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DE-Abitur · MusikT·033 / 9
Die abendländische Musikgeschichte beginnt mit dem einstimmigen Gregorianischen Choral (8.-9. Jh.). Im 12. Jh. entsteht in Paris die mehrstimmige Notre-Dame-Schule (Leoninus, Perotinus). Die Renaissance (15.-16. Jh.) bringt mit Josquin, Palestrina und Lasso die Blütezeit der Vokalpolyphonie. Der Barock (1600–1750) etabliert Generalbass, Oper (Monteverdi), Konzert (Vivaldi) und Fuge (Bach, Händel). Charakteristisch: Affektenlehre, Generalbasspraxis, kontrapunktische Dichte. Bach und Händel markieren das Ende der Epoche.
6Abschnitteca. 14Min Lesezeit2Kompetenzen
Operatoren:einordnen · beschreiben · analysieren · kontextualisieren
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Drei Epochen-Blöcke (Mittelalter, Renaissance, Barock) mit je 1–2 zentralen Komponisten und Gattungen sicher benennen. Gregorianik als einstimmig, Renaissance als vokalpolyphon, Barock als instrumentaldominiert und kontrapunktisch.
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: Periodisierung der Epochen mit Wendepunkten (Notre-Dame ca. 1180, Beginn Generalbass ca. 1600, Tod Bach 1750). Stilistische Details: cantus firmus-Technik, isorhythmische Motette, Madrigalismus, Affektenlehre, konzertierender Stil, da capo-Arie. Hauptwerke einordnen und exemplarisch analysieren können.
Kernpunkte
ZEITSTRAHL DER MUSIKGESCHICHTE — EPOCHEN UND LEITKOMPONISTEN
Welche drei Beschriftungen in "Zeitstrahl der Musikgeschichte — Epochen und Leitkomponisten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie das Prinzip der Isorhythmie an Machauts „Messe de Nostre Dame“. Wie verhalten sich talea (Rhythmusmodell) und color (Tonfolge) im Tenor zueinander, und warum markiert die Messe musikhistorisch einen Schritt von der liturgischen Sammlung (vgl. die ältere, mehreren Händen zugeschriebene Tournai-Messe) hin zum einheitlich konzipierten Komponistenwerk?
Quellen: IMSLP — Petrucci Music Library (gemeinfreie Partituren) (IMSLP) · MGG Online — Die Musik in Geschichte und Gegenwart (Bärenreiter / Metzler)
Kernpunkte
ZEITSTRAHL DER MUSIKGESCHICHTE — EPOCHEN UND LEITKOMPONISTEN
Welche drei Beschriftungen in "Zeitstrahl der Musikgeschichte — Epochen und Leitkomponisten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Vergleichen Sie die radikale Chromatik bei Gesualdo (z. B. „Moro lasso“) mit Palestrinas konservativem Stil. Welche stilistische Spaltung der Spätrenaissance wird sichtbar?
Quellen: MGG Online — Die Musik in Geschichte und Gegenwart (Bärenreiter / Metzler) · Grove Music Online (Oxford Music Online) (Oxford University Press) · IMSLP — Petrucci Music Library (gemeinfreie Partituren) (IMSLP)
Kernpunkte
ZEITSTRAHL DER MUSIKGESCHICHTE — EPOCHEN UND LEITKOMPONISTEN
Welche drei Beschriftungen in "Zeitstrahl der Musikgeschichte — Epochen und Leitkomponisten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Analysieren Sie den ersten Satz (Allegro) aus Vivaldis Violinkonzert „La Primavera“. Identifizieren Sie die Ritornellform, ordnen Sie die programmatischen Episoden zu und benennen Sie das tonale Gerüst.
Solokonzert für Violine, Streicher und Basso continuo in E-Dur (1725 veröffentlicht). Der Satz ist von einem Sonett begleitet, dessen Zeilen einzelnen Abschnitten zugeordnet sind - frühe Programmmusik. Grundform: Ritornellform (Wechsel von Tutti-Ritornell und Solo-Episoden).
Das Ritornell stellt das Hauptthema im Tutti vor: zweiteilig, mit kraftvollem Kopfmotiv und echohafter Wiederholung (forte - piano). Es steht fest in der Tonika E-Dur und kehrt im Satzverlauf - oft verkürzt und in andere Tonarten transponiert - mehrfach wieder. Funktion: tonaler und thematischer Ankerpunkt.
Zwischen den Ritornellen treten die Solo-Episoden, in denen die Solovioline programmatische Bilder ausmalt: Vogelgesang (hohe Triller und Terz-Figuren mehrerer Soloviolinen), murmelnde Quellen (fließende Sechzehntel), Gewitter (rasche Tonleitern, Tremoli, Donner im Bass). Die Episoden modulieren in verwandte Tonarten (Dominante H-Dur, Tonikaparallele cis-Moll).
Ritornelle markieren die Stationen des Tonartenplans: E-Dur (Beginn) - H-Dur (Dominante) - cis-Moll (Tonikaparallele) - zurück nach E-Dur (Schluss). Das abschließende Ritornell bringt das Hauptthema wieder in der Tonika und rundet den Satz tonal ab.
Die Ritornellform ist das barocke Pendant zum späteren Sonatenrondo: ein wiederkehrender Tutti-Block rahmt kontrastierende Solopartien. Vivaldis Verbindung von fester Form und konkretem Programm macht den Satz zum Modellfall barocker Konzert- und Programmmusik.
Ergebnis: Der Satz folgt der Ritornellform: ein E-Dur-Ritornell kehrt mehrfach (auch transponiert nach H-Dur und cis-Moll) wieder und rahmt programmatische Solo-Episoden (Vogelgesang, Quelle, Gewitter). Tonal schließt der Satz wie er begann - in der Tonika E-Dur.
Typische Fehler
Quellen: IMSLP — Petrucci Music Library (gemeinfreie Partituren) (IMSLP) · MGG Online — Die Musik in Geschichte und Gegenwart (Bärenreiter / Metzler) · Klett Spielräume Musik Oberstufe (Klett)
Kernpunkte
ZEITSTRAHL DER MUSIKGESCHICHTE — EPOCHEN UND LEITKOMPONISTEN
Welche drei Beschriftungen in "Zeitstrahl der Musikgeschichte — Epochen und Leitkomponisten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
FUGE — AUFBAU UND KONTRAPUNKTISCHE VERFAHREN
Welche drei Beschriftungen in "Fuge — Aufbau und kontrapunktische Verfahren" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Analysieren Sie die Fuge in c-Moll aus dem Wohltemperierten Klavier Teil I (BWV 847). Identifizieren Sie das Thema, beschreiben Sie die Exposition und benennen Sie kontrapunktische Verfahren.
Dreistimmige Fuge. Thema beginnt im Alt (Mittelstimme) in c-Moll (T. 1–3): rhythmisch prägnante Sechzehntel-Figur, charakteristisches Sprungintervall (Quint abwärts, Sext aufwärts), endet auf der Dominante g. Das Thema hat ca. 2 Takte Länge und ist motivisch dicht.
Dux in Alt (T. 1–3, c-Moll) -> Comes in Sopran (T. 3–5, g-Moll, tonale Beantwortung: der Themenanfang wird zur Wahrung der Dominanttonart angepasst) -> Dux in Bass (T. 7–9, c-Moll). Begleitung der jeweils anderen Stimmen durch Kontrasubjekt (regelmäßige Sechzehntelbewegung) - feste Verbindung zwischen Thema und Kontrasubjekt durchgängig.
Zwischenspiel (T. 9–10) moduliert nach Es-Dur (parallele Durtonart). Themen-Einsätze in Es-Dur (T. 11), g-Moll (T. 15), B-Dur (T. 19). Sequenzbildung in den Zwischenspielen, motivische Verarbeitung. Bach führt durchgängig ein regelmäßiges (festes) Kontrasubjekt mit, das fast jeden Themeneinsatz begleitet - die Fuge ist aber keine echte Doppelfuge, da kein zweites, eigenständig exponiertes Thema auftritt (eine Doppelfuge hat zwei selbständig durchgeführte Subjekte).
Rückkehr nach c-Moll. Letzte Themen-Einsätze in der Tonika; diese Fuge enthält keine Engführung (im Gegensatz zur C-Dur-Fuge BWV 846 des WTK I, der berühmten Engführungsfuge) - sie ist durch zahlreiche Zwischenspiele gekennzeichnet. Pedalpunkt auf G (Dominante) baut Spannung auf, löst in c-Moll-Tonika (T. 29) mit picardischer Terz (C-Dur als Schlussklang - barocke Konvention).
Verfahren in dieser Fuge: (a) tonale Beantwortung, (b) festes Kontrasubjekt, (c) Sequenzierung in Zwischenspielen, (d) Pedalpunkt, (e) picardische Terz. Nicht angewandt (in dieser Fuge): Engführung, Umkehrung, Krebs, Augmentation/Diminution - diese finden sich in anderen Bach-Fugen (Engführung z. B. in BWV 846 C-Dur; Umkehrung/Krebs z. B. in der Kunst der Fuge BWV 1080).
Die Fuge zeigt die hohe Verdichtung des Spätbarock: aus einem kurzen, scharf konturierten Thema entwickelt sich ein ganzer Satz durch konsequente kontrapunktische Verarbeitung. Bachs Ideal: jeder Ton ist Resultat eines Stimmenverlaufs. Das WTK ist Sammlung pädagogischen und kompositorischen Charakters - 24 Präludien-Fugen-Paare in allen Dur- und Molltonarten (Manifest der temperierten Stimmung).
Ergebnis: BWV 847 ist eine dreistimmige Fuge mit klassischer Exposition (Dux im Alt - Comes im Sopran - Dux im Bass), Durchführung in Nebentonarten (Es, g, B) und einem Schlussteil mit abschließenden Themen-Einsätzen und Pedalpunkt (ohne Engführung). Die picardische Terz am Ende ist gattungstypisches Merkmal des Barock.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie die Rolle der Rhetorik in Bachs Musik (Figurenlehre nach Athanasius Kircher, Andreas Werckmeister). Welche barocken Figuren (climax, exclamatio, suspiratio, catabasis) sind in einer Bach-Arie wirksam?
Quellen: IMSLP — Petrucci Music Library (gemeinfreie Partituren) (IMSLP) · MGG Online — Die Musik in Geschichte und Gegenwart (Bärenreiter / Metzler) · Grove Music Online (Oxford Music Online) (Oxford University Press) · Klett Spielräume Musik Oberstufe (Klett)
Kernpunkte
ZEITSTRAHL DER MUSIKGESCHICHTE — EPOCHEN UND LEITKOMPONISTEN
Welche drei Beschriftungen in "Zeitstrahl der Musikgeschichte — Epochen und Leitkomponisten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Untersuchen Sie die Turba-Chöre der Matthäus-Passion. Wie gestaltet Bach die Volksmenge musikalisch (Homophonie, Imitation, Affekt), und welche dramaturgische Wirkung erzielt er?
Quellen: IMSLP — Petrucci Music Library (gemeinfreie Partituren) (IMSLP) · MGG Online — Die Musik in Geschichte und Gegenwart (Bärenreiter / Metzler) · Klett Spielräume Musik Oberstufe (Klett)
Kernpunkte
QUINTENZIRKEL — DUR- UND MOLLTONARTEN MIT VORZEICHEN
Welche drei Beschriftungen in "Quintenzirkel — Dur- und Molltonarten mit Vorzeichen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
NOTENWERTE UND PAUSEN — DAUERVERHÄLTNISSE
Welche drei Beschriftungen in "Notenwerte und Pausen — Dauerverhältnisse" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Quellen: IMSLP — Petrucci Music Library (gemeinfreie Partituren) (IMSLP) · Riemann Musiklexikon (Schott) (Schott Music) · Klett Spielräume Musik Oberstufe (Klett)