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Notizen/Physik/Elektromagnetische Induktion und Wechselstrom
Notizen · PhysikDE · Abitur

Elektromagnetische Induktion und Wechselstrom

Faradaysches Induktionsgesetz, Lenz-Regel, Generator, Transformator und elektromagnetischer Schwingkreis. KMK-Vertiefung des Inhaltsbereichs Felder.

6 Abschnitte·~8 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 4 · Vertiefung 1·Stand 05/2026

T·0666 / 10
Prüfungsprofil
S-6 · Induktion und Wechselstrom als Anwendung der Maxwell-Gleichungen verstehenE-7 · Induktionsexperimente quantitativ auswertenB-3 · Energieübertragung in Stromnetzen mit Wirkungsgrad bewerten
Operatoren:herleitenberechnenerläuternbeurteilenanalysieren

grundlegendes Niveau

gA: Induktionsspannung in einfacher Geometrie, idealer Transformator, Effektivwerte.

erhöhtes Niveau

eA: Selbstinduktion, freie und erzwungene Schwingungen im LC-Kreis, Phasenverschiebung in komplexer Wechselstromrechnung.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Elektromagnetische Induktion und Wechselstrom
    • 01Faraday und Lenz○
    • 02Selbstinduktion und Spulen◐
    • 03Elektromagnetischer Schwingkreis◐
    • 04Wechselstromgrößen — Effektivwerte◐
    • 05Transformator und Energieübertragung◐
    • 06Hertzscher Dipol und Abstrahlung elektromagnetischer Wellen●
§ 01

Faraday und Lenz#

●○○BasisLPphysik-elektromagnetische-induktion

Lenzsche Regel — Induktion

I_ind B_aussen wächst (aus Blatt heraus) Induzierter Strom erzeugt Gegenfeld (Lenz)
Abb. 1Ein zunehmender Außenfluss induziert einen Strom, dessen Magnetfeld dem ursprünglichen entgegengerichtet ist.

Kernpunkte

Induktionsspannung Uind=−dΦ/dtU_{\text{ind}} = -d\Phi/dtUind​=−dΦ/dt mit Fluss Φ=B A cos⁡α\Phi = B\,A\,\cos\alphaΦ=BAcosα.
Lenz-Regel: induzierter Strom wirkt seiner Ursache entgegen — Energieerhaltung.
Bei N Windungen verstärkt sich die Induktionsspannung: U=−N dΦ/dtU = -N\,d\Phi/dtU=−NdΦ/dt.
Bewegungsinduktion in geradlinig bewegten Leiterstäben: U=B l vU = B\,l\,vU=Blv.
Generator als rotierende Spule liefert sinusförmige Wechselspannung.
Wirbelströme entstehen in massiven Leitern und werden in Transformatoren durch lamellierte (geblechte) Eisenkerne minimiert.
Uind=−dΦdt,Φ=B A cos⁡αU_{\text{ind}} = -\dfrac{d\Phi}{dt},\quad \Phi = B\,A\,\cos\alphaUind​=−dtdΦ​,Φ=BAcosα

Faradaysches Induktionsgesetz

Vorzeichen ist Lenz: der induzierte Strom erzeugt einen Fluss, der der Änderung entgegengerichtet ist.

Abiturfokus

  • Operator „herleiten": U=BlvU = B l vU=Blv aus dem Fluss bei bewegtem Leiterstab.
  • Operator „erläutern": Lenz-Regel als Folge der Energieerhaltung.
  • Operator „analysieren": Diagrammlesen Fluss-Zeit-Verlauf und Ableitung −dΦ/dt-d\Phi/dt−dΦ/dt.
  • Operator „beurteilen": Wirbelströme als gewünscht (Wirbelstrombremse) oder unerwünscht (Trafoeisenkern).

Typische Fehler

  • Vorzeichen weggelassen — Lenz übersehen.
  • Windungszahl NNN in Uind=−dΦ/dtU_{\text{ind}} = -d\Phi/dtUind​=−dΦ/dt vergessen.
  • Beim bewegten Leiterstab U=BlvU = B l vU=Blv als Effektivwert interpretiert.
  • Wirbelströme als Reibung deklariert ohne Energiehauptsatz.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie qualitativ die Maxwell-Erweiterung des Ampere-Gesetzes — Verschiebungsstrom als Quelle des Magnetfeldes auch ohne bewegte Ladung.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Induktionsspannung in einer Spule mit N=200N = 200N=200 Windungen und Querschnitt A=50 cm2A = 50\,\text{cm}^2A=50cm2, wenn der magnetische Fluss in 20 ms20\,\text{ms}20ms linear von Φ=0\Phi = 0Φ=0 auf Φ=1,5⋅10−3 Wb\Phi = 1{,}5\cdot 10^{-3}\,\text{Wb}Φ=1,5⋅10−3Wb anwächst.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Selbstinduktion und Spulen#

●●○StandardLPphysik-elektromagnetische-induktion

Kernpunkte

Selbstinduktion einer Spule: Uind=−L dI/dtU_{\text{ind}} = -L\,dI/dtUind​=−LdI/dt.
Induktivität L=μ0μrN2A/lL = \mu_0\mu_r N^2 A/lL=μ0​μr​N2A/l einer langen Spule.
In RL-Kreisen klingt Strom mit Zeitkonstante τ=L/R\tau = L/Rτ=L/R exponentiell ab/an.
Energie im Magnetfeld der Spule: EL=12LI2E_L = \tfrac{1}{2} L I^2EL​=21​LI2.
Reihen- und Parallelschaltung von Induktivitäten analog zu Widerständen.
Anwendungen: Drosseln, Funkenstörung, Schaltnetzteile, Hochspannungspulse.
Uind=−L dIdtU_{\text{ind}} = -L\,\dfrac{dI}{dt}Uind​=−LdtdI​

Selbstinduktion

L=μ0μr N2 AlL = \mu_0\mu_r\,\dfrac{N^2\,A}{l}L=μ0​μr​lN2A​

Induktivität langer Spule

EL=12 L I2E_L = \tfrac{1}{2}\,L\,I^2EL​=21​LI2

Energie der Spule

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Energiespeicherung in Spule.
  • Operator „analysieren": RL-Schaltvorgänge.
  • Operator „erläutern": Induktivität als „elektrische Trägheit".
  • Operator „beurteilen": Selbstinduktion bei Schaltvorgängen — Funkenbildung beim Öffnen.

Typische Fehler

  • LLL in Henry mit Reaktanz XLX_LXL​ in Ohm verwechselt.
  • Zeitkonstante als T=L/RT = L/RT=L/R statt τ\tauτ.
  • Energie EL=12LIE_L = \tfrac{1}{2} L IEL​=21​LI ohne I2I^2I2 geschrieben.
  • Selbst- und Gegeninduktivität vermengt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Lösen Sie die Differentialgleichung des RL-Kreises beim Einschaltvorgang vollständig und bestätigen Sie den exponentiellen Anstieg I(t)=(U0/R)(1−e−Rt/L)I(t) = (U_0/R)(1 - e^{-Rt/L})I(t)=(U0​/R)(1−e−Rt/L).

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die im Magnetfeld einer Spule (L=50 mHL = 50\,\text{mH}L=50mH, I=4,0 AI = 4{,}0\,\text{A}I=4,0A) gespeicherte Energie und beurteilen Sie die Konsequenz beim plötzlichen Öffnen des Schalters.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Elektromagnetischer Schwingkreis#

●●○StandardLPphysik-elektromagnetische-induktionLPschwingungen-und-wellen

Elektromagnetischer Schwingkreis

C L Energie f_0 = 1/(2π√LC)
Abb. 2L und C tauschen Energie aus; Eigenfrequenz f0=1/(2πLC)f_0 = 1/(2\pi\sqrt{LC})f0​=1/(2πLC​) (Thomson).

Kernpunkte

LC-Kreis: Energie wandelt sich periodisch zwischen elektrischer Feldenergie im Kondensator und magnetischer Feldenergie in der Spule um.
Eigenfrequenz f0=1/(2πLC)f_0 = 1/(2\pi\sqrt{L C})f0​=1/(2πLC​) — Thomsonsche Schwingungsformel.
Gedämpfter Schwingkreis (RLC): Amplitude fällt exponentiell.
Erzwungene Schwingung mit Anregung faf_afa​ zeigt Resonanz bei fa≈f0f_a \approx f_0fa​≈f0​.
Hertz-Experimente: Sender-Empfänger-System koppelt EM-Wellen über LC.
Anwendung: Senderfrequenzen abstimmen, Filter, Schwingungserzeugung in Mikrowellen.
f0=12πL Cf_0 = \dfrac{1}{2\pi\sqrt{L\,C}}f0​=2πLC​1​

Thomsonsche Schwingungsformel

Musterlösung

Thomsonsche Schwingungsformel — Resonanzfrequenz

Berechnen Sie die Resonanzfrequenz eines LC-Schwingkreises mit L=1,5 mHL = 1{,}5\,\text{mH}L=1,5mH und C=47 nFC = 47\,\text{nF}C=47nF.

  1. 01Schritt 1 — Formel

    f0=1/(2πLC)f_0 = 1/(2\pi\sqrt{L C})f0​=1/(2πLC​).

  2. 02Schritt 2 — LC-Produkt

    LC=1,5⋅10−3⋅47⋅10−9=7,05⋅10−11 s2L C = 1{,}5\cdot 10^{-3}\cdot 47\cdot 10^{-9} = 7{,}05\cdot 10^{-11}\,\text{s}^2LC=1,5⋅10−3⋅47⋅10−9=7,05⋅10−11s2.

  3. 03Schritt 3 — Frequenz

    f0=1/(2π7,05⋅10−11)≈1,9⋅104 Hzf_0 = 1/(2\pi\sqrt{7{,}05\cdot 10^{-11}}) \approx 1{,}9\cdot 10^4\,\text{Hz}f0​=1/(2π7,05⋅10−11​)≈1,9⋅104Hz.

  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    ≈19 kHz\approx 19\,\text{kHz}≈19kHz liegt im oberen Hörbereich. Im Radio werden LCLCLC je nach Sender im kHz- bis MHz-Bereich abgestimmt.

Ergebnis: Resonanzfrequenz f0≈19 kHzf_0 \approx 19\,\text{kHz}f0​≈19kHz.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Eigenfrequenz und benötigte CCC bei gegebenem LLL.
  • Operator „analysieren": Energiebilanz 12LI2+12CU2=const.\tfrac{1}{2} L I^2 + \tfrac{1}{2} C U^2 = \text{const.}21​LI2+21​CU2=const.
  • Operator „erläutern": Analogie mechanischer Schwingung (Masse-Feder).
  • Operator „beurteilen": Güte QQQ als Schärfe der Resonanz.

Typische Fehler

  • f0f_0f0​ mit Kreisfrequenz ω0\omega_0ω0​ vertauscht.
  • Energieerhaltung übersehen — bei gedämpftem Kreis Reibung anwenden.
  • LCL CLC-Produkt in falschen Einheiten.
  • Energie nur in CCC oder nur in LLL berechnet, statt Summe.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Stellen Sie die Differentialgleichung des ungedämpften LC-Kreises auf und zeigen Sie analytisch, dass die Lösung sinusförmig mit f0=1/(2πLC)f_0 = 1/(2\pi\sqrt{LC})f0​=1/(2πLC​) schwingt.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises mit L=2,0 mHL = 2{,}0\,\text{mH}L=2,0mH und C=100 nFC = 100\,\text{nF}C=100nF und ordnen Sie diese spektral ein.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Wechselstromgrößen — Effektivwerte#

●●○StandardLPphysik-elektromagnetische-induktion

Kernpunkte

Sinusförmiger Wechselstrom: i(t)=Imax⁡sin⁡(ωt)i(t) = I_{\max}\sin(\omega t)i(t)=Imax​sin(ωt); analog u(t)u(t)u(t).
Effektivwert Ieff=Imax⁡/2I_{\text{eff}} = I_{\max}/\sqrt{2}Ieff​=Imax​/2​ — entspricht dem Gleichstrom mit gleicher Heizleistung.
Mittlere Leistung am ohmschen Widerstand P=UeffIeff=Ueff2/RP = U_{\text{eff}} I_{\text{eff}} = U_{\text{eff}}^2/RP=Ueff​Ieff​=Ueff2​/R.
Phasenverschiebung zwischen uuu und iii am induktiven/kapazitiven Verbraucher: π/2\pi/2π/2 voraus/nach.
Komplexe Impedanz Z‾=R+j(ωL−1/(ωC))\underline{Z} = R + j(\omega L - 1/(\omega C))Z​=R+j(ωL−1/(ωC)); Resonanz bei rein reellem ZZZ.
Wirkleistung P=UIcos⁡φP = U I \cos\varphiP=UIcosφ, Blindleistung Q=UIsin⁡φQ = U I \sin\varphiQ=UIsinφ.
Ieff=Imax⁡2I_{\text{eff}} = \dfrac{I_{\max}}{\sqrt{2}}Ieff​=2​Imax​​

Effektivwert (Sinus)

P=Ueff Ieff cos⁡φP = U_{\text{eff}}\,I_{\text{eff}}\,\cos\varphiP=Ueff​Ieff​cosφ

Wirkleistung

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Effektivwert aus Amplitude und umgekehrt.
  • Operator „analysieren": Phasendiagramm für RLC-Reihenschaltung.
  • Operator „erläutern": Bedeutung von Wirk-, Blind- und Scheinleistung.
  • Operator „beurteilen": Kondensator als Phasenkorrekturelement.

Typische Fehler

  • Effektivwert mit Mittelwert verwechselt — der lineare Mittelwert ist null.
  • cos⁡φ=1\cos\varphi = 1cosφ=1 pauschal angenommen.
  • Phasendifferenz beim Kondensator falsch herum.
  • Blindleistung als verloren bewertet — sie pendelt nur zwischen Quelle und Last.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Lösen Sie die RLC-Reihenschaltung in der komplexen Wechselstromrechnung — Resonanzfrequenz und Güte.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die mittlere Leistung am Heizwiderstand R=22 ΩR = 22\,\OmegaR=22Ω, wenn die Wechselspannung mit Effektivwert 230 V230\,\text{V}230V anliegt, und benennen Sie die Bedeutung der Phase (cos⁡φ=1\cos\varphi = 1cosφ=1 rein ohmsch).

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Transformator und Energieübertragung#

●●○StandardLPphysik-elektromagnetische-induktion

Kernpunkte

Idealer Trafo: U2/U1=N2/N1U_2/U_1 = N_2/N_1U2​/U1​=N2​/N1​ und I2/I1=N1/N2I_2/I_1 = N_1/N_2I2​/I1​=N1​/N2​; Leistung U1I1=U2I2U_1 I_1 = U_2 I_2U1​I1​=U2​I2​ erhalten.
Realer Trafo: Kupfer- und Eisenverluste; Wirkungsgrad meist > 95%95\%95% bei Netztrafos.
Eisenkern verstärkt magnetischen Fluss und reduziert Streufeld.
Hochspannungs-Übertragung minimiert ohmsche Verluste PV=I2RP_V = I^2 RPV​=I2R uber lange Leitungen.
Trafos bilden Grundlage des Energieversorgungsnetzes (Umspannwerke).
Schaltnetzteile arbeiten bei höheren Frequenzen, daher kleinere Trafos.
U2U1=N2N1,I2I1=N1N2  (idealer Trafo)\dfrac{U_2}{U_1} = \dfrac{N_2}{N_1},\quad \dfrac{I_2}{I_1} = \dfrac{N_1}{N_2}\;\text{(idealer Trafo)}U1​U2​​=N1​N2​​,I1​I2​​=N2​N1​​(idealer Trafo)

Transformator-Verhältnisgleichungen

Musterlösung

Induktionsspannung in einer rotierenden Spule

Eine Rechteckspule (Fläche A=200 cm2A = 200\,\text{cm}^2A=200cm2, N=500N = 500N=500 Windungen) rotiert mit 50 Hz50\,\text{Hz}50Hz in einem homogenen Magnetfeld B=0,30 TB = 0{,}30\,\text{T}B=0,30T. Berechnen Sie die maximale Induktionsspannung.

  1. 01Schritt 1 — Fluss ausschreiben

    Φ(t)=BAcos⁡(ωt)\Phi(t) = B A \cos(\omega t)Φ(t)=BAcos(ωt) mit ω=2πf=314,16 rad/s\omega = 2\pi f = 314{,}16\,\text{rad/s}ω=2πf=314,16rad/s.

  2. 02Schritt 2 — Differenzieren

    Uind(t)=−N dΦ/dt=NBAωsin⁡(ωt)U_{\text{ind}}(t) = -N\,d\Phi/dt = N B A \omega\sin(\omega t)Uind​(t)=−NdΦ/dt=NBAωsin(ωt).

    Umax⁡=N B A ωU_{\max} = N\,B\,A\,\omegaUmax​=NBAω
  3. 03Schritt 3 — Zahlenwerte

    Umax⁡=500⋅0,30⋅0,020⋅314,16≈942 VU_{\max} = 500\cdot 0{,}30\cdot 0{,}020\cdot 314{,}16 \approx 942\,\text{V}Umax​=500⋅0,30⋅0,020⋅314,16≈942V.

  4. 04Schritt 4 — Effektivwert

    Ueff=Umax⁡/2≈666 VU_{\text{eff}} = U_{\max}/\sqrt{2} \approx 666\,\text{V}Ueff​=Umax​/2​≈666V.

  5. 05Schritt 5 — Interpretieren

    Das Modell beschreibt einen typischen Wechselstromgenerator. Realistische Werte für Kraftwerksgeneratoren liegen je nach Wicklung im kV-Bereich.

Ergebnis: Umax⁡≈942 VU_{\max} \approx 942\,\text{V}Umax​≈942V, Ueff≈666 VU_{\text{eff}} \approx 666\,\text{V}Ueff​≈666V.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Sekundärspannungen und -ströme.
  • Operator „beurteilen": Energieübertragung mit Hochspannungsnetz.
  • Operator „erläutern": Warum Trafo nur für Wechselstrom funktioniert.
  • Operator „begründen": Verluste durch Wirbelströme und Hysterese.

Typische Fehler

  • N1N_1N1​ und N2N_2N2​ in Stromverhältnis nicht reziprok.
  • Verluste auf Gleichstrom-Trafos angewandt — Trafos brauchen Wechselstrom.
  • Wirkungsgrad als >1>1>1 herauskommen lassen.
  • Leistung an Sekundärseite größer als Primär berechnet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Konzept der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) und nennen Sie technische Gründe für ihren Einsatz in modernen Stromnetzen.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Verluste in einer Übertragungsleitung mit R=5,0 ΩR = 5{,}0\,\OmegaR=5,0Ω, wenn P=100 kWP = 100\,\text{kW}P=100kW einmal mit U=230 VU = 230\,\text{V}U=230V und einmal mit U=20 kVU = 20\,\text{kV}U=20kV übertragen werden, und beurteilen Sie das Resultat.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Hertzscher Dipol und Abstrahlung elektromagnetischer Wellen#

●●●VertiefungLPphysik-elektromagnetische-induktionLPschwingungen-und-wellen

Elektromagnetische Welle

Elektromagnetische WelleSchaubild von E, Nullstellen bei x = 0, 3.142, 6.283, 9.425, Hochpunkt bei (1.571, 1), Tiefpunkt bei (4.712, -1), Hochpunkt bei (7.854, 1), Tiefpunkt bei (10.996, -1), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von 0 bis 12.566, Schaubild von B, Nullstellen bei x = 0, 3.142, 6.283, 9.425, Hochpunkt bei (1.571, 0.4), Tiefpunkt bei (4.712, -0.4), Hochpunkt bei (7.854, 0.4), Tiefpunkt bei (10.996, -0.4), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von 0 bis 12.56624681012−1−0.50.51E₀B₀λEBFeldstärke E, BAusbreitungsrichtung c
Abb. 3Elektrisches Feld EEE (vertikal) und magnetisches Feld BBB (horizontal) schwingen senkrecht zueinander und zur Ausbreitungsrichtung.

Kernpunkte

Vom geschlossenen LC-Kreis zum offenen Schwingkreis: durch Aufbiegen der Platten und Strecken der Spule entsteht der Hertzsche Dipol, dessen Felder in den Raum reichen.
Der Dipol besitzt eine Grundresonanz, wenn seine Länge etwa der halben Wellenlänge entspricht: ℓ≈λ/2\ell \approx \lambda/2ℓ≈λ/2 (Antennenbedingung).
Beschleunigte Ladungen strahlen elektromagnetische Wellen ab; die abgestrahlte Leistung wächst stark mit der Frequenz.
Im Nahfeld dominieren die quasistatischen Felder, erst im Fernfeld (r≫λr \gg \lambdar≫λ) löst sich die transversale Welle mit E⃗⊥B⃗⊥c⃗\vec E \perp \vec B \perp \vec cE⊥B⊥c ab.
Die Abstrahlung ist richtungsabhängig (Dipolcharakteristik): maximal senkrecht zur Dipolachse, null in Achsenrichtung.
Heinrich Hertz wies 1886–1888 mit Sender- und Empfängerdipol die Existenz elektromagnetischer Wellen und ihre Wesensgleichheit mit Licht nach.
ℓ≈λ2,f=cλ\ell \approx \dfrac{\lambda}{2},\quad f = \dfrac{c}{\lambda}ℓ≈2λ​,f=λc​

Antennenresonanz des Halbwellendipols

Musterlösung

Sendefrequenz eines Halbwellendipols

Halbwellendipol der Länge ℓ=1,5 m\ell = 1{,}5\,\text{m}ℓ=1,5m.

  1. 01Antennenbedingung

    Grundresonanz bei ℓ=λ/2\ell = \lambda/2ℓ=λ/2, also λ=2ℓ=3,0 m\lambda = 2\ell = 3{,}0\,\text{m}λ=2ℓ=3,0m.

  2. 02Frequenz berechnen

    f=c/λ=3,0⋅108/3,0=1,0⋅108 Hz=100 MHzf = c/\lambda = 3{,}0\cdot 10^8 / 3{,}0 = 1{,}0\cdot 10^8\,\text{Hz} = 100\,\text{MHz}f=c/λ=3,0⋅108/3,0=1,0⋅108Hz=100MHz.

    f=c2ℓf = \dfrac{c}{2\ell}f=2ℓc​
  3. 03Spektrale Einordnung

    100 MHz100\,\text{MHz}100MHz liegt im UKW-Bereich — genau das Band des terrestrischen Rundfunks.

  4. 04Interpretieren

    Reale UKW-Antennen werden daher rund 1,5 m1{,}5\,\text{m}1,5m lang ausgelegt — die Dipollänge folgt direkt aus der gewünschten Sendefrequenz.

Ergebnis: Resonanzfrequenz f≈100 MHzf \approx 100\,\text{MHz}f≈100MHz (UKW-Rundfunkband).

Abiturfokus

  • Operator „erläutern": Übergang vom geschlossenen zum offenen Schwingkreis und die Rolle der Antennenlänge.
  • Operator „berechnen": Resonanzwellenlänge und Sendefrequenz aus der Dipollänge.
  • Operator „begründen": Warum nur beschleunigte Ladungen Wellen abstrahlen.
  • Operator „beurteilen": Bedeutung der Hertz-Experimente für die Bestätigung der Maxwell-Theorie.

Typische Fehler

  • Antennenlänge gleich der vollen Wellenlänge statt der halben gesetzt.
  • Nah- und Fernfeld nicht unterschieden — die transversale Welle entsteht erst im Fernfeld.
  • Abstrahlung als richtungsunabhängig (isotrop) angenommen statt mit Dipolcharakteristik.
  • Behauptung, ein konstanter Gleichstrom in der Antenne strahle Wellen ab — nur beschleunigte Ladungen tun das.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Erläutern Sie qualitativ den Energietransport im Fernfeld über den Poynting-Vektor S⃗=E⃗×B⃗/μ0\vec S = \vec E \times \vec B / \mu_0S=E×B/μ0​ und begründen Sie die 1/r21/r^21/r2-Abnahme der Intensität.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Grundresonanzfrequenz eines λ/2\lambda/2λ/2-Dipols der Länge ℓ=1,5 m\ell = 1{,}5\,\text{m}ℓ=1,5m und ordnen Sie das Ergebnis dem elektromagnetischen Spektrum zu.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Faraday und Lenz○
    • 02Selbstinduktion und Spulen◐
    • 03Elektromagnetischer Schwingkreis◐
    • 04Wechselstromgrößen — Effektivwerte◐
    • 05Transformator und Energieübertragung◐
    • 06Hertzscher Dipol und Abstrahlung elektromagnetischer Wellen●

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