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Notizen/Physik/Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen
Notizen · PhysikDE · Abitur

Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen

Energie, Arbeit, Leistung sowie Impuls als Erhaltungsgrößen und ihre Anwendung auf Stoßprozesse, Achterbahnen, Federpendel und mathematisches Pendel. Übergang zum Schwingungs-/Wellenmodul.

6 Abschnitte·~10 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 2 · Standard 2 · Vertiefung 2·Stand 05/2026

T·0222 / 10
Prüfungsprofil
S-2 · Erhaltungsgrößen Energie und Impuls als zentrale physikalische Prinzipien anwendenE-3 · Experimentelle Daten mit Modellen vergleichen und Abweichungen begründenB-1 · Energieerhaltung in technischen und alltäglichen Kontexten bewerten
Operatoren:berechnenanalysierenbeurteilenbegründenerläutern

grundlegendes Niveau

gA: Energieformen identifizieren und Energieerhaltung in einfachen Beispielen anwenden; Periodendauer harmonischer Schwingungen.

erhöhtes Niveau

eA: Energie- und Impulsbilanz simultan bei Stoßprozessen; Differentialgleichung des harmonischen Oszillators mit Anfangsbedingungen.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen
    • 01Arbeit, Energie und Leistung○
    • 02Energieerhaltungssatz○
    • 03Impuls als Erhaltungsgröße im Detail◐
    • 04Harmonische Schwingungen — Modellbildung◐
    • 05Gedämpfte und erzwungene Schwingungen●
    • 06Drehbewegung und Drehimpulserhaltung●
§ 01

Arbeit, Energie und Leistung#

●○○BasisLPmechanik

Kernpunkte

Arbeit W=∫F⃗⋅ds⃗W = \int \vec F \cdot d\vec sW=∫F⋅ds; bei konstanter Kraft längs der Bewegungsrichtung gilt W=FsW = F sW=Fs.
Energie ist Fähigkeit, Arbeit zu verrichten; SI-Einheit 1 J=1 N m1\,\text{J} = 1\,\text{N}\,\text{m}1J=1Nm.
Kinetische Energie Ekin=12mv2E_{\text{kin}} = \tfrac{1}{2} m v^2Ekin​=21​mv2; potentielle Energie im Schwerefeld Epot=mghE_{\text{pot}} = m g hEpot​=mgh; Spannenergie der Feder Espann=12Ds2E_{\text{spann}} = \tfrac{1}{2} D s^2Espann​=21​Ds2.
Leistung P=dW/dtP = dW/dtP=dW/dt; SI-Einheit 1 W=1 J/s1\,\text{W} = 1\,\text{J/s}1W=1J/s.
Wirkungsgrad η=Wnutz/Wzu\eta = W_{\text{nutz}}/W_{\text{zu}}η=Wnutz​/Wzu​ ist stets ≤1\leq 1≤1.
Energieerhaltung gilt in abgeschlossenen Systemen; mit Reibung wandelt sich mechanische Energie in Wärme um.
W=∫s1s2F⃗⋅ds⃗=F scos⁡α  (F konst.)W = \int_{s_1}^{s_2} \vec F\cdot d\vec s = F\,s\cos\alpha\;\text{(F konst.)}W=∫s1​s2​​F⋅ds=Fscosα(F konst.)

Mechanische Arbeit

Ekin=12mv2,Epot=mgh,Espann=12Ds2E_{\text{kin}} = \tfrac{1}{2}m v^2,\quad E_{\text{pot}} = m g h,\quad E_{\text{spann}} = \tfrac{1}{2}D s^2Ekin​=21​mv2,Epot​=mgh,Espann​=21​Ds2

Mechanische Energieformen

P=dWdt=F vP = \dfrac{dW}{dt} = F\,vP=dtdW​=Fv

Mechanische Leistung

Musterlösung

Aufzugleistung und Wirkungsgrad

Aufzug hebt 80 kg80\,\text{kg}80kg um 9,0 m9{,}0\,\text{m}9,0m in 4,5 s4{,}5\,\text{s}4,5s; Motorleistung 2,0 kW2{,}0\,\text{kW}2,0kW.

  1. 01Hubarbeit

    W=mgh=80⋅9,81⋅9,0≈7063 JW = m g h = 80\cdot 9{,}81\cdot 9{,}0 \approx 7063\,\text{J}W=mgh=80⋅9,81⋅9,0≈7063J.

  2. 02Nutzleistung

    Pnutz=W/t=7063/4,5≈1570 WP_{\text{nutz}} = W/t = 7063/4{,}5 \approx 1570\,\text{W}Pnutz​=W/t=7063/4,5≈1570W.

  3. 03Wirkungsgrad

    η=Pnutz/Pzu=1570/2000≈0,79\eta = P_{\text{nutz}}/P_{\text{zu}} = 1570/2000 \approx 0{,}79η=Pnutz​/Pzu​=1570/2000≈0,79.

  4. 04Interpretieren

    η≈79%\eta \approx 79\%η≈79% ist realistisch für moderne Seilaufzüge — Verluste in Motor, Getriebe und Reibung.

Ergebnis: Hubarbeit ≈7,1 kJ\approx 7{,}1\,\text{kJ}≈7,1kJ, Wirkungsgrad ≈79%\approx 79\%≈79%.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Arbeit nicht-konstanter Kräfte über Integral oder Flächenmethode bestimmen.
  • Operator „analysieren": Energiediagramm (gestapeltes Säulendiagramm) für EkinE_{\text{kin}}Ekin​, EpotE_{\text{pot}}Epot​, EspannE_{\text{spann}}Espann​ vor und nach einem Vorgang.
  • Operator „beurteilen": Realistische Wirkungsgrade einordnen (Auto η≈0,25\eta \approx 0{,}25η≈0,25; Wärmekraftwerk ≈0,40\approx 0{,}40≈0,40).
  • Operator „erläutern": Energie ist erhalten, Bewegungsenergie nicht.

Typische Fehler

  • Arbeit als Kraft mal Weg ohne Berücksichtigung des Winkels berechnet.
  • Reibungsarbeit nicht als negative Arbeit oder Energiedissipation berücksichtigt.
  • Leistung mit Energie verwechselt — z. B. kWh\text{kWh}kWh als Einheit der Leistung statt der Energie behandelt.
  • Wirkungsgrad >1> 1>1 als Ergebnis akzeptiert ohne Plausibilitätscheck.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie aus P=dW/dtP = dW/dtP=dW/dt und W=FsW = F sW=Fs die Form P=FvP = F vP=Fv für F=const.F = \text{const.}F=const. her; analysieren Sie ergänzend P(v)P(v)P(v) bei einem PKW mit Luftwiderstand FR∝v2F_R \propto v^2FR​∝v2.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die mittlere Leistung eines Aufzugs, der einen 80 kg80\,\text{kg}80kg schweren Menschen in 4,5 s4{,}5\,\text{s}4,5s um 9,0 m9{,}0\,\text{m}9,0m hebt, und berechnen Sie ergänzend den Wirkungsgrad, wenn der Motor 2,0 kW2{,}0\,\text{kW}2,0kW verbraucht.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Energieerhaltungssatz#

●○○BasisLPmechanik

Kernpunkte

Im konservativen Kraftfeld (Schwerkraft, Federkraft) ist die Gesamtenergie E=Ekin+EpotE = E_{\text{kin}} + E_{\text{pot}}E=Ekin​+Epot​ erhalten.
Reibungskräfte sind nicht konservativ: die mechanische Energie nimmt zu Gunsten thermischer Energie ab.
Im Zustand maximaler Auslenkung ist v=0v = 0v=0, in der Ruhelage ist vvv maximal — Energie verteilt sich um.
Bei Achterbahnen, Pendeln, freiem Fall und Loopings ist Energieerhaltung Grundwerkzeug.
Die Energie eines geschlossenen Systems ist im Rahmen der klassischen Physik strikt erhalten (Nöther-Theorem: Folge der Zeitinvarianz).
Eges=Ekin+Epot=const.E_{\text{ges}} = E_{\text{kin}} + E_{\text{pot}} = \text{const.}Eges​=Ekin​+Epot​=const.

Mechanischer Energieerhaltungssatz

Musterlösung

Achterbahnloop — Mindesthöhe

Ein Wagen rollt reibungsfrei aus der Höhe hhh in einen Looping mit Radius r=12 mr = 12\,\text{m}r=12m. Berechnen Sie die Mindesthöhe hhh, damit der Wagen am höchsten Punkt nicht vom Gleis fällt.

  1. 01Schritt 1 — Bedingung am höchsten Loop-Punkt

    Im Grenzfall liefert die Schwerkraft die gesamte Zentripetalkraft: mg=mvoben2/rm g = m v_{\text{oben}}^2 / rmg=mvoben2​/r, also voben2=grv_{\text{oben}}^2 = g rvoben2​=gr.

  2. 02Schritt 2 — Energieerhaltung

    Vom Startpunkt zum höchsten Loop-Punkt (Höhe 2r2r2r): mgh=mg(2r)+12mvoben2m g h = m g (2 r) + \tfrac{1}{2} m v_{\text{oben}}^2mgh=mg(2r)+21​mvoben2​.

    h=2r+voben22gh = 2 r + \dfrac{v_{\text{oben}}^2}{2 g}h=2r+2gvoben2​​
  3. 03Schritt 3 — Einsetzen

    h=2r+gr/(2g)=2r+r/2=2,5 rh = 2 r + g r/(2 g) = 2 r + r/2 = 2{,}5\,rh=2r+gr/(2g)=2r+r/2=2,5r.

  4. 04Schritt 4 — Zahlenwert

    h=2,5⋅12=30 mh = 2{,}5 \cdot 12 = 30\,\text{m}h=2,5⋅12=30m.

  5. 05Schritt 5 — Interpretieren

    Die berühmte „52r\tfrac{5}{2}r25​r-Regel". Reibung würde die nötige Höhe weiter erhöhen; Sicherheitszuschläge sind in der Praxis Pflicht.

Ergebnis: Mindesthöhe h=30 mh = 30\,\text{m}h=30m (Grenzfall ohne Reibung).

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Schrittweise Bilanzierung Anfangs-/Endenergie statt Zwischengrößen.
  • Operator „erklären": Reibung als „Energieverlust" mechanisch, aber als Energiewandlung in Wärme thermodynamisch korrekt benennen.
  • Operator „beurteilen": Ergebnisse plausibilisieren — Geschwindigkeiten in m/s\text{m/s}m/s ausdrücken und mit Alltagserfahrung vergleichen.
  • Operator „begründen": Wahl des Bezugsniveaus für EpotE_{\text{pot}}Epot​ angeben.

Typische Fehler

  • Energieerhaltung bei Reibung pauschal angewendet, ohne Reibungsarbeit zu subtrahieren.
  • Höhenbezug hhh unklar (Boden, Ausgangspunkt, Tiefster Punkt).
  • Federspannenergie mit 12Ds\tfrac{1}{2} D s21​Ds statt 12Ds2\tfrac{1}{2} D s^221​Ds2.
  • Wurzelziehen ohne Vorzeichendiskussion bei symmetrischer Bewegung.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Nöther-Theorem qualitativ — welcher Symmetrie entspricht die Energieerhaltung und welche andere Erhaltungsgröße ist Folge der Translationsinvarianz?

Aktive Wiederholung

Ein Skifahrer (m=75 kgm = 75\,\text{kg}m=75kg) startet aus Ruhe an einem Hügel der Höhe h=25 mh = 25\,\text{m}h=25m. Berechnen Sie die Geschwindigkeit am Fuß einmal reibungsfrei und einmal mit einem Reibungsarbeitsverlust von 4,0 kJ4{,}0\,\text{kJ}4,0kJ.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Impuls als Erhaltungsgröße im Detail#

●●○StandardLPmechanik

Zentraler Stoß — Impulserhaltung

Zentraler Stoß — ImpulserhaltungMehrfachtafel, 2 Tafeln, Daten: vor dem Stoß — Schematische Darstellung mit 4 Elementen; nach dem Stoß — Schematische Darstellung mit 4 ElementenZentraler Stoß — Impulserhaltungm₁m₂vor dem Stoßm₁m₂nach dem Stoß
Abb. 1Vor und nach dem Stoß bleibt die Vektorsumme der Impulse erhalten: m1v⃗1+m2v⃗2=m1v⃗1′+m2v⃗2′m_1\vec v_1 + m_2 \vec v_2 = m_1\vec v_1' + m_2 \vec v_2'm1​v1​+m2​v2​=m1​v1′​+m2​v2′​.

Kernpunkte

Impuls p⃗=mv⃗\vec p = m\vec vp​=mv ist im abgeschlossenen System erhalten; Folge der Translationsinvarianz (Nöther).
Elastischer Stoß: EkinE_{\text{kin}}Ekin​ und p⃗\vec pp​ erhalten — geeignete Modellsituationen sind Gasteilchen, Billardkugeln in erster Näherung.
Vollkommen inelastischer Stoß: nur p⃗\vec pp​ erhalten, EkinE_{\text{kin}}Ekin​ verringert sich um Verformungs- und Wärmeenergie.
Standardformeln zentral-elastisch: v1′=m1−m2m1+m2v1+2m2m1+m2v2v_1' = \dfrac{m_1 - m_2}{m_1 + m_2} v_1 + \dfrac{2 m_2}{m_1 + m_2} v_2v1′​=m1​+m2​m1​−m2​​v1​+m1​+m2​2m2​​v2​ usw.
Kraftstoß J⃗=∫F⃗ dt=Δp⃗\vec J = \int \vec F\,dt = \Delta \vec pJ=∫Fdt=Δp​ — Stoßdauer und mittlere Kraft.
p⃗=mv⃗\vec p = m\vec vp​=mv

Impuls

J⃗=∫F⃗ dt=Δp⃗\vec J = \int \vec F\,dt = \Delta \vec pJ=∫Fdt=Δp​

Kraftstoß-Theorem

Musterlösung

Mittlere Stoßkraft beim Airbag

Insasse m=70 kgm = 70\,\text{kg}m=70kg, v0=14 m/sv_0 = 14\,\text{m/s}v0​=14m/s, Bremsdauer Δt=0,080 s\Delta t = 0{,}080\,\text{s}Δt=0,080s.

  1. 01Impulsänderung

    Δp=m Δv=70⋅14=980 kg m/s\Delta p = m\,\Delta v = 70 \cdot 14 = 980\,\text{kg}\,\text{m/s}Δp=mΔv=70⋅14=980kgm/s.

  2. 02Mittlere Kraft

    Fˉ=Δp/Δt=980/0,080=12 250 N\bar F = \Delta p/\Delta t = 980/0{,}080 = 12\,250\,\text{N}Fˉ=Δp/Δt=980/0,080=12250N.

  3. 03Vergleich Gurt allein

    Mit Δt=0,020 s\Delta t = 0{,}020\,\text{s}Δt=0,020s: Fˉ=980/0,020=49 000 N\bar F = 980/0{,}020 = 49\,000\,\text{N}Fˉ=980/0,020=49000N — viermal so groß.

  4. 04Interpretieren

    Airbag verlängert Stoßdauer und reduziert Spitzenkräfte um Faktor 4 — entscheidend für Überlebensrate.

Ergebnis: Mit Airbag Fˉ≈12,3 kN\bar F \approx 12{,}3\,\text{kN}Fˉ≈12,3kN, ohne Airbag ≈49 kN\approx 49\,\text{kN}≈49kN — Risiko massiver Verletzungen.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Komponentenweise Impulserhaltung bei 2D-Stößen (z. B. Billard).
  • Operator „untersuchen": Anhand der Geschwindigkeiten klären, ob elastisch oder inelastisch.
  • Operator „erläutern": Kraftstoß-Beziehung für Crash-Tests und Sicherheitsgurte.
  • Operator „beurteilen": Bei Crash-Aufgaben Größenordnungen prüfen (v<50 km/hv < 50\,\text{km/h}v<50km/h, Zeiten ∼0,1 s\sim 0{,}1\,\text{s}∼0,1s).

Typische Fehler

  • Energiebilanz bei inelastischem Stoß angewandt.
  • Vorzeichen bei entgegengesetzt bewegten Körpern vergessen.
  • Stoßformeln pauschal verwendet, obwohl v2≠0v_2 \neq 0v2​=0.
  • Kraftstoß als Mittelwert über die Zeit interpretiert, ohne Integration zu prüfen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Lösen Sie das Stoßproblem zweier Kugeln in 2D vollständig aus Impuls- und Energieerhaltung — bestimmen Sie Winkel und Geschwindigkeiten nach dem Stoß bei elastischem Treffer.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die mittlere Bremskraft, die ein Airbag auf einen 70 kg70\,\text{kg}70kg schweren Insassen ausübt, der bei einem Aufprall in 0,080 s0{,}080\,\text{s}0,080s von 14 m/s14\,\text{m/s}14m/s auf Null abgebremst wird, und vergleichen Sie das Ergebnis mit der Bremskraft ohne Airbag (nur Anschnallgurt, 0,020 s0{,}020\,\text{s}0,020s Bremsdauer).

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Harmonische Schwingungen — Modellbildung#

●●○StandardLPmechanikLPschwingungen-und-wellen

Pendel — Phasendiagramm

x v ungedämpft gedämpft (Spirale)
Abb. 2Im Auslenkungs-Geschwindigkeits-Diagramm beschreibt das ungedämpfte Pendel eine Ellipse; gedämpft entsteht eine Spirale.

Kernpunkte

Harmonische Schwingung: lineare Rückstellkraft F=−DxF = -D xF=−Dx führt zu x¨=−ω02x\ddot x = -\omega_0^2 xx¨=−ω02​x mit ω0=D/m\omega_0 = \sqrt{D/m}ω0​=D/m​.
Lösung x(t)=Asin⁡(ω0t+φ0)x(t) = A\sin(\omega_0 t + \varphi_0)x(t)=Asin(ω0​t+φ0​) mit Amplitude AAA, Phasenkonstante φ0\varphi_0φ0​.
Federpendel: T=2πm/DT = 2\pi\sqrt{m/D}T=2πm/D​; mathematisches Pendel für kleine Auslenkungen: T=2πl/gT = 2\pi\sqrt{l/g}T=2πl/g​.
Energieausgleich: kinetische und potenzielle Energie wandeln sich periodisch ineinander, Gesamtenergie E=12DA2E = \tfrac{1}{2} D A^2E=21​DA2.
Phasenraumdiagramm (x,v)(x, v)(x,v) liefert eine Ellipse für ungedämpfte Bewegung.
Bei gedämpften Schwingungen x¨+2γx˙+ω02x=0\ddot x + 2\gamma\dot x + \omega_0^2 x = 0x¨+2γx˙+ω02​x=0: Amplitude fällt exponentiell ab.
TFeder=2πmD,TPendel=2πlgT_{\text{Feder}} = 2\pi\sqrt{\dfrac{m}{D}},\quad T_{\text{Pendel}} = 2\pi\sqrt{\dfrac{l}{g}}TFeder​=2πDm​​,TPendel​=2πgl​​

Periodendauer harmonischer Schwingungen

Harmonische Schwingung y(t) = A\sin(ωt)

Abb. 3Periodendauer T, Amplitude A = 1. Phasenverlauf einer ungedämpften Schwingung.
Musterlösung

Periodendauer und Maximalgeschwindigkeit eines Federpendels

An einer Feder mit D=80 N/mD = 80\,\text{N/m}D=80N/m hängt eine Masse von 0,40 kg0{,}40\,\text{kg}0,40kg. Sie wird um 5,0 cm5{,}0\,\text{cm}5,0cm ausgelenkt und losgelassen.

  1. 01Schritt 1 — Periodendauer

    T=2πm/D=2π0,40/80=2π0,005≈0,444 sT = 2\pi\sqrt{m/D} = 2\pi\sqrt{0{,}40/80} = 2\pi\sqrt{0{,}005}\approx 0{,}444\,\text{s}T=2πm/D​=2π0,40/80​=2π0,005​≈0,444s.

  2. 02Schritt 2 — Kreisfrequenz

    ω=D/m=200≈14,14 rad/s\omega = \sqrt{D/m} = \sqrt{200}\approx 14{,}14\,\text{rad/s}ω=D/m​=200​≈14,14rad/s.

  3. 03Schritt 3 — Maximalgeschwindigkeit

    vmax⁡=ωA=14,14⋅0,05≈0,71 m/sv_{\max} = \omega A = 14{,}14 \cdot 0{,}05 \approx 0{,}71\,\text{m/s}vmax​=ωA=14,14⋅0,05≈0,71m/s.

    vmax⁡=ωAv_{\max} = \omega Avmax​=ωA
  4. 04Schritt 4 — Energiekontrolle

    E=12DA2=12⋅80⋅0,0025=0,10 JE = \tfrac{1}{2} D A^2 = \tfrac{1}{2} \cdot 80 \cdot 0{,}0025 = 0{,}10\,\text{J}E=21​DA2=21​⋅80⋅0,0025=0,10J; passt zu E=12mvmax⁡2=12⋅0,40⋅0,50≈0,10 JE = \tfrac{1}{2} m v_{\max}^2 = \tfrac{1}{2}\cdot 0{,}40\cdot 0{,}50 \approx 0{,}10\,\text{J}E=21​mvmax2​=21​⋅0,40⋅0,50≈0,10J.

Ergebnis: T≈0,44 sT \approx 0{,}44\,\text{s}T≈0,44s, vmax⁡≈0,71 m/sv_{\max} \approx 0{,}71\,\text{m/s}vmax​≈0,71m/s, E≈0,10 JE \approx 0{,}10\,\text{J}E≈0,10J.

Abiturfokus

  • Operator „herleiten": Vom 2. Newton-Gesetz zur Schwingungsgleichung.
  • Operator „analysieren": Eigenschaften der Schwingung aus Anfangsbedingungen x(0)x(0)x(0), x˙(0)\dot x(0)x˙(0) bestimmen.
  • Operator „beurteilen": Wann ist eine reale Pendelmessung „harmonisch genug"? (kleine Auslenkung, sin⁡θ≈θ\sin\theta \approx \thetasinθ≈θ).
  • Operator „erläutern": Energie- und Phasendiagramme deuten.

Typische Fehler

  • Kreisfrequenz ω\omegaω mit Frequenz fff verwechselt — ω=2πf\omega = 2\pi fω=2πf.
  • Pendel mit großem Auslenkwinkel als harmonisch behandelt.
  • Anfangsbedingungen für φ0\varphi_0φ0​ ignoriert.
  • Periodendauer und Eigenfrequenz f0f_0f0​ nicht klar getrennt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Lösen Sie die gedämpfte Schwingungsgleichung x¨+2γx˙+ω02x=0\ddot x + 2\gamma\dot x + \omega_0^2 x = 0x¨+2γx˙+ω02​x=0 vollständig (schwach gedämpft) und zeigen Sie, dass die Amplitude wie A0e−γtA_0 e^{-\gamma t}A0​e−γt abklingt.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie für ein mathematisches Pendel (l=1,20 ml = 1{,}20\,\text{m}l=1,20m) die Periodendauer und die maximale Geschwindigkeit bei einer Auslenkung von 5,0∘5{,}0^\circ5,0∘. Begründen Sie, ob die Kleinwinkelnäherung zulässig ist.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Gedämpfte und erzwungene Schwingungen#

●●●VertiefungLPschwingungen-und-wellen

Resonanzkurve — Amplitude bei erzwungener Schwingung

Resonanzkurve — Amplitude bei erzwungener SchwingungSchaubild von A_max (schwach gedämpft, γ=0.1), Hochpunkt bei (0.99, 5.025), y-Achsenabschnitt bei y = 1, im Bereich x von 0 bis 2.5, Schaubild von mittel (γ=0.25), Hochpunkt bei (0.935, 2.066), y-Achsenabschnitt bei y = 1, im Bereich x von 0 bis 2.5, Schaubild von stark gedämpft (γ=0.5), Hochpunkt bei (0.707, 1.155), y-Achsenabschnitt bei y = 1, im Bereich x von 0 bis 2.50.511.522.512345Amaxω₀Amax (schwachgedämpft, γ = 0.1)mittel (γ = 0.25)stark gedämpft(γ = 0.5)AΩ
Abb. 4Stationäre Amplitude A(Ω)A(\Omega)A(Ω) über der Erregerfrequenz. Maximum nahe ω0\omega_0ω0​; geringe Dämpfung γ\gammaγ ergibt schmale, hohe Spitze.

Kernpunkte

Schwache Dämpfung: Amplitude klingt wie A(t)=A0e−γtA(t) = A_0 e^{-\gamma t}A(t)=A0​e−γt, Schwingfrequenz ω=ω02−γ2\omega = \sqrt{\omega_0^2 - \gamma^2}ω=ω02​−γ2​.
Kritische Dämpfung γ=ω0\gamma = \omega_0γ=ω0​ — schnellster aperiodischer Übergang.
Überdämpfte Schwingung: keine echte Periode, exponentielle Annäherung an Ruhelage.
Erzwungene Schwingung mit Anregung F0cos⁡(Ωt)F_0\cos(\Omega t)F0​cos(Ωt): Amplitude im stationären Zustand A(Ω)=F0/m(ω02−Ω2)2+4γ2Ω2A(\Omega) = \dfrac{F_0/m}{\sqrt{(\omega_0^2 - \Omega^2)^2 + 4\gamma^2\Omega^2}}A(Ω)=(ω02​−Ω2)2+4γ2Ω2​F0​/m​.
Resonanz bei Ω≈ω0\Omega \approx \omega_0Ω≈ω0​; bei kleiner Dämpfung kann die Amplitude dramatisch wachsen (Tacoma Bridge).
Phasendifferenz zwischen Anregung und Schwingung wechselt durch Resonanz von 000 über π/2\pi/2π/2 zu π\piπ.
x¨+2γx˙+ω02x=0\ddot x + 2\gamma\dot x + \omega_0^2 x = 0x¨+2γx˙+ω02​x=0

Gedämpfte Schwingung

A(Ω)=F0/m(ω02−Ω2)2+4γ2Ω2A(\Omega) = \dfrac{F_0/m}{\sqrt{(\omega_0^2 - \Omega^2)^2 + 4\gamma^2\Omega^2}}A(Ω)=(ω02​−Ω2)2+4γ2Ω2​F0​/m​

Resonanzkurve

Abiturfokus

  • Operator „analysieren": Resonanzkurve interpretieren, Halbwertsbreite als Maß der Güte.
  • Operator „beurteilen": Technische Konsequenzen (Schwingungsdämpfer, Stoßdämpfer, Tilger).
  • Operator „begründen": Warum Resonanz nicht unbegrenzt ist.
  • Operator „erläutern": Phasenverschiebung als Indikator für Energieübertragung.

Typische Fehler

  • Resonanzfrequenz mit Eigenfrequenz gleichgesetzt — Dämpfung verschiebt geringfügig.
  • Im Resonanzfall Amplitude als unendlich behauptet.
  • Phasenverschiebung als Verzögerung in Sekunden statt in Grad/Radiant angegeben.
  • Energiebilanz vernachlässigt — bei stationärer erzwungener Schwingung ist Energiezufuhr gleich Dissipation.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Zeigen Sie analytisch, dass die Halbwertsbreite einer Lorentz-Resonanzkurve ΔΩ=2γ\Delta\Omega = 2\gammaΔΩ=2γ beträgt und definieren Sie die Güte Q=ω0/(2γ)Q = \omega_0/(2\gamma)Q=ω0​/(2γ).

Aktive Wiederholung

Beurteilen Sie anhand einer Resonanzkurve, warum schwingungstechnisch ausgelegte Hochhäuser massive Pendel-Tilger im obersten Stockwerk benötigen, und geben Sie die Resonanzbedingung formal an.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Drehbewegung und Drehimpulserhaltung#

●●●VertiefungLPmechanik

Kernpunkte

Rotationskinematik: Winkelgeschwindigkeit ω=φ˙\omega = \dot\varphiω=φ˙​, Winkelbeschleunigung α=ω˙\alpha = \dot\omegaα=ω˙ — analog zur Translation.
Trägheitsmoment J=∑miri2J = \sum m_i r_i^2J=∑mi​ri2​ ist das Rotationsanalogon der Masse und hängt von der Massenverteilung relativ zur Drehachse ab.
Drehmoment M⃗=r⃗×F⃗\vec M = \vec r \times \vec FM=r×F; das 2. Newton-Gesetz der Rotation lautet M⃗=J α⃗\vec M = J\,\vec\alphaM=Jα.
Drehimpuls L⃗=J ω⃗\vec L = J\,\vec\omegaL=Jω; in einem System ohne äußeres Drehmoment ist L⃗\vec LL erhalten (Drehimpulserhaltung).
Rotationsenergie Erot=12J ω2E_{\text{rot}} = \tfrac{1}{2} J\,\omega^2Erot​=21​Jω2; ein rollender Körper trägt Ekin+ErotE_{\text{kin}} + E_{\text{rot}}Ekin​+Erot​.
Anwendungen: Pirouette der Eiskunstläuferin (JJJ klein ⇒ω\Rightarrow \omega⇒ω groß), Kreiselstabilisierung, 2. Kepler-Gesetz als Drehimpulserhaltung.
M⃗=J α⃗,L⃗=J ω⃗\vec M = J\,\vec\alpha,\quad \vec L = J\,\vec\omegaM=Jα,L=Jω

Grundgleichungen der Rotation

Erot=12 J ω2E_{\text{rot}} = \tfrac{1}{2}\,J\,\omega^2Erot​=21​Jω2

Rotationsenergie

Musterlösung

Rollender Vollzylinder auf der schiefen Ebene

Vollzylinder (J=12mR2J = \tfrac{1}{2}mR^2J=21​mR2) rollt ohne zu gleiten (reines Rollen, die statische Haftreibung verrichtet keine Arbeit) aus der Höhe h=1,5 mh = 1{,}5\,\text{m}h=1,5m hinab.

  1. 01Energiebilanz

    Lageenergie wird in Translations- und Rotationsenergie umgesetzt: mgh=12mv2+12Jω2m g h = \tfrac{1}{2} m v^2 + \tfrac{1}{2} J \omega^2mgh=21​mv2+21​Jω2 mit ω=v/R\omega = v/Rω=v/R.

  2. 02Trägheitsmoment einsetzen

    mgh=12mv2+12⋅12mR2⋅v2/R2=34mv2m g h = \tfrac{1}{2} m v^2 + \tfrac{1}{2}\cdot\tfrac{1}{2}mR^2\cdot v^2/R^2 = \tfrac{3}{4} m v^2mgh=21​mv2+21​⋅21​mR2⋅v2/R2=43​mv2.

    mgh=34mv2m g h = \tfrac{3}{4} m v^2mgh=43​mv2
  3. 03Nach v auflösen

    v=43gh=43⋅9,81⋅1,5≈4,43 m/sv = \sqrt{\tfrac{4}{3} g h} = \sqrt{\tfrac{4}{3}\cdot 9{,}81\cdot 1{,}5} \approx 4{,}43\,\text{m/s}v=34​gh​=34​⋅9,81⋅1,5​≈4,43m/s.

  4. 04Vergleich gleitender Klotz

    Ohne Rotation: v=2gh≈5,42 m/sv = \sqrt{2 g h} \approx 5{,}42\,\text{m/s}v=2gh​≈5,42m/s — der rollende Zylinder ist langsamer, da ein Teil der Energie in die Rotation fließt.

Ergebnis: Rollender Zylinder v≈4,43 m/sv \approx 4{,}43\,\text{m/s}v≈4,43m/s gegenüber ≈5,42 m/s\approx 5{,}42\,\text{m/s}≈5,42m/s beim Gleiten.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Trägheitsmoment und Rotationsenergie einfacher Körper (Vollzylinder, Hohlzylinder, Kugel).
  • Operator „erläutern": Pirouetteneffekt aus der Drehimpulserhaltung begründen.
  • Operator „analysieren": Bewegung rollender Körper auf der schiefen Ebene mit Energiebilanz.
  • Operator „begründen": Warum das 2. Keplersche Gesetz eine Folge der Drehimpulserhaltung ist.

Typische Fehler

  • Translationsformeln direkt auf die Rotation übertragen, ohne m→Jm \to Jm→J und F→MF \to MF→M zu ersetzen.
  • Trägheitsmoment als achsenunabhängige Konstante behandelt — es hängt von der Wahl der Drehachse ab.
  • Rotationsenergie eines rollenden Körpers vergessen — nur 12mv2\tfrac{1}{2}mv^221​mv2 bilanziert.
  • Drehimpulserhaltung trotz wirkendem äußeren Drehmoment angewendet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie das Trägheitsmoment eines Vollzylinders um die Symmetrieachse durch Integration J=∫r2 dmJ = \int r^2\,dmJ=∫r2dm her und wenden Sie den Satz von Steiner für eine verschobene Drehachse an.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Endgeschwindigkeit eines Vollzylinders (J=12mR2J = \tfrac{1}{2}mR^2J=21​mR2), der aus der Höhe h=1,5 mh = 1{,}5\,\text{m}h=1,5m ohne zu gleiten eine schiefe Ebene hinabrollt (Rollreibung vernachlässigbar), und vergleichen Sie sie mit der eines gleitenden Klotzes.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Arbeit, Energie und Leistung○
    • 02Energieerhaltungssatz○
    • 03Impuls als Erhaltungsgröße im Detail◐
    • 04Harmonische Schwingungen — Modellbildung◐
    • 05Gedämpfte und erzwungene Schwingungen●
    • 06Drehbewegung und Drehimpulserhaltung●

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Aus den Notizen ins Training

Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen

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