Aufgabenstellung
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Zelltheorie, Pro- vs. Eukaryoten, Aufbau und Funktion der Zellorganellen, Endosymbiontentheorie, Biomembran als Fluid-Mosaic, Stofftransport, Zellzyklus und Zellteilung (Mitose, Meiose).
6Abschnitteca. 24Min Lesezeit4KompetenzenNiveauBasis 1 · Standard 5Stand 06/2026
Lesetiefe: Vertiefung
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Prokaryotische Zelle - Bakterium
Eukaryotische Tierzelle - Übersicht
Vergleiche eine kleine würfelförmige Zelle (Kantenlänge 1) mit einer grossen (Kantenlänge 4). Welche hat das günstigere Oberfläche-Volumen-Verhältnis für den Stoffaustausch?
Oberfläche ; Volumen ; Verhältnis .
Oberfläche ; Volumen ; Verhältnis .
Das Verhältnis sinkt von 6 auf 1,5, je größer die Zelle wird.
Kleine Zellen tauschen pro Volumeneinheit mehr Stoffe aus - deshalb bleiben Zellen klein oder bilden Oberflächenvergrößerungen (Microvilli).
Ergebnis: Die kleine Zelle hat mit O/V = 6 das vierfach günstigere Verhältnis; das begrenzt die maximale Zellgröße und erklärt Membranfaltungen.
Ein Präparat wird mit Objektiv 40x und Okular 10x betrachtet. Eine Zelle erscheint im Bild 8 mm gross. Berechne die Gesamtvergrößerung und die wahre Zellgröße.
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Typische Größenordnung einer tierischen Zelle (10-30 mu).
Ergebnis: Gesamtvergrößerung 400x; die Zelle ist real 20 mu gross - eine plausible eukaryotische Zellgröße.
Die Zelle ist die kleinste Einheit, die alle Lebenskriterien erfüllt - Stoffwechsel, Vermehrung, Reizbarkeit.
Prokaryoten sind klein und schlicht, Eukaryoten gross und kompartimentiert.
Prokaryotische Zelle - Bakterium
Mitochondrien sind im Grunde domestizierte Bakterien - eine der spektakulärsten Symbiosen der Evolution.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Vergleiche pro- und eukaryotische Zellen in vier Kategorien (Kern, Ribosomen, Zellwand, Größe) und nenne je ein Beispiel.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Campbell Biology, Kap. 6 Tour of the Cell (Pearson) · OpenStax Biology 2e, Kap. 4 Cell Structure (OpenStax)
Eukaryotische Tierzelle - Übersicht
Mitochondrium - Aufbau und Atmungskette
Ein Zellhomogenat wird in mehreren Schritten zunehmend stärker zentrifugiert (500 g, dann 10 000 g, dann 100 000 g). Ordne Zellkerne, Mitochondrien und Mikrosomen/Ribosomen den Pellets zu und begründe die Reihenfolge.
Bei der differentiellen Zentrifugation sedimentieren grosse, schwere Bestandteile schon bei kleiner Beschleunigung; kleine, leichte erst bei sehr hoher. Man zentrifugiert stufenweise und hebt jeweils den Überstand ab.
Die grössten und dichtesten Strukturen fallen zuerst aus: die Zellkerne bilden das erste Pellet.
Aus dem Überstand sedimentieren nun die Mitochondrien (bei Pflanzen auch Chloroplasten).
Erst jetzt fallen die kleinen Mikrosomen (ER-Bruchstücke) und freien Ribosomen aus.
Ergebnis: Reihenfolge der Pellets: Zellkerne → Mitochondrien → Mikrosomen/Ribosomen. Die differentielle Zentrifugation trennt Organellen nach Größe und Dichte und erlaubt es, ihre Funktion isoliert zu untersuchen.
Stell dir die Zelle als Fabrik vor: Kern = Büro, rER = Werkstatt, Golgi = Versand, Mitochondrium = Kraftwerk.
Mitochondrien haben zwei Membranen - die innere ist gefaltet, um die Atmungskette aufzunehmen.
Mitochondrium - Aufbau und Atmungskette
Lysosomen sind die Müllabfuhr; ein Defekt führt zu Speicherkrankheiten wie Tay-Sachs.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Verfolge ein sekretorisches Protein vom Gen bis zur Sekretion und nenne alle beteiligten Organellen.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Campbell Biology, Kap. 6.5 Endomembrane System (Pearson)
Biomembran - Fluid-Mosaic-Modell
Membrantransport - passiv vs. aktiv
Nernst-Gleichung (Membranpotential)
Die -ATPase befördert pro gespaltenem ATP 3 aus der Zelle und 2 in die Zelle. (a) Welche Nettoladung wird pro Zyklus nach aussen transportiert? (b) Ein Neuron besitzt solcher Pumpen, die je 100 Zyklen pro Sekunde leisten - wie viele verlassen die Zelle pro Sekunde?
Pro Zyklus gehen 3 positive Ladungen hinaus und 2 herein: netto wird positive Ladung nach aussen verschoben.
Die Pumpe ist daher elektrogen: Sie trägt selbst ein wenig zum negativen Innenpotential bei und erhält den Gradienten, auf dem das Ruhepotential beruht.
pro Sekunde.
Dieser ständige Pumpaufwand erklärt, warum allein die -ATPase rund ein Viertel des neuronalen ATP-Bedarfs ausmacht.
Ergebnis: Pro Zyklus wird genau eine positive Nettoladung nach aussen gebracht (elektrogene Pumpe); das Neuron schleust so etwa pro Sekunde hinaus.
Die Biomembran ist kein Zaun, sondern ein dynamischer Filter - Lipide flutschen, Proteine schwimmen.
Passive Transporte folgen dem Konzentrationsgradient, aktive arbeiten dagegen und kosten ATP.
Membrantransport - passiv vs. aktiv
Die -Pumpe verbraucht rund 25 % der ATP-Bilanz eines Neurons - im Schlaf wie im Wachen.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere am Beispiel der -ATPase, warum diese Pumpe lebenswichtig ist und wie viel ATP eine Zelle dafür verbraucht.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Singer S J, Nicolson G L (1972) Science 175:720-731 (Science)
Zellzyklus - G1, S, G2, M
Mitose vs. Meiose - Schlüsselphasen
Eine Tierzelle hat den diploiden Satz . Gib die Zahl der Chromosomen und der Chromatiden (DNA-Doppelstränge) an: (a) in G1, (b) nach der S-Phase, (c) in der Anaphase der Mitose, (d) nach Meiose I, (e) nach Meiose II.
Gezählt wird nach Centromeren: Ein Chromosom hat ein oder zwei Chromatiden. Die S-Phase verdoppelt die Chromatiden, nicht die Chromosomenzahl.
8 Chromosomen mit je 1 Chromatid → 8 Chromosomen, 8 Chromatiden.
8 Chromosomen mit je 2 Schwesterchromatiden → 8 Chromosomen, 16 Chromatiden.
Die Schwesterchromatiden trennen sich und zählen je als eigenes Chromosom: vorübergehend 16 Chromosomen, 16 Chromatiden (8 pro Pol).
Die Homologen wurden getrennt → 4 Chromosomen mit je 2 Chromatiden = 4 Chromosomen, 8 Chromatiden (haploid).
Die Chromatiden wurden getrennt → 4 Chromosomen mit je 1 Chromatid = 4 Chromosomen, 4 Chromatiden.
Ergebnis: Die Mitose hält die Chromosomenzahl konstant (), die Meiose halbiert sie (). Die S-Phase ändert nur die Chromatiden-, nie die Chromosomenzahl - ein häufiger Stolperstein.
Der Zellzyklus ist wie eine Choreografie - jede Phase hat ihr Zeitfenster, Checkpoints stoppen bei Fehlern.
Zellzyklus - G1, S, G2, M
Mitose macht identische Kopien, Meiose mischt Karten neu für die nächste Generation.
Wenn p53 versagt, können geschädigte Zellen weiterteilen - das ist eine zentrale Wurzel des Krebses.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erkläre, warum Meiose für genetische Vielfalt sorgt - mit Bezug auf Crossing-over und Rekombinationsraten.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Nature Reviews - Cell cycle checkpoints (Nature Reviews Molecular Cell Biology)
Eukaryotische Tierzelle - Übersicht
Verpackungsebenen der DNA
Die gesamte DNA einer menschlichen Zelle ist ausgestreckt rund 2 m lang. Der Zellkern hat einen Durchmesser von etwa 6 µm. Um welchen Faktor muss die DNA verpackt werden, damit sie hineinpasst?
; der Kerndurchmesser ist .
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Die DNA muss etwa hunderttausendfach kompaktiert werden - das leisten die Verpackungsebenen vom Nucleosom über die 30-nm-Faser bis zum Metaphasechromosom (Abb. 9).
Schon ein einzelnes Chromosom verkürzt sich von mehreren Zentimetern DNA auf wenige µm; nur so passt der gesamte Bauplan in den winzigen Kern.
Ergebnis: Es ist eine etwa -fache Verpackung nötig; die hierarchische Histon-Verpackung macht sie möglich, ohne die Information unlesbar zu machen.
Zwei Meter DNA passen in einen Kern von wenigen Mikrometern - dank cleverer Histon-Verpackung.
Locker gepacktes Euchromatin wird abgelesen, dicht gepacktes Heterochromatin schweigt.
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Beschreibe die Verpackung der DNA vom Doppelstrang bis zum kondensierten Chromosom in geordneten Schritten.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Die drei Komponenten des Cytoskeletts
Colchicin hemmt den Aufbau der Mikrotubuli, Taxol blockiert dagegen ihren Abbau. Erkläre, warum beide Stoffe die Mitose anhalten, und nenne eine medizinische Anwendung.
Sie bilden den Spindelapparat, der in der Metaphase die Chromosomen ordnet und in der Anaphase die Schwesterchromatiden zu den Polen zieht. Dafür müssen sie sich dynamisch auf- und abbauen können.
Verhindert die Polymerisation: Ohne Spindel können sich die Chromosomen nicht anordnen - der Spindelkontrollpunkt stoppt den Zyklus in der Metaphase.
Stabilisiert die Mikrotubuli so stark, dass sie sich nicht mehr abbauen können - die zum Auseinanderziehen nötige Dynamik fehlt, die Teilung bleibt ebenfalls stehen.
Beide Stoffe stören die nötige Dynamik der Mikrotubuli und arretieren die Zelle am Spindelkontrollpunkt - egal ob durch Hemmung des Auf- oder des Abbaus.
Ergebnis: Beide Gifte legen die Mitosespindel lahm. Weil Tumorzellen sich besonders häufig teilen, werden Taxol und verwandte Stoffe als Chemotherapeutika (Zytostatika) eingesetzt.
Das Cytoskelett ist Skelett, Muskel und Strassennetz der Zelle in einem.
Mikrotubuli ziehen in der Mitose die Chromosomen auseinander - dieselben Röhren treiben den Wimpernschlag an.
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutere, wie das Cytoskelett an Mitose und Zellbewegung beteiligt ist.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Belege & Quellen
Nature Reviews Molecular Cell Biology