Zum Hauptinhalt springen
EuraStudyMatura · Abitur · Bac · Selectividad · MMXXVI
StartMaturaAbiturBacSelectividadMaturitàHAVOVWOSecundárioA-LevelsLeaving CertificateMaturaΠανελλαδικέςNachrichtenForschung
AnmeldenRegistrieren
EuraStudy
Notizen/Physik/Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche Dynamik
Notizen · PhysikDE · Abitur

Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche Dynamik

Quantitative Beschreibung von Bewegungen mit Weg, Geschwindigkeit und Beschleunigung sowie ihre Ursachen durch Kräfte. Grundlage für sämtliche weitere mechanische und elektromagnetische Themen.

6 Abschnitte·~11 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 2 · Standard 3 · Vertiefung 1·Stand 05/2026

T·0111 / 10
Prüfungsprofil
S-1 · Mechanische Modelle und Begriffe strukturiert wiedergebenE-2 · Bewegungsdiagramme messen, auswerten und interpretierenK-1 · Physikalische Zusammenhänge mit Fachvokabular kommunizieren
Operatoren:beschreibenanalysierenberechnenerläuternbegründen

grundlegendes Niveau

gA: Kinematik und Newton 1–3 sicher auf Geradlinige Bewegungen und einfache Würfe anwenden; Diagrammlesen, Einheiten- und Plausibilitätscheck.

erhöhtes Niveau

eA: Mehrkomponenten-Vektoren, Reibung und Luftwiderstand im Modell berücksichtigen; Wechsel zwischen kartesischer und tangentialer Darstellung, Ableitungs- und Integralrechnung im Kontext.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche Dynamik
    • 01Kinematik — Weg, Geschwindigkeit, Beschleunigung○
    • 02Die drei Newtonschen Gesetze○
    • 03Wurfbewegungen und Superpositionsprinzip◐
    • 04Gleichförmige Kreisbewegung◐
    • 05Impuls und Stoßprozesse◐
    • 06Bezugssysteme und Scheinkräfte●
§ 01

Kinematik — Weg, Geschwindigkeit, Beschleunigung#

●○○BasisLPmechanik

v-t-Diagramm — gleichmäßig beschleunigte Bewegung

v-t-Diagramm — gleichmäßig beschleunigte BewegungSchaubild von v(t) = a·t, Nullstellen bei x = 0, y-Achsenabschnitt bei y = 0, steigend, im Bereich x von 0 bis 612345612345v(t) = a·tvt
Abb. 1Steigung entspricht der Beschleunigung aaa, die Fläche unter dem Graphen dem zurückgelegten Weg sss.

Kernpunkte

Mittlere Geschwindigkeit vˉ=Δs/Δt\bar v = \Delta s / \Delta tvˉ=Δs/Δt, momentane Geschwindigkeit v(t)=ds/dtv(t) = ds/dtv(t)=ds/dt.
Beschleunigung a(t)=dv/dt=d2s/dt2a(t) = dv/dt = d^2 s/dt^2a(t)=dv/dt=d2s/dt2 — bei konstantem aaa gilt v=v0+atv = v_0 + a tv=v0​+at und s=s0+v0t+12at2s = s_0 + v_0 t + \tfrac{1}{2}a t^2s=s0​+v0​t+21​at2.
Vorzeichen unterscheiden Bewegungsrichtung; negatives aaa bedeutet Bremsung, nicht zwingend Bewegung in negative Richtung.
Im v-t-Diagramm entspricht die Steigung der Beschleunigung, die Fläche unter dem Graphen dem Weg.
Konsistente SI-Einheiten (m,m/s,m/s2\text{m}, \text{m/s}, \text{m/s}^2m,m/s,m/s2) sind verpflichtend; Einheitenkontrolle vor Endergebnis.
Im s-t-Diagramm zeigt die Steigung die Momentangeschwindigkeit; nichtlineare Verläufe verlangen Ableitung oder grafische Tangente.
v(t)=dsdt,a(t)=dvdt=d2sdt2v(t)=\dfrac{ds}{dt},\quad a(t)=\dfrac{dv}{dt}=\dfrac{d^{2}s}{dt^{2}}v(t)=dtds​,a(t)=dtdv​=dt2d2s​

Kinematische Grundbeziehungen

s(t)=s0+v0t+12at2,v(t)=v0+ats(t)=s_{0}+v_{0}t+\tfrac{1}{2}a t^{2},\quad v(t)=v_{0}+a ts(t)=s0​+v0​t+21​at2,v(t)=v0​+at

Gleichmäßig beschleunigte Bewegung

v-t-Graph für a = 2 m/s²

Abb. 2Linearer Verlauf; Anfangsgeschwindigkeit v₀ = 0.
Musterlösung

Fallzeit aus einer Höhe von 45 m

Berechne die Fallzeit und Auftreffgeschwindigkeit eines Steins, der reibungsfrei aus einer Höhe von h=45 mh = 45\,\text{m}h=45m fallengelassen wird (g=9,81 m/s2g = 9{,}81\,\text{m/s}^2g=9,81m/s2).

  1. 01Schritt 1 — Bewegungsgleichung aufstellen

    Aus h=12gt2h = \tfrac{1}{2}g t^{2}h=21​gt2 folgt t=2h/gt = \sqrt{2h/g}t=2h/g​.

    t=2hgt=\sqrt{\dfrac{2h}{g}}t=g2h​​
  2. 02Schritt 2 — Zahlenwerte einsetzen

    t=2⋅45/9,81=9,174 s≈3,03 st = \sqrt{2\cdot 45 / 9{,}81} = \sqrt{9{,}174}\,\text{s} \approx 3{,}03\,\text{s}t=2⋅45/9,81​=9,174​s≈3,03s.

  3. 03Schritt 3 — Auftreffgeschwindigkeit

    Aus v=gtv = g tv=gt folgt v=9,81⋅3,03≈29,7 m/sv = 9{,}81 \cdot 3{,}03 \approx 29{,}7\,\text{m/s}v=9,81⋅3,03≈29,7m/s.

    v=g tv=g\,tv=gt
  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    29,7 m/s≈107 km/h29{,}7\,\text{m/s} \approx 107\,\text{km/h}29,7m/s≈107km/h — etwa Autobahnrichtgeschwindigkeit. Luftwiderstand würde den Wert deutlich reduzieren.

Ergebnis: Fallzeit t≈3,03 st \approx 3{,}03\,\text{s}t≈3,03s, Auftreffgeschwindigkeit v≈29,7 m/sv \approx 29{,}7\,\text{m/s}v≈29,7m/s.

Abiturfokus

  • Operator „beschreiben": die drei Bewegungsphasen aus v-t-Graphen sicher trennen (Beschleunigung, gleichförmig, Bremsung).
  • Operator „berechnen": Endgeschwindigkeit und Weg aus v0v_0v0​, aaa und ttt unter Beachtung der Vorzeichen ableiten.
  • Operator „interpretieren": Flächen unter v-t-Graphen als Weg, Steigungen als Beschleunigung deuten und in Sachkontext einbetten.
  • Einheitenkontrolle dokumentieren — Punktabzüge im Abitur, wenn Endergebnis ohne Einheit oder mit falscher Dimension steht.

Typische Fehler

  • Mittlere Geschwindigkeit als arithmetisches Mittel der Endgeschwindigkeiten statt Δs/Δt\Delta s/\Delta tΔs/Δt.
  • Beschleunigung mit Geschwindigkeit verwechselt; a=0a = 0a=0 heißt nicht v=0v = 0v=0.
  • Vorzeichen beim Bremsen vergessen, sodass s(t)s(t)s(t) über das Stillstandsende hinaus berechnet wird.
  • Im s-t-Diagramm Steigung als Beschleunigung statt als Geschwindigkeit gedeutet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Differenzieren und integrieren Sie eine vorgegebene Bewegungsgleichung s(t)=c0+c1t+c2t2+c3t3s(t) = c_0 + c_1 t + c_2 t^2 + c_3 t^3s(t)=c0​+c1​t+c2​t2+c3​t3 und bestimmen Sie analytisch die Zeitpunkte maximaler Geschwindigkeit und Beschleunigung.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie für eine zweistufige Fahrt (in 4,0 s4{,}0\,\text{s}4,0s von 000 auf 20 m/s20\,\text{m/s}20m/s beschleunigt, dann 10 s10\,\text{s}10s gleichförmig) den insgesamt zurückgelegten Weg und skizzieren Sie das v-t-Diagramm samt Flächeninterpretation.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Die drei Newtonschen Gesetze#

●○○BasisLPmechanik

Schiefe Ebene — Kraftzerlegung

Schiefe Ebene — KraftzerlegungKräfteplan, F_g: 270°, F_N: 120°, F_H: 210°, F_R: 30°FgFNFHFR
Abb. 3Die Gewichtskraft FgF_gFg​ wird in Hangabtriebs- (FHF_HFH​) und Normalkomponente (FNF_NFN​) zerlegt. Reibung FRF_RFR​ wirkt entgegen der Bewegungsrichtung.

Kernpunkte

1. Newton (Trägheitsgesetz): Ohne resultierende Kraft bleibt jeder Körper in Ruhe oder in gleichförmiger geradliniger Bewegung.
2. Newton (Aktionsgesetz): F⃗res=ma⃗\vec F_{\text{res}} = m \vec aFres​=ma — die resultierende Kraft erzeugt eine zur Masse proportionale Beschleunigung in Kraftrichtung.
3. Newton (Reaktionsgesetz): Wechselwirkende Körper üben gleich große, entgegengesetzte Kräfte aufeinander aus — die Kräfte greifen an verschiedenen Körpern an.
SI-Einheit der Kraft: 1 N=1 kg m/s21\,\text{N} = 1\,\text{kg}\,\text{m/s}^21N=1kgm/s2; Gewichtskraft Fg=mgF_g = m gFg​=mg mit g≈9,81 m/s2g \approx 9{,}81\,\text{m/s}^2g≈9,81m/s2.
Im Freikörperbild werden alle an einem Körper angreifenden Kräfte als Vektorpfeile eingezeichnet — Vektorsumme ergibt F⃗res\vec F_{\text{res}}Fres​.
Bezugssysteme: Newton-Gesetze gelten in Inertialsystemen; in beschleunigten Systemen treten Scheinkräfte auf.
F⃗res=m a⃗\vec F_{\text{res}} = m\,\vec aFres​=ma

2. Newtonsches Gesetz

Die Beschleunigung eines Körpers ist proportional zur resultierenden Kraft und zeigt in dieselbe Richtung wie diese (parallel zur Kraft); Einheit der Kraft ist 1 N=1 kg m/s21\,\text{N}=1\,\text{kg}\,\text{m/s}^21N=1kgm/s2.

Fg=m gF_g = m\,gFg​=mg

Gewichtskraft

Musterlösung

Block auf schiefer Ebene mit Reibung

Bestimme die Beschleunigung eines Blocks der Masse m=5 kgm = 5\,\text{kg}m=5kg auf einer schiefen Ebene mit Neigungswinkel α=25∘\alpha = 25^\circα=25∘ und Gleitreibungskoeffizient μ=0,20\mu = 0{,}20μ=0,20.

  1. 01Schritt 1 — Kräfte zerlegen

    Hangabtrieb FH=mgsin⁡αF_H = m g \sin\alphaFH​=mgsinα, Normalkraft FN=mgcos⁡αF_N = m g \cos\alphaFN​=mgcosα, Reibung FR=μFN=μmgcos⁡αF_R = \mu F_N = \mu m g \cos\alphaFR​=μFN​=μmgcosα.

  2. 02Schritt 2 — Newton 2 anwenden

    ma=FH−FR=mg(sin⁡α−μcos⁡α)m a = F_H - F_R = m g (\sin\alpha - \mu\cos\alpha)ma=FH​−FR​=mg(sinα−μcosα).

    a=g(sin⁡α−μcos⁡α)a = g(\sin\alpha - \mu\cos\alpha)a=g(sinα−μcosα)
  3. 03Schritt 3 — Zahlenwerte einsetzen

    a=9,81 (sin⁡25∘−0,20⋅cos⁡25∘)=9,81 (0,4226−0,1813)≈2,37 m/s2a = 9{,}81\,(\sin 25^\circ - 0{,}20\cdot\cos 25^\circ) = 9{,}81\,(0{,}4226 - 0{,}1813) \approx 2{,}37\,\text{m/s}^2a=9,81(sin25∘−0,20⋅cos25∘)=9,81(0,4226−0,1813)≈2,37m/s2.

  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    Der Block rutscht beschleunigt nach unten (a>0a > 0a>0). Ohne Reibung wäre a=gsin⁡α≈4,15 m/s2a = g\sin\alpha \approx 4{,}15\,\text{m/s}^2a=gsinα≈4,15m/s2; die Reibung verringert die Beschleunigung um rund 43 %43\,\%43% (auf etwas mehr als die Hälfte).

Ergebnis: Beschleunigung a≈2,37 m/s2a \approx 2{,}37\,\text{m/s}^2a≈2,37m/s2 entlang der Ebene nach unten.

Abiturfokus

  • Operator „beschreiben": die drei Newton-Gesetze sprachlich präzise und mit unterschiedlichen Beispielen formulieren.
  • Operator „analysieren": Freikörperbild als erster Schritt vor jeder Kraftrechnung; Kräfte beschriften und Vektorsumme bilden.
  • Operator „begründen": Aktion-Reaktion-Paare an unterschiedlichen Körpern lokalisieren — häufiger Stolperstein im Abitur.
  • Operator „berechnen": resultierende Kraft und Beschleunigung mit korrekten Vorzeichen bestimmen.

Typische Fehler

  • Aktion- und Reaktionskraft als Kräftepaar am gleichen Körper interpretiert.
  • Gewichtskraft und Normalkraft im Aufzugsbeispiel verwechselt.
  • Resultierende Kraft als Summe der Beträge statt als Vektorsumme berechnet.
  • In rotierenden Bezugssystemen Scheinkräfte vergessen oder als reale Kräfte addiert.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Führen Sie eine Variationsrechnung durch — wie ändert sich die Bremskraft, wenn die Aufprallzeit halbiert oder verdoppelt wird? Stellen Sie eine Tabelle mit drei Szenarien auf.

Aktive Wiederholung

Erläutern Sie das 3. Newtonsche Gesetz anhand zweier konkreter Alltagsbeispiele und berechnen Sie ergänzend die mittlere Bremskraft auf eine 80 kg80\,\text{kg}80kg schwere Person, die in 0,10 s0{,}10\,\text{s}0,10s von 50 km/h50\,\text{km/h}50km/h auf Null abgebremst wird.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Wurfbewegungen und Superpositionsprinzip#

●●○StandardLPmechanik

Schiefer Wurf — Bahnkurve

Schiefer Wurf — BahnkurveSchaubild von y(x), Nullstellen bei x = 0, Hochpunkt bei (31.855, 15.928), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von 0 bis 63.7110203040506051015hmaxWurfweite Wy(x)y / mx / m
Abb. 4Parabelförmige Bahn beim schiefen Wurf; Wurfweite WWW und Steighöhe hmaxh_{max}hmax​ hängen von v0v_0v0​ und Winkel θ\thetaθ ab.

Kernpunkte

Der schiefe Wurf zerlegt sich in eine horizontale gleichförmige und eine vertikale gleichmäßig beschleunigte Bewegung.
Komponenten: vx=v0cos⁡θv_x = v_0\cos\thetavx​=v0​cosθ konstant; vy=v0sin⁡θ−gtv_y = v_0\sin\theta - g tvy​=v0​sinθ−gt.
Die Bahnkurve y(x)=xtan⁡θ−gx22v02cos⁡2θy(x) = x\tan\theta - \dfrac{g x^2}{2 v_0^2\cos^2\theta}y(x)=xtanθ−2v02​cos2θgx2​ ist eine Parabel.
Maximale Wurfweite bei θ=45∘\theta = 45^\circθ=45∘, wenn Abwurf- und Auftreffhöhe gleich sind.
Steighöhe hmax⁡=v02sin⁡2θ2gh_{\max} = \dfrac{v_0^2\sin^2\theta}{2g}hmax​=2gv02​sin2θ​; Flugzeit tges=2v0sin⁡θgt_{\text{ges}} = \dfrac{2 v_0\sin\theta}{g}tges​=g2v0​sinθ​.
Luftwiderstand reduziert Wurfweite und macht die Bahn asymmetrisch (steiler abfallender Ast); im Modell ohne Luftwiderstand bleibt sie symmetrisch.
W=v02sin⁡(2θ)g,hmax⁡=v02sin⁡2θ2gW=\dfrac{v_{0}^{2}\sin(2\theta)}{g},\quad h_{\max}=\dfrac{v_{0}^{2}\sin^{2}\theta}{2g}W=gv02​sin(2θ)​,hmax​=2gv02​sin2θ​

Wurfweite und Steighöhe (gleiche Abwurf-/Auftreffhöhe)

Musterlösung

Schiefer Wurf — Wurfweite und Steighöhe

Ein Ball wird vom Boden mit v0=20 m/sv_0 = 20\,\text{m/s}v0​=20m/s unter θ=35∘\theta = 35^\circθ=35∘ abgeschossen. Bestimme die maximale Wurfhöhe, die Flugzeit und die Wurfweite (Luftwiderstand vernachlässigt; g=9,81 m/s2g = 9{,}81\,\text{m/s}^2g=9,81m/s2).

  1. 01Schritt 1 — Geschwindigkeitskomponenten

    v0x=v0cos⁡θ=20⋅cos⁡35∘≈16,38 m/sv_{0x} = v_0\cos\theta = 20 \cdot \cos 35^\circ \approx 16{,}38\,\text{m/s}v0x​=v0​cosθ=20⋅cos35∘≈16,38m/s; v0y=v0sin⁡θ=20⋅sin⁡35∘≈11,47 m/sv_{0y} = v_0\sin\theta = 20 \cdot \sin 35^\circ \approx 11{,}47\,\text{m/s}v0y​=v0​sinθ=20⋅sin35∘≈11,47m/s.

  2. 02Schritt 2 — Maximale Steighöhe

    hmax⁡=v0y2/(2g)=(11,47)2/19,62≈6,71 mh_{\max} = v_{0y}^{2}/(2g) = (11{,}47)^{2}/19{,}62 \approx 6{,}71\,\text{m}hmax​=v0y2​/(2g)=(11,47)2/19,62≈6,71m.

    hmax⁡=v02sin⁡2θ2gh_{\max}=\dfrac{v_{0}^{2}\sin^{2}\theta}{2g}hmax​=2gv02​sin2θ​
  3. 03Schritt 3 — Flugzeit

    tges=2v0y/g=2⋅11,47/9,81≈2,34 st_{\text{ges}} = 2 v_{0y}/g = 2 \cdot 11{,}47/9{,}81 \approx 2{,}34\,\text{s}tges​=2v0y​/g=2⋅11,47/9,81≈2,34s.

  4. 04Schritt 4 — Wurfweite

    W=v0x⋅tges≈16,38⋅2,34≈38,3 mW = v_{0x} \cdot t_{\text{ges}} \approx 16{,}38 \cdot 2{,}34 \approx 38{,}3\,\text{m}W=v0x​⋅tges​≈16,38⋅2,34≈38,3m.

    W=v02sin⁡(2θ)gW=\dfrac{v_{0}^{2}\sin(2\theta)}{g}W=gv02​sin(2θ)​
  5. 05Schritt 5 — Interpretieren

    Bei θ=45∘\theta = 45^\circθ=45∘ wäre die Weite maximal (Wmax⁡=v02/g≈40,8 mW_{\max} = v_0^2/g \approx 40{,}8\,\text{m}Wmax​=v02​/g≈40,8m); 35° liegen knapp darunter — geringer Verlust.

Ergebnis: hmax⁡≈6,71 mh_{\max} \approx 6{,}71\,\text{m}hmax​≈6,71m, Flugzeit ≈2,34 s\approx 2{,}34\,\text{s}≈2,34s, Wurfweite ≈38,3 m\approx 38{,}3\,\text{m}≈38,3m.

Abiturfokus

  • Operator „zerlegen": x- und y-Komponenten sauber trennen und Komponenten-Gleichungen explizit aufschreiben.
  • Operator „berechnen": bei Höhenunterschied (Klippenwurf) die Flugzeit aus quadratischer Gleichung bestimmen.
  • Operator „überprüfen": Plausibilitätscheck (Wurfweite in Stadiongröße, Schallmauer überschritten?).
  • Operator „beurteilen": Einfluss von Luftwiderstand qualitativ und richtungsabhängig bewerten.

Typische Fehler

  • Annahme, ggg wirke auch horizontal — dann wäre die Bahn keine Parabel mehr.
  • Verwechslung von Wurfweite und maximaler Wurfhöhe.
  • Maximalweite bei θ=45∘\theta = 45^\circθ=45∘ pauschal angewendet, obwohl Abwurfhöhe abweicht.
  • Sinus und Cosinus vertauscht; vxv_xvx​ enthält cos⁡\coscos, vyv_yvy​ enthält sin⁡\sinsin.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie qualitativ und mit Skizze den Einfluss linearen (FR∝vF_R \propto vFR​∝v) und quadratischen Luftwiderstands (FR∝v2F_R \propto v^2FR​∝v2) auf die Bahnkurve eines Tennisballs.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie für einen Fußballschuss mit v0=25 m/sv_0 = 25\,\text{m/s}v0​=25m/s aus 1,0 m1{,}0\,\text{m}1,0m Höhe unter 40∘40^\circ40∘ den Auftreffpunkt am Boden und die Auftreffgeschwindigkeit.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Gleichförmige Kreisbewegung#

●●○StandardLPmechanik

Gleichförmige Kreisbewegung

Gleichförmige KreisbewegungSchematische Darstellung mit 6 Elementen, r, a_z, v, MrazvM
Abb. 5Zentripetalbeschleunigung aza_zaz​ zeigt stets zum Mittelpunkt; Bahngeschwindigkeit vvv ist tangential.

Kernpunkte

Winkelgeschwindigkeit ω=2π/T=2πf\omega = 2\pi/T = 2\pi fω=2π/T=2πf; Bahngeschwindigkeit v=ωrv = \omega rv=ωr.
Zentripetalbeschleunigung az=v2/r=ω2ra_z = v^2/r = \omega^2 raz​=v2/r=ω2r zeigt zum Mittelpunkt.
Zentripetalkraft Fz=mv2/rF_z = m v^2/rFz​=mv2/r ist die resultierende Kraft auf den Körper; sie ist keine eigenständige Kraftart.
Beispiele für FzF_zFz​: Reibung in der Kurve, Seilkraft beim Kettenkarussell, Gravitation auf der Erdumlaufbahn.
Periode TTT und Frequenz fff sind reziprok: f=1/Tf = 1/Tf=1/T; Drehzahl nnn häufig in Umdrehungen pro Minute angegeben.
Die Zentrifugalkraft tritt nur in rotierenden Bezugssystemen auf — sie ist eine Scheinkraft.
az=v2r=ω2ra_z = \dfrac{v^2}{r} = \omega^2 raz​=rv2​=ω2r

Zentripetalbeschleunigung

Fz=mv2rF_z = \dfrac{m v^2}{r}Fz​=rmv2​

Zentripetalkraft

Musterlösung

Mindestreibung in der Kurve

PKW mit v=72 km/hv = 72\,\text{km/h}v=72km/h, Kurvenradius r=80 mr = 80\,\text{m}r=80m; bestimmen Sie μmin⁡\mu_{\min}μmin​.

  1. 01Geschwindigkeit umrechnen

    v=72/3,6=20 m/sv = 72/3{,}6 = 20\,\text{m/s}v=72/3,6=20m/s.

  2. 02Bedingung formulieren

    Haftreibung muss Zentripetalkraft liefern: μmg≥mv2/r\mu m g \geq m v^2/rμmg≥mv2/r.

  3. 03Auflösen

    μ≥v2/(rg)=400/(80⋅9,81)≈0,51\mu \geq v^2/(r g) = 400/(80\cdot 9{,}81) \approx 0{,}51μ≥v2/(rg)=400/(80⋅9,81)≈0,51.

    μmin⁡=v2rg\mu_{\min} = \dfrac{v^2}{r g}μmin​=rgv2​
  4. 04Interpretieren

    Trockener Asphalt erreicht μ≈0,8\mu \approx 0{,}8μ≈0,8, nasser etwa 0,50{,}50,5 — der Wert liegt am Rand der Sicherheit.

Ergebnis: μmin⁡≈0,51\mu_{\min} \approx 0{,}51μmin​≈0,51 — auf nasser Fahrbahn (μ≈0,5\mu \approx 0{,}5μ≈0,5) gerade nicht mehr sicher gewährleistet, also grenzwertig.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": FzF_zFz​ als resultierende Kraft korrekt identifizieren und nicht als zusätzliche Kraft hinzuaddieren.
  • Operator „erläutern": ω\omegaω, vvv, aza_zaz​ und ihre Zusammenhänge mit Skizze begründen.
  • Operator „beurteilen": Drehzahl in s−1\text{s}^{-1}s−1 vor der Rechnung überprüfen.
  • Operator „begründen": Unterschied zwischen realer Zentripetalkraft und scheinbarer Zentrifugalkraft präzise herausarbeiten.

Typische Fehler

  • Zentrifugalkraft im Inertialsystem als reale Kraft mitgenommen.
  • Bahngeschwindigkeit vvv mit Winkelgeschwindigkeit ω\omegaω verwechselt.
  • Periodendauer in Minuten statt Sekunden in die Formel eingesetzt.
  • Bei Kurvenfahrt μmg\mu m gμmg als Mindesthaftbedingung mit mv2/rm v^2/rmv2/r ungleichgewichtig verglichen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie die Beziehung az=v2/ra_z = v^2/raz​=v2/r aus dem Grenzwert eines Vektor-Differenzenquotienten der gleichförmigen Kreisbewegung her und kommentieren Sie die geometrische Bedeutung.

Aktive Wiederholung

Ein PKW fährt mit 72 km/h72\,\text{km/h}72km/h durch eine ebene Kurve mit Radius 80 m80\,\text{m}80m. Berechnen Sie den minimal nötigen Haftreibungskoeffizient zwischen Reifen und Straße.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Impuls und Stoßprozesse#

●●○StandardLPmechanik

Zentraler Stoß — Impulserhaltung

Zentraler Stoß — ImpulserhaltungMehrfachtafel, 2 Tafeln, Daten: vor dem Stoß — Schematische Darstellung mit 4 Elementen; nach dem Stoß — Schematische Darstellung mit 4 ElementenZentraler Stoß — Impulserhaltungm₁m₂vor dem Stoßm₁m₂nach dem Stoß
Abb. 6Vor und nach dem Stoß bleibt die Vektorsumme der Impulse erhalten: m1v⃗1+m2v⃗2=m1v⃗1′+m2v⃗2′m_1\vec v_1 + m_2 \vec v_2 = m_1\vec v_1' + m_2 \vec v_2'm1​v1​+m2​v2​=m1​v1′​+m2​v2′​.

Kernpunkte

Impuls p⃗=mv⃗\vec p = m \vec vp​=mv; Einheit kg m/s\text{kg}\,\text{m/s}kgm/s.
2. Newton-Gesetz in Impulsform: F⃗=dp⃗/dt\vec F = d\vec p/dtF=dp​/dt — bei konstanter Masse äquivalent zu F⃗=ma⃗\vec F = m\vec aF=ma. Bei veränderlicher Masse (z. B. Rakete) muss der Impuls der abgestoßenen Masse mitbilanziert werden (Raketengleichung).
In einem abgeschlossenen System ist der Gesamtimpuls erhalten.
Elastischer Stoß: kinetische Energie und Impuls erhalten; inelastischer Stoß: nur Impuls erhalten.
Für zentralen elastischen Stoß zweier Körper: v1′=m1−m2m1+m2v1+2m2m1+m2v2v_1' = \dfrac{m_1 - m_2}{m_1 + m_2} v_1 + \dfrac{2 m_2}{m_1 + m_2} v_2v1′​=m1​+m2​m1​−m2​​v1​+m1​+m2​2m2​​v2​.
Vollkommen inelastischer Stoß: v′=(m1v1+m2v2)/(m1+m2)v' = (m_1 v_1 + m_2 v_2)/(m_1 + m_2)v′=(m1​v1​+m2​v2​)/(m1​+m2​).
p⃗=m v⃗\vec p = m\,\vec vp​=mv

Impuls

∑p⃗vor=∑p⃗nach\sum \vec p_{\text{vor}} = \sum \vec p_{\text{nach}}∑p​vor​=∑p​nach​

Impulserhaltung im abgeschlossenen System

Musterlösung

Vollkommen inelastischer Stoß

Zwei Wagen (m1=0,8 kgm_1 = 0{,}8\,\text{kg}m1​=0,8kg mit v1=2,5 m/sv_1 = 2{,}5\,\text{m/s}v1​=2,5m/s, m2=1,2 kgm_2 = 1{,}2\,\text{kg}m2​=1,2kg ruhend) stoßen vollkommen inelastisch zusammen.

  1. 01Impulserhaltung

    m1v1+m2⋅0=(m1+m2)v′m_1 v_1 + m_2 \cdot 0 = (m_1 + m_2) v'm1​v1​+m2​⋅0=(m1​+m2​)v′.

  2. 02Auflösen

    v′=m1v1/(m1+m2)=0,8⋅2,5/2,0=1,0 m/sv' = m_1 v_1/(m_1+m_2) = 0{,}8\cdot 2{,}5/2{,}0 = 1{,}0\,\text{m/s}v′=m1​v1​/(m1​+m2​)=0,8⋅2,5/2,0=1,0m/s.

  3. 03Energiebilanz

    Evor=12⋅0,8⋅6,25=2,5 JE_{\text{vor}} = \tfrac{1}{2}\cdot 0{,}8\cdot 6{,}25 = 2{,}5\,\text{J}Evor​=21​⋅0,8⋅6,25=2,5J; Enach=12⋅2,0⋅1=1,0 JE_{\text{nach}} = \tfrac{1}{2}\cdot 2{,}0\cdot 1 = 1{,}0\,\text{J}Enach​=21​⋅2,0⋅1=1,0J.

  4. 04Interpretieren

    Energieverlust ΔE=1,5 J\Delta E = 1{,}5\,\text{J}ΔE=1,5J (60%60\%60%) wird in Verformung und Wärme dissipiert; Impuls bleibt strikt erhalten.

Ergebnis: Gemeinsame Endgeschwindigkeit 1,0 m/s1{,}0\,\text{m/s}1,0m/s, 60%60\%60% Energieverlust.

Abiturfokus

  • Operator „untersuchen": klären, ob Stoß elastisch, teil-elastisch oder inelastisch ist, bevor Gleichungen aufgestellt werden.
  • Operator „berechnen": Impulserhaltung als Vektorgleichung — Komponentenweise rechnen.
  • Operator „erörtern": Energiebilanz beim inelastischen Stoß (Verformung, Wärme) qualitativ benennen.
  • Operator „beurteilen": Konsistenzcheck — Endgeschwindigkeiten nicht beliebig groß.

Typische Fehler

  • Energiebilanz beim inelastischen Stoß angewendet, obwohl kinetische Energie nicht erhalten ist.
  • Vorzeichen der Geschwindigkeit bei entgegengesetzten Bewegungen vergessen.
  • Stoßformel mechanisch übernommen, ohne v2=0v_2 = 0v2​=0 zu prüfen.
  • Impuls als skalare Größe behandelt und Richtungen ignoriert.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie die elastischen Stoßformeln aus Impuls- und Energieerhaltung systematisch her und prüfen Sie die Grenzfälle m1=m2m_1 = m_2m1​=m2​ sowie m2≫m1m_2 \gg m_1m2​≫m1​.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie für einen vollkommen inelastischen Zusammenstoß eines 1200 kg1200\,\text{kg}1200kg-PKW mit 50 km/h50\,\text{km/h}50km/h und eines stehenden 1800 kg1800\,\text{kg}1800kg-LKW die gemeinsame Endgeschwindigkeit sowie den prozentualen Energieverlust.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Bezugssysteme und Scheinkräfte#

●●●VertiefungLPmechanik

Kernpunkte

In Inertialsystemen gelten die Newtonschen Gesetze ohne Zusatzkräfte.
Beschleunigte Bezugssysteme erfordern Trägheitskräfte (Scheinkräfte), z. B. Zentrifugalkraft und Corioliskraft.
Galilei-Transformation: x′=x−vtx' = x - v tx′=x−vt, t′=tt' = tt′=t — Geschwindigkeiten addieren sich klassisch.
Coriolis-Effekt erklärt Ablenkung großräumiger Strömungen (Passatwinde, Meeresströmungen).
Auf der rotierenden Erde gilt im Laborsystem in guter Näherung Newton, weil Erdrotation langsam.
Fschein=−m a⃗SystemF_{\text{schein}} = -m\,\vec a_{\text{System}}Fschein​=−maSystem​

Scheinkraft im beschleunigten System

Abiturfokus

  • Operator „erklären": Unterschied zwischen Inertial- und Nicht-Inertialsystem mit Beispielen.
  • Operator „untersuchen": Wahl des geeigneten Bezugssystems begründen, bevor Bewegungsgleichungen aufgestellt werden.
  • Operator „erläutern": Coriolis- und Zentrifugalkraft anhand alltagsnaher Beispiele (Karussell, Wetterkarte) verständlich machen.
  • Operator „beurteilen": Grenzen der klassischen Galilei-Transformation gegenüber der Lorentz-Transformation (Sprung zu Relativität) andeuten.

Typische Fehler

  • Zentrifugalkraft im Inertialsystem berücksichtigt — falsch.
  • Coriolis-Effekt als Effekt der Atmosphärendichte interpretiert.
  • Bezugssystem während der Rechnung gewechselt, ohne Transformation anzuwenden.
  • Mit Galilei-Transformation bei sehr großen Geschwindigkeiten gerechnet, obwohl Relativität greift.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Vergleichen Sie Galilei- und Lorentz-Transformation in einer Tabelle; benennen Sie die Geschwindigkeitsschwelle, ab der relativistische Korrekturen relevant werden (≥0,1c\geq 0{,}1 c≥0,1c).

Aktive Wiederholung

Erläutern Sie, warum eine Pendelmessung im Aufzug bei beschleunigtem Aufstieg eine veränderte Periodendauer ergibt, und berechnen Sie die effektive Erdbeschleunigung für aAufzug=2,0 m/s2a_{\text{Aufzug}} = 2{,}0\,\text{m/s}^2aAufzug​=2,0m/s2.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Kinematik — Weg, Geschwindigkeit, Beschleunigung○
    • 02Die drei Newtonschen Gesetze○
    • 03Wurfbewegungen und Superpositionsprinzip◐
    • 04Gleichförmige Kreisbewegung◐
    • 05Impuls und Stoßprozesse◐
    • 06Bezugssysteme und Scheinkräfte●

0/6 Gelesen

Aus den Notizen ins Training

Mechanik 1 — Kinematik und Newtonsche Dynamik

Festige dieses Thema an passenden Aufgaben aus der Fragenbank.

~11
Min
3
Kompetenzen
Üben

Nächstes Thema

Mechanik 2 — Erhaltungssätze und mechanische Schwingungen

EuraStudy·Notizen T·01·MMXXVI

Weiter mit dem nächsten Thema — der Lernpfad bleibt erhalten.