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Schwerpunkte des Neuen Testaments für das katholische Abitur: synoptische Frage (Zwei-Quellen-Theorie), Reich-Gottes-Botschaft Jesu (Gleichnisse, Bergpredigt), Wunder als Zeichen, Passion und Auferstehung, paulinische Rechtfertigungstheologie als Brücke zur katholischen Soteriologie.
6Abschnitteca. 30Min Lesezeit4KompetenzenNiveauStandard 4 · Vertiefung 2Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA: Zwei-Quellen-Theorie in Grundzügen, je ein Gleichnis (z. B. Barmherziger Vater Lk 15), Grundzüge der Bergpredigt, Osterbekenntnis (1 Kor 15,3–5).
erhöhtes Niveau
eA: synoptischer Vergleich Mk / Mt / Lk an einer Perikope, Reich-Gottes-Begriff (futurisch / präsentisch / inauguriert), Passionstheologie (Mk vs. Joh), Paulus und das Rechtfertigungsstreitthema (Trient vs. Wittenberg, GE 1999).
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Synoptisches Modell — Zwei-Quellen-Theorie
Analysieren Sie die Sturmstillungsperikope (Mk 4,35–41) mit den Schritten Textkritik, Literarkritik, Formkritik und Redaktionskritik. Interpretieren Sie die theologische Botschaft.
Vergleich der ältesten griechischen Handschriften (Codex Sinaiticus, Vaticanus). Klärung von Lesarten und Stellung der Perikope im Markusevangelium (Übergang von Wundererzählungen zu Christologie).
Abgrenzung der Perikope (V. 35 Übergang, V. 41 Schlussfrage). Beobachtung markinischer Vorzugsworte (kai euthys, antwortende Reden). Stellung im Aufriss (nach Gleichniskapitel Mk 4,1–34).
Klassifikation als Naturwunder / Rettungswunder mit klassischer Dreigliederung: Notlage (V. 37), Wunderhandeln Jesu (V. 39), Demonstration (V. 41). Sitz im Leben: katechetische Verkündigung in der bedrängten Urgemeinde.
Vergleich mit Mt 8,23–27 und Lk 8,22–25: Mk bewahrt die schroffe Anrede „Habt ihr noch keinen Glauben?". Mt mildert ab. Markinische Redaktion betont den Glauben in der Krise — Botschaft an die Gemeinde nach 70 n. Chr.
Christologisches Bekenntnis (V. 41): Wer ist dieser? — Anspielung auf JHWHs Macht über das Chaoswasser (Ps 89,10; Ps 107,29). Ekklesiologie: Schiff als Bild der Kirche, Jesus als rettender Herr inmitten der Bedrängnis. Hermeneutischer Anschluss an die Lebenssituation heutiger Glaubender.
Ergebnis: Die Sturmstillung ist kein historischer Reisebericht, sondern theologische Verkündigung: Jesus Christus offenbart in der Krisensituation seine göttliche Vollmacht. Die Frage „Wer ist dieser?" ist die christologische Mitte des Markusevangeliums.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erörtern Sie die Frage nach dem historischen Jesus. Skizzieren Sie die Etappen der Leben-Jesu-Forschung (die alte „Quest" seit Reimarus, M. Kählers Unterscheidung von historischem Jesus und biblischem Christus, Bultmanns Skepsis, die „New Quest" Käsemanns 1953, die „Third Quest" mit Jesus im Frühjudentum) und diskutieren Sie das Verhältnis von historischem Jesus und kerygmatischem Christus, wie es J. Ratzinger in „Jesus von Nazaret" zu vermitteln sucht.
Aktive Wiederholung
Interpretieren Sie das Gleichnis vom barmherzigen Vater (Lk 15,11–32) im Kontext des lukanischen Sondergutes und beurteilen Sie, inwiefern es das Gottesbild Jesu paradigmatisch ausdrückt.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Einheitsübersetzung 2016 (Bibleserver) (Katholisches Bibelwerk) · Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)
Heilsgeschichtlicher Zeitstrahl
Interpretieren Sie 1 Kor 15,35–44 und erläutern Sie, wie Paulus die leibliche Auferstehung gegen ein platonisches Missverständnis verteidigt. Beurteilen Sie die Tragfähigkeit des paulinischen Modells.
1 Kor 15 ist das älteste ausführliche Auferstehungskapitel des NT (ca. 54/55 n. Chr.). V. 35 formuliert den korinthischen Einwand: „Wie werden die Toten auferweckt? Mit was für einem Leib kommen sie?" — Paulus argumentiert gegen eine spiritualisierende Leugnung der Leibauferstehung.
Paulus nutzt das Bild des Samenkorns: Was gesät wird, stirbt, und Gott gibt ihm einen neuen Leib (V. 38). Kontinuität (es ist dieselbe Pflanze) und Diskontinuität (der neue Leib unterscheidet sich vom Korn) werden zugleich behauptet.
Paulus stellt vier Antithesen auf: vergänglich — unvergänglich, Unehre — Herrlichkeit, Schwachheit — Kraft, „natürlicher Leib" (soma psychikon) — „geistlicher Leib" (soma pneumatikon). Der Auferstehungsleib ist nicht unleiblich, sondern vom Geist Gottes durchwirkt.
Anders als Platon (Phaidon: Befreiung der Seele aus dem Leib-Kerker) denkt Paulus den ganzen Menschen: nicht Fortleben einer abgetrennten Seele, sondern Neuschöpfung der Person durch Gott. Auferstehung ist Gottes Tat, nicht eine natürliche Eigenschaft der Seele.
Stärke: Das Modell bewahrt die personale Ganzheit und die Geschöpflichkeit (Auferstehung als Gnade). Anfrage: Die Rede vom „geistlichen Leib" bleibt sprachlich paradox. Die katholische Lehre (KKK 997, 1016) übernimmt die paulinische Spannung von Kontinuität und Verwandlung.
Ergebnis: Paulus verteidigt in 1 Kor 15,35–44 die leibliche Auferstehung als Neuschöpfung des ganzen Menschen (soma pneumatikon), nicht als Unsterblichkeit einer Seele. Das Modell wahrt Kontinuität der Person und Gottes schöpferische Freiheit.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GE 1999) zwischen Lutherischem Weltbund und Katholischer Kirche als ökumenischen Meilenstein und ihre offen gebliebenen Differenzen (Ablass, simul iustus).
Aktive Wiederholung
Vergleichen Sie Mk 15,33–39 und Joh 19,28–30 hinsichtlich Christologie und Soteriologie und erörtern Sie, welche katholischen Akzente in beiden Texten erkennbar werden.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Einheitsübersetzung 2016 (Bibleserver) (Katholisches Bibelwerk) · Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)
Synoptisches Modell — Zwei-Quellen-Theorie
Analysieren Sie die Sturmstillungsperikope (Mk 4,35–41) mit den Schritten Textkritik, Literarkritik, Formkritik und Redaktionskritik. Interpretieren Sie die theologische Botschaft.
Vergleich der ältesten griechischen Handschriften (Codex Sinaiticus, Vaticanus). Klärung von Lesarten und Stellung der Perikope im Markusevangelium (Übergang von Wundererzählungen zu Christologie).
Abgrenzung der Perikope (V. 35 Übergang, V. 41 Schlussfrage). Beobachtung markinischer Vorzugsworte (kai euthys, antwortende Reden). Stellung im Aufriss (nach Gleichniskapitel Mk 4,1–34).
Klassifikation als Naturwunder / Rettungswunder mit klassischer Dreigliederung: Notlage (V. 37), Wunderhandeln Jesu (V. 39), Demonstration (V. 41). Sitz im Leben: katechetische Verkündigung in der bedrängten Urgemeinde.
Vergleich mit Mt 8,23–27 und Lk 8,22–25: Mk bewahrt die schroffe Anrede „Habt ihr noch keinen Glauben?". Mt mildert ab. Markinische Redaktion betont den Glauben in der Krise — Botschaft an die Gemeinde nach 70 n. Chr.
Christologisches Bekenntnis (V. 41): Wer ist dieser? — Anspielung auf JHWHs Macht über das Chaoswasser (Ps 89,10; Ps 107,29). Ekklesiologie: Schiff als Bild der Kirche, Jesus als rettender Herr inmitten der Bedrängnis. Hermeneutischer Anschluss an die Lebenssituation heutiger Glaubender.
Ergebnis: Die Sturmstillung ist kein historischer Reisebericht, sondern theologische Verkündigung: Jesus Christus offenbart in der Krisensituation seine göttliche Vollmacht. Die Frage „Wer ist dieser?" ist die christologische Mitte des Markusevangeliums.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Skizzieren Sie die Geschichte der Gleichnisauslegung — von der altkirchlichen Allegorese (Augustinus zum barmherzigen Samariter) über Jülichers Ein-Punkt-Regel und Joachim Jeremias' Rückfrage nach dem ursprünglichen Sitz im Leben im Wirken Jesu bis zur literarisch-metaphorischen Deutung (P. Ricœur: das Gleichnis als „Metapher, die zu denken gibt", als Sprachereignis). Diskutieren Sie, ob die strikte Anti-Allegorese allen Gleichnissen gerecht wird.
Aktive Wiederholung
Interpretieren Sie das Gleichnis vom barmherzigen Vater (Lk 15,11–32) und erörtern Sie, inwiefern die Reaktion des älteren Sohnes die eigentliche Provokation des Textes darstellt.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Einheitsübersetzung 2016 (Bibleserver) (Katholisches Bibelwerk) · Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)
Analysieren Sie die Sturmstillungsperikope (Mk 4,35–41) mit den Schritten Textkritik, Literarkritik, Formkritik und Redaktionskritik. Interpretieren Sie die theologische Botschaft.
Vergleich der ältesten griechischen Handschriften (Codex Sinaiticus, Vaticanus). Klärung von Lesarten und Stellung der Perikope im Markusevangelium (Übergang von Wundererzählungen zu Christologie).
Abgrenzung der Perikope (V. 35 Übergang, V. 41 Schlussfrage). Beobachtung markinischer Vorzugsworte (kai euthys, antwortende Reden). Stellung im Aufriss (nach Gleichniskapitel Mk 4,1–34).
Klassifikation als Naturwunder / Rettungswunder mit klassischer Dreigliederung: Notlage (V. 37), Wunderhandeln Jesu (V. 39), Demonstration (V. 41). Sitz im Leben: katechetische Verkündigung in der bedrängten Urgemeinde.
Vergleich mit Mt 8,23–27 und Lk 8,22–25: Mk bewahrt die schroffe Anrede „Habt ihr noch keinen Glauben?". Mt mildert ab. Markinische Redaktion betont den Glauben in der Krise — Botschaft an die Gemeinde nach 70 n. Chr.
Christologisches Bekenntnis (V. 41): Wer ist dieser? — Anspielung auf JHWHs Macht über das Chaoswasser (Ps 89,10; Ps 107,29). Ekklesiologie: Schiff als Bild der Kirche, Jesus als rettender Herr inmitten der Bedrängnis. Hermeneutischer Anschluss an die Lebenssituation heutiger Glaubender.
Ergebnis: Die Sturmstillung ist kein historischer Reisebericht, sondern theologische Verkündigung: Jesus Christus offenbart in der Krisensituation seine göttliche Vollmacht. Die Frage „Wer ist dieser?" ist die christologische Mitte des Markusevangeliums.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erörtern Sie das Verhältnis von Wunder und Naturgesetz. Von Spinoza und David Hume stammt der Einwand, ein Wunder als „Verletzung der Naturgesetze" sei definitionsgemäß höchst unwahrscheinlich. Diskutieren Sie die theologische Antwort, die das Wunder nicht als Bruch des Naturgesetzes, sondern als Zeichenhandlung innerhalb der Gott-Welt-Beziehung versteht, und die Unterscheidung der Fragegattungen: Schließt ein naturwissenschaftliches Weltbild das Wunder aus oder nur dessen naturalistische Fehldeutung?
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie eine Wundererzählung (z. B. Mk 2,1–12 Heilung des Gelähmten) und erörtern Sie, inwiefern sie als „Zeichen" des Reiches Gottes (KKK 547–550) zu deuten ist.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Einheitsübersetzung 2016 (Bibleserver) (Katholisches Bibelwerk) · Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)
Zwei-Naturen-Lehre von Chalcedon (451)
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erörtern Sie die „johanneische Frage" und das Verhältnis von hoher Christologie und wahrer Menschheit. Diskutieren Sie Ernst Käsemanns These eines „naiven Doketismus" im Johannesevangelium — gefährdet die Betonung der Herrlichkeit Christi seine wirkliche Menschheit? — gegenüber dem starken Inkarnationsrealismus (Joh 1,14; das Blut und Wasser aus der Seite, Joh 19,34; 1 Joh 4,2). Beziehen Sie die johanneische Schule und das Verhältnis zu den Johannesbriefen ein.
Aktive Wiederholung
Interpretieren Sie den Logos-Hymnus Joh 1,1–14 und erörtern Sie, inwiefern die johanneische Inkarnationstheologie die chalcedonensische Zwei-Naturen-Lehre vorbereitet.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Einheitsübersetzung 2016 (Bibleserver) (Katholisches Bibelwerk) · Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)
Hierarchische Struktur der katholischen Kirche
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Verhältnis von „Jesus und Paulus" sowie die „Neue Paulusperspektive". Hat Paulus die einfache Botschaft Jesu in eine Erlösungsreligion verwandelt (die alte liberale These), oder bewahrt er Gnade und Reich-Gottes-Gedanken? Erörtern Sie zudem die New Perspective on Paul (E. P. Sanders, J. D. G. Dunn, N. T. Wright), die seine Rechtfertigungslehre nicht als Kritik an einer „werkgerechten" jüdischen Frömmigkeit, sondern als Frage der Zugehörigkeit der Heiden zum Gottesvolk liest — mit Folgen für den jüdisch-christlichen Dialog.
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie die Bedeutung des Apostelkonzils (Apg 15) und erörtern Sie, inwiefern es die Öffnung des Christentums zur universalen Kirche ermöglicht hat.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Einheitsübersetzung 2016 (Bibleserver) (Katholisches Bibelwerk) · Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)
Belege & Quellen
Katholisches Bibelwerk
Libreria Editrice Vaticana