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Notizen/Physik/Optik — Strahlenoptik, Wellenoptik und Polarisation
Notizen · PhysikDE · Abitur

Optik — Strahlenoptik, Wellenoptik und Polarisation

Brechung und Reflexion, Abbildung an Linsen und Spiegeln, Wellenoptik (Interferenz, Beugung), Polarisation und optische Geräte. Verknüpft Felder, Wellen und Quantenphysik.

6 Abschnitte·~7 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 2 · Vertiefung 3·Stand 05/2026

T·0777 / 10
Prüfungsprofil
S-7 · Optische Phänomene mit Strahlen- und Wellenmodell beschreibenE-8 · Experimentelle Messreihen zur Brechung und Interferenz auswertenK-4 · Skizzen und Strahlengänge präzise dokumentieren
Operatoren:analysierenberechnenbeurteilenerläuternbegründen

grundlegendes Niveau

gA: Reflexions- und Brechungsgesetz, Linsenabbildung, qualitative Behandlung der Wellenoptik.

erhöhtes Niveau

eA: Polarisation, Photoeffekt-Schwelle, Auflösungsvermögen optischer Geräte.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Optik — Strahlenoptik, Wellenoptik und Polarisation
    • 01Reflexion und Brechung○
    • 02Linsen, Spiegel und Abbildung◐
    • 03Wellenoptik — Interferenz an dünnen Schichten◐
    • 04Polarisation und Malus-Gesetz●
    • 05Optische Geräte und Auge●
    • 06Spektren, Farben und Spektralanalyse●
§ 01

Reflexion und Brechung#

●○○BasisLPschwingungen-und-wellen

Brechung am Übergang Luft / Glas

Brechung am Übergang Luft / GlasSchematische Darstellung mit 7 Elementen, α, β, Luft (n₁), Glas (n₂), LotαβLuft (n₁)Glas (n₂)Lot
Abb. 1Snellius: n1sin⁡α=n2sin⁡βn_1 \sin\alpha = n_2 \sin\betan1​sinα=n2​sinβ; beim Übergang in optisch dichteres Medium wird der Strahl zum Lot gebrochen.

Kernpunkte

Reflexionsgesetz: Einfallswinkel = Reflexionswinkel.
Brechungsgesetz (Snellius): n1sin⁡α=n2sin⁡βn_1\sin\alpha = n_2\sin\betan1​sinα=n2​sinβ.
Brechungsindex n=c/cMediumn = c/c_{\text{Medium}}n=c/cMedium​; in optisch dichteren Medien >1> 1>1.
Beim Übergang in dichteres Medium wird zum Lot gebrochen, in dünneres vom Lot weg.
Dispersion: Brechungsindex ist wellenlängenabhängig — Prisma zerlegt weisses Licht in Spektrum.
Totalreflexion bei Übergang dicht/dünn mit sin⁡αg=1/n\sin\alpha_g = 1/nsinαg​=1/n — Grundlage von Lichtwellenleitern.
n1 sin⁡α=n2 sin⁡βn_1\,\sin\alpha = n_2\,\sin\betan1​sinα=n2​sinβ

Snelliussches Brechungsgesetz

Musterlösung

Grenzwinkel der Totalreflexion (Glas/Luft)

Bestimmen Sie den Grenzwinkel der Totalreflexion für Licht, das in Glas (n=1,52n = 1{,}52n=1,52) unter einem Winkel auf die Grenzfläche zur Luft trifft.

  1. 01Schritt 1 — Bedingung

    Totalreflexion bei sin⁡β=1\sin\beta = 1sinβ=1, also nGlassin⁡αg=1n_{\text{Glas}}\sin\alpha_g = 1nGlas​sinαg​=1.

  2. 02Schritt 2 — Auflösen

    sin⁡αg=1/nGlas=1/1,52≈0,658\sin\alpha_g = 1/n_{\text{Glas}} = 1/1{,}52 \approx 0{,}658sinαg​=1/nGlas​=1/1,52≈0,658.

  3. 03Schritt 3 — Grenzwinkel

    αg=arcsin⁡(0,658)≈41,1∘\alpha_g = \arcsin(0{,}658) \approx 41{,}1^\circαg​=arcsin(0,658)≈41,1∘.

  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    Lichtwellenleiter nutzen Totalreflexion — Datenübertragung mit minimalem Verlust ist erst ab dichteren Medien möglich.

Ergebnis: Grenzwinkel αg≈41,1∘\alpha_g \approx 41{,}1^\circαg​≈41,1∘.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Brechungswinkel mit Snellius.
  • Operator „analysieren": Strahlengang im Prisma skizzieren.
  • Operator „beurteilen": Wahrnehmung der Tiefe in einem Schwimmbecken.
  • Operator „erläutern": Lichtwellenleiter und Endoskopie via Totalreflexion.

Typische Fehler

  • n1n_1n1​ und n2n_2n2​ im Snellius-Gesetz vertauscht.
  • Brechungswinkel beim Eintritt ins dichtere Medium größer als Einfallswinkel angegeben.
  • Dispersion vergessen bei Aufgaben mit Prisma.
  • Grenzwinkel mit Cosinus berechnet statt Sinus.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie quantitativ Snellius im Sonderfall einer planparallelen Platte und zeigen Sie, dass der Strahl parallel versetzt austritt.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie, unter welchem Winkel ein im Wasser (n=1,33n = 1{,}33n=1,33) verlaufender Lichtstrahl auf die Grenzfläche treffen muss, damit er gerade noch ins Luftmedium (n=1n = 1n=1) austreten kann.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Linsen, Spiegel und Abbildung#

●●○StandardLPschwingungen-und-wellen

Kernpunkte

Sammellinse: parallel einfallendes Licht wird im Brennpunkt gebündelt.
Linsengleichung 1/f=1/g+1/b1/f = 1/g + 1/b1/f=1/g+1/b; Abbildungsmassstab V=−b/gV = -b/gV=−b/g.
Bei g>2fg > 2fg>2f: Bild reell, umgekehrt, verkleinert; bei f<g<2ff < g < 2ff<g<2f: vergrößert.
Bei g<fg < fg<f: virtuelles, aufrechtes, vergrößertes Bild (Lupe).
Hohlspiegel folgt analog 1/f=1/g+1/b1/f = 1/g + 1/b1/f=1/g+1/b mit f=r/2f = r/2f=r/2.
Optische Geräte: Mikroskop (kurze Brennweiten in Reihe), Fernrohr (lange/kurze Brennweite).
1f=1g+1b,B/G=−b/g\dfrac{1}{f} = \dfrac{1}{g} + \dfrac{1}{b},\quad B/G = -b/gf1​=g1​+b1​,B/G=−b/g

Linsengleichung und Abbildungsmassstab

Musterlösung

Bildkonstruktion an Sammellinse

Ein Gegenstand der Höhe G=4,0 cmG = 4{,}0\,\text{cm}G=4,0cm steht g=30 cmg = 30\,\text{cm}g=30cm vor einer Sammellinse mit Brennweite f=12 cmf = 12\,\text{cm}f=12cm. Bestimmen Sie Bildweite bbb, Bildgröße BBB und Bildart.

  1. 01Schritt 1 — Linsengleichung

    1/b=1/f−1/g=1/12−1/30=(30−12)/360=18/360=1/201/b = 1/f - 1/g = 1/12 - 1/30 = (30 - 12)/360 = 18/360 = 1/201/b=1/f−1/g=1/12−1/30=(30−12)/360=18/360=1/20.

  2. 02Schritt 2 — Bildweite

    b=20 cmb = 20\,\text{cm}b=20cm.

  3. 03Schritt 3 — Bildgröße

    B/G=−b/gB/G = -b/gB/G=−b/g, also B=−G⋅b/g=−4,0⋅20/30≈−2,67 cmB = -G\cdot b/g = -4{,}0\cdot 20/30 \approx -2{,}67\,\text{cm}B=−G⋅b/g=−4,0⋅20/30≈−2,67cm.

  4. 04Schritt 4 — Bildart

    b>0b > 0b>0 und ∣B/G∣<1|B/G| < 1∣B/G∣<1 — Bild ist reell, umgekehrt und verkleinert.

Ergebnis: b=20 cmb = 20\,\text{cm}b=20cm, B≈2,67 cmB \approx 2{,}67\,\text{cm}B≈2,67cm (umgekehrt), reelles Bild.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Bildweite und -größe mit Linsengleichung.
  • Operator „analysieren": Strahlengang konstruieren (Parallelstrahl, Brennpunktstrahl, Mittelpunktstrahl).
  • Operator „beurteilen": Realität vs. Virtualität eines Bildes.
  • Operator „erläutern": Funktionsweise von Mikroskop und Fernrohr.

Typische Fehler

  • Vorzeichenkonvention nicht konsistent verwendet.
  • Bei virtuellem Bild b<0b < 0b<0 nicht akzeptiert.
  • Brennweite einer Streulinse positiv eingesetzt.
  • Linsenformel bei nicht-paraxialen Strahlen pauschal benutzt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie Linsenfehler (chromatische und sphärische Aberration) und nennen Sie Strategien zu deren Korrektur (Achromat, asphärische Linsen).

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie für eine Sammellinse mit f=5,0 cmf = 5{,}0\,\text{cm}f=5,0cm und einen Gegenstand bei g=4,0 cmg = 4{,}0\,\text{cm}g=4,0cm Bildweite und Vergrößerung sowie die Bildart.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Wellenoptik — Interferenz an dünnen Schichten#

●●○StandardLPschwingungen-und-wellen

Kernpunkte

Dünne Schichten (Seifenblasen, Ölfilme, Entspiegelungen) zeigen Interferenzfarben.
Bedingung für Verstärkung in Reflexion (z. B. Seifenblasenfarben, ein Phasensprung): 2 n d cos⁡β=(m+12)λ2\,n\,d\,\cos\beta = (m + \tfrac{1}{2})\lambda2ndcosβ=(m+21​)λ.
Entspiegelung (Antireflexschicht, Schichtindex zwischen den Medien, zwei Phasensprünge): hier gilt Auslöschung in Reflexion bei 2 n d=(m+12)λ2\,n\,d = (m + \tfrac{1}{2})\lambda2nd=(m+21​)λ, also Mindestdicke d=λ/(4n)d = \lambda/(4n)d=λ/(4n).
Newtonsche Ringe: Interferenz zwischen Linse und planer Platte.
Auflösungsvermögen optischer Geräte: Rayleigh-Kriterium sin⁡θ=1,22 λ/D\sin\theta = 1{,}22\,\lambda/Dsinθ=1,22λ/D.
Anwendungen: Antireflexbeschichtungen, optische Präzisionsmessungen.
2 n dcos⁡β=(m+12) λ2\,n\,d\cos\beta = (m + \tfrac{1}{2})\,\lambda2ndcosβ=(m+21​)λ

Bedingung Verstärkung Dünnschicht

sin⁡θ=1,22 λD\sin\theta = 1{,}22\,\dfrac{\lambda}{D}sinθ=1,22Dλ​

Rayleigh-Auflösungskriterium

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Schichtdicke für maximale Reflexion bei bestimmter Wellenlänge.
  • Operator „analysieren": Phasensprung bei der Reflexion am optisch dichteren Medium.
  • Operator „beurteilen": Sichtbare Farben einer Seifenblase und Dickenänderung mit der Zeit.
  • Operator „erläutern": Auflösungsvermögen von Teleskopen und Mikroskopen.

Typische Fehler

  • Phasensprung um π\piπ am dichteren Medium übersehen.
  • ddd und ndn dnd in der Bedingung vermischt.
  • Rayleigh-Faktor 1,221{,}221,22 vergessen.
  • Interferenz mit Beugung verwechselt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie das Rayleigh-Kriterium aus der Beugung am Einzelspalt her und diskutieren Sie das Auflösungsvermögen des Hubble-Weltraumteleskops (D=2,4 mD = 2{,}4\,\text{m}D=2,4m).

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die Mindestdicke einer Antireflexschicht aus MgF2\text{MgF}_2MgF2​ (n=1,38n = 1{,}38n=1,38) für grünes Licht (λ=550 nm\lambda = 550\,\text{nm}λ=550nm).

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Polarisation und Malus-Gesetz#

●●●VertiefungLPschwingungen-und-wellen

Kernpunkte

Licht ist transversale EM-Welle und kann polarisiert sein.
Linearpolarisation: E⃗\vec EE schwingt in einer Ebene.
Polarisator transmittiert nur Lichtkomponente entlang seiner Achse: I=I0cos⁡2θI = I_0\cos^2\thetaI=I0​cos2θ (Malus).
Brewster-Winkel: bei tan⁡αB=n2/n1\tan\alpha_B = n_2/n_1tanαB​=n2​/n1​ ist reflektiertes Licht vollständig linear polarisiert.
Doppelbrechung: optisch anisotrope Kristalle (Kalkspat) erzeugen ordinären und ausserordentlichen Strahl.
Anwendungen: LCD-Bildschirme, Sonnenbrillen, Spannungsoptik (Photoelastizität).
I(θ)=I0 cos⁡2θI(\theta) = I_0\,\cos^2\thetaI(θ)=I0​cos2θ

Gesetz von Malus (Polarisator)

tan⁡αB=n2n1\tan\alpha_B = \dfrac{n_2}{n_1}tanαB​=n1​n2​​

Brewster-Winkel

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Intensität nach zwei oder drei Polarisatoren.
  • Operator „beurteilen": Brewster-Winkel als Polarisationswinkel.
  • Operator „analysieren": LCD-Funktionsweise mit zwei gekreuzten Polarisatoren.
  • Operator „erläutern": Warum unpolarisiertes Licht nach Polarisator 50%50\%50% Intensität hat.

Typische Fehler

  • cos⁡θ\cos\thetacosθ statt cos⁡2θ\cos^2\thetacos2θ im Malus-Gesetz.
  • Unpolarisiertes Licht als „intensitätsneutral" durch Polarisator behandelt.
  • Brewster-Winkel mit Grenzwinkel der Totalreflexion verwechselt.
  • Doppelbrechung in isotropen Materialien angenommen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Polarisationsverhalten einer Anordnung mit drei Polarisatoren (0∘0^\circ0∘, 45∘45^\circ45∘, 90∘90^\circ90∘) und zeigen Sie, dass zwischen ihnen Licht durchkommt, obwohl die äußeren gekreuzt sind.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie, welcher Bruchteil der Intensität hinter zwei gekreuzten Polarisatoren (θ=60∘\theta = 60^\circθ=60∘ zueinander) verbleibt, wenn das einfallende Licht unpolarisiert ist.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Optische Geräte und Auge#

●●●VertiefungLPschwingungen-und-wellen

Kernpunkte

Auge: variable Linse mit Brennweitenanpassung (Akkommodation) zwischen Nähe und Ferne.
Bildkonstruktion auf Netzhaut; Fehlsichtigkeit: Kurz- (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie).
Korrektur durch Brillen: Streulinse für Myopie, Sammellinse für Hyperopie.
Mikroskop: Objektiv erzeugt reelles Zwischenbild, Okular wirkt als Lupe.
Fernrohr (Kepler): zwei Sammellinsen; Vergrößerung Γ=fObj/fOk\Gamma = f_{\text{Obj}}/f_{\text{Ok}}Γ=fObj​/fOk​.
Modernste Mikroskopie (STED, Lichtblattmikroskopie) durchbricht klassische Beugungsgrenze.
ΓFernrohr=fObjfOk\Gamma_{\text{Fernrohr}} = \dfrac{f_{\text{Obj}}}{f_{\text{Ok}}}ΓFernrohr​=fOk​fObj​​

Fernrohr-Vergrößerung

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Vergrößerung des Fernrohrs.
  • Operator „analysieren": Strahlengang im Mikroskop konstruieren.
  • Operator „beurteilen": Auflösungsgrenzen klassischer Optik und superresolution.
  • Operator „erläutern": Akkommodation, Nah- und Fernpunkt des Auges.

Typische Fehler

  • Vergrößerung des Mikroskops nur als fObj/fOkf_{\text{Obj}}/f_{\text{Ok}}fObj​/fOk​ angegeben (gilt für Fernrohr).
  • Auflösungsgrenze rein durch Vergrößerung umgangen.
  • Augenfehler mit falschem Linsentyp korrigiert.
  • Strahlengang im Fernrohr mit gemischten Linsentypen falsch konstruiert.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie qualitativ STED-Mikroskopie und erklären Sie, warum diese Methode die Beugungsgrenze unterschreitet.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die Vergrößerung eines astronomischen Fernrohrs mit Objektivbrennweite 1000 mm1000\,\text{mm}1000mm und Okular 25 mm25\,\text{mm}25mm und beurteilen Sie die maximale Auflösung anhand eines Objektivdurchmessers von 100 mm100\,\text{mm}100mm.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Spektren, Farben und Spektralanalyse#

●●●VertiefungLPschwingungen-und-wellen

Elektromagnetisches Spektrum

Elektromagnetisches SpektrumTabelle mit 3 Spalten und 7 Zeilen, Daten: Bereich · Wellenlänge λ · Frequenz f; Radio · > 1 m · < 300 MHz; Mikrowellen · 1 m – 1 mm · 0,3–300 GHz; Infrarot · 1 mm – 780 nm · 300 GHz–385 THz; Sichtbar · 780–380 nm · 385–790 THz; UV · 380–10 nm · 0,8–30 PHz; Röntgen · 10 nm – 10 pm · 30 PHz–30 EHz; Gamma · < 10 pm · > 30 EHz, hervorgehobene Zelle: SichtbarBEREICHWELLENLÄNGE ΛFREQUENZ FRADIO> 1 m< 300 MHzMIKROWELLEN1 m – 1 mm0,3–300 GHzINFRAROT1 mm – 780 nm300 GHz–385 THzSICHTBAR780–380 nm385–790 THzUV380–10 nm0,8–30 PHzRÖNTGEN10 nm – 10 pm30 PHz–30 EHzGAMMA< 10 pm> 30 EHz
Abb. 2Wellenlängenskala von Radiowellen bis Gammastrahlung; sichtbares Licht belegt nur einen schmalen Ausschnitt um 400–750 nm400\text{–}750\,\text{nm}400–750nm.

Kernpunkte

Kontinuierliches Spektrum: glühende Festkörper und dichte Gase strahlen alle Wellenlängen ab (thermische Strahlung); das Maximum verschiebt sich mit der Temperatur (Wiensches Verschiebungsgesetz λmax⁡T=const.\lambda_{\max} T = \text{const.}λmax​T=const.).
Linien-Emissionsspektrum: angeregte Gase einzelner Atome senden charakteristische diskrete Linien aus — der „Fingerabdruck" jedes Elements.
Absorptionsspektrum: durchläuft kontinuierliches Licht ein kühleres Gas, fehlen genau die Linien, die das Gas auch emittieren würde (Kirchhoffsche Regeln).
Fraunhofer-Linien im Sonnenspektrum sind Absorptionslinien der Sonnenatmosphäre — sie verraten ihre chemische Zusammensetzung.
Farbe entsteht subtraktiv (Pigmente absorbieren Anteile) oder additiv (Lichtmischung RGB); Körperfarbe = reflektierter Spektralanteil.
Spektralanalyse mit Gitter oder Prisma ist ein zentrales Werkzeug der Astrophysik und Chemie (Element- und Geschwindigkeitsbestimmung über Doppler).
λmax⁡ T=2,90⋅10−3 m K\lambda_{\max}\,T = 2{,}90\cdot 10^{-3}\,\text{m}\,\text{K}λmax​T=2,90⋅10−3mK

Wiensches Verschiebungsgesetz

Musterlösung

Sonnentemperatur aus dem Strahlungsmaximum

Das Intensitätsmaximum des Sonnenspektrums liegt bei λmax⁡=500 nm\lambda_{\max} = 500\,\text{nm}λmax​=500nm.

  1. 01Wiensches Gesetz

    Aus λmax⁡T=2,90⋅10−3 m K\lambda_{\max} T = 2{,}90\cdot 10^{-3}\,\text{m}\,\text{K}λmax​T=2,90⋅10−3mK folgt T=2,90⋅10−3/λmax⁡T = 2{,}90\cdot 10^{-3}/\lambda_{\max}T=2,90⋅10−3/λmax​.

  2. 02Einsetzen

    T=2,90⋅10−3/(5,00⋅10−7)=5,80⋅103 KT = 2{,}90\cdot 10^{-3} / (5{,}00\cdot 10^{-7}) = 5{,}80\cdot 10^{3}\,\text{K}T=2,90⋅10−3/(5,00⋅10−7)=5,80⋅103K.

  3. 03Interpretieren

    ≈5800 K\approx 5800\,\text{K}≈5800K stimmt mit der bekannten Effektivtemperatur der Sonnenphotosphäre überein — die Sonne ist ein G-Stern.

Ergebnis: Oberflächentemperatur der Sonne T≈5800 KT \approx 5800\,\text{K}T≈5800K.

Abiturfokus

  • Operator „unterscheiden": kontinuierliches, Emissions- und Absorptionsspektrum anhand ihrer Entstehung.
  • Operator „erläutern": Fraunhofer-Linien als Beleg für die Zusammensetzung der Sonnenatmosphäre.
  • Operator „berechnen": Temperatur eines Strahlers aus dem Intensitätsmaximum (Wiensches Gesetz).
  • Operator „beurteilen": Aussagekraft der Spektralanalyse für ferne Sterne.

Typische Fehler

  • Emissions- und Absorptionsspektrum verwechselt — fehlende vs. vorhandene Linien.
  • Körperfarbe als „ausgesandte" statt als reflektierte/transmittierte Farbe gedeutet.
  • Additive und subtraktive Farbmischung vertauscht.
  • Wiensches Verschiebungsgesetz mit dem Stefan-Boltzmann-Gesetz verwechselt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Erläutern Sie, wie aus der Rotverschiebung der Fraunhofer-Linien eines fernen Sterns dessen Radialgeschwindigkeit bestimmt wird, und verknüpfen Sie dies mit dem optischen Doppler-Effekt.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie aus dem Intensitätsmaximum bei λmax⁡=500 nm\lambda_{\max} = 500\,\text{nm}λmax​=500nm die Oberflächentemperatur der Sonne mit dem Wienschen Verschiebungsgesetz (λmax⁡T=2,90⋅10−3 m K\lambda_{\max} T = 2{,}90\cdot 10^{-3}\,\text{m}\,\text{K}λmax​T=2,90⋅10−3mK) und ordnen Sie das Ergebnis ein.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Reflexion und Brechung○
    • 02Linsen, Spiegel und Abbildung◐
    • 03Wellenoptik — Interferenz an dünnen Schichten◐
    • 04Polarisation und Malus-Gesetz●
    • 05Optische Geräte und Auge●
    • 06Spektren, Farben und Spektralanalyse●

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