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DE-Abitur · BiologieT·055 / 10
Bau der Nervenzelle, Ruhe- und Aktionspotential, kontinuierliche und saltatorische Erregungsleitung, chemische Synapse, Transmitter sowie pharmakologische und neurotoxische Eingriffe.
6Abschnitteca. 10Min Lesezeit3Kompetenzen
Operatoren:beschreiben · erklären · analysieren · beurteilen
grundlegendes Niveau
gA: Aufbau Neuron, Phasen des Aktionspotentials, kontinuierliche vs. saltatorische Leitung, Funktion der chemischen Synapse.
erhöhtes Niveau
eA: Quantitative Behandlung mit Nernst-Gleichung, Goldman-Hodgkin-Katz-Modell, Wirkung von Tetrodotoxin/Curare/Nikotin, EPSP- und IPSP-Summation.
Kernpunkte
NERNST-GLEICHUNG (GLEICHGEWICHTSPOTENTIAL)
Bei 37 °C ergibt sich für Kalium ein E_K ≈ −90 mV, für Natrium E_Na ≈ +60 mV.
AKTIONSPOTENTIAL — SPANNUNGSVERLAUF
Welche drei Beschriftungen in "Aktionspotential — Spannungsverlauf" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
AKTIONSPOTENTIAL V(T)
Musterlösung
Erläutern Sie anhand des Spannungsverlaufs U(t) die ionalen Vorgänge in den vier Phasen Ruhe → Depolarisation → Repolarisation → Hyperpolarisation und benennen Sie typische Zeitfenster.
−70 mV durch Na⁺/K⁺-ATPase und K⁺-Leckkanäle; bis zur Schwelle bei ca. −55 mV ist die Membran nicht erregt.
Spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle öffnen, Na⁺ strömt ein; U steigt bis ca. +40 mV (Overshoot).
Na⁺-Kanäle inaktivieren, K⁺-Kanäle öffnen verzögert; K⁺-Ausstrom führt U unter Ruhepotential.
K⁺-Kanäle schließen langsam; Refraktärzeit sichert Ausbreitungsrichtung.
Na⁺/K⁺-ATPase stellt die ursprünglichen Ionenverteilungen wieder her; das Neuron ist nach ca. 5 ms wieder voll erregbar.
Ergebnis: Gesamtdauer eines APs ca. 2–5 ms.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Berechnen Sie mit der Nernst-Gleichung das Kalium-Gleichgewichtspotential bei 37 °C ([K⁺]_in = 140 mM, [K⁺]_out = 5 mM).
Kernpunkte
Musterlösung
Vergleichen Sie ein myelinisiertes Säugeraxon (Leitgeschwindigkeit ca. 100 m/s) mit einem marklosen Axon gleichen Durchmessers (ca. 1 m/s) und erläutern Sie quantitativ und kausal, warum die Myelinscheide die Leitung beschleunigt.
Bestimme den Beschleunigungsfaktor durch Myelinisierung.
An den Ranvier-Schnürringen sind die spannungsgesteuerten Na⁺-Kanäle konzentriert. Das Aktionspotential wird nur dort neu gebildet und „springt" elektrotonisch über die isolierten Internodien.
Die Myelinscheide erhöht den Membranwiderstand und senkt die Membrankapazität; dadurch verläuft die elektrotonische Vorwärtsausbreitung kaum gedämpft bis zum nächsten Schnürring.
Da nur an den Schnürringen Ionenkanäle umgeladen werden müssen, entfällt der zeitaufwändige Auf- und Abbau des Potentials entlang der gesamten Membran.
Saltatorische Leitung ist schneller und energiesparender (weniger Na⁺/K⁺-ATPase-Arbeit). Demyelinisierende Erkrankungen wie Multiple Sklerose verlangsamen oder blockieren daher die Erregungsleitung.
Ergebnis: Myelinisierung beschleunigt die Leitung um etwa den Faktor 100 und senkt zugleich den Energiebedarf — durch saltatorische Erregung an den Ranvier-Schnürringen.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie quantitativ, warum eine myelinisierte Faser deutlich schneller leitet als eine marklose gleichen Durchmessers. Das Rechenbeispiel dieser Sektion (ca. 100 m/s gegenüber ca. 1 m/s) entspricht etwa dem Faktor 100; Lehrbuchangaben schwanken je nach Faser und Vergleichsbedingung, weshalb der Beschleunigungsfaktor stets aus den konkret gegebenen Geschwindigkeiten zu berechnen ist.
Kernpunkte
CHEMISCHE SYNAPSE
Welche drei Beschriftungen in "Chemische Synapse" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie räumliche und zeitliche Summation als Grundlage neuronaler Integration und das Konzept der Langzeitpotenzierung (LTP) im Hippocampus.
Kernpunkte
BAU EINER NERVENZELLE (MOTONEURON)
Welche drei Beschriftungen in "Bau einer Nervenzelle (Motoneuron)" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie die Transduktion am Beispiel eines Mechanorezeptors und die Reizstärkecodierung über Generatorpotential und Aktionspotentialfrequenz.
Kernpunkte
AUFBAU DES MENSCHLICHEN AUGES
Welche drei Beschriftungen in "Aufbau des menschlichen Auges" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie die laterale Hemmung über Horizontalzellen quantitativ und ihre Bedeutung für Kanteneffekte und optische Täuschungen (Hermann-Gitter).
Kernpunkte
CHEMISCHE SYNAPSE
Welche drei Beschriftungen in "Chemische Synapse" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
BAU EINER NERVENZELLE (MOTONEURON)
Welche drei Beschriftungen in "Bau einer Nervenzelle (Motoneuron)" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie den molekularen Mechanismus der Langzeitpotenzierung (NMDA-Rezeptor, Ca²⁺-Einstrom, AMPA-Rezeptor-Einbau) als Grundlage des Lernens.