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DE-Abitur · Politik / WirtschaftT·1111 / 11
Politische Konflikte verstehen und bearbeiten: Konfliktbegriff (Galtung, Lederach), Konfliktdimensionen (Interessen, Werte, Identitäten), gewaltfreie und gewaltsame Konfliktaustragung sowie internationale Konfliktbearbeitung. Aktuelle Anwendungsfälle: Ukraine-Krieg, Nahostkonflikt, Klimakonflikte.
6Abschnitteca. 9Min Lesezeit3Kompetenzen
Operatoren:analysieren · beurteilen · erörtern · erläutern
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Konfliktbegriff (Galtung), positiver / negativer Frieden, Konfliktdimensionen erläutern.
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: Konfliktanalyse mit Lederach (Triangle of Satisfaction), Konfliktintensitätsmaße (HIIK), R2P-Doktrin und „Liberal Peace Theory" diskutieren.
Kernpunkte
NEGATIVER UND POSITIVER FRIEDEN NACH GALTUNG
Welche drei Beschriftungen in "Negativer und positiver Frieden nach Galtung" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
GLASL — NEUN STUFEN DER KONFLIKTESKALATION
Welche drei Beschriftungen in "Glasl — Neun Stufen der Konflikteskalation" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Ein Grenzkonflikt verläuft so: zunächst gegenseitige Vorwürfe und abgebrochene Verhandlungen, dann wirtschaftliche Sanktionen und vereinzelte Schusswechsel, schließlich anhaltende Gefechte mit zahlreichen Opfern und Vertreibungen. Ordnen Sie die Phasen den fünf HIIK-Intensitätsstufen zu und beurteilen Sie die Konfliktdynamik.
Das Heidelberger Institut (HIIK) unterscheidet fünf Intensitätsstufen: 1 Disput (gewaltlos), 2 gewaltlose Krise, 3 gewaltsame Krise, 4 begrenzter Krieg, 5 Krieg — gemessen an Mitteln, Intensität und Folgen.
Gegenseitige Vorwürfe und abgebrochene Verhandlungen ohne Gewalt entsprechen Stufe 1 (Disput); die Drohung mit Sanktionen markiert den Übergang zur Stufe 2 (gewaltlose Krise).
Sanktionen plus vereinzelte Schusswechsel entsprechen Stufe 3 (gewaltsame Krise: sporadische Gewalt). Anhaltende Gefechte mit zahlreichen Opfern und Vertreibungen erreichen Stufe 4–5 (begrenzter Krieg bzw. Krieg: organisierte, anhaltende Gewalt mit massiven Folgen).
Der Konflikt durchläuft alle Stufen vom Disput bis zum Krieg. Die HIIK-Klassifikation ermöglicht einen systematischen, vergleichbaren Überblick, ist aber auf Datenlage und Bewertungskriterien angewiesen. Methodisch ergänzt sie Glasls Eskalationsmodell: Glasl beschreibt die psychosoziale Dynamik, HIIK die messbare Gewaltintensität.
Ergebnis: Die Phasen reichen von Stufe 1 (Disput) über Stufe 3 (gewaltsame Krise) bis Stufe 4–5 (Krieg); HIIK liefert eine vergleichbare Intensitätsmessung als Ergänzung zu Glasls Dynamikmodell.
Typische Fehler
Kernpunkte
Typische Fehler
Kernpunkte
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie die Reichweite der Responsibility to Protect am Beispiel der NATO-Intervention in Libyen 2011 und der Nicht-Intervention in Syrien; beurteilen Sie, ob die Doktrin praxiswirksam ist.
Kernpunkte
Typische Fehler
Kernpunkte
GLASL — NEUN STUFEN DER KONFLIKTESKALATION
Welche drei Beschriftungen in "Glasl — Neun Stufen der Konflikteskalation" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Zwei Nachbarstaaten streiten zunächst diplomatisch über Grenzgewässer; nach gescheiterten Verhandlungen folgen Wirtschaftssanktionen, Truppenaufmärsche und schließlich begrenzte Grenzgefechte. Analysieren Sie den Verlauf mit Glasls Eskalationsmodell und leiten Sie geeignete Interventionsformen ab.
Glasls Modell unterscheidet neun Stufen in drei Phasen: win-win (1–3), win-lose (4–6), lose-lose (7–9). Jede Phase verlangt andere Interventionsformen.
Diplomatischer Streit und Verhandlungen = win-win (Stufen 1–3: Verhärtung, Debatte, Taten statt Worte). Sanktionen und Drohgebärden = win-lose (Stufen 4–6: Koalitionen, Gesichtsverlust, Drohstrategien). Begrenzte Grenzgefechte = Übergang zu lose-lose (Stufe 7: begrenzte Vernichtungsschläge).
Win-win: Moderation/Selbsthilfe (z. B. bilaterale Gespräche). Win-lose: Mediation durch Dritte (UN-Vermittler, Sondergesandte). Lose-lose: Schiedsverfahren oder Machteingriff (UN-Sicherheitsrat nach Kap. VII, Friedenstruppen).
Der Konflikt hat die Schwelle zur lose-lose-Phase erreicht; reine Mediation reicht nicht mehr aus. Eine Deeskalation erfordert robustes Eingreifen (Waffenstillstandsüberwachung) und den Aufbau von positivem Frieden (Galtung): Abbau struktureller Gewalt durch Grenzregime, gemeinsame Ressourcennutzung und Vertrauensbildung.
Ergebnis: Der Verlauf durchläuft win-win → win-lose → lose-lose (Stufe 7); ab dieser Schwelle sind Schiedsverfahren bzw. Machteingriff statt bloßer Mediation geboten.
Typische Fehler
Kernpunkte
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie die Theorie der Kopenhagener Schule (Buzan/Wæver) und prüfen Sie an einem Fallbeispiel (Migration oder Pandemie), wann Versicherheitlichung demokratisch legitim ist.