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Notizen/Mathematik/FA 1 - Funktionsbegriff, lineare und Potenzfunktionen
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FA 1 - Funktionsbegriff, lineare und Potenzfunktionen

Vom Funktionsbegriff über lineare und stückweise Modelle bis zu Potenzfunktionen mit ganzzahligen Exponenten. Schwerpunkt: Darstellungswechsel Tabelle - Graph - Formel - Kontext. Siehe Thema AG 2 (Gleichungen, Ungleichungen und Gleichungssysteme): Schnitt- und Nullstellen werden algebraisch über Gleichungen bestimmt.

6 Abschnitte·~20 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 3 · Standard 3·Stand 06/2026

T·0555 / 13
Prüfungsprofil
FA 1.1 · Funktionen als eindeutige Zuordnungen beschreibenFA 2.1 · Lineare Funktionen interpretieren und nutzenFA 3.1 · Potenzfunktionen mit ganzzahligen Exponenten
Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. FA 1 - Funktionsbegriff, lineare und Potenzfunktionen
    • 01Funktionsbegriff und Darstellungswechsel○
    • 02Lineare Funktionen○
    • 03Quadratische Funktionen und Scheitelform◐
    • 04Potenz- und Wurzelfunktionen◐
    • 05Direkte und indirekte Proportionalität○
    • 06Funktionseigenschaften: Monotonie, Symmetrie, Nullstellen◐
§ 01

Funktionsbegriff und Darstellungswechsel#

●○○BasisLPFA-1.1LPFA-1.2

Kernpunkte

Der Funktionsbegriff ist das Herzstück des gesamten Kapitels FA: Eine Funktion beschreibt, wie eine Größe eindeutig von einer anderen abhängt - etwa der Preis von der Stückzahl oder die Fallhöhe von der Zeit. Formal ordnet eine Funktion fff jedem Element der Definitionsmenge DfD_{f}Df​ genau ein Element der Zielmenge ZfZ_{f}Zf​ zu, kurz f:Df→Zf,  x↦f(x)f:D_{f}\to Z_{f},\;x\mapsto f(x)f:Df​→Zf​,x↦f(x). Das Wort „eindeutig" ist dabei die entscheidende Bedingung und unterscheidet eine Funktion von einer beliebigen Zuordnung.
Dieselbe Funktion lässt sich auf vier gleichwertige Arten festhalten: als Wertetabelle, als Graph, als Formel und als verbale Beschreibung. Diese Darstellungsformen sind äquivalent und ineinander überführbar - aus der Formel erzeugt man eine Tabelle durch Einsetzen, aus der Tabelle einen Graphen durch Einzeichnen der Punkte. Die Matura prüft fast immer genau diesen Darstellungswechsel, etwa wenn ein Graph einer passenden Formel oder einem Sachtext zugeordnet werden soll.
Zwei Mengen gehören untrennbar zu jeder Funktion. Die Definitionsmenge DfD_{f}Df​ sammelt alle erlaubten Eingaben xxx, der Wertebereich WfW_{f}Wf​ dagegen ist die Menge aller tatsächlich angenommenen yyy-Werte - also nur jener Ausgaben, die wirklich vorkommen. Im Sachkontext schränkt die Bedeutung den Definitionsbereich oft ein: Eine Zeit kann nicht negativ sein, eine Personenanzahl nur ganzzahlig. Wer hier blind ganz R\mathbb{R}R zulässt, verschenkt Punkte.
Ob eine vorgelegte Zuordnung überhaupt eine Funktion ist, klärt der vertikale Streifen-Test: Verschiebt man eine senkrechte Gerade über den Graphen, so darf sie ihn an jeder Stelle höchstens einmal treffen. Trifft sie ihn zweimal, besäße eine xxx-Koordinate zwei verschiedene yyy-Werte - und genau das ist verboten. Eine liegende Parabel oder ein Kreis fällt deshalb durch, eine Gerade oder eine stehende Parabel besteht den Test.
Am Graphen lassen sich globale Eigenschaften unmittelbar ablesen: Eine Funktion kann auf einem Bereich monoton steigen oder monoton fallen, und dort, wo der Graph die xxx-Achse kreuzt, wechselt der Funktionswert sein Vorzeichen. Diese anschauliche Sprechweise - steigt, fällt, schneidet die Achse - bildet die Brücke zu den späteren Funktionseigenschaften und zur Differentialrechnung, in der Monotonie über das Vorzeichen der Ableitung präzisiert wird.
Ein konkretes Beispiel macht das greifbar: Die Zuordnung „Stückzahl →\to→ Gesamtpreis" bei einem Stückpreis von 222 Euro ist die Funktion f(x)=2xf(x)=2xf(x)=2x mit Df=ND_{f}=\mathbb{N}Df​=N (nur ganze Stückzahlen) und Wf={0, 2, 4,… }W_{f}=\{0,\,2,\,4,\dots\}Wf​={0,2,4,…}. Sie ist eine echte Funktion, weil jede Stückzahl genau einen Preis liefert. Umgekehrt wäre „Preis →\to→ Stückzahl" nur dann eine Funktion, wenn aus jedem Preis eindeutig eine Stückzahl folgt - der prüfende Rückblick auf die Eindeutigkeit lohnt sich immer.
f:Df→Zf,  x↦f(x)f:D_{f}\to Z_{f},\;x\mapsto f(x)f:Df​→Zf​,x↦f(x)

Allgemeine Schreibweise

Musterbeispiel

Funktion erkennen und Definitions- sowie Wertebereich angeben

Eine Zuordnung ist durch eine Wertetabelle gegeben: x∈{1, 2, 3, 4}x\in\{1,\,2,\,3,\,4\}x∈{1,2,3,4} mit den zugehörigen Werten y=2, 5, 5, 8y=2,\,5,\,5,\,8y=2,5,5,8. Entscheide, ob eine Funktion vorliegt, und gib Definitions- und Wertebereich an.

  1. 01Eindeutigkeit prüfen

    Jedem xxx ist genau ein yyy zugeordnet: 1↦21\mapsto 21↦2, 2↦52\mapsto 52↦5, 3↦53\mapsto 53↦5, 4↦84\mapsto 84↦8. Keine xxx-Koordinate trägt zwei verschiedene Werte, also liegt eine Funktion vor.

  2. 02Definitionsmenge

    Die Eingabewerte bilden Df={1, 2, 3, 4}D_{f}=\{1,\,2,\,3,\,4\}Df​={1,2,3,4}.

  3. 03Wertebereich

    Die tatsächlich angenommenen Ausgaben sind Wf={2, 5, 8}W_{f}=\{2,\,5,\,8\}Wf​={2,5,8} - der Wert 555 wird in der Menge nur einmal genannt, obwohl er zweimal auftritt.

  4. 04Hinweis

    Dass zwei verschiedene xxx denselben yyy-Wert liefern, ist erlaubt; verboten wäre nur ein xxx mit zwei verschiedenen yyy-Werten.

Ergebnis: Es liegt eine Funktion vor mit Df={1, 2, 3, 4}D_{f}=\{1,\,2,\,3,\,4\}Df​={1,2,3,4} und Wf={2, 5, 8}W_{f}=\{2,\,5,\,8\}Wf​={2,5,8}.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Eine Funktion ist eine eindeutige Zuordnung - jedem Eingabewert wird genau ein Ausgabewert zugewiesen.

  2. 2

    Wechsle zwischen den Darstellungen Tabelle, Graph, Formel und Text, ohne Informationen zu verlieren.

  3. 3

    Definitions- und Wertebereich sind oft entscheidend für die Bedeutung im Kontext.

Maturafokus

  • In Typ-1-Aufgaben wird häufig zwischen Tabelle und Graph zugeordnet.
  • Definitionsbereich anhand des Kontextes einschränken (z.B. nur positive Zeiten).
  • Achte auf Einheiten in xxx- und yyy-Achse.

Typische Fehler

  • Tabellenwerte als Punkte gelesen, aber Kurve nicht angepasst.
  • Definitionsbereich auf R\mathbb{R}R erweitert, obwohl Kontext einschränkt.
  • Zuordnung mit mehreren yyy-Werten als Funktion akzeptiert.

Aktive Wiederholung

Prüfe, ob die Zuordnung "Personenanzahl -> Eintrittspreis" eine Funktion ist, und gib Definitions- und Wertebereich an.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: IQS Funktionsbegriff (IQS)

§ 02

Lineare Funktionen#

●○○BasisLPFA-2.1LPFA-2.2

Kernpunkte

Die lineare Funktion ist das einfachste und zugleich meistgenutzte Modell der Schulmathematik: Sie beschreibt jeden Zusammenhang mit konstanter Änderungsrate. Ihre Hauptform lautet f(x)=kx+df(x)=kx+df(x)=kx+d, wobei die Steigung kkk und der Achsenabschnitt ddd die Gerade vollständig festlegen. Ihr Graph ist stets eine Gerade - daher der Name -, und schon zwei Punkte genügen, um sie eindeutig zu zeichnen.
Die Steigung kkk beschreibt die Änderung von yyy pro Einheit von xxx und ist damit in Anwendungen fast immer eine Rate - etwa eine Geschwindigkeit in Metern pro Sekunde oder Kosten pro Stück. Anschaulich gibt kkk an, um wie viel der Funktionswert wächst, wenn man auf der xxx-Achse einen Schritt nach rechts geht: Bei k>0k>0k>0 steigt die Gerade, bei k<0k<0k<0 fällt sie, bei k=0k=0k=0 verläuft sie waagrecht und beschreibt eine konstante Funktion.
Aus zwei Punkten A(x1 ∣ y1)A(x_{1}\,|\,y_{1})A(x1​∣y1​) und B(x2 ∣ y2)B(x_{2}\,|\,y_{2})B(x2​∣y2​) berechnet man die Steigung als Differenzenquotient k=y2−y1x2−x1k=\dfrac{y_{2}-y_{1}}{x_{2}-x_{1}}k=x2​−x1​y2​−y1​​. Umgekehrt erkennt man Linearität in einer Wertetabelle daran, dass dieser Differenzenquotient konstant ist - gleiche Schritte in xxx erzeugen stets gleiche Schritte in yyy. Genau diese Konstanz unterscheidet die lineare von jeder anderen Funktion.
Der Achsenabschnitt ddd ist der Funktionswert an der Stelle x=0x=0x=0, also der Schnittpunkt mit der yyy-Achse; im Sachkontext ist er meist der Anfangswert, etwa eine Grundgebühr. Hat man kkk aus zwei Punkten bestimmt, gewinnt man ddd, indem man einen bekannten Punkt in f(x)=kx+df(x)=kx+df(x)=kx+d einsetzt und auflöst. So entsteht die vollständige Funktionsgleichung in wenigen Zeilen ().

Lineare Funktion f(x)=2x+1

Lineare Funktion f(x) = 2x + 1Schaubild von f(x) = 2x + 1, Nullstellen bei x = -0.5, y-Achsenabschnitt bei y = 1, steigend, im Bereich x von -3 bis 4−3−2−11234−6−4−2246810d = 1x₀ = −0,5f(x) = 2x + 1f(x)x
Abb. 1Steigung k=2k=2k=2, Achsenabschnitt d=1d=1d=1.
Die Lage zweier Geraden zueinander hängt allein von ihren Steigungen ab: Zwei Geraden sind genau dann parallel, wenn ihre Steigungen übereinstimmen (k1=k2k_{1}=k_{2}k1​=k2​), und sie stehen genau dann normal (rechtwinkelig) aufeinander, wenn k1⋅k2=−1k_{1}\cdot k_{2}=-1k1​⋅k2​=−1 gilt. Die zweite Bedingung bedeutet, dass die eine Steigung der negative Kehrwert der anderen ist - ein häufig gefragtes Kriterium in Geometrie- und Modellaufgaben.
In Anwendungen interpretiert man Steigung und Achsenabschnitt immer mit Einheiten: Bei einem Tarif K(t)=12+0,08 tK(t)=12+0{,}08\,tK(t)=12+0,08t ist 0,080{,}080,08 Euro pro Minute der Minutenpreis und 121212 Euro die fixe Grundgebühr. Über die Schule hinaus sind lineare Modelle so wichtig, weil sie kompliziertere Funktionen lokal annähern - genau diese Idee greift die Analysis später wieder auf, wenn die Tangente eine Kurve in einem Punkt durch ihre beste Gerade ersetzt.
f(x)=k⋅x+df(x)=k\cdot x+df(x)=k⋅x+d

Lineare Funktion - Hauptform

k=y2−y1x2−x1k=\dfrac{y_{2}-y_{1}}{x_{2}-x_{1}}k=x2​−x1​y2​−y1​​

Steigung aus zwei Punkten

Interaktive Grafik lädt…

Musterbeispiel

Lineares Modell aus zwei Punkten

Ein Handytarif kostet 121212 Euro Grundgebühr plus 0,080{,}080,08 Euro pro Minute. Stelle die Funktion auf und berechne die Kosten für 150150150 Minuten.

  1. 01Modell

    K(t)=12+0,08 tK(t)=12+0{,}08\,tK(t)=12+0,08t.

  2. 02Einsetzen

    K(150)=12+12=24K(150)=12+12=24K(150)=12+12=24.

  3. 03Interpretation

    Steigung 0,080{,}080,08 Euro/min ist der Minutenpreis; Achsenabschnitt 121212 Euro die Grundgebühr.

Ergebnis: 150150150 Minuten kosten 242424 Euro.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Lineare Funktionen haben in jeder Tabelle einen konstanten Zuwachs - das ist die Steigung.

  2. 2

    Aus zwei Punkten ergibt sich die Steigung als Differenzenquotient.

  3. 3

    In Anwendungen sind Steigung und Achsenabschnitt oft Rate und Anfangswert.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Eine lineare Funktion fff erfüllt f(2)=5f(2)=5f(2)=5 und f(5)=14f(5)=14f(5)=14. Bestimme die Funktionsgleichung.

Maturafokus

  • Achsenabschnitt ddd entspricht dem Wert bei x=0x=0x=0 - oft Anfangswert in der Anwendung.
  • Steigung erkennt man am leichtesten aus zwei Punkten oder aus der Differenz aufeinanderfolgender Tabellenwerte.
  • In Modellaufgaben Einheiten der Steigung explizit interpretieren.

Typische Fehler

  • Steigung mit umgekehrtem Vorzeichen berechnet (y1−y2y_{1}-y_{2}y1​−y2​ statt y2−y1y_{2}-y_{1}y2​−y1​).
  • Konstante Funktion als nicht linear klassifiziert.
  • Anfangswert und Steigung in der Interpretation vertauscht.

Aktive Wiederholung

Bestimme die Gleichung der Geraden durch A(−1, 3)A(-1,\,3)A(−1,3) und B(2,−3)B(2,-3)B(2,−3).

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: IQS lineare Funktionen (IQS)

§ 03

Quadratische Funktionen und Scheitelform#

●●○StandardLPFA-4.1

Kernpunkte

Die quadratische Funktion ist das einfachste Modell mit gekrümmtem Graphen und beschreibt überall dort, wo etwas zuerst zu- und dann abnimmt - von der Wurfbahn bis zur gewinnoptimalen Stückzahl. Ihre allgemeine Form ist f(x)=ax2+bx+cf(x)=ax^{2}+bx+cf(x)=ax2+bx+c mit a≠0a\neq 0a=0; die Bedingung a≠0a\neq 0a=0 stellt sicher, dass der quadratische Term nicht verschwindet und der Graph wirklich eine Parabel und keine Gerade ist.
Während die allgemeine Form gut zum Rechnen taugt, verrät die Scheitelform f(x)=a(x−d)2+ef(x)=a(x-d)^{2}+ef(x)=a(x−d)2+e die wichtigste Stelle der Parabel sofort: den Scheitel S(d ∣ e)S(d\,|\,e)S(d∣e) und die senkrechte Symmetrieachse x=dx=dx=d. Die Parabel ist nämlich spiegelsymmetrisch zu dieser Achse - links und rechts vom Scheitel verläuft sie exakt gleich. Zwischen beiden Formen wechselt man durch quadratische Ergänzung ().

Parabel f(x)=x²-x-2 mit Nullstellen

Parabel f(x) = x² − x − 2 mit NullstellenSchaubild von f(x) = x² − x − 2, Nullstellen bei x = -1, 2, Tiefpunkt bei (0.5, -2.25), y-Achsenabschnitt bei y = -2, im Bereich x von -2.6 bis 3.2−2−1123−22468x₁ = −1x₂ = 2SScheitelf(x) = x² − x −2f(x)x
Abb. 2Nullstellen bei x=−1x=-1x=−1 und x=2x=2x=2; Scheitel bei (0,5 ∣ −2,25)(0{,}5\,|\,-2{,}25)(0,5∣−2,25).
Der Parameter aaa steuert Form und Orientierung: Bei a>0a>0a>0 ist die Parabel nach oben geöffnet und besitzt einen tiefsten Punkt (Minimum), bei a<0a<0a<0 ist sie nach unten geöffnet und hat einen höchsten Punkt (Maximum). Der Betrag von aaa bestimmt die Streckung - je größer ∣a∣|a|∣a∣, desto schmaler und steiler die Parabel, je kleiner ∣a∣|a|∣a∣, desto weiter ist sie geöffnet.
Den Scheitel findet man auch direkt aus der allgemeinen Form: Seine xxx-Koordinate ist xS=−b2ax_{S}=-\dfrac{b}{2a}xS​=−2ab​, den zugehörigen yyy-Wert liefert das Einsetzen e=f(xS)e=f(x_{S})e=f(xS​). Wer lieber umformt, erhält denselben Scheitel über die quadratische Ergänzung. Beide Wege sind gleichwertig; in der Matura genügt einer, er sollte aber mit sauberen Zwischenschritten dokumentiert sein.
Die Nullstellen - die Schnittpunkte mit der xxx-Achse - bestimmt man über die Lösungsformel x1,2=−b±b2−4ac2ax_{1,2}=\dfrac{-b\pm\sqrt{b^{2}-4ac}}{2a}x1,2​=2a−b±b2−4ac​​ oder durch Faktorisieren. Die Diskriminante D=b2−4acD=b^{2}-4acD=b2−4ac unter der Wurzel entscheidet über die Anzahl: Bei D>0D>0D>0 gibt es zwei Nullstellen, bei D=0D=0D=0 genau eine (die Parabel berührt die Achse im Scheitel), bei D<0D<0D<0 keine reelle Nullstelle. Die Symmetrie hilft zusätzlich, die zweite Nullstelle aus der ersten zu spiegeln.
In Anwendungen steckt die Parabel hinter der Wurfparabel, der Maximalfläche und dem Brückenbogen. Ein geworfener Ball mit h(t)=−5t2+20t+1h(t)=-5t^{2}+20t+1h(t)=−5t2+20t+1 erreicht seine größte Höhe genau im Scheitel, also bei tS=−202⋅(−5)=2t_{S}=-\dfrac{20}{2\cdot(-5)}=2tS​=−2⋅(−5)20​=2 Sekunden - hier zeigt sich, dass das Suchen eines Extremwerts und das Bestimmen des Scheitels dieselbe Aufgabe sind. Diese Idee führt direkt zur Differentialrechnung, in der Hoch- und Tiefpunkte über die Ableitung gefunden werden.
f(x)=a(x−d)2+e,S(d ∣ e)f(x)=a(x-d)^{2}+e,\quad S(d\,|\,e)f(x)=a(x−d)2+e,S(d∣e)

Scheitelform

xS=−b2ax_{S}=-\dfrac{b}{2a}xS​=−2ab​

x-Koordinate des Scheitels (allgemeine Form)

Musterbeispiel

Wurfparabel - maximale Höhe

Die Flugbahn eines Balles wird durch h(t)=−5t2+20t+1h(t)=-5t^{2}+20t+1h(t)=−5t2+20t+1 (in Metern, ttt in Sekunden) beschrieben. Wie hoch fliegt der Ball maximal?

  1. 01Scheitel-Zeitpunkt

    tS=−202⋅(−5)=2t_{S}=-\dfrac{20}{2\cdot(-5)}=2tS​=−2⋅(−5)20​=2.

  2. 02Maximale Höhe

    h(2)=−5⋅4+20⋅2+1=21h(2)=-5\cdot 4+20\cdot 2+1=21h(2)=−5⋅4+20⋅2+1=21 m.

Ergebnis: Der Ball erreicht nach 222 s seine maximale Höhe von 212121 m.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Eine quadratische Funktion hat eine Parabel als Graphen.

  2. 2

    Die Scheitelform liefert dir sofort die Spitze und die Symmetrieachse.

  3. 3

    Vorzeichen von aaa entscheidet, ob die Parabel ein Maximum oder Minimum hat.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Die quadratische Funktion fff hat ihren Scheitel in S(3 ∣ −4)S(3\,|\,-4)S(3∣−4) und verläuft durch den Punkt (0 ∣ 5)(0\,|\,5)(0∣5). Bestimme die Funktionsgleichung in Scheitelform.

Maturafokus

  • Scheitel über quadratische Ergänzung oder xS=−b2ax_{S}=-\tfrac{b}{2a}xS​=−2ab​ bestimmen.
  • In Anwendungsaufgaben Definitionsbereich aus Kontext (z.B. t≥0t\geq 0t≥0).
  • Symmetrie nutzen, um zweite Nullstelle aus erster zu bestimmen.

Typische Fehler

  • Scheitel im falschen Vorzeichen abgelesen.
  • Quadratische Ergänzung ohne Klammer durchgeführt.
  • Aufgrund von a<0a<0a<0 wird der Scheitel als Minimum statt Maximum interpretiert.

Aktive Wiederholung

Forme f(x)=2x2−8x+5f(x)=2x^{2}-8x+5f(x)=2x2−8x+5 in die Scheitelform um und nenne den Scheitel.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Mathago quadratische Funktionen (Mathago)

§ 04

Potenz- und Wurzelfunktionen#

●●○StandardLPFA-3.1

Kernpunkte

Potenzfunktionen verallgemeinern die vertrauten Beispiele x2x^{2}x2 und x3x^{3}x3 zu einer ganzen Familie: Eine Potenzfunktion hat die Form f(x)=a⋅xrf(x)=a\cdot x^{r}f(x)=a⋅xr mit einem reellen Exponenten rrr, während die Basis xxx die Variable ist. Anders als bei der Exponentialfunktion, wo xxx im Exponenten steht, sitzt die Variable hier in der Basis - schon ein kleiner Unterschied im Exponenten rrr verändert den Verlauf des Graphen grundlegend.
Der Exponent entscheidet über den Definitionsbereich. Für positive ganzzahlige Exponenten ist Df=RD_{f}=\mathbb{R}Df​=R, man darf also jedes xxx einsetzen. Bei negativen Exponenten - etwa f(x)=x−1=1xf(x)=x^{-1}=\dfrac{1}{x}f(x)=x−1=x1​ - muss x≠0x\neq 0x=0 ausgeschlossen werden, weil durch null nicht dividiert werden darf; der Definitionsbereich ist dann R∖{0}\mathbb{R}\setminus\{0\}R∖{0}.
Wurzelfunktionen sind nichts anderes als Potenzfunktionen mit rationalem Exponenten: Es gilt xn=x1/n\sqrt[n]{x}=x^{1/n}nx​=x1/n, also etwa x=x1/2\sqrt{x}=x^{1/2}x​=x1/2. Weil gerade Wurzeln aus negativen Zahlen in R\mathbb{R}R nicht existieren, ist der Definitionsbereich solcher Wurzelfunktionen auf x≥0x\geq 0x≥0 eingeschränkt (). Diese Schreibweise als Potenz erlaubt es, jede Wurzel mit den vertrauten Potenzgesetzen zu behandeln.

Wurzelfunktion f(x)=\sqrt{x}=x¹/²

Wurzelfunktion f(x) = √xSchaubild von f(x) = √x, Nullstellen bei x = 0, y-Achsenabschnitt bei y = 0, steigend, im Bereich x von 0 bis 162468101214161234Startx ≥ 0f(x) = √xf(x)x
Abb. 3Definitionsbereich x≥0x\geq 0x≥0; flach steigend, keine Symmetrie.
Bei ganzzahligen Exponenten verrät schon die Parität die Symmetrie des Graphen: Gerade Exponenten (x2x^{2}x2, x4x^{4}x4) liefern Achsensymmetrie zur yyy-Achse, denn (−x)r=xr(-x)^{r}=x^{r}(−x)r=xr; ungerade Exponenten (x3x^{3}x3, x5x^{5}x5) liefern Punktsymmetrie zum Ursprung, denn (−x)r=−xr(-x)^{r}=-x^{r}(−x)r=−xr. Genau daher tragen gerade und ungerade Funktionen ihren Namen.
Das Vorzeichen des Exponenten bestimmt das Grenzverhalten: Für r>0r>0r>0 wächst f(x)f(x)f(x) mit wachsendem xxx über alle Grenzen, die Funktion strebt also gegen Unendlich. Für r<0r<0r<0 nähert sich der Graph dagegen asymptotisch der xxx-Achse an, denn ein großer Nenner macht den Bruch beliebig klein - die xxx-Achse wird zur waagrechten Asymptote.
In Zuordnungsaufgaben der Matura geht es meist darum, die Form eines Graphen mit dem passenden Exponenten zu verknüpfen: flach und steigend deutet auf 0<r<10<r<10<r<1 (Wurzel), steil ansteigend auf großes rrr, fallend mit Asymptote auf r<0r<0r<0. In Modellierungen beschreiben Potenzfunktionen etwa, wie das Volumen mit der dritten Potenz der Länge wächst. Die Wurzelschreibweise als Potenz schlägt dabei die Brücke zurück zu den Potenz- und Wurzelgesetzen aus Thema AG.
f(x)=a⋅xrf(x)=a\cdot x^{r}f(x)=a⋅xr

Potenzfunktion

Musterbeispiel

Definitionsbereich, Symmetrie und Funktionswerte

Gegeben sind f(x)=3x−2f(x)=3x^{-2}f(x)=3x−2 und g(x)=xg(x)=\sqrt{x}g(x)=x​. Bestimme jeweils die größtmögliche Definitionsmenge in R\mathbb{R}R, untersuche fff auf Symmetrie und berechne f(2)f(2)f(2) sowie g(9)g(9)g(9).

  1. 01Definitionsmenge von f

    Der Exponent ist negativ, also darf der Nenner nicht null sein: Df=R∖{0}D_{f}=\mathbb{R}\setminus\{0\}Df​=R∖{0}.

  2. 02Definitionsmenge von g

    Der Radikand der Wurzel muss nichtnegativ sein, da g(x)=x=x1/2g(x)=\sqrt{x}=x^{1/2}g(x)=x​=x1/2: also Dg=[0, ∞)D_{g}=[0,\,\infty)Dg​=[0,∞).

  3. 03Symmetrie von f

    f(−x)=3(−x)−2=3x−2=f(x)f(-x)=3(-x)^{-2}=3x^{-2}=f(x)f(−x)=3(−x)−2=3x−2=f(x) - der gerade Exponent macht fff achsensymmetrisch zur yyy-Achse.

  4. 04Funktionswerte

    f(2)=3⋅2−2=3⋅14=0,75f(2)=3\cdot 2^{-2}=3\cdot\tfrac{1}{4}=0{,}75f(2)=3⋅2−2=3⋅41​=0,75 und g(9)=9=3g(9)=\sqrt{9}=3g(9)=9​=3.

Ergebnis: Df=R∖{0}D_{f}=\mathbb{R}\setminus\{0\}Df​=R∖{0}, Dg=[0, ∞)D_{g}=[0,\,\infty)Dg​=[0,∞), fff ist gerade; f(2)=0,75f(2)=0{,}75f(2)=0,75 und g(9)=3g(9)=3g(9)=3.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Eine Potenzfunktion hat eine variable Basis und einen festen Exponenten.

  2. 2

    Der Exponent entscheidet über Symmetrie und Wachstumsverhalten.

  3. 3

    Bei Wurzeln ist der Definitionsbereich oft auf nichtnegative Zahlen beschränkt.

Maturafokus

  • Zuordnungsaufgaben: Form des Graphen mit Exponent verknüpfen.
  • Definitionsbereich bei negativen oder gebrochenen Exponenten klar darstellen.
  • Bei Modellierungen Wachstumsverhalten korrekt interpretieren.

Typische Fehler

  • Funktionswerte aus negativer Basis bei rationalem Exponenten unzulässig berechnet.
  • Definitionsbereich bei f(x)=1/xf(x)=1/xf(x)=1/x nicht eingeschränkt.
  • Symmetrie nicht erkannt.

Aktive Wiederholung

Skizziere die Funktionen f(x)=x2f(x)=x^{2}f(x)=x2, g(x)=x3g(x)=x^{3}g(x)=x3 und h(x)=xh(x)=\sqrt{x}h(x)=x​ in einem Koordinatensystem und nenne Definitionsbereich und Symmetrie.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: IQS Potenzfunktionen (IQS)

§ 05

Direkte und indirekte Proportionalität#

●○○BasisLPFA-1.1LPFA-2.1

Kernpunkte

Proportionalität ist der einfachste funktionale Zusammenhang zwischen zwei Größen und tritt in Sachaufgaben ständig auf. Man unterscheidet zwei Grundtypen, die sich entgegengesetzt verhalten: die direkte und die indirekte (umgekehrte) Proportionalität. Welcher Typ vorliegt, entscheidet die Frage, ob die zweite Größe mitwächst oder gerade kleiner wird, wenn die erste zunimmt.
Direkte Proportionalität bedeutet y=k⋅xy=k\cdot xy=k⋅x: Verdoppelt sich xxx, so verdoppelt sich auch yyy, verdreifacht sich xxx, verdreifacht sich yyy - das Verhältnis yx=k\dfrac{y}{x}=kxy​=k bleibt konstant. Der Graph ist stets eine Ursprungsgerade, also eine Gerade durch den Punkt (0 ∣ 0)(0\,|\,0)(0∣0). Ein typisches Beispiel ist der Zusammenhang Menge - Preis bei festem Stückpreis.
Bei indirekter Proportionalität gilt dagegen y=kxy=\dfrac{k}{x}y=xk​, gleichbedeutend mit der Bedingung, dass das Produkt x⋅y=kx\cdot y=kx⋅y=k konstant bleibt. Hier führt mehr von der einen Größe zu weniger von der anderen: Doppelt so viele Arbeiter brauchen die halbe Zeit. Klassisch ist der Zusammenhang Geschwindigkeit - Zeit bei fester Strecke, denn schneller fahren heißt kürzer unterwegs sein.
Die Konstante kkk heißt Proportionalitätsfaktor und hat je nach Typ eine andere Rolle: Bei der direkten Proportionalität ist sie die Steigung der Ursprungsgeraden, bei der indirekten das konstante Produkt x⋅yx\cdot yx⋅y. In beiden Fällen liest man kkk aus einem einzigen bekannten Wertepaar ab - bei der direkten über k=yxk=\dfrac{y}{x}k=xy​, bei der indirekten über k=x⋅yk=x\cdot yk=x⋅y.
Der Graph der indirekten Proportionalität ist eine Hyperbel, deren Äste sich den Koordinatenachsen immer weiter annähern, ohne sie je zu berühren: Die xxx- und die yyy-Achse sind ihre Asymptoten (). Anschaulich wird yyy riesig, wenn xxx winzig wird, und umgekehrt - das spiegelt genau die Konstanz des Produkts x⋅y=kx\cdot y=kx⋅y=k wider.

Indirekte Proportionalität y=\tfrac{36}{x}

Indirekte Proportionalität y = 36 / xSchaubild von y = 36 / x, fallend, im Bereich x von 1 bis 18246810121416185101520x · y = 36y = 36 / xyx
Abb. 4Hyperbel mit konstantem Produkt x⋅y=36x\cdot y=36x⋅y=36; die Achsen sind Asymptoten.
Beim Lösen einer Sachaufgabe lautet der erste Schritt daher stets, den Typ zu erkennen: Bleibt das Verhältnis yx\dfrac{y}{x}xy​ konstant (direkt) oder das Produkt x⋅yx\cdot yx⋅y (indirekt)? Aus vier Arbeitern mit 999 Tagen folgt das konstante Produkt k=36k=36k=36, sodass sechs Arbeiter nur 366=6\dfrac{36}{6}=6636​=6 Tage benötigen. Die direkte Proportionalität ist dabei der Spezialfall der linearen Funktion mit d=0d=0d=0, die indirekte ein Spezialfall der Potenzfunktion mit r=−1r=-1r=−1 - so verbinden sich beide Nachbarthemen.
y=k⋅x  (direkt),x⋅y=k  (indirekt)y=k\cdot x\;\text{(direkt)},\qquad x\cdot y=k\;\text{(indirekt)}y=k⋅x(direkt),x⋅y=k(indirekt)

Direkte und indirekte Proportionalität

Musterbeispiel

Indirekte Proportionalität anwenden

Vier Arbeiter benötigen 999 Tage. Wie lange brauchen sechs Arbeiter?

  1. 01Konstante

    Das Produkt aus Arbeitern und Tagen ist konstant: k=4⋅9=36k=4\cdot 9=36k=4⋅9=36.

  2. 02Ansatz

    Für sechs Arbeiter gilt 6⋅t=366\cdot t=366⋅t=36.

  3. 03Lösen

    t=366=6t=\dfrac{36}{6}=6t=636​=6.

Ergebnis: Sechs Arbeiter brauchen 666 Tage - mehr Arbeiter, weniger Zeit (indirekt proportional).

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Bei direkter Proportionalität wachsen beide Größen im gleichen Verhältnis, der Graph ist eine Ursprungsgerade.

  2. 2

    Bei indirekter Proportionalität bleibt das Produkt der Größen konstant.

  3. 3

    Mehr Arbeiter bei gleicher Arbeit bedeuten weniger Zeit - ein klassischer indirekter Zusammenhang.

Maturafokus

  • Direkte und indirekte Proportionalität anhand von Tabellen unterscheiden.
  • Proportionalitätsfaktor aus einem Wertepaar bestimmen.
  • Aussagen wie "doppelt so viel" korrekt in die Funktionsgleichung übersetzen.

Typische Fehler

  • Indirekte Proportionalität als linearen Zusammenhang behandelt.
  • Konstante kkk aus dem falschen Wertepaar berechnet.
  • Bei indirekter Proportionalität die Konstanz von x⋅yx\cdot yx⋅y übersehen.

Aktive Wiederholung

Vier Arbeiter brauchen 999 Tage. Wie lange brauchen 666 Arbeiter bei gleicher Leistung? Begründe die Art der Proportionalität.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: IQS Funktionale Abhängigkeiten AHS (IQS)

§ 06

Funktionseigenschaften: Monotonie, Symmetrie, Nullstellen#

●●○StandardLPFA-1.5

Kernpunkte

Hat man eine Funktion vorliegen, will man ihren Verlauf charakterisieren, ohne sie vollständig zeichnen zu müssen. Die wichtigsten Kenngrößen dafür sind Nullstellen, Monotonie und Symmetrie - sie lassen sich oft direkt aus dem Funktionsterm gewinnen und liefern zusammen schon ein erstaunlich genaues Bild des Graphen.
Nullstellen sind die Stellen mit f(x)=0f(x)=0f(x)=0 und entsprechen geometrisch den Schnittpunkten des Graphen mit der xxx-Achse. Man findet sie, indem man den Funktionsterm gleich null setzt und die entstehende Gleichung löst - bei Polynomen meist durch Faktorisieren, sodass ein Produkt von Linearfaktoren entsteht und jeder Faktor eine Nullstelle liefert ().

Kubische Funktion f(x)=x³-4x

Kubische Funktion f(x) = x³ − 4xSchaubild von f(x) = x³ − 4x, Nullstellen bei x = -2, 0, 2, Hochpunkt bei (-1.155, 3.079), Tiefpunkt bei (1.155, -3.079), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von -2.6 bis 2.6−2−112−8−6−4−22468−202f(x) = x³ − 4xf(x)x
Abb. 5Nullstellen bei x=−2, 0, 2x=-2,\,0,\,2x=−2,0,2; punktsymmetrisch zum Ursprung.
Vom Schnittpunkt mit der xxx-Achse streng zu trennen ist der Schnittpunkt mit der yyy-Achse: Er ist stets der Funktionswert f(0)f(0)f(0), sofern 000 im Definitionsbereich liegt. Während es beliebig viele Nullstellen geben kann, besitzt eine Funktion höchstens einen yyy-Achsenschnittpunkt - sonst wäre die Eindeutigkeit verletzt. Diese beiden Achsenschnitte werden in Prüfungen besonders häufig verwechselt.
Die Monotonie beschreibt das Steigen oder Fallen: Eine Funktion ist auf einem Intervall monoton steigend, wenn größere xxx stets größere Funktionswerte liefern, und monoton fallend, wenn größere xxx stets kleinere Werte liefern. Wichtig ist der Zusatz „auf einem Intervall" - viele Funktionen steigen in einem Bereich und fallen in einem anderen, sind also nicht global monoton.
Symmetrie erkennt man durch Einsetzen von −x-x−x: Gilt f(−x)=f(x)f(-x)=f(x)f(−x)=f(x), so ist die Funktion gerade und ihr Graph achsensymmetrisch zur yyy-Achse; gilt f(−x)=−f(x)f(-x)=-f(x)f(−x)=−f(x), so ist sie ungerade und punktsymmetrisch zum Ursprung. Trifft keine der beiden Gleichungen zu, liegt keine dieser Symmetrien vor. Diese Probe spart viel Zeichenarbeit, weil man die eine Hälfte des Graphen aus der anderen erhält.
Am Beispiel f(x)=x3−4xf(x)=x^{3}-4xf(x)=x3−4x greifen alle Werkzeuge ineinander: Faktorisieren liefert f(x)=x(x−2)(x+2)f(x)=x(x-2)(x+2)f(x)=x(x−2)(x+2) mit den Nullstellen −2, 0, 2-2,\,0,\,2−2,0,2, und die Probe f(−x)=−x3+4x=−f(x)f(-x)=-x^{3}+4x=-f(x)f(−x)=−x3+4x=−f(x) zeigt Punktsymmetrie zum Ursprung (). So entsteht aus wenigen Rechnungen bereits ein vollständiges Bild des Verlaufs. Diese Eigenschaften sind die Vorstufe zur Kurvendiskussion in Thema AN, in der zusätzlich Hoch-, Tief- und Wendepunkte bestimmt werden.
f(−x)=f(x)  (gerade),f(−x)=−f(x)  (ungerade)f(-x)=f(x)\;\text{(gerade)},\qquad f(-x)=-f(x)\;\text{(ungerade)}f(−x)=f(x)(gerade),f(−x)=−f(x)(ungerade)

Symmetriebedingungen

Musterbeispiel

Nullstellen und Symmetrie

Bestimme Nullstellen und Symmetrie von f(x)=x3−4xf(x)=x^{3}-4xf(x)=x3−4x.

  1. 01Faktorisieren

    f(x)=x(x2−4)=x(x−2)(x+2)f(x)=x(x^{2}-4)=x(x-2)(x+2)f(x)=x(x2−4)=x(x−2)(x+2).

  2. 02Nullstellen

    Nullstellen bei x=0x=0x=0, x=2x=2x=2 und x=−2x=-2x=−2.

  3. 03Symmetrie

    f(−x)=(−x)3−4(−x)=−x3+4x=−f(x)f(-x)=(-x)^{3}-4(-x)=-x^{3}+4x=-f(x)f(−x)=(−x)3−4(−x)=−x3+4x=−f(x), also punktsymmetrisch zum Ursprung.

Ergebnis: Drei Nullstellen −2, 0, 2-2,\,0,\,2−2,0,2; die Funktion ist ungerade (punktsymmetrisch).

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Nullstellen findest du, indem du den Funktionsterm gleich null setzt und faktorisierst.

  2. 2

    Die Symmetrie prüfst du, indem du minus x einsetzt und das Ergebnis mit der Funktion vergleichst.

  3. 3

    Monotonie beschreibst du immer bezogen auf ein Intervall, nicht pauschal für die ganze Funktion.

Maturafokus

  • Nullstellen, Achsenschnittpunkte und Symmetrie aus dem Term bestimmen.
  • Monotonieverhalten in Intervallen beschreiben.
  • Gerade und ungerade Funktionen über die Symmetriebedingung prüfen.

Typische Fehler

  • y-Achsenabschnitt mit Nullstelle verwechselt.
  • Symmetriebedingung f(−x)f(-x)f(−x) falsch ausgewertet.
  • Monotonie global statt intervallweise behauptet.

Aktive Wiederholung

Untersuche f(x)=x3−4xf(x)=x^{3}-4xf(x)=x3−4x auf Nullstellen und Symmetrie.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: IQS Funktionseigenschaften AHS (IQS)

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Funktionsbegriff und Darstellungswechsel○
    • 02Lineare Funktionen○
    • 03Quadratische Funktionen und Scheitelform◐
    • 04Potenz- und Wurzelfunktionen◐
    • 05Direkte und indirekte Proportionalität○
    • 06Funktionseigenschaften: Monotonie, Symmetrie, Nullstellen◐

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Aus den Notizen ins Training

FA 1 - Funktionsbegriff, lineare und Potenzfunktionen

Festige dieses Thema an passenden Aufgaben aus der Fragenbank.

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Beispielfrage

Eine lineare Funktion fff erfüllt f(2)=5f(2)=5f(2)=5 und f(5)=14f(5)=14f(5)=14. Bestimme die Funktionsgleichung.

3 BE · 2020

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Belege & Quellen

Quellen

IQS

  • IQS Funktionsbegriff

Mathago

  • Mathago quadratische Funktionen

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