Loading
Mendel-Regeln, Erbgänge (autosomal/gonosomal, dominant/rezessiv), Kopplung und Rekombination, Stammbaumanalyse sowie quantitative Auswertung mit Chi-Quadrat-Test.
6Abschnitteca. 23Min Lesezeit3KompetenzenNiveauBasis 1 · Standard 3 · Vertiefung 2Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA: Drei Mendel-Regeln, Punnett-Quadrat, einfache Stammbaumtypen, Phänotyp-/Genotyp-Verhältnisse 3:1 und 9:3:3:1.
erhöhtes Niveau
eA: Erbgangtyp aus Stammbaum systematisch ableiten (4-Schritt-Verfahren), Chi-Quadrat-Test mit Freiheitsgraden, Kopplung und Kartenabstände in centiMorgan.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Mendel-Pyramide — die drei Vererbungsregeln
Punnett-Quadrat — monohybrider Erbgang
Bestimmen Sie für die Kreuzung reinerbig gelb (GG) × reinerbig grün (gg) die F1- und F2-Generation und begründen Sie das Verhältnis.
GG liefert ausschließlich G-Gameten, gg ausschließlich g-Gameten.
Alle F1-Nachkommen sind heterozygot Gg und phänotypisch gelb (Uniformitätsregel).
Im Punnett-Quadrat ergeben sich vier gleich wahrscheinliche Kombinationen: GG, Gg, Gg, gg.
1 GG : 2 Gg : 1 gg, also 25 % homozygot dominant, 50 % heterozygot, 25 % homozygot rezessiv.
Aufgrund der vollständigen Dominanz erscheinen GG und Gg gleich gelb; Verhältnis 3 gelb : 1 grün (Spaltungsregel).
Ergebnis: F1 100 % gelb (Gg); F2 phänotypisch 3 : 1; genotypisch 1 : 2 : 1.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Erläutern Sie, wie die mendelschen Regeln zellbiologisch durch das Verhalten der homologen Chromosomen in der Meiose (Reduktion in Meiose I, unabhängige Verteilung) begründet werden — die Chromosomentheorie der Vererbung (Sutton und Boveri, um 1902/03).
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie die Spaltungsregel anhand der Kreuzung Gg × Gg und unterscheiden Sie Phänotyp- vom Genotypverhältnis.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Stammbaumsymbole — autosomal-rezessiver Erbgang
Zwei klinisch gesunde Eltern (I-1 ♂, I-2 ♀) haben eine betroffene Tochter (II-1) und einen gesunden Sohn (II-2). Bestimmen Sie den Erbgang und die Wahrscheinlichkeit, dass der gesunde Sohn Träger des betreffenden Allels ist.
Beide Eltern sind gesund, ihr Kind ist betroffen — das Merkmal hat eine Generation übersprungen. Es muss also rezessiv sein; bei einem dominanten Erbgang müsste mindestens ein Elternteil eines Betroffenen ebenfalls betroffen sein.
Das betroffene Kind ist weiblich. Wäre der Erbgang X-chromosomal-rezessiv, müsste die Tochter ihr eines krankes X-Allel vom Vater erhalten haben — der Vater wäre dann selbst betroffen. Er ist aber gesund. Folglich liegt ein autosomal-rezessiver Erbgang vor.
Die betroffene Tochter ist aa und hat je ein a-Allel von jedem Elternteil. Beide gesunden Eltern müssen daher heterozygote Träger (Aa) sein — sie sind obligate Konduktoren.
Aus Aa × Aa ergibt sich das Genotypverhältnis 1 AA : 2 Aa : 1 aa. Der Sohn II-2 ist gesund, gehört also zu den Genotypen AA oder Aa (im Verhältnis 1 : 2).
Unter den gesunden Kindern (1 AA + 2 Aa) ist der Anteil der Träger 2 von 3. Die Bedingung „gesund" schließt den Genotyp aa aus, sodass nur über AA und Aa zu rechnen ist.
Ergebnis: Autosomal-rezessiver Erbgang; der gesunde Sohn ist mit Wahrscheinlichkeit 2/3 heterozygoter Träger.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie unvollständige Penetranz und variable Expressivität als Ursachen für scheinbare Abweichungen von Mendel-Regeln.
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie einen Stammbaum mit drei Generationen und bestimmen Sie den Erbgang nach dem 4-Schritt-Schema; berechnen Sie die Erkrankungswahrscheinlichkeit für einen ungeborenen Sohn.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Chi-Quadrat-Test
Prüft, ob beobachtete Häufigkeiten Oᵢ signifikant von erwarteten Eᵢ abweichen — Standardtest für Mendelsche Kreuzungen.
In einer F2-Generation werden 320 gelbe und 80 grüne Erbsen beobachtet. Prüfen Sie mit α = 0,05 und einem Freiheitsgrad, ob die Daten zur erwarteten 3:1-Spaltung passen.
Bei 400 Pflanzen erwartet man E(gelb) = 300, E(grün) = 100.
Summiere die quadratischen relativen Abweichungen.
Bei df = 1 und α = 0,05 ist χ²_krit = 3,84.
5,33 > 3,84 — Nullhypothese (3:1) wird abgelehnt.
Mögliche Ursachen: Selektion gegen grüne Embryonen, unvollständige Dominanz, Stichprobenfehler.
Ergebnis: χ² ≈ 5,33 > 3,84; Hypothese der 3:1-Spaltung wird abgelehnt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie das Drei-Faktor-Kreuzungsschema und die Ordnung von Genen anhand der Doppelcrossover-Häufigkeit.
Aktive Wiederholung
Werten Sie eine F2-Spaltung (320 gelb : 80 grün) mit dem Chi-Quadrat-Test bei df = 1 und α = 0,05 aus und interpretieren Sie das Ergebnis.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Punnett-Quadrat — monohybrider Erbgang
AB0-Blutgruppensystem — Antigene und Antikörper
Eine Mutter mit Blutgruppe A (Genotyp IᴬI⁰) und ein Vater mit Blutgruppe B (Genotyp IᴮI⁰) bekommen Kinder. Bestimmen Sie die möglichen Blutgruppen der Kinder und ihre Wahrscheinlichkeiten.
Das AB0-System kennt drei Allele: Iᴬ und Iᴮ sind kodominant, I⁰ ist gegenüber beiden rezessiv.
Die Mutter (IᴬI⁰) bildet Iᴬ- und I⁰-Gameten, der Vater (IᴮI⁰) Iᴮ- und I⁰-Gameten.
Die vier gleich wahrscheinlichen Kombinationen lauten IᴬIᴮ, IᴬI⁰, IᴮI⁰ und I⁰I⁰.
IᴬIᴮ → AB, IᴬI⁰ → A, IᴮI⁰ → B, I⁰I⁰ → 0; alle vier Blutgruppen sind je zu 25 % möglich.
Aus zwei Eltern der Gruppen A und B können Kinder aller vier Blutgruppen entstehen — ein klassisches Beispiel multipler Allelie mit Kodominanz, das einfache dominant-rezessive Erwartungen widerlegt.
Ergebnis: Je 25 % AB, A, B und 0 — alle vier Blutgruppen sind möglich.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie die Heterozygotenvorteil-Hypothese am Sichelzellallel und ihre populationsgenetische Bedeutung in Malariagebieten.
Aktive Wiederholung
Bestimmen Sie für eine Kreuzung von Eltern der Blutgruppen A (IᴬI⁰) und B (IᴮI⁰) die möglichen Blutgruppen der Kinder und erläutern Sie das Prinzip der Kodominanz.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Stammbaumsymbole — autosomal-rezessiver Erbgang
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie den Mechanismus der X-Inaktivierung (XIST-RNA) und ihre Bedeutung für die phänotypische Variabilität heterozygoter Frauen.
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie anhand einer reziproken Kreuzung, ob die Rot-Grün-Sehschwäche autosomal oder X-chromosomal vererbt wird, und begründen Sie die unterschiedliche Häufigkeit bei Männern und Frauen.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Stammbaumsymbole — autosomal-rezessiver Erbgang
In einer Population treten 1 von 10 000 Menschen als Albinos (aa) auf. Berechnen Sie die Allelfrequenzen p, q und den Anteil heterozygoter Träger.
Da Albinismus rezessiv ist, entspricht der Anteil der Betroffenen genau q².
Die Allelfrequenz des rezessiven Allels ergibt sich aus q = √q².
Wegen p + q = 1 folgt unmittelbar p = 1 − q.
Heterozygote Träger sind aufgrund der Binomialformel 2pq.
Rund 1,98 % der Bevölkerung sind heterozygote Träger — fast 200-mal mehr Menschen tragen das Allel, als phänotypisch sichtbar sind. Das erklärt, warum scheinbar verschwundene rezessive Erbkrankheiten dennoch auftreten.
Ergebnis: p ≈ 0,99; q ≈ 0,01; etwa 1,98 % heterozygote Träger.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie ethische Spannungsfelder der Pränataldiagnostik (Recht auf Nichtwissen, Eugenikvorwurf) und verknüpfen Sie sie mit dem Bioethik-Kapitel.
Aktive Wiederholung
Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind zweier heterozygoter Träger (Mukoviszidose, autosomal-rezessiv) erkrankt, und beurteilen Sie den Nutzen eines Neugeborenenscreenings.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.