,0 kVU = 2{,}0\,\text{kV}U=2,0kV und beurteilen Sie die Auflösung.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Geladene Teilchen im transversalen E-Feld — Ablenkröhre#

●●●VertiefungLPfelder

Plattenkondensator — homogenes E-Feld

Plattenkondensator — homogenes E-FeldSchematische Darstellung mit 7 Elementen, +, −, E, d+−Ed
Abb. 5Zwischen den Platten herrscht ein nahezu homogenes elektrisches Feld E=U/dE = U/dE=U/d.

Kernpunkte

Tritt ein Elektron mit vxv_xvx​ quer in ein homogenes Feld EEE zwischen Ablenkplatten der Länge ℓ\ellℓ, wirkt nur eine konstante Querkraft F=eEF = eEF=eE — Analogon zum waagerechten Wurf.
Längs der Platten: gleichförmige Bewegung x=vxtx = v_x tx=vx​t; quer dazu: gleichmäßig beschleunigt y=12(eE/me) t2y = \tfrac{1}{2}(eE/m_e)\,t^2y=21​(eE/me​)t2 — die Bahn ist eine Parabel.
Querablenkung am Plattenende: y=eEℓ22mevx2y = \dfrac{e E \ell^2}{2 m_e v_x^2}y=2me​vx2​eEℓ2​; danach fliegt das Elektron geradlinig zum Schirm weiter.
Die Eintrittsgeschwindigkeit vxv_xvx​ stammt aus einer Beschleunigungsspannung UBU_BUB​ via 12mevx2=eUB\tfrac{1}{2} m_e v_x^2 = e U_B21​me​vx2​=eUB​.
Auf dem Schirm im Abstand LLL ergibt sich die Gesamtauslenkung näherungsweise proportional zur Ablenkspannung UyU_yUy​ — Grundlage des Oszilloskops.
Im kombinierten Längs- und Querfeld lässt sich die spezifische Ladung e/mee/m_ee/me​ aus den Geometrie- und Spannungswerten bestimmen.
y=e E ℓ22 me vx2=Uy ℓ24 d UBy = \dfrac{e\,E\,\ell^2}{2\,m_e\,v_x^2} = \dfrac{U_y\,\ell^2}{4\,d\,U_B}y=2me​vx2​eEℓ2​=4dUB​Uy​ℓ2​

Querablenkung am Plattenende

Musterlösung

Ablenkung im Plattenkondensator

UB=2,0 kVU_B = 2{,}0\,\text{kV}UB​=2,0kV, ℓ=6,0 cm\ell = 6{,}0\,\text{cm}ℓ=6,0cm, d=2,0 cmd = 2{,}0\,\text{cm}d=2,0cm, Uy=300 VU_y = 300\,\text{V}Uy​=300V.

  1. 01Ansatz

    Mit 12mevx2=eUB\tfrac{1}{2}m_e v_x^2 = e U_B21​me​vx2​=eUB​ und E=Uy/dE = U_y/dE=Uy​/d folgt die kompakte Form y=Uyℓ2/(4dUB)y = U_y\ell^2/(4 d U_B)y=Uy​ℓ2/(4dUB​).

  2. 02Zahlenwerte einsetzen

    y=300⋅(0,06)2/(4⋅0,02⋅2000)=300⋅3,6⋅10−3/160y = 300 \cdot (0{,}06)^2 / (4 \cdot 0{,}02 \cdot 2000) = 300 \cdot 3{,}6\cdot 10^{-3} / 160y=300⋅(0,06)2/(4⋅0,02⋅2000)=300⋅3,6⋅10−3/160.

  3. 03Ergebnis

    y=1,08/160≈6,75⋅10−3 m≈6,8 mmy = 1{,}08 / 160 \approx 6{,}75\cdot 10^{-3}\,\text{m} \approx 6{,}8\,\text{mm}y=1,08/160≈6,75⋅10−3m≈6,8mm.

  4. 04Interpretieren

    Die Auslenkung 6,8 mm6{,}8\,\text{mm}6,8mm bleibt unter dem halben Plattenabstand (10 mm10\,\text{mm}10mm) — das Elektron verlässt die Platten gerade nicht und trifft den Schirm.

Ergebnis: Querablenkung am Plattenende y≈6,8 mmy \approx 6{,}8\,\text{mm}y≈6,8mm; das Elektron passiert die Platten.

Abiturfokus

  • Operator „herleiten": Parabelbahn aus der Überlagerung gleichförmiger und beschleunigter Bewegung.
  • Operator „berechnen": Querablenkung und Auftreffpunkt auf dem Schirm.
  • Operator „analysieren": Abhängigkeit der Ablenkung von Beschleunigungs- und Ablenkspannung.
  • Operator „beurteilen": Funktionsweise des Oszilloskops als Anwendung der Ablenkröhre.

Typische Fehler

  • Querbewegung als gleichförmig statt gleichmäßig beschleunigt behandelt.
  • Beschleunigungs- und Ablenkspannung verwechselt.
  • Bahn nach dem Plattenende noch als Parabel statt als Gerade fortgesetzt.
  • Plattenlänge ℓ\ellℓ und Schirmabstand LLL in der Auslenkungsformel vertauscht.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie eine Bestimmungsgleichung für die spezifische Ladung e/mee/m_ee/me​ aus den messbaren Größen UBU_BUB​, UyU_yUy​, ℓ\ellℓ, ddd und der Schirmauslenkung her.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Querablenkung eines mit UB=2,0 kVU_B = 2{,}0\,\text{kV}UB​=2,0kV beschleunigten Elektrons am Ende eines ℓ=6,0 cm\ell = 6{,}0\,\text{cm}ℓ=6,0cm langen Plattenpaares (Plattenabstand d=2,0 cmd = 2{,}0\,\text{cm}d=2,0cm, Ablenkspannung Uy=300 VU_y = 300\,\text{V}Uy​=300V) und beurteilen Sie, ob das Elektron die Platten verlässt.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Elektrostatik — Coulomb-Gesetz und Feldstärke○
    • 02Potential, Spannung und Energie im E-Feld◐
    • 03Kondensator und Energiespeicher◐
    • 04Magnetfelder und Lorentz-Kraft◐
    • 05Geladene Teilchen in gekreuzten Feldern●
    • 06Geladene Teilchen im transversalen E-Feld — Ablenkröhre●

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