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Notizen/Physik/Thermodynamik - Temperatur, Wärme, Hauptsätze
Notizen · PhysikAT · Matura

Thermodynamik - Temperatur, Wärme, Hauptsätze

Beschreibung makroskopischer Systeme über Temperatur, Druck, Volumen und innere Energie. Hauptsätze als universelle Bilanzgesetze; Anwendung in Wärmekraftmaschinen, Klimasystemen und Kältemaschinen.

6 Abschnitte·~17 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 3 · Vertiefung 2·Stand 06/2026

T·0444 / 11
Prüfungsprofil
W-3 · Wissen über thermische Zustandsgrößen und Hauptsätze strukturierenE-3 · Wärmeübertragung experimentell quantifizierenS-3 · Wirkungsgrade und Energiewandlung in Technik und Umwelt bewerten
Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Thermodynamik - Temperatur, Wärme, Hauptsätze
    • 01Temperatur, ideales Gas und kinetische Gastheorie○
    • 02Hauptsätze der Thermodynamik◐
    • 03Wärmekapazität und Phasenübergänge◐
    • 04Zustandsänderungen idealer Gase●
    • 05Wärmetransport - Leitung, Konvektion, Strahlung◐
    • 06Entropie und Irreversibilität●
§ 01

Temperatur, ideales Gas und kinetische Gastheorie#

●○○BasisLPPHY-Therm-3.1

Kernpunkte

Temperatur ist makroskopisch ein Maß für die mittlere kinetische Energie der ungeordneten Teilchenbewegung: Je heißer ein Körper, desto schneller zappeln seine Atome. Diese mikroskopische Deutung verbindet die Alltagsgröße Temperatur mit der Mechanik der einzelnen Teilchen und ist der Schlüssel der gesamten Wärmelehre.
Die SI-Einheit ist das Kelvin (K), gezählt vom absoluten Nullpunkt bei −273,15 ∘-273{,}15\,^{\circ}−273,15∘C, an dem die Teilchenbewegung minimal wird. Die Umrechnung lautet T[K]=ϑ[∘C]+273,15T[\text{K}]=\vartheta[^{\circ}\text{C}]+273{,}15T[K]=ϑ[∘C]+273,15. Temperaturdifferenzen sind in beiden Skalen gleich groß, Absolutwerte aber nicht - in allen Gasgesetzen muss Kelvin eingesetzt werden.
Das ideale Gas ist ein Modell mit punktförmigen Teilchen ohne gegenseitige Wechselwirkung außer elastischen Stößen. Reale Gase verhalten sich bei nicht zu hohem Druck und nicht zu tiefer Temperatur sehr gut wie ein ideales Gas - genau dann sind die Annahmen gerechtfertigt.
Den Zusammenhang aller Zustandsgrößen beschreibt die ideale Gasgleichung pV=nRTpV=nRTpV=nRT mit der universellen Gaskonstante R=8,314R=8{,}314R=8,314 J/(mol K). Dabei ist die Stoffmenge nnn (in mol) von der Teilchenzahl N=nNAN=n N_{A}N=nNA​ zu unterscheiden (NA=6,022⋅1023N_{A}=6{,}022\cdot 10^{23}NA​=6,022⋅1023/mol).
Die kinetische Gastheorie verknüpft die Temperatur direkt mit der Teilchenbewegung: Die mittlere kinetische Energie eines Teilchens ist Eˉkin=32kBT\bar E_{\text{kin}}=\tfrac{3}{2}k_{B}TEˉkin​=23​kB​T mit der Boltzmann-Konstante kB=1,38⋅10−23k_{B}=1{,}38\cdot 10^{-23}kB​=1,38⋅10−23 J/K. Temperatur ist damit nichts anderes als ein Maß für diese mittlere Energie.
Die Teilchen haben nicht alle dieselbe Geschwindigkeit, sondern eine breite, nach rechts schiefe Maxwell-Boltzmann-Verteilung () mit der mittleren Geschwindigkeit vˉ=8kBTπm\bar v=\sqrt{\tfrac{8 k_{B}T}{\pi m}}vˉ=πm8kB​T​​. Mit steigender Temperatur verschiebt sich die Verteilung zu höheren Geschwindigkeiten und wird flacher - leichte Teilchen sind im Mittel schneller als schwere.

Maxwell-Boltzmann-Geschwindigkeitsverteilung

Maxwell-Boltzmann-VerteilungSchaubild von f(v), Nullstellen bei x = 0, Hochpunkt bei (1.414, 0.736), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von 0 bis 40.511.522.533.540.10.20.30.40.50.6wahrscheinlichstevf(v)Anteil f(v)Geschwindigkeit v
Abb. 1Die Geschwindigkeiten der Gasteilchen streuen breit; die Verteilung ist nach rechts schief mit einer wahrscheinlichsten Geschwindigkeit.
p V=n R Tp\,V = n\,R\,TpV=nRT

Ideale Gasgleichung

Eˉkin=32kBT\bar E_{\text{kin}}=\tfrac{3}{2}k_{B} TEˉkin​=23​kB​T

Mittlere Translationsenergie eines Gasteilchens

Musterbeispiel

Druckanstieg im Reifen

Reifen 20∘20^{\circ}20∘C, pabs=3,5p_{abs}=3{,}5pabs​=3,5 bar; Temperatur steigt auf 60∘60^{\circ}60∘C bei konstantem Volumen.

  1. 01Kelvin

    T1=293,15T_{1}=293{,}15T1​=293,15 K, T2=333,15T_{2}=333{,}15T2​=333,15 K.

  2. 02Isochor

    p1/T1=p2/T2⇒p2=p1⋅T2/T1p_{1}/T_{1}=p_{2}/T_{2}\Rightarrow p_{2}=p_{1}\cdot T_{2}/T_{1}p1​/T1​=p2​/T2​⇒p2​=p1​⋅T2​/T1​.

  3. 03Einsetzen

    p2=3,5⋅333,15/293,15≈3,98p_{2}=3{,}5\cdot 333{,}15/293{,}15\approx 3{,}98p2​=3,5⋅333,15/293,15≈3,98 bar.

  4. 04Relativdruck

    p2,rel≈2,98p_{2,rel}\approx 2{,}98p2,rel​≈2,98 bar.

Ergebnis: Reifeninnendruck steigt auf rund 4,04{,}04,0 bar absolut, also rund 3,03{,}03,0 bar Reifenanzeige.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Temperatur ist makroskopisch ein Mass für die mittlere kinetische Energie der Teilchen.

  2. 2

    Das ideale Gas ist ein einfaches Modell, in dem nur elastische Stöße zählen.

  3. 3

    Aus der kinetischen Theorie folgen Bewegungsenergie und Geschwindigkeitsverteilung der Moleküle.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Erkläre das Modell des idealen Gases und die Bedeutung der kinetischen Gastheorie. Bestimme die mittlere kinetische Energie und die mittlere Geschwindigkeit eines Stickstoffmoleküls (m≈4,65⋅10−26m\approx 4{,}65\cdot 10^{-26}m≈4,65⋅10−26 kg) bei Raumtemperatur (T=293T=293T=293 K).

Maturafokus

  • Stoffmenge nnn und Teilchenzahl N=nNAN=n N_{A}N=nNA​ klar unterscheiden (NA=6,022⋅1023N_{A}=6{,}022\cdot 10^{23}NA​=6,022⋅1023/mol).
  • In allen Gasrechnungen Temperatur in Kelvin einsetzen.
  • Isotherm, isobar, isochor unterscheiden und entsprechende vereinfachte Formeln nennen.

Typische Fehler

  • Temperatur in Celsius statt Kelvin in der Gasgleichung verwendet.
  • Druck in bar statt Pa eingesetzt (111 bar =105= 10^{5}=105 Pa).
  • Stoffmenge und Teilchenzahl verwechselt.

Aktive Wiederholung

Ein Reifen wird bei 20∘20^{\circ}20∘C auf 2,52{,}52,5 bar (relativ) gepumpt. Welcher Druck stellt sich nach starker Sonneneinstrahlung bei 60∘60^{\circ}60∘C ein, wenn das Volumen konstant bleibt? (Vergiss Luftdruck nicht.)

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax College Physics - Kinetic Theory (OpenStax)

§ 02

Hauptsätze der Thermodynamik#

●●○StandardLPPHY-Therm-3.2

Kernpunkte

Die Hauptsätze der Thermodynamik regeln, wie Energie und Wärme in jedem System umgewandelt werden können - und welche Umwandlungen prinzipiell unmöglich sind. Sie gehören zu den am besten bestätigten Naturgesetzen überhaupt.
Der 0. Hauptsatz stellt fest, dass thermisches Gleichgewicht transitiv ist: Sind zwei Körper je mit einem dritten im Gleichgewicht, dann auch untereinander. Erst das macht die Temperatur zu einer eindeutigen Messgröße und das Thermometer überhaupt möglich.
Der 1. Hauptsatz ist die Energieerhaltung in Wärmeprozessen: ΔU=Q+W\Delta U=Q+WΔU=Q+W - die innere Energie eines Systems ändert sich durch zugeführte Wärme QQQ und am System verrichtete Arbeit WWW. Auf die Vorzeichenkonvention ist zu achten (Q>0Q>0Q>0: Wärme zugeführt, W>0W>0W>0: Arbeit am System geleistet).
Der 2. Hauptsatz gibt den Prozessen eine Richtung: In einem abgeschlossenen System kann die Entropie nur zunehmen oder gleich bleiben, und Wärme fließt von selbst stets von warm nach kalt, nie umgekehrt. In der Formulierung von Kelvin und Planck heißt das: Es gibt kein Perpetuum mobile 2. Art - Wärme lässt sich nie vollständig in Arbeit umwandeln.
Der 3. Hauptsatz besagt, dass der absolute Nullpunkt nicht in endlich vielen Schritten erreichbar ist und die Entropie eines idealen Kristalls für T→0T\to 0T→0 verschwindet. Er fixiert den Nullpunkt der Entropieskala.
Technisch werden diese Sätze in Kreisprozessen umgesetzt - Carnot, Stirling, Otto und Diesel (). Jeder reale Wirkungsgrad bleibt unter dem nur von den Temperaturen abhängigen Carnot-Limit ηC=1−Tkalt/Twarm\eta_{C}=1-T_{\text{kalt}}/T_{\text{warm}}ηC​=1−Tkalt​/Twarm​, das die prinzipielle Obergrenze markiert.

p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
Abb. 2Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
ΔU=Q+W\Delta U = Q + WΔU=Q+W

1. Hauptsatz (Energieerhaltung)

ηC=1−TkaltTwarm\eta_{C}=1-\dfrac{T_{kalt}}{T_{warm}}ηC​=1−Twarm​Tkalt​​

Carnot-Wirkungsgrad

COPKu¨hl=TkaltTwarm−TkaltCOP_{Kühl}=\dfrac{T_{kalt}}{T_{warm}-T_{kalt}}COPKu¨hl​=Twarm​−Tkalt​Tkalt​​

Carnot-Leistungsziffer (Kühlmaschine)

Musterbeispiel

Maximalwirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine

Eine Dampfturbine arbeitet zwischen Twarm=550T_{warm}=550Twarm​=550 K und Tkalt=300T_{kalt}=300Tkalt​=300 K. Welchen maximalen Wirkungsgrad kann sie erreichen?

  1. 01Carnot-Formel

    Der obere Grenzwert hängt nur von den beiden absoluten Temperaturen ab: ηC=1−Tkalt/Twarm\eta_{C}=1-T_{kalt}/T_{warm}ηC​=1−Tkalt​/Twarm​. Temperaturen müssen in Kelvin eingesetzt werden.

  2. 02Einsetzen

    ηC=1−300/550=1−0,545=0,455\eta_{C}=1-300/550=1-0{,}545=0{,}455ηC​=1−300/550=1−0,545=0,455.

  3. 03Interpretation

    Der Carnot-Wirkungsgrad ist eine prinzipielle Obergrenze für jede zwischen diesen Reservoirs arbeitende Maschine. Reale Turbinen liegen wegen Reibung, Wärmeleitung und endlicher Prozessgeschwindigkeit darunter; eine größere Temperaturdifferenz hebt die Grenze an.

Ergebnis: Maximalwirkungsgrad ≈45,5%\approx 45{,}5\%≈45,5%. Reale Turbinen erreichen ca. 35−40%35-40\%35−40%.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Der 1. Hauptsatz ist die Energieerhaltung in der Thermodynamik.

  2. 2

    Der 2. Hauptsatz beschränkt die Richtung spontaner Prozesse - Entropie nimmt zu.

    p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

    1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
    Abb.Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
  3. 3

    Der Carnot-Wirkungsgrad ist die theoretische Obergrenze für jede Wärmekraftmaschine.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Formuliere die ersten beiden Hauptsätze der Thermodynamik und erläutere ihre Bedeutung am Beispiel eines Verbrennungsmotors. Berechne den Carnot-Wirkungsgrad für einen Motor mit Twarm=900T_{warm}=900Twarm​=900 K und Tkalt=350T_{kalt}=350Tkalt​=350 K und diskutiere, warum reale Wirkungsgrade deutlich darunter liegen.

Maturafokus

  • Vorzeichenkonvention klar nennen (Q>0Q>0Q>0: Wärme zugeführt, W>0W>0W>0: Arbeit am System).
  • Wirkungsgrad real vs. Carnot trennen.
  • Entropie als Mass für Unordnung umgangssprachlich richtig beschreiben.

Typische Fehler

  • Falsche Vorzeichenkonvention bei WWW.
  • Carnot-Wirkungsgrad überschritten (verstößt gegen 2. Hauptsatz).
  • Entropie als Energie statt als Zustandsgröße SSS beschrieben.

Aktive Wiederholung

Eine Kühlmaschine entzieht einem Innenraum bei 5∘5^{\circ}5∘C während einer Stunde 3,63{,}63,6 MJ Wärme und gibt diese an die Umgebung bei 25∘25^{\circ}25∘C ab. Berechne die maximale Leistungsziffer und vergleiche mit dem Carnot-Idealwert.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: MIT OCW 8.044 - Statistical Physics (MIT OpenCourseWare)

§ 03

Wärmekapazität und Phasenübergänge#

●●○StandardLPPHY-Therm-3.3

Kernpunkte

Um einen Stoff zu erwärmen, muss man Wärme zuführen: Q=c m ΔTQ=c\,m\,\Delta TQ=cmΔT. Die spezifische Wärmekapazität ccc gibt an, wie viel Energie ein Kilogramm pro Kelvin Temperaturanstieg aufnimmt. Verschiedene Stoffe brauchen sehr unterschiedlich viel - Metalle wenig, Wasser außergewöhnlich viel.
Wasser hat mit c≈4,18c\approx 4{,}18c≈4,18 kJ/(kg K) eine der höchsten Wärmekapazitäten überhaupt und ist deshalb ein hervorragender Wärmespeicher. Das erklärt das milde Klima an Küsten und den Einsatz von Wasser als Kühl- und Heizmittel: Es nimmt viel Energie auf, ohne sich stark zu erwärmen.
Bei einem Phasenübergang bleibt die Temperatur trotz Wärmezufuhr konstant, weil die Energie das Aufbrechen der Bindungen leistet (latente Wärme): Q=Ls mQ=L_{s}\,mQ=Ls​m beim Schmelzen, Q=Lv mQ=L_{v}\,mQ=Lv​m beim Verdampfen. Im TTT-QQQ-Diagramm erscheinen diese Übergänge als waagrechte Plateaus ().

Erwärmungskurve von Wasser mit Schmelz- und Siedeplateau

Erwärmungskurve von Wasser mit Schmelz- und SiedeplateauLiniendiagramm: ϑ in °C nach zugeführte Wärme Q (rel.)020406080100120050100150200250300ϑ in °Czugeführte Wärme Q (rel.)
Abb. 3Während eines Phasenübergangs bleibt die Temperatur trotz Wärmezufuhr konstant (latente Wärme).
Für Wasser ist die Schmelzwärme LSchmelz=334L_{\text{Schmelz}}=334LSchmelz​=334 kJ/kg, die Verdampfungswärme sogar LVerdampf=2257L_{\text{Verdampf}}=2257LVerdampf​=2257 kJ/kg - Verdampfen kostet also rund siebenmal mehr Energie als Schmelzen. Deshalb kühlt verdunstender Schweiß so wirksam und dauert das Verdampfen viel länger als das Schmelzen gleicher Massen.
Bei Mischungsaufgaben gilt die Energieerhaltung: Die abgegebene Wärme des wärmeren Körpers ist gleich der aufgenommenen des kälteren, also ∑mici(Ti−Tm)=0\sum m_{i}c_{i}(T_{i}-T_{m})=0∑mi​ci​(Ti​−Tm​)=0. Wichtig ist, mögliche Phasenübergänge (schmelzendes Eis) als eigene Energieposten mitzudenken.
Mehrstufige Aufgaben zerlegt man konsequent in Heizphasen (Q=cmΔTQ=cm\Delta TQ=cmΔT) und Phasenübergänge (Q=LmQ=LmQ=Lm) und addiert die Teilenergien. Ein Einheitencheck (kJ gegen J) verhindert Größenordnungsfehler, die hier besonders häufig sind.
Q=c m ΔT,Q=Ls m  (Phasenu¨bergang)Q=c\,m\,\Delta T,\quad Q=L_{s}\,m \;\text{(Phasenübergang)}Q=cmΔT,Q=Ls​m(Phasenu¨bergang)

Wärme und latente Wärme

Q˙=λAΔTd\dot Q = \lambda A\dfrac{\Delta T}{d}Q˙​=λAdΔT​

Wärmeleitung (Fourier)

Musterbeispiel

Mischungstemperatur

200200200 g Wasser von 80∘80^{\circ}80∘C werden mit 300300300 g Wasser von 20∘20^{\circ}20∘C vermischt. Welche Mischungstemperatur stellt sich ein? cW=4,18c_{W}=4{,}18cW​=4,18 kJ/(kg K).

  1. 01Energiebilanz

    m1c(T1−Tm)=m2c(Tm−T2)m_{1} c (T_{1}-T_{m}) = m_{2} c (T_{m}-T_{2})m1​c(T1​−Tm​)=m2​c(Tm​−T2​).

  2. 02Auflösen

    Tm=m1T1+m2T2m1+m2T_{m}=\dfrac{m_{1} T_{1}+m_{2} T_{2}}{m_{1}+m_{2}}Tm​=m1​+m2​m1​T1​+m2​T2​​.

  3. 03Einsetzen

    Tm=0,2⋅80+0,3⋅200,5=16+60,5=44∘T_{m}=\dfrac{0{,}2\cdot 80+0{,}3\cdot 20}{0{,}5}=\dfrac{16+6}{0{,}5}=44^{\circ}Tm​=0,50,2⋅80+0,3⋅20​=0,516+6​=44∘C.

Ergebnis: Mischungstemperatur 44∘44^{\circ}44∘C.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Die Wärmekapazität gibt an, wie viel Energie ein Stoff pro Kelvin Temperaturänderung aufnimmt.

  2. 2

    Bei Phasenübergängen bleibt die Temperatur konstant, obwohl Energie zugeführt wird - das ist latente Wärme.

  3. 3

    Energiebilanzen helfen, Mischungstemperaturen oder Heizdauern zu berechnen.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Erläutere den Begriff der spezifischen Wärmekapazität und beschreibe, warum Wasser ein besonders guter Wärmespeicher ist. Bestimme die Endtemperatur, wenn 505050 g Aluminium (c=897c=897c=897 J/(kg K)) der Temperatur 150∘150^{\circ}150∘C in 200200200 g Wasser von 20∘20^{\circ}20∘C gelegt werden.

Maturafokus

  • Bei Mischungsaufgaben Aggregatzustände und Phasenübergänge mitdenken (z. B. Eis schmilzt).
  • Einheitencheck (kJ vs. J).
  • Mehrstufige Aufgaben in Heiz- und Phasenphasen aufteilen.

Typische Fehler

  • Latente Wärme beim Schmelzen/Verdampfen vergessen.
  • Spezifische Wärmekapazität von Wasser auf andere Stoffe übertragen.
  • Verwendung von ΔT\Delta TΔT in Celsius statt Kelvin - identisch, aber Abstand!.

Aktive Wiederholung

Wie viel Energie ist nötig, um 250250250 g Eis von −10∘-10^{\circ}−10∘C in Wasserdampf von 100∘100^{\circ}100∘C zu verwandeln? (cEis=2,1c_{Eis}=2{,}1cEis​=2,1 kJ/(kg K), LS=334L_{S}=334LS​=334 kJ/kg, cW=4,18c_{W}=4{,}18cW​=4,18 kJ/(kg K), LV=2257L_{V}=2257LV​=2257 kJ/kg.)

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax College Physics - Heat and Heat Transfer (OpenStax)

§ 04

Zustandsänderungen idealer Gase#

●●●VertiefungLPPHY-Therm-3.4

Kernpunkte

Eine Zustandsänderung eines Gases analysiert man, indem man eine Zustandsgröße konstant hält und den 1. Hauptsatz ΔU=Q+W\Delta U=Q+WΔU=Q+W darauf anwendet. Die vier Standardfälle - isotherm, isobar, isochor, adiabatisch - decken die meisten Maturaaufgaben ab und lassen sich im ppp-VVV-Diagramm unterscheiden ().

p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
Abb. 4Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
Isotherm (T=constT=\text{const}T=const): Es gilt pV=constpV=\text{const}pV=const, die innere Energie ändert sich nicht (ΔU=0\Delta U=0ΔU=0), und die gesamte Volumenarbeit W=nRTln⁡(V1/V2)W=nRT\ln(V_{1}/V_{2})W=nRTln(V1​/V2​) wird als Wärme ausgetauscht. Im Diagramm ist die Isotherme eine Hyperbel.
Isobar (p=constp=\text{const}p=const): Hier gilt V/T=constV/T=\text{const}V/T=const, und das Gas verrichtet die Volumenarbeit W=p ΔV=nR ΔTW=p\,\Delta V=nR\,\Delta TW=pΔV=nRΔT. Die zugeführte Wärme verteilt sich auf innere Energie und diese Arbeit.
Isochor (V=constV=\text{const}V=const): Wegen p/T=constp/T=\text{const}p/T=const und unveränderlichem Volumen wird keine Arbeit verrichtet (W=0W=0W=0); die gesamte zugeführte Wärme erhöht allein die innere Energie und damit die Temperatur.
Adiabatisch (Q=0Q=0Q=0): Ohne Wärmeaustausch - etwa bei sehr schnellen Vorgängen - gilt pVκ=constpV^{\kappa}=\text{const}pVκ=const mit dem Adiabatenexponenten κ=cp/cV\kappa=c_{p}/c_{V}κ=cp​/cV​. Die Adiabate verläuft im ppp-VVV-Diagramm steiler als die Isotherme, weil sich das Gas beim Komprimieren zusätzlich erwärmt.
Die innere Energie eines idealen Gases hängt nur von der Temperatur ab: ΔU=nCVΔT\Delta U=nC_{V}\Delta TΔU=nCV​ΔT, unabhängig vom Weg. Im ppp-VVV-Diagramm ist die von einem Kreisprozess eingeschlossene Fläche gleich der pro Umlauf gewonnenen Nutzarbeit - die Grundlage jeder Wärmekraftmaschine.
Wisobar=p ΔV=nR ΔTW_{isobar}=p\,\Delta V=nR\,\Delta TWisobar​=pΔV=nRΔT

Isobare Volumenarbeit

p Vκ=const,κ=cpcVp\,V^{\kappa}=\text{const},\quad \kappa=\dfrac{c_{p}}{c_{V}}pVκ=const,κ=cV​cp​​

Adiabatengleichung

Musterbeispiel

Isobare Erwärmung von einem Mol Gas

n=1n=1n=1 mol, p=p=p=const, T:300→400T:300\to 400T:300→400 K, Cp=52RC_{p}=\tfrac{5}{2}RCp​=25​R, CV=32RC_{V}=\tfrac{3}{2}RCV​=23​R.

  1. 01Volumenarbeit

    W=nR ΔT=1⋅8,314⋅100≈831W=nR\,\Delta T=1\cdot 8{,}314\cdot 100\approx 831W=nRΔT=1⋅8,314⋅100≈831 J.

  2. 02Zugeführte Wärme

    Q=nCpΔT=1⋅52⋅8,314⋅100≈2079Q=nC_{p}\Delta T=1\cdot\tfrac{5}{2}\cdot 8{,}314\cdot 100\approx 2079Q=nCp​ΔT=1⋅25​⋅8,314⋅100≈2079 J.

  3. 03Innere Energie

    ΔU=nCVΔT=1⋅32⋅8,314⋅100≈1247\Delta U=nC_{V}\Delta T=1\cdot\tfrac{3}{2}\cdot 8{,}314\cdot 100\approx 1247ΔU=nCV​ΔT=1⋅23​⋅8,314⋅100≈1247 J.

  4. 04Kontrolle

    ΔU=Q−W=2079−831=1248\Delta U=Q-W=2079-831=1248ΔU=Q−W=2079−831=1248 J - konsistent.

Ergebnis: Volumenarbeit ≈831\approx 831≈831 J, Wärme ≈2079\approx 2079≈2079 J, davon ≈1247\approx 1247≈1247 J als innere Energie.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Jede Zustandsänderung hält eine Größe konstant - Temperatur, Druck, Volumen oder den Wärmeaustausch.

    p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

    1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
    Abb.Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
  2. 2

    Der 1. Hauptsatz verbindet für jeden Prozess innere Energie, Wärme und Arbeit.

  3. 3

    Im p-V-Diagramm ist die eingeschlossene Fläche eines Kreisprozesses die Nutzarbeit.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Beschreibe isotherme, isobare, isochore und adiabatische Zustandsänderungen eines idealen Gases und ordne sie im p-V-Diagramm ein. Wie wendet man jeweils den 1. Hauptsatz an?

Maturafokus

  • Zustandsänderungen im p-V-Diagramm identifizieren und Arbeit als Fläche deuten.
  • Für jede Zustandsänderung ΔU\Delta UΔU, QQQ und WWW über den 1. Hauptsatz konsistent bestimmen.
  • Adiabate (steiler) und Isotherme (flacher) im Diagramm unterscheiden.

Typische Fehler

  • Bei isochorer Änderung fälschlich Volumenarbeit angesetzt.
  • Adiabatengleichung mit der Isothermengleichung verwechselt (Exponent κ\kappaκ vergessen).
  • Bei isothermer Änderung ΔU≠0\Delta U\neq 0ΔU=0 angenommen.

Aktive Wiederholung

111 mol ideales Gas wird bei konstantem Druck p=1,0p=1{,}0p=1,0 bar von 300300300 K auf 400400400 K erwärmt. Berechne die Volumenarbeit und die zugeführte Wärme (Cp=52RC_{p}=\tfrac{5}{2}RCp​=25​R, CV=32RC_{V}=\tfrac{3}{2}RCV​=23​R, R=8,314R=8{,}314R=8,314 J/(mol K)).

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax College Physics - Thermodynamic Processes (OpenStax)

§ 05

Wärmetransport - Leitung, Konvektion, Strahlung#

●●○StandardLPPHY-Therm-3.5

Kernpunkte

Wärme kann auf drei grundverschiedene Arten transportiert werden: durch Leitung (vor allem in Festkörpern), durch Konvektion (in strömenden Fluiden) und durch Strahlung (sogar im Vakuum). In realen Situationen wirken meist mehrere Mechanismen zugleich.
Bei der Wärmeleitung wandert Energie durch Stöße von Teilchen zu Teilchen, ohne dass Materie transportiert wird. Das Fourier-Gesetz Q˙=λAΔTd\dot Q=\lambda A\dfrac{\Delta T}{d}Q˙​=λAdΔT​ () zeigt: Der Wärmestrom wächst mit Fläche und Temperaturdifferenz und sinkt mit der Schichtdicke. Metalle haben ein großes λ\lambdaλ (gute Leiter), Dämmstoffe und Luft ein kleines.

Wärmeleitung durch eine Wand (Fourier)

Wärmeleitung durch eine WandSchematische Darstellung mit 6 Elementen, Wand, Q̇, d, innen T₁, außen T₂WandQ̇dinnen T₁außen T₂
Abb. 5Der Wärmestrom Q˙=λA ΔT/d\dot Q=\lambda A\,\Delta T/dQ˙​=λAΔT/d wächst mit Fläche und Temperaturdifferenz, sinkt mit der Wanddicke.
Bei der Konvektion transportiert das strömende Fluid die Wärme selbst mit: Warmes, weniger dichtes Material steigt auf, kühleres sinkt ab. Das treibt Heizkörper im Raum, den Golfstrom im Ozean und das gesamte Wettergeschehen an.
Jeder Körper sendet allein aufgrund seiner Temperatur Wärmestrahlung aus; nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz ist die Strahlungsleistung P=εσAT4P=\varepsilon\sigma A T^{4}P=εσAT4. Die vierte Potenz ist entscheidend: Verdoppelt sich die absolute Temperatur, steigt die Abstrahlung auf das Sechzehnfache. Strahlung benötigt kein Medium - so erreicht uns die Sonnenenergie durch das Vakuum.
Wärmedämmung nutzt diese Gesetze gezielt: dicke Schichten mit kleiner Leitfähigkeit, mehrfache ruhende Luftschichten (Doppelverglasung) gegen Leitung und Konvektion sowie reflektierende, blanke Oberflächen gegen Strahlung.
Beim Treibhauseffekt dringt die kurzwellige Sonnenstrahlung weitgehend ungehindert bis zum Boden, während die von der erwärmten Erde ausgehende langwellige Wärmestrahlung von Treibhausgasen absorbiert und teilweise zurückgestrahlt wird. Diese Rückstrahlung erhöht die Oberflächentemperatur - ohne sie wäre die Erde global vereist.
Q˙=λAΔTd\dot Q=\lambda A\dfrac{\Delta T}{d}Q˙​=λAdΔT​

Wärmeleitung (Fourier)

P=ε σ A T4P=\varepsilon\,\sigma\,A\,T^{4}P=εσAT4

Wärmestrahlung (Stefan-Boltzmann)

Musterbeispiel

Wärmeverlust durch ein Einfachglasfenster

A=2,0A=2{,}0A=2,0 m2^{2}2, d=4,0d=4{,}0d=4,0 mm, λ=0,80\lambda=0{,}80λ=0,80 W/(m K), ΔT=20\Delta T=20ΔT=20 K.

  1. 01Fourier

    Q˙=λAΔT/d\dot Q=\lambda A\Delta T/dQ˙​=λAΔT/d.

  2. 02Einsetzen

    Q˙=0,80⋅2,0⋅20/0,004=8000\dot Q=0{,}80\cdot 2{,}0\cdot 20/0{,}004=8000Q˙​=0,80⋅2,0⋅20/0,004=8000 W.

  3. 03Vergleich

    Doppelverglasung mit Luftschicht (kleines λ\lambdaλ, grosses ddd) senkt den Verlust um etwa eine Größenordnung.

Ergebnis: Der idealisierte Wärmestrom beträgt 888 kW; reale Fenster sind durch Grenzschichten und Mehrfachverglasung deutlich besser.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Wärme wird durch Leitung, Konvektion und Strahlung transportiert - nur Strahlung braucht kein Medium.

  2. 2

    Das Fourier-Gesetz beschreibt, wie schnell Wärme durch eine Wand fliesst.

  3. 3

    Die Strahlungsleistung wächst mit der vierten Potenz der Temperatur - zentral für Sterne und den Treibhauseffekt.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Beschreibe die drei Arten des Wärmetransports mit je einem Alltagsbeispiel. Erläutere, wie Gebäudedämmung physikalisch wirkt, und welche Rolle die Stefan-Boltzmann-Strahlung beim Treibhauseffekt spielt.

Maturafokus

  • Den passenden Transportmechanismus dem Kontext zuordnen.
  • Fourier-Gesetz für Wärmeverlust durch Fenster/Wand berechnen.
  • Vierte-Potenz-Abhängigkeit der Strahlung von TTT betonen.

Typische Fehler

  • Konvektion in Festkörpern angenommen (dort dominiert Leitung).
  • Temperatur bei Stefan-Boltzmann in Celsius statt Kelvin eingesetzt.
  • Schichtdicke und Fläche in der Fourier-Formel vertauscht.

Aktive Wiederholung

Ein Einfachglasfenster (Fläche 2,02{,}02,0 m2^{2}2, Dicke 4,04{,}04,0 mm, λ=0,80\lambda=0{,}80λ=0,80 W/(m K)) trennt 21∘21^{\circ}21∘C innen von 1∘1^{\circ}1∘C aussen. Berechne den Wärmestrom und vergleiche qualitativ mit Doppelverglasung.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax College Physics - Heat Transfer Methods (OpenStax)

§ 06

Entropie und Irreversibilität#

●●●VertiefungLPPHY-Therm-3.6

Kernpunkte

Die Entropie SSS ist die Zustandsgröße, die festlegt, in welche Richtung Prozesse von selbst ablaufen. Bei reversibler Wärmezufuhr ändert sie sich um ΔS=QrevT\Delta S=\dfrac{Q_{rev}}{T}ΔS=TQrev​​ - dieselbe Wärmemenge erzeugt bei tiefer Temperatur mehr Entropie als bei hoher.
Statistisch gedeutet (Boltzmann) ist S=kBln⁡WS=k_{B}\ln WS=kB​lnW, wobei WWW die Zahl der mikroskopischen Anordnungen zählt, die denselben makroskopischen Zustand ergeben. Ein „unordentlicher", wahrscheinlicherer Zustand hat mehr Mikrozustände und damit höhere Entropie - Entropiezunahme ist der Lauf zum Wahrscheinlicheren.
Der 2. Hauptsatz lautet in dieser Sprache: In einem abgeschlossenen System nimmt die Gesamtentropie nie ab (ΔS≥0\Delta S\geq 0ΔS≥0). Reversible (ideale) Prozesse halten ΔS=0\Delta S=0ΔS=0, alle realen, irreversiblen Prozesse erzeugen Entropie.
Daraus folgt die Alltagsbeobachtung, dass Wärme von selbst nur von warm nach kalt fließt: Dabei sinkt zwar die Entropie des warmen Reservoirs, die des kalten steigt aber stärker, sodass die Gesamtbilanz positiv ist. Der umgekehrte Vorgang würde die Gesamtentropie senken und ist ohne äußeren Aufwand (Kühlmaschine) unmöglich.
Wichtig: Die Entropie eines Teilsystems darf durchaus abnehmen (etwa Wasser, das zu Eis gefriert) - der 2. Hauptsatz verlangt nur, dass die Summe aus System und Umgebung nicht abnimmt. Lokale Ordnung wird stets durch größere Unordnung anderswo „erkauft".
Die Entropie gibt der Zeit eine Richtung (den thermodynamischen Zeitpfeil) und begrenzt zugleich die Umwandelbarkeit von Wärme in Arbeit. Genau deshalb kann keine Maschine den Carnot-Wirkungsgrad überschreiten, wie er sich aus den Kreisprozessen ergibt ().

p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
Abb. 6Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
ΔS=QrevT,S=kBln⁡W\Delta S=\dfrac{Q_{rev}}{T},\quad S=k_{B}\ln WΔS=TQrev​​,S=kB​lnW

Entropie - thermodynamisch und statistisch

Musterbeispiel

Entropiebilanz bei Wärmeleitung

Q=1000Q=1000Q=1000 J von Tw=400T_{w}=400Tw​=400 K zu Tk=300T_{k}=300Tk​=300 K.

  1. 01Warmes Reservoir

    ΔSw=−Q/Tw=−1000/400=−2,50\Delta S_{w}=-Q/T_{w}=-1000/400=-2{,}50ΔSw​=−Q/Tw​=−1000/400=−2,50 J/K.

  2. 02Kaltes Reservoir

    ΔSk=+Q/Tk=+1000/300≈+3,33\Delta S_{k}=+Q/T_{k}=+1000/300\approx +3{,}33ΔSk​=+Q/Tk​=+1000/300≈+3,33 J/K.

  3. 03Gesamt

    ΔSges=−2,50+3,33=+0,83\Delta S_{ges}=-2{,}50+3{,}33=+0{,}83ΔSges​=−2,50+3,33=+0,83 J/K >0>0>0.

Ergebnis: Die Gesamtentropie steigt um ≈0,83\approx 0{,}83≈0,83 J/K - der Prozess ist irreversibel und läuft spontan nur in dieser Richtung.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Entropie ist eine Zustandsgröße und ein Mass für die Unordnung eines Systems.

  2. 2

    Im abgeschlossenen System kann die Gesamtentropie nie abnehmen - das ist der 2. Hauptsatz.

    p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

    1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
    Abb.Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
  3. 3

    Die Entropie gibt der Zeit eine Richtung und begrenzt die Umwandlung von Wärme in Arbeit.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Erläutere den Begriff der Entropie thermodynamisch und statistisch. Begründe mit der Entropie, warum Wärme spontan nur von warm nach kalt fliesst und warum kein perpetuum mobile 2. Art möglich ist.

Maturafokus

  • Entropieänderung bei Wärmeübertragung berechnen und Vorzeichen prüfen.
  • Statistische und thermodynamische Deutung der Entropie verbinden.
  • Den 2. Hauptsatz über die Entropie formulieren.

Typische Fehler

  • Entropie als Energie statt als Zustandsgröße behandelt.
  • Entropieabnahme eines Teilsystems als Verstoss gegen den 2. Hauptsatz gedeutet (nur die Gesamtbilanz zählt).
  • Temperatur bei ΔS=Q/T\Delta S=Q/TΔS=Q/T in Celsius eingesetzt.

Aktive Wiederholung

Eine Wärmemenge Q=1000Q=1000Q=1000 J fliesst von einem Reservoir bei 400400400 K zu einem bei 300300300 K. Berechne die Entropieänderung beider Reservoire und der Gesamtanordnung und interpretiere das Vorzeichen.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: MIT OCW 8.044 - Statistical Physics (MIT OpenCourseWare)

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Temperatur, ideales Gas und kinetische Gastheorie○
    • 02Hauptsätze der Thermodynamik◐
    • 03Wärmekapazität und Phasenübergänge◐
    • 04Zustandsänderungen idealer Gase●
    • 05Wärmetransport - Leitung, Konvektion, Strahlung◐
    • 06Entropie und Irreversibilität●

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Aus den Notizen ins Training

Thermodynamik - Temperatur, Wärme, Hauptsätze

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Beispielfrage

Erkläre das Modell des idealen Gases und die Bedeutung der kinetischen Gastheorie. Bestimme die mittlere kinetische Energie und die mittlere Geschwindigkeit eines Stickstoffmoleküls (m≈4,65⋅10−26m\approx 4{,}65\cdot 10^{-26}m≈4,65⋅10−26 kg) bei Raumtemperatur (T=293T=293T=293 K).

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Belege & Quellen

Quellen

OpenStax

  • OpenStax College Physics - Kinetic Theory

MIT OpenCourseWare

  • MIT OCW 8.044 - Statistical Physics

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