Wird geladen
EuraStudy
Dein Lernraum wird vorbereitet — Curriculum, Notizen und KI verbinden sich.
Wird geladen
Dein Lernraum wird vorbereitet — Curriculum, Notizen und KI verbinden sich.
DE-Abitur · Katholische ReligionslehreT·066 / 12
Theologische Anthropologie nach katholischer Lehre: imago Dei (Gen 1,27 / KKK 355–361), Erbsündenlehre (Trient, KKK 396–409), Gnadenlehre (Augustinus, Aquin, Trient, Vat II) und Anfragen der modernen Anthropologie (Plessner, Gehlen, Habermas). Grundlage der katholischen Ethik.
6Abschnitteca. 11Min Lesezeit3Kompetenzen
Operatoren:darstellen · analysieren · erörtern · beurteilen
grundlegendes Niveau
gA: imago Dei nach Gen 1,27, Grundzüge der Erbsündenlehre, Unterscheidung gratia gratis data / gratia gratum faciens, Personwürde als Fundament der Ethik (GS 22).
erhöhtes Niveau
eA: Pelagius-Streit (Augustin), Trient (Dekret De peccato originali 1546, De iustificatione 1547), Karl Rahners „übernatürliches Existential", anthropologische Anfragen (Plessner exzentrische Positionalität, Habermas „Zukunft der menschlichen Natur").
Kernpunkte
KATHOLISCHES MENSCHENBILD — IMAGO DEI ZWISCHEN NATUR UND GNADE
Welche drei Beschriftungen in "Katholisches Menschenbild — imago Dei zwischen Natur und Gnade" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Erörtern Sie, inwiefern die katholische imago-Dei-Anthropologie (Gen 1,27 / KKK 355–361) und die säkulare Würdebegründung des Grundgesetzes (Art. 1 GG) konvergieren und worin sie sich unterscheiden.
Gen 1,27: Der Mensch ist „als Bild Gottes" geschaffen. Daraus folgt eine unverlierbare, von keiner Leistung abhängige Würde (KKK 357: „kann nicht auf bloße Sache reduziert werden"). Würde ist Gabe, nicht Eigenschaft.
Art. 1 Abs. 1 GG: „Die Würde des Menschen ist unantastbar." Das Grundgesetz setzt die Würde voraus, ohne sie metaphysisch zu begründen — eine bewusste Begründungsoffenheit (Böckenförde-Diktum: der freiheitliche Staat lebt von Voraussetzungen, die er nicht selbst garantieren kann).
Beide bejahen die unbedingte, gleiche und unverlierbare Würde jedes Menschen, unabhängig von Nützlichkeit, Gesundheit oder Status. Die katholische Anthropologie kann dem Grundgesetz eine inhaltliche Tiefenbegründung anbieten.
Theologisch ist Würde in Gott verankert (heteronom-transzendent begründet); verfassungsrechtlich bleibt sie begründungsoffen und kann auch autonom (Kant: Mensch als Zweck an sich) gefasst werden. In Grenzfragen (Lebensbeginn, Sterben) ergeben sich unterschiedliche Konkretionen.
Die imago-Dei-Begründung bietet eine starke, leistungsunabhängige Fundierung der Würde; ihre Stärke ist die Unbedingtheit, ihre Grenze die Voraussetzung des Gottesglaubens. Im pluralen Staat ergänzen sich theologische und säkulare Begründungen, statt einander auszuschließen.
Ergebnis: Imago Dei und Art. 1 GG konvergieren in der unbedingten, gleichen Würde jedes Menschen, unterscheiden sich aber im Begründungsmodus (transzendent vs. begründungsoffen). Die theologische Anthropologie liefert eine Tiefenbegründung, die der säkulare Staat voraussetzt, aber nicht selbst erzeugt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie Karl Rahners Konzept des „übernatürlichen Existentials" als systematische Vermittlung von Natur und Gnade und ordnen Sie es in das Trienter Erbe ein.
Quellen: Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana) · Gaudium et Spes — Pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt (II. Vatikanisches Konzil)
Kernpunkte
Typische Fehler
Quellen: Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana) · Gaudium et Spes — Pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt (II. Vatikanisches Konzil)
Kernpunkte
Typische Fehler
Quellen: Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana) · Einheitsübersetzung 2016 (Bibleserver) (Katholisches Bibelwerk)
Kernpunkte
Typische Fehler
Quellen: Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)
Kernpunkte
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Böckenförde-Diktum („Der freiheitliche Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann") als Brücke zwischen theologischer und säkularer Würdebegründung.
Quellen: Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana) · Laudato Si' — Enzyklika zur Schöpfungsethik (Papst Franziskus)
Kernpunkte
Musterlösung
Analysieren Sie das katholische Verständnis von Erbsünde und Gnade nach dem Konzil von Trient und beurteilen Sie, inwiefern es Freiheit und Gnade in Balance hält.
Pelagius (4./5. Jh.) lehrte, der Mensch könne aus eigener Kraft sündenlos leben; Augustinus hielt dagegen den Vorrang der Gnade und die universale Sündenverfallenheit fest. Die Kirche folgte Augustinus (Karthago 418).
Das Dekret De peccato originali (Sessio V) lehrt: Adams Sünde wird „durch Fortpflanzung, nicht durch Nachahmung" weitergegeben; sie ist ein Zustand der Gnadenlosigkeit (KKK 404), keine persönliche Tatschuld der Nachkommen.
Das Dekret De iustificatione (Sessio VI) lehrt gegen Pelagianismus und gegen reine Passivität: Die Rechtfertigung beginnt mit der zuvorkommenden Gnade (gratia praeveniens), der der Mensch frei zustimmen kann — Gnade und Freiheit wirken zusammen.
Gegen Pelagius: kein Selbsterlösungsoptimismus. Gegen einen reinen Determinismus / doppelte Prädestination: der Mensch ist nicht zur Sünde gezwungen. Trient wahrt das Geheimnis des Zusammenwirkens (synergia) ohne Auflösung in eine der Richtungen.
Stärke des Modells: Es nimmt die Erfahrung der Sündenverflochtenheit und zugleich die Würde der Freiheit ernst. Anfrage: Die Rede von der „Weitergabe durch Fortpflanzung" ist heute nur noch symbolisch-theologisch, nicht biologisch zu verstehen (vgl. KKK 404).
Ergebnis: Trient deutet Erbsünde als ererbten Gnadenmangel (keine Tatschuld) und Rechtfertigung als Zusammenwirken von zuvorkommender Gnade und freier Zustimmung. So bleiben Vorrang der Gnade und menschliche Freiheit gewahrt.
Typische Fehler
Quellen: Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana) · Gaudium et Spes — Pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt (II. Vatikanisches Konzil)