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Dein Lernraum wird vorbereitet — Curriculum, Notizen und KI verbinden sich.
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DE-Abitur · KunstT·066 / 8
Mit Daguerres Photographie (1839), den Brüdern Lumière (1895) und der elektronischen Reproduktion (Fernsehen, Video, Internet, KI) hat die bildende Kunst ihre Trägermedien erweitert. Fotografie etabliert sich als Kunstmedium (Becher-Schule, Cindy Sherman, Wolfgang Tillmans), Film und Bewegtbild werden museumstauglich (Bill Viola, Pipilotti Rist, Steve McQueen), Medien- und Computerkunst entwickeln eigene Werkbegriffe (Nam June Paik, Olafur Eliasson, KI-Bildgeneratoren). Design (Bauhaus-Möbel, Dieter Rams, Apple-Industriedesign, Grafikdesign der digitalen Plattformen) verbindet ästhetische Form mit alltäglicher Funktion.
6Abschnitteca. 12Min Lesezeit2Kompetenzen
Operatoren:analysieren · beurteilen · vergleichen · erörtern
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Fotografie als eigenständiges Bildmedium; Bauhaus-Designgeschichte; Grundbegriffe der Filmsprache (Einstellungsgrößen, Montage).
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: Walter Benjamins Aura-Begriff (1936) als Rahmen für die technische Reproduzierbarkeit; KI-Bildgeneratoren und die Frage der Autorenschaft (Roland Barthes „Tod des Autors" 1968 / Foucault „Was ist ein Autor?" 1969).
Kernpunkte
BILD-TEXT-BEZIEHUNG — VIER GRUNDTYPEN
Welche drei Beschriftungen in "Bild-Text-Beziehung — vier Grundtypen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Kernpunkte
BILD-TEXT-BEZIEHUNG — VIER GRUNDTYPEN
Welche drei Beschriftungen in "Bild-Text-Beziehung — vier Grundtypen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie ein KI-generiertes Bild (Midjourney, Stable Diffusion) im Verhältnis zu Walter Benjamins Aura-Begriff (1936) und der Autorenschaftsdebatte (Barthes 1968, Foucault 1969). Wer ist Urheber?
Kernpunkte
WERKPROZESS IN DER PRAKTISCHEN AUFGABENART I
Welche drei Beschriftungen in "Werkprozess in der praktischen Aufgabenart I" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Kernpunkte
FORMAL-ÄSTHETISCHE BILDANALYSE — SECHS-FELDER-RASTER
Welche drei Beschriftungen in "Formal-ästhetische Bildanalyse — Sechs-Felder-Raster" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Analysieren Sie Cindy Shermans Werkserie „Untitled Film Stills" (1977–80, Schwarz-Weiß-Fotografien) als inszenierte Fotografie. Erläutern Sie, wie das Werk mit filmischen Bildkonventionen und Rollenbildern arbeitet. Hinweis: verbale Analyse, keine Reproduktion.
Sherman inszeniert sich selbst in 69 Schwarz-Weiß-Aufnahmen als verschiedene weibliche Typen (Hausfrau, Sekretärin, Verführerin, Kleinstadtmädchen). Sie ist zugleich Regisseurin, Kostüm-/Maskenbildnerin, Kamerafrau und Modell — Autorin und Dargestellte fallen zusammen.
Die Bilder imitieren das Standfoto (Film Still), mit dem Filmstudios Szenen bewerben — Format, Schwarz-Weiß, Beleuchtung, angeschnittene Kadrierung, suggerierter Off-Raum. Die Bilder verweisen auf Filme, die es nie gab: ein leeres Zitat des B-Movie- und Nouvelle-Vague-Kinos der 1950er/60er Jahre.
Typisch: leichte Untersicht oder Aufsicht (Machtgefälle), Blick aus dem Bild heraus oder zur Seite (suggerierte Handlung), Lichtführung mit dramatischem Schatten, der angeschnittene Bildraum, der ein Davor/Dahinter behauptet. Die Mittel erzeugen den Eindruck eines narrativen Moments ohne Erzählung.
Die Serie entlarvt die weiblichen Rollenbilder als mediale Konstruktion — keine „echte" Frau, sondern ein Repertoire kulturell vorgeprägter Klischees. Feministische Lesart (im Anschluss an Laura Mulveys „male gaze" 1975): die Bilder machen den begehrenden Blick und seine Schablonen sichtbar. Da Sherman alle Rollen selbst verkörpert, gibt es kein authentisches Ich hinter den Masken — Identität als Inszenierung.
Die Serie ist Schlüsselwerk der postmodernen, appropriationsbasierten Fotografie (Pictures Generation, New York). Sie verbindet Fotografie, Performance und Medienkritik. Methodisch zeigt sich: die ikonografische Stufe (Was bedeuten die Typen?) und die ikonologische (mediale Konstruktion von Weiblichkeit) sind hier untrennbar mit der Verfahrensreflexion (Selbstinszenierung) verbunden.
Ergebnis: Klausurtauglich ist eine Analyse, die das Verfahren (Selbstinszenierung in allen Rollen), den Genrebezug (fiktives Film Still) und die ikonologische Pointe (Weiblichkeit als mediales Klischee, „male gaze") verknüpft — die inszenierte Fotografie ist Bildkritik, nicht Abbild.
Typische Fehler
Kernpunkte
BILD-TEXT-BEZIEHUNG — VIER GRUNDTYPEN
Welche drei Beschriftungen in "Bild-Text-Beziehung — vier Grundtypen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Kernpunkte
BILD-TEXT-BEZIEHUNG — VIER GRUNDTYPEN
Welche drei Beschriftungen in "Bild-Text-Beziehung — vier Grundtypen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Erläutern Sie Walter Benjamins Aura-Begriff (1936) und prüfen Sie, ob der NFT-Kunstmarkt (z. B. Beeple „Everydays — The First 5000 Days", Versteigerung Christie’s 2021) den Aura-Verlust aufhebt oder bestätigt.
Benjamin definiert Aura als „einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag" — das Hier und Jetzt des Originals an seinem Ort, eingebettet in Tradition und Echtheit (Authentizität, Provenienz). Technische Reproduktion (Fotografie, Film) löst das Werk aus diesem Zusammenhang und lässt die Aura „verkümmern".
Ein digitales Bild ist verlustfrei beliebig oft kopierbar — es hat im Benjaminschen Sinne maximal keine Aura, weil es kein „Original" mit Hier und Jetzt gibt. Die Datei ist überall identisch verfügbar.
Das NFT (Non-Fungible Token) erzeugt künstlich Einmaligkeit: ein Blockchain-Eintrag weist Eigentum und Provenienz einer bestimmten Token-Instanz zu. Das Bild bleibt beliebig kopierbar, aber das „Echtheitszertifikat" wird singularisiert — eine technische Re-Auratisierung der Eigentumsbeziehung, nicht des Bildes selbst.
Der NFT-Markt bestätigt Benjamin gerade, indem er ihn umkehrt: weil die Aura technisch verschwunden ist, muss sie künstlich (über Tokens, Auktionen, Sammlerstatus) wiederhergestellt werden. Die Aura wandert vom Werk zum Markt — Echtheit wird zur ökonomisch erzeugten Knappheit. Adornos Kulturindustrie-Kritik (1944) liefert die Anschlussfigur: der Tauschwert dominiert den Erfahrungswert.
Ergebnis: Eine theoriebewusste Antwort zeigt: Das NFT hebt den Aura-Verlust nicht auf, sondern bezeugt ihn — die verlorene Aura des Bildes wird durch eine markttechnisch erzeugte Pseudo-Aura des Eigentums ersetzt. Damit wird Benjamins Diagnose im digitalen Kapitalismus bestätigt, nicht widerlegt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie die Wahrheits- und Vertrauenskrise des Bildes im Zeitalter von Deepfakes. Welche Konsequenzen ergeben sich für Bildkompetenz, Recht und Öffentlichkeit?