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DE-Abitur · KunstT·055 / 8
Architektur ist die anwendungsbezogenste Kunstgattung — Bauaufgabe, Grundriss, Material und Lichtführung bilden ihre Analysekategorien. Die Geschichte reicht vom griechischen Säulenkanon (Dorisch, Ionisch, Korinthisch) über die römische Ingenieurkunst (Pantheon), die mittelalterlichen Bautypen (Basilika, Zentralbau, Kreuzgrundriss), die Renaissance- und Barockpaläste, den Klassizismus (Schinkel), die Klassische Moderne und das Bauhaus (Gropius, Mies van der Rohe), bis zur Postmoderne (Venturi) und zur Gegenwart (nachhaltiges Bauen, Smart-City, Bjarke Ingels, Anna Heringer).
6Abschnitteca. 15Min Lesezeit2Kompetenzen
Operatoren:analysieren · einordnen · vergleichen · beurteilen
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Säulenordnungen, Bautypen christlicher Sakralbauten, Bauhaus als Schlüsselposition der Moderne.
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: Postmoderne (Venturi „Complexity and Contradiction" 1966) als Reaktion auf den Funktionalismus; nachhaltiges Bauen als architekturpolitisches Programm.
Kernpunkte
GRUNDRISSE CHRISTLICHER SAKRALBAUTEN
Welche drei Beschriftungen in "Grundrisse christlicher Sakralbauten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
GRIECHISCHE SÄULENORDNUNGEN
Welche drei Beschriftungen in "Griechische Säulenordnungen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Kernpunkte
BAUHAUS DESSAU (GROPIUS 1925/26) — FUNKTIONSPLAN
Welche drei Beschriftungen in "Bauhaus Dessau (Gropius 1925/26) — Funktionsplan" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
GRUNDRISSE CHRISTLICHER SAKRALBAUTEN
Welche drei Beschriftungen in "Grundrisse christlicher Sakralbauten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Vergleichen Sie das römische Pantheon (Hadrian, um 118 n. Chr., Rom) und Walter Gropius’ Bauhaus-Hauptgebäude in Dessau (1925/26) hinsichtlich Bauaufgabe, Grundriss, Materialität und Lichtführung. Begründen Sie, was an beiden Bauten paradigmatisch ist.
Pantheon: römischer Tempel „aller Götter", später Kirche Santa Maria ad Martyres (609) — Repräsentation imperialer Sakralität, Universalität. Bauhaus Dessau: Schul- und Werkstättenbau einer reformpädagogischen Kunsthochschule (Direktor Gropius) — Repräsentation modernistischer Produktivität, Einheit von Kunst und Handwerk.
Pantheon: Vorhalle (Pronaos, achtsäulig, korinthisch) + zylindrische Rotunde (Durchmesser = Höhe = 43,3 m, sphärische Geometrie). Zentralbau. Bauhaus Dessau: asymmetrisches L-/Z-förmiges Ensemble aus vier Funktionsbereichen (Werkstätten, Atelier-Haus „Prellerhaus", Aulatrakt mit Bühne und Mensa, Brückenbau über die Friedrichsallee mit Lehrerzimmer). Funktionsanalyse als Grundrissprinzip, keine axiale Symmetrie.
Pantheon: Massivbau aus römischem Beton (opus caementicium) mit Ziegel-Verschalung; die Kuppel wird nach oben hin leichter (Bimsstein), Kassettierung reduziert Eigengewicht. Bauhaus: Stahlbeton-Skelett, vorgehängte Glas-Curtainwall (insbesondere am Werkstattflügel), Putzfassade, Industrieelemente (Stahlfenster, sichtbare Heizkörper). Tragwerk und Hülle sind getrennt — ein Grundsatz der „Modernen" nach Le Corbusier.
Pantheon: zentrales Opaion (Durchmesser 8,9 m) als einzige Lichtquelle. Lichtkegel wandert über die Innenwand — Sakralität als Kosmographie. Bauhaus: Tageslicht-Maximierung durch Glasflächen, gleichmäßige Werkstattbelichtung — Funktionalismus statt Symbolismus. Lichtprogramm = Bauaufgabe.
Pantheon: spätantike Synthese griechischer Tempelform und römischer Ingenieurkunst; bauliches Manifest des „Pax Romana"-Universalismus. Bauhaus: Manifest der Klassischen Moderne und des „Neuen Bauens", umgesetzte Reformpädagogik (Itten, Klee, Kandinsky, Albers lehrten dort), Gegenmodell zum Historismus und zur völkischen „Heimatschutz"-Architektur der Weimarer Republik. 1932 Schließung des Dessauer Bauhauses, 1933 endgültige NS-Schließung des Berliner Bauhauses — politisch verfemt, 1996 UNESCO-Welterbe.
Beide Bauten sind in ihrer Epoche paradigmatisch: Pantheon als kanonischer Zentralbau, der noch die Renaissance prägt (Brunelleschi, Bramante, Michelangelo); Bauhaus als Manifest funktionalistischer Asymmetrie, die das 20. Jh. prägt. Der Vergleich macht sichtbar, wie eine Bauaufgabe (Götter-Sakralraum vs. Schulwerkstatt) jeweils Grundriss, Material und Licht determiniert — Architektur ist Funktionsausdruck.
Ergebnis: Klausurtauglich ist ein systematischer Vergleich, der die vier Kategorien (Bauaufgabe, Grundriss, Material, Licht) gleichberechtigt durchgeht, das jeweils Paradigmatische benennt und in eine bauhistorische Einordnung mündet. Die Verbindung von Bauaufgabe und Bildform ist der bewertungsentscheidende Kerngedanke.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie nachhaltiges Bauen (z. B. Anna Heringer METI-Schule, Lehmbau) als Programm gegen den globalen Beton-Verbrauch. Welche kunst- und architekturhistorische Tradition wird wiederaufgenommen (vernakuläre Bauweisen)?
Kernpunkte
GRUNDRISSE CHRISTLICHER SAKRALBAUTEN
Welche drei Beschriftungen in "Grundrisse christlicher Sakralbauten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
GRIECHISCHE SÄULENORDNUNGEN
Welche drei Beschriftungen in "Griechische Säulenordnungen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Kernpunkte
GRUNDRISSE CHRISTLICHER SAKRALBAUTEN
Welche drei Beschriftungen in "Grundrisse christlicher Sakralbauten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Vergleichen Sie das römische Pantheon (Hadrian, um 118 n. Chr., Rom) und Walter Gropius’ Bauhaus-Hauptgebäude in Dessau (1925/26) hinsichtlich Bauaufgabe, Grundriss, Materialität und Lichtführung. Begründen Sie, was an beiden Bauten paradigmatisch ist.
Pantheon: römischer Tempel „aller Götter", später Kirche Santa Maria ad Martyres (609) — Repräsentation imperialer Sakralität, Universalität. Bauhaus Dessau: Schul- und Werkstättenbau einer reformpädagogischen Kunsthochschule (Direktor Gropius) — Repräsentation modernistischer Produktivität, Einheit von Kunst und Handwerk.
Pantheon: Vorhalle (Pronaos, achtsäulig, korinthisch) + zylindrische Rotunde (Durchmesser = Höhe = 43,3 m, sphärische Geometrie). Zentralbau. Bauhaus Dessau: asymmetrisches L-/Z-förmiges Ensemble aus vier Funktionsbereichen (Werkstätten, Atelier-Haus „Prellerhaus", Aulatrakt mit Bühne und Mensa, Brückenbau über die Friedrichsallee mit Lehrerzimmer). Funktionsanalyse als Grundrissprinzip, keine axiale Symmetrie.
Pantheon: Massivbau aus römischem Beton (opus caementicium) mit Ziegel-Verschalung; die Kuppel wird nach oben hin leichter (Bimsstein), Kassettierung reduziert Eigengewicht. Bauhaus: Stahlbeton-Skelett, vorgehängte Glas-Curtainwall (insbesondere am Werkstattflügel), Putzfassade, Industrieelemente (Stahlfenster, sichtbare Heizkörper). Tragwerk und Hülle sind getrennt — ein Grundsatz der „Modernen" nach Le Corbusier.
Pantheon: zentrales Opaion (Durchmesser 8,9 m) als einzige Lichtquelle. Lichtkegel wandert über die Innenwand — Sakralität als Kosmographie. Bauhaus: Tageslicht-Maximierung durch Glasflächen, gleichmäßige Werkstattbelichtung — Funktionalismus statt Symbolismus. Lichtprogramm = Bauaufgabe.
Pantheon: spätantike Synthese griechischer Tempelform und römischer Ingenieurkunst; bauliches Manifest des „Pax Romana"-Universalismus. Bauhaus: Manifest der Klassischen Moderne und des „Neuen Bauens", umgesetzte Reformpädagogik (Itten, Klee, Kandinsky, Albers lehrten dort), Gegenmodell zum Historismus und zur völkischen „Heimatschutz"-Architektur der Weimarer Republik. 1932 Schließung des Dessauer Bauhauses, 1933 endgültige NS-Schließung des Berliner Bauhauses — politisch verfemt, 1996 UNESCO-Welterbe.
Beide Bauten sind in ihrer Epoche paradigmatisch: Pantheon als kanonischer Zentralbau, der noch die Renaissance prägt (Brunelleschi, Bramante, Michelangelo); Bauhaus als Manifest funktionalistischer Asymmetrie, die das 20. Jh. prägt. Der Vergleich macht sichtbar, wie eine Bauaufgabe (Götter-Sakralraum vs. Schulwerkstatt) jeweils Grundriss, Material und Licht determiniert — Architektur ist Funktionsausdruck.
Ergebnis: Klausurtauglich ist ein systematischer Vergleich, der die vier Kategorien (Bauaufgabe, Grundriss, Material, Licht) gleichberechtigt durchgeht, das jeweils Paradigmatische benennt und in eine bauhistorische Einordnung mündet. Die Verbindung von Bauaufgabe und Bildform ist der bewertungsentscheidende Kerngedanke.
Typische Fehler
Kernpunkte
GRIECHISCHE SÄULENORDNUNGEN
Welche drei Beschriftungen in "Griechische Säulenordnungen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Kernpunkte
BAUHAUS DESSAU (GROPIUS 1925/26) — FUNKTIONSPLAN
Welche drei Beschriftungen in "Bauhaus Dessau (Gropius 1925/26) — Funktionsplan" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Analysieren Sie die gotische Kathedrale (Bautyp, am Beispiel der Kathedrale von Chartres, ab 1194) hinsichtlich Konstruktion, Lichtführung und theologischer Bedeutung. Erläutern Sie, wie die Bautechnik das Bildprogramm ermöglicht.
Bischofskirche als Hauptkirche eines Bistums, Ziel- und Wallfahrtsort (Chartres: Marienreliquie). Grundriss: lateinisches Kreuz mit Langhaus, Querhaus, Chor und Chorumgang mit Kapellenkranz. Die Längsachse führt prozessual zum Altar.
Drei verbundene Innovationen: Spitzbogen (leitet Lasten steiler ab als der Rundbogen), Kreuzrippengewölbe (bündelt die Gewölbelasten auf Punkte) und Strebewerk (Strebebögen und Strebepfeiler fangen den Gewölbeschub außen ab). Die Mauer wird so von der Lastabtragung entbunden.
Weil die Mauer nicht mehr tragen muss, kann sie durch große Maßwerkfenster aufgelöst werden. Es entsteht das Gerüst-/Skelettsystem der Hochgotik: Stützen, Rippen, Strebewerk tragen; die Wandfläche wird zur farbigen Glashaut.
Die Glasmalerei (Chartres: über 170 Fenster, „Chartres-Blau") verwandelt das Tageslicht in farbiges, immaterielles Licht. Abt Suger (Saint-Denis, 1144) deutet dies als „lux nova" — das göttliche Licht wird sinnlich erfahrbar (neuplatonische Lichtmetaphysik). Die Fenster sind zugleich Bilderbibel (Bibel der Armen).
Die gotische Konstruktion ist kein Selbstzweck: Strebewerk und Skelettbau ermöglichen erst die lichtdurchflutete, vertikal aufstrebende Raumwirkung, die als Vergegenwärtigung des himmlischen Jerusalem gelesen wird. Höhe (Beauvais bis 48 m Gewölbe), Licht und Vertikalität sind theologische Aussage in Bautechnik übersetzt.
Ergebnis: Bewertungsentscheidend ist die Verknüpfung von Konstruktion (Spitzbogen, Rippengewölbe, Strebewerk) und Bedeutung (lux nova, Vertikalität als Transzendenz): Die gotische Bautechnik ist das Mittel, mit dem das theologische Bildprogramm des immateriellen Lichts überhaupt erst baubar wird.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erörtern Sie, inwiefern Anna Heringers Lehmbau (METI-Schule) eine vormoderne, vernakuläre Bautradition als Antwort auf die Klimakrise reaktiviert. Welcher Fortschrittsbegriff wird hier infrage gestellt?