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Bau der Nervenzelle, Ruhe- und Aktionspotential, kontinuierliche und saltatorische Erregungsleitung, chemische Synapse, Transmitter sowie pharmakologische und neurotoxische Eingriffe.
6Abschnitteca. 19Min Lesezeit3KompetenzenNiveauBasis 1 · Standard 4 · Vertiefung 1Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA: Aufbau Neuron, Phasen des Aktionspotentials, kontinuierliche vs. saltatorische Leitung, Funktion der chemischen Synapse.
erhöhtes Niveau
eA: Quantitative Behandlung mit Nernst-Gleichung, Goldman-Hodgkin-Katz-Modell, Wirkung von Tetrodotoxin/Curare/Nikotin, EPSP- und IPSP-Summation.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Aktionspotential — Spannungsverlauf
Nernst-Gleichung (Gleichgewichtspotential)
Bei 37 °C ergibt sich für Kalium ein E_K ≈ −90 mV, für Natrium E_Na ≈ +60 mV.
Aktionspotential V(t)
Erläutern Sie anhand des Spannungsverlaufs U(t) die ionalen Vorgänge in den vier Phasen Ruhe → Depolarisation → Repolarisation → Hyperpolarisation und benennen Sie typische Zeitfenster.
−70 mV durch Na⁺/K⁺-ATPase und K⁺-Leckkanäle; bis zur Schwelle bei ca. −55 mV ist die Membran nicht erregt.
Spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle öffnen, Na⁺ strömt ein; U steigt bis ca. +40 mV (Overshoot).
Na⁺-Kanäle inaktivieren, K⁺-Kanäle öffnen verzögert; K⁺-Ausstrom führt U unter Ruhepotential.
K⁺-Kanäle schließen langsam; Refraktärzeit sichert Ausbreitungsrichtung.
Na⁺/K⁺-ATPase stellt die ursprünglichen Ionenverteilungen wieder her; das Neuron ist nach ca. 5 ms wieder voll erregbar.
Ergebnis: Gesamtdauer eines APs ca. 2–5 ms.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Berechnen Sie mit der Nernst-Gleichung das Kalium-Gleichgewichtspotential bei 37 °C ([K⁺]_in = 140 mM, [K⁺]_out = 5 mM).
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie die Phasen des Aktionspotentials und beurteilen Sie, warum die Reizstärke über die Frequenz und nicht die Amplitude codiert wird.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Vergleichen Sie ein myelinisiertes Säugeraxon (Leitgeschwindigkeit ca. 100 m/s) mit einem marklosen Axon gleichen Durchmessers (ca. 1 m/s) und erläutern Sie quantitativ und kausal, warum die Myelinscheide die Leitung beschleunigt.
Bestimme den Beschleunigungsfaktor durch Myelinisierung.
An den Ranvier-Schnürringen sind die spannungsgesteuerten Na⁺-Kanäle konzentriert. Das Aktionspotential wird nur dort neu gebildet und „springt" elektrotonisch über die isolierten Internodien.
Die Myelinscheide erhöht den Membranwiderstand und senkt die Membrankapazität; dadurch verläuft die elektrotonische Vorwärtsausbreitung kaum gedämpft bis zum nächsten Schnürring.
Da nur an den Schnürringen Ionenkanäle umgeladen werden müssen, entfällt der zeitaufwändige Auf- und Abbau des Potentials entlang der gesamten Membran.
Saltatorische Leitung ist schneller und energiesparender (weniger Na⁺/K⁺-ATPase-Arbeit). Demyelinisierende Erkrankungen wie Multiple Sklerose verlangsamen oder blockieren daher die Erregungsleitung.
Ergebnis: Myelinisierung beschleunigt die Leitung um etwa den Faktor 100 und senkt zugleich den Energiebedarf — durch saltatorische Erregung an den Ranvier-Schnürringen.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie quantitativ, warum eine myelinisierte Faser deutlich schneller leitet als eine marklose gleichen Durchmessers. Das Rechenbeispiel dieser Sektion (ca. 100 m/s gegenüber ca. 1 m/s) entspricht etwa dem Faktor 100; Lehrbuchangaben schwanken je nach Faser und Vergleichsbedingung, weshalb der Beschleunigungsfaktor stets aus den konkret gegebenen Geschwindigkeiten zu berechnen ist.
Aktive Wiederholung
Vergleichen Sie kontinuierliche und saltatorische Erregungsleitung und beurteilen Sie die funktionelle Bedeutung der Myelinisierung anhand der Multiplen Sklerose.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Chemische Synapse
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie räumliche und zeitliche Summation als Grundlage neuronaler Integration und das Konzept der Langzeitpotenzierung (LTP) im Hippocampus.
Aktive Wiederholung
Beschreiben Sie die Signalübertragung an einer chemischen Synapse und beurteilen Sie die Wirkung von Curare an der neuromuskulären Endplatte.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Bau einer Nervenzelle (Motoneuron)
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie die Transduktion am Beispiel eines Mechanorezeptors und die Reizstärkecodierung über Generatorpotential und Aktionspotentialfrequenz.
Aktive Wiederholung
Beschreiben Sie die Reiz-Reaktions-Kette beim Patellarsehnenreflex und erklären Sie die Funktion des Axonhügels für die Auslösung eines Aktionspotentials.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Aufbau des menschlichen Auges
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie die laterale Hemmung über Horizontalzellen quantitativ und ihre Bedeutung für Kanteneffekte und optische Täuschungen (Hermann-Gitter).
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie die molekulare Sehkaskade in einem Stäbchen und beurteilen Sie, warum die Belichtung zu einer Hyperpolarisation statt einer Depolarisation führt.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Chemische Synapse
Bau einer Nervenzelle (Motoneuron)
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie den molekularen Mechanismus der Langzeitpotenzierung (NMDA-Rezeptor, Ca²⁺-Einstrom, AMPA-Rezeptor-Einbau) als Grundlage des Lernens.
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie anhand mehrerer gleichzeitig eintreffender EPSP und IPSP, ob am Axonhügel ein Aktionspotential ausgelöst wird, und erläutern Sie das Prinzip der neuronalen Verrechnung.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.