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Notizen/Physik/Thermodynamik — Hauptsätze und Wärmekraftmaschinen
Notizen · PhysikDE · Abitur

Thermodynamik — Hauptsätze und Wärmekraftmaschinen

Modelle idealer Gase, erster und zweiter Hauptsatz, Entropie und Wirkungsgrade von Carnot- und realen Kreisprozessen. Landesspezifische Vertiefung (BY, NI, RP).

6 Abschnitte·~8 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 3 · Vertiefung 2·Stand 05/2026

T·101010 / 10
Prüfungsprofil
S-8 · Hauptsätze der Thermodynamik als Erhaltungs- und Richtungsprinzipien anwendenE-9 · Kalorimetrie und Mischungsversuche planen und auswertenB-4 · Energieeffizienz technischer Anlagen kritisch bewerten
Operatoren:analysierenberechnenbeurteilenerläuternbegründenherleitenvergleichen

grundlegendes Niveau

gA: Ideales Gasgesetz, Wärmemenge, einfache Mischungsaufgaben, qualitative Hauptsätze.

erhöhtes Niveau

eA: Quantitative Kreisprozesse (Carnot, Otto, Diesel), Entropie und ihre Bedeutung für Irreversibilität.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Thermodynamik — Hauptsätze und Wärmekraftmaschinen
    • 01Temperatur, Wärme und ideales Gasgesetz○
    • 02Erster Hauptsatz und Zustandsänderungen◐
    • 03Zweiter Hauptsatz und Entropie◐
    • 04Carnot-Kreisprozess◐
    • 05Reale Wärmekraftmaschinen●
    • 06Kinetische Gastheorie und statistische Deutung●
§ 01

Temperatur, Wärme und ideales Gasgesetz#

●○○BasisLPphysik-thermodynamik

Kernpunkte

Temperatur ist Mass der mittleren Translationsenergie der Teilchen: Eˉkin=32kBT\bar E_{\text{kin}} = \tfrac{3}{2} k_B TEˉkin​=23​kB​T.
Absolute Skala Kelvin; Umrechnung T/K=T/∘C+273,15T/\text{K} = T/^\circ\text{C} + 273{,}15T/K=T/∘C+273,15.
Ideales Gas: keine Teilchen-Wechselwirkung; Zustandsgleichung pV=nRT=NkBTp V = n R T = N k_B TpV=nRT=NkB​T.
Spezifische Wärmekapazität ccc in J/(kg K)\text{J/(kg K)}J/(kg K); Wärmemenge Q=mcΔTQ = m c \Delta TQ=mcΔT.
Wasser besitzt sehr hohe ccc (≈4,18 kJ/(kg K)\approx 4{,}18\,\text{kJ/(kg K)}≈4,18kJ/(kg K)) — wichtig für Klimasystem.
Phasenübergänge erfordern latente Wärme bei konstanter Temperatur (Q=m LQ = m\,LQ=mL).
p V=n R Tp\,V = n\,R\,TpV=nRT

Zustandsgleichung idealer Gase

R=8,314 J/(mol K)R = 8{,}314\,\text{J/(mol K)}R=8,314J/(mol K), TTT in Kelvin.

Q=m c ΔTQ = m\,c\,\Delta TQ=mcΔT

Wärmeenergie und spezifische Wärmekapazität

Musterlösung

Mischtemperatur (Richmannsche Mischungsregel)

Berechnen Sie die Mischtemperatur, wenn 200 g200\,\text{g}200g Wasser bei 80∘C80^\circ\text{C}80∘C mit 300 g300\,\text{g}300g Wasser bei 20∘C20^\circ\text{C}20∘C gemischt werden (Wärmeverluste vernachlässigt).

  1. 01Schritt 1 — Energieerhaltung

    Heisses Wasser gibt Wärme ab, kaltes nimmt auf: m1c(T1−TM)=m2c(TM−T2)m_1 c (T_1 - T_M) = m_2 c (T_M - T_2)m1​c(T1​−TM​)=m2​c(TM​−T2​).

  2. 02Schritt 2 — Auflösen

    TM=(m1T1+m2T2)/(m1+m2)T_M = (m_1 T_1 + m_2 T_2)/(m_1 + m_2)TM​=(m1​T1​+m2​T2​)/(m1​+m2​).

    TM=m1 T1+m2 T2m1+m2T_M = \dfrac{m_1\,T_1 + m_2\,T_2}{m_1 + m_2}TM​=m1​+m2​m1​T1​+m2​T2​​
  3. 03Schritt 3 — Einsetzen

    TM=(0,200⋅80+0,300⋅20)/0,500=(16+6)/0,500=44∘CT_M = (0{,}200\cdot 80 + 0{,}300\cdot 20)/0{,}500 = (16 + 6)/0{,}500 = 44^\circ\text{C}TM​=(0,200⋅80+0,300⋅20)/0,500=(16+6)/0,500=44∘C.

  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    Mischtemperatur liegt zwischen beiden Ausgangstemperaturen — näher an der Temperatur der größeren Masse.

Ergebnis: Mischtemperatur TM=44∘CT_M = 44^\circ\text{C}TM​=44∘C.

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Mischungstemperatur via Energieerhaltung.
  • Operator „erläutern": Bedeutung von TTT in Kelvin vs. Celsius.
  • Operator „analysieren": Zustandsgrößen ppp, VVV, TTT in Zustandsgleichung.
  • Operator „beurteilen": Energiebedarf zum Verdampfen von 1 kg1\,\text{kg}1kg Wasser.

Typische Fehler

  • Temperaturen in Celsius eingesetzt — Gasgesetz erfordert Kelvin.
  • Latente Wärme ohne Phasenübergang angesetzt.
  • Mit allgemeiner Konstante RRR und spezifischer RsR_sRs​ vermischt.
  • Wärmekapazität als Energie selbst statt als Quotient interpretiert.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das van-der-Waals-Modell als Korrektur zum idealen Gasgesetz — physikalische Bedeutung der Parameter aaa und bbb.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die Endtemperatur, wenn 500 g500\,\text{g}500g Eis bei −10∘C-10^\circ\text{C}−10∘C in 2,0 kg2{,}0\,\text{kg}2,0kg Wasser bei 40∘C40^\circ\text{C}40∘C geworfen werden (cEis=2,09 kJ/(kg K)c_{\text{Eis}} = 2{,}09\,\text{kJ/(kg K)}cEis​=2,09kJ/(kg K), LSchmelz=334 kJ/kgL_{\text{Schmelz}} = 334\,\text{kJ/kg}LSchmelz​=334kJ/kg).

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Erster Hauptsatz und Zustandsänderungen#

●●○StandardLPphysik-thermodynamik

Kernpunkte

1. Hauptsatz: dU=δQ+δWdU = \delta Q + \delta WdU=δQ+δW — Energieerhaltung inklusive Wärme und Volumenarbeit.
Isochor (V=const.V = \text{const.}V=const.): W=0W = 0W=0, Q=ΔUQ = \Delta UQ=ΔU.
Isobar (p=const.p = \text{const.}p=const.): W=−pΔVW = -p\Delta VW=−pΔV, Q=ncpΔTQ = n c_p \Delta TQ=ncp​ΔT.
Isotherm (T=const.T = \text{const.}T=const.): ΔU=0\Delta U = 0ΔU=0, Q=−W=nRTln⁡(V2/V1)Q = -W = n R T\ln(V_2/V_1)Q=−W=nRTln(V2​/V1​).
Adiabat (Q=0Q = 0Q=0): pVκ=const.p V^\kappa = \text{const.}pVκ=const. mit Adiabatenexponent κ=cp/cv\kappa = c_p/c_vκ=cp​/cv​.
Innere Energie idealen Gases hängt nur von TTT ab.
dU=δQ+δWdU = \delta Q + \delta WdU=δQ+δW

1. Hauptsatz der Thermodynamik

Wiso=−nRT ln⁡V2V1W_{\text{iso}} = -n R T\,\ln\dfrac{V_2}{V_1}Wiso​=−nRTlnV1​V2​​

Isotherme Arbeit

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Arbeit und Wärme in Standard-Zustandsänderungen.
  • Operator „analysieren": p-V-Diagramme und ihre Flächen interpretieren.
  • Operator „erläutern": Unterschied zwischen cpc_pcp​ und cvc_vcv​.
  • Operator „beurteilen": Realität adiabatischer Prozesse — schnelle Vorgänge nähern sich Adiabat.

Typische Fehler

  • Volumenarbeit ohne Vorzeichen — Konvention W=−pΔVW = -p\Delta VW=−pΔV verletzt.
  • Isotherm und Adiabat in p-V-Diagrammen verwechselt.
  • Bei isothermem Prozess QQQ und WWW mit ΔU\Delta UΔU vermengt.
  • Adiabatenexponent κ\kappaκ konstant für alle Gase angenommen — er ist gas­spezifisch.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Leiten Sie die Beziehung TVκ−1=const.T V^{\kappa - 1} = \text{const.}TVκ−1=const. für adiabate Prozesse aus 1. Hauptsatz und idealem Gasgesetz her.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Volumenarbeit für eine isobare Erwärmung von 2,0 mol2{,}0\,\text{mol}2,0mol idealen Gases von 300 K300\,\text{K}300K auf 400 K400\,\text{K}400K bei p=1,0⋅105 Pap = 1{,}0\cdot 10^5\,\text{Pa}p=1,0⋅105Pa.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Zweiter Hauptsatz und Entropie#

●●○StandardLPphysik-thermodynamik

Kernpunkte

Zweiter Hauptsatz: in einem abgeschlossenen System nimmt die Entropie SSS zu oder bleibt konstant.
Entropieänderung: dS=δQrev/TdS = \delta Q_{\text{rev}}/TdS=δQrev​/T.
Carnot-Wirkungsgrad ηC=1−Tk/Th\eta_C = 1 - T_k/T_hηC​=1−Tk​/Th​ ist obere Schranke aller Wärmekraftmaschinen.
Es gibt kein Perpetuum mobile zweiter Art (Clausius-Formulierung).
Statistische Deutung: Entropie als Mass für mikroskopische Unordnung S=kBln⁡ΩS = k_B \ln \OmegaS=kB​lnΩ (Boltzmann).
Lebende Systeme reduzieren lokal Entropie auf Kosten der Umgebung — kein Verstoss.
dS=δQrevTdS = \dfrac{\delta Q_{\text{rev}}}{T}dS=TδQrev​​

Entropie (reversibel)

S=kB ln⁡ΩS = k_B\,\ln \OmegaS=kB​lnΩ

Boltzmann-Entropie

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Entropieänderung bei Phasenübergang (ΔS=Q/T\Delta S = Q/TΔS=Q/T).
  • Operator „erläutern": Statistische Bedeutung der Entropie an Beispielen (Mischvorgänge).
  • Operator „begründen": Warum kein Kraftwerk ηC\eta_CηC​ übertreffen kann.
  • Operator „beurteilen": Konsequenz für Klimatechnik und Energiewende.

Typische Fehler

  • Entropie als „Energieverlust" statt als Mass für Verteilung interpretiert.
  • 2. Hauptsatz auf nicht-abgeschlossene Systeme angewandt, ohne Umgebung.
  • Carnot-Wirkungsgrad mit Celsius statt Kelvin berechnet.
  • Entropieänderung bei irreversiblen Prozessen mit δQirrev/T\delta Q_{\text{irrev}}/TδQirrev​/T statt δQrev/T\delta Q_{\text{rev}}/TδQrev​/T berechnet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Diskutieren Sie qualitativ die Boltzmann-Statistik und zeigen Sie an einem Beispiel (z. B. zwei Behälter mit insgesamt vier Molekülen), warum höhere Mikrozustandszahl der Wahrscheinlichkeit folgt.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die Entropieänderung beim Schmelzen von 1,0 kg1{,}0\,\text{kg}1,0kg Eis bei 0∘C0^\circ\text{C}0∘C (LSchmelz=334 kJ/kgL_{\text{Schmelz}} = 334\,\text{kJ/kg}LSchmelz​=334kJ/kg) und beurteilen Sie das Vorzeichen.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Carnot-Kreisprozess#

●●○StandardLPphysik-thermodynamik

p-V-Diagramm — Carnot-Kreisprozess

V p T_h adiabat T_k adiabat W_{netto}
Abb. 1Zwei Isothermen und zwei Adiabaten bilden den idealen Kreisprozess; eingeschlossene Fläche ist verrichtete Arbeit.

Kernpunkte

Carnot-Prozess: vier Schritte — isotherme Expansion, adiabate Expansion, isotherme Kompression, adiabate Kompression.
In p-V-Diagramm: eingeschlossene Fläche entspricht der pro Zyklus geleisteten Arbeit.
Wirkungsgrad ηC=1−Tk/Th\eta_C = 1 - T_k/T_hηC​=1−Tk​/Th​ hängt nur von Reservoirtemperaturen ab.
Reversibilität als Idealfall — reale Prozesse arbeiten irreversibel und mit geringerem η\etaη.
Kühlmaschine = umgekehrter Carnot-Prozess; Leistungszahl ε=Tk/(Th−Tk)\varepsilon = T_k/(T_h - T_k)ε=Tk​/(Th​−Tk​).
Anwendungen: Dampfturbinen, Verbrennungsmotoren (Otto, Diesel), Wärmepumpen.
ηC=1−TkTh\eta_C = 1 - \dfrac{T_k}{T_h}ηC​=1−Th​Tk​​

Carnot-Wirkungsgrad

Carnot-Wirkungsgrad \eta_C = 1 - T_k/T_h

Abb. 2Mit T_k = 300 K. Maximale Effizienz steigt mit größerem T_h, bleibt aber immer kleiner als 1.
Musterlösung

Carnot-Wirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine

Eine Wärmekraftmaschine arbeitet zwischen Th=800 KT_h = 800\,\text{K}Th​=800K und Tk=300 KT_k = 300\,\text{K}Tk​=300K. Berechnen Sie maximalen Wirkungsgrad und mechanische Arbeit bei einer Wärmezufuhr von Qh=1500 kJQ_h = 1500\,\text{kJ}Qh​=1500kJ.

  1. 01Schritt 1 — Carnot-Wirkungsgrad

    ηC=1−Tk/Th=1−300/800=1−0,375=0,625\eta_C = 1 - T_k/T_h = 1 - 300/800 = 1 - 0{,}375 = 0{,}625ηC​=1−Tk​/Th​=1−300/800=1−0,375=0,625.

  2. 02Schritt 2 — Mechanische Arbeit

    W=ηC Qh=0,625⋅1500 kJ=937,5 kJW = \eta_C\,Q_h = 0{,}625\cdot 1500\,\text{kJ} = 937{,}5\,\text{kJ}W=ηC​Qh​=0,625⋅1500kJ=937,5kJ.

  3. 03Schritt 3 — Abwärme

    Qk=Qh−W=1500−937,5=562,5 kJQ_k = Q_h - W = 1500 - 937{,}5 = 562{,}5\,\text{kJ}Qk​=Qh​−W=1500−937,5=562,5kJ.

  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    Reale Kraftwerke erreichen η≈0,35–0,45\eta \approx 0{,}35\text{–}0{,}45η≈0,35–0,45; Carnot-Wert ist obere Schranke. Bessere Wirkungsgrade nur durch höheres ThT_hTh​ — Materialgrenzen limitieren das.

Ergebnis: ηC=62,5%\eta_C = 62{,}5\%ηC​=62,5%, mechanische Arbeit W=937,5 kJW = 937{,}5\,\text{kJ}W=937,5kJ, Abwärme Qk=562,5 kJQ_k = 562{,}5\,\text{kJ}Qk​=562,5kJ.

Abiturfokus

  • Operator „analysieren": p-V-Diagramm interpretieren und Arbeit aus Fläche bestimmen.
  • Operator „berechnen": Wirkungsgrad und Leistung zwischen zwei Temperaturreservoiren.
  • Operator „beurteilen": Reale Wirkungsgrade vs. Carnot-Schranke.
  • Operator „erläutern": Warum Carnot-Wirkungsgrad nicht erreichbar ist.

Typische Fehler

  • Temperaturdifferenz statt -verhältnis bei ηC\eta_CηC​ verwendet.
  • Carnot-Prozess als realisierbar dargestellt.
  • Wärmepumpe und Kühlmaschine in Effizienzformel vertauscht.
  • Fläche unter Adiabaten als „Wärme" interpretiert.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Vergleichen Sie den Carnot-Prozess mit dem Otto- und Diesel-Prozess in einem TTT-SSS-Diagramm und benennen Sie die zentralen Unterschiede in den Zustandsänderungen.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie den Carnot-Wirkungsgrad eines Dampfkraftwerks mit Frischdampftemperatur 540∘C540^\circ\text{C}540∘C und Kondensatortemperatur 30∘C30^\circ\text{C}30∘C und vergleichen Sie mit einem realen Wirkungsgrad von 42%42\%42%.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Reale Wärmekraftmaschinen#

●●●VertiefungLPphysik-thermodynamik

Kernpunkte

Otto-Motor: Vierteiliger Verbrennungsprozess mit zwei Adiabaten und zwei Isochoren.
Diesel-Motor: Verbrennung isobar; Wirkungsgrad η=1−1rvκ−1⋅φκ−1κ(φ−1)\eta = 1 - \dfrac{1}{r_v^{\kappa-1}}\cdot\dfrac{\varphi^{\kappa}-1}{\kappa(\varphi-1)}η=1−rvκ−1​1​⋅κ(φ−1)φκ−1​ (mit Einspritzverhältnis φ\varphiφ); bei gleichem rvr_vrv​ stets kleiner als der Otto-Wirkungsgrad.
Verdichtungsverhältnis rvr_vrv​ bestimmt Wirkungsgrad maßgeblich.
Brennwertkessel nutzt Kondensationswärme zusätzlich.
Wärmepumpe als „umgekehrte Kraftmaschine" mit Leistungszahl ε=Qh/W\varepsilon = Q_h/Wε=Qh​/W.
Modernste Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung erreichen Gesamteffizienz >80%> 80\%>80%.
ηOtto=1−rv1−κ\eta_{\text{Otto}} = 1 - r_v^{1-\kappa}ηOtto​=1−rv1−κ​

Otto-Wirkungsgrad

εPumpe=QhW=ThTh−Tk\varepsilon_{\text{Pumpe}} = \dfrac{Q_h}{W} = \dfrac{T_h}{T_h - T_k}εPumpe​=WQh​​=Th​−Tk​Th​​

Carnot-Wärmepumpe

Abiturfokus

  • Operator „berechnen": Otto-/Dieselwirkungsgrad mit Verdichtungsverhältnis.
  • Operator „vergleichen": Otto vs. Diesel hinsichtlich Wirkungsgrad und CO2-Emission.
  • Operator „beurteilen": Wärmepumpenleistungszahl in Abhängigkeit der Temperaturdifferenz.
  • Operator „erläutern": Effizienzgewinn durch Kraft-Wärme-Kopplung.

Typische Fehler

  • Verdichtungsverhältnis mit Druckverhältnis verwechselt.
  • Leistungszahl der Wärmepumpe als „Wirkungsgrad" missverstanden (ε>1\varepsilon > 1ε>1 möglich).
  • Kraft-Wärme-Kopplung als Verletzung der Hauptsätze interpretiert.
  • Brennwert vs. Heizwert nicht unterschieden.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Skizzieren Sie den vollständigen Carnot-, Otto- und Diesel-Prozess in einem TTT-SSS-Diagramm und identifizieren Sie sichtbare Wirkungsgrad-Unterschiede an Flächeninhalten.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie den theoretischen Wirkungsgrad eines Ottomotors mit Verdichtungsverhältnis rv=10r_v = 10rv​=10 (κ=1,4\kappa = 1{,}4κ=1,4) und beurteilen Sie, weshalb reale Motoren deutlich unter diesem Wert bleiben.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Kinetische Gastheorie und statistische Deutung#

●●●VertiefungLPphysik-thermodynamik

Kernpunkte

Der Gasdruck entsteht durch Stöße der Teilchen auf die Gefäßwand; die kinetische Gastheorie liefert pV=13Nmv2‾p V = \tfrac{1}{3} N m \overline{v^2}pV=31​Nmv2.
Vergleich mit dem idealen Gasgesetz ergibt 12mv2‾=32kBT\tfrac{1}{2} m \overline{v^2} = \tfrac{3}{2} k_B T21​mv2=23​kB​T — die mittlere Translationsenergie hängt nur von TTT ab.
Mittlere quadratische Geschwindigkeit vrms=3kBT/mv_{\text{rms}} = \sqrt{3 k_B T/m}vrms​=3kB​T/m​; leichtere Teilchen sind bei gleicher Temperatur schneller.
Maxwell-Boltzmann-Geschwindigkeitsverteilung: asymmetrische Verteilung mit ausgeprägtem Schwanz hoher Geschwindigkeiten, breiter bei höherem TTT.
Gleichverteilungssatz: jeder Freiheitsgrad trägt im Mittel 12kBT\tfrac{1}{2} k_B T21​kB​T bei; einatomig f=3f = 3f=3, zweiatomig f=5f = 5f=5 (bei mittlerer Temperatur).
Daraus folgen die molaren Wärmekapazitäten cv=f2Rc_v = \tfrac{f}{2} Rcv​=2f​R und cp=cv+Rc_p = c_v + Rcp​=cv​+R sowie der Adiabatenexponent κ=cp/cv=(f+2)/f\kappa = c_p/c_v = (f+2)/fκ=cp​/cv​=(f+2)/f.
12mv2‾=32kBT\tfrac{1}{2} m \overline{v^2} = \tfrac{3}{2} k_B T21​mv2=23​kB​T

Mittlere Translationsenergie

vrms=3kBTmv_{\text{rms}} = \sqrt{\dfrac{3 k_B T}{m}}vrms​=m3kB​T​​

Mittlere quadratische Geschwindigkeit

Musterlösung

Mittlere Geschwindigkeit von Stickstoffmolekülen

N2\text{N}_2N2​ mit m=4,65⋅10−26 kgm = 4{,}65\cdot 10^{-26}\,\text{kg}m=4,65⋅10−26kg bei T=300 KT = 300\,\text{K}T=300K (kB=1,38⋅10−23 J/Kk_B = 1{,}38\cdot 10^{-23}\,\text{J/K}kB​=1,38⋅10−23J/K).

  1. 01Formel

    vrms=3kBT/mv_{\text{rms}} = \sqrt{3 k_B T/m}vrms​=3kB​T/m​.

  2. 02Einsetzen

    vrms=3⋅1,38⋅10−23⋅300/4,65⋅10−26v_{\text{rms}} = \sqrt{3 \cdot 1{,}38\cdot 10^{-23} \cdot 300 / 4{,}65\cdot 10^{-26}}vrms​=3⋅1,38⋅10−23⋅300/4,65⋅10−26​.

  3. 03Auswerten

    vrms=2,67⋅105≈517 m/sv_{\text{rms}} = \sqrt{2{,}67\cdot 10^{5}} \approx 517\,\text{m/s}vrms​=2,67⋅105​≈517m/s.

  4. 04Vergleich Wasserstoff

    H2\text{H}_2H2​ ist rund 14-mal leichter, daher vrmsv_{\text{rms}}vrms​ um 14≈3,7\sqrt{14} \approx 3{,}714​≈3,7 größer (≈1920 m/s\approx 1920\,\text{m/s}≈1920m/s) — deshalb entweicht Wasserstoff aus der Erdatmosphäre.

Ergebnis: Stickstoff vrms≈517 m/sv_{\text{rms}} \approx 517\,\text{m/s}vrms​≈517m/s, Wasserstoff ≈1920 m/s\approx 1920\,\text{m/s}≈1920m/s.

Abiturfokus

  • Operator „herleiten": Zusammenhang 12mv2‾=32kBT\tfrac{1}{2} m \overline{v^2} = \tfrac{3}{2} k_B T21​mv2=23​kB​T aus dem Druckansatz.
  • Operator „berechnen": mittlere Geschwindigkeit vrmsv_{\text{rms}}vrms​ von Gasteilchen bei gegebener Temperatur.
  • Operator „analysieren": Verschiebung und Verbreiterung der Maxwell-Boltzmann-Verteilung mit TTT.
  • Operator „begründen": molare Wärmekapazität aus der Zahl der Freiheitsgrade.

Typische Fehler

  • Mittlere Geschwindigkeit mit der wahrscheinlichsten oder mit vrmsv_{\text{rms}}vrms​ gleichgesetzt — sie unterscheiden sich um konstante Faktoren.
  • Temperatur in Celsius statt Kelvin in vrmsv_{\text{rms}}vrms​ eingesetzt.
  • Freiheitsgrade falsch gezählt (Rotation/Schwingung je nach Temperatur).
  • Druck als Kraft statt als Folge des Impulsübertrags pro Fläche und Zeit gedeutet.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Erläutern Sie, warum die molare Wärmekapazität zweiatomiger Gase mit steigender Temperatur stufenweise von 52R\tfrac{5}{2}R25​R auf 72R\tfrac{7}{2}R27​R ansteigt (Anregung der Schwingungsfreiheitsgrade).

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie die mittlere quadratische Geschwindigkeit vrmsv_{\text{rms}}vrms​ von Stickstoffmolekülen (m=4,65⋅10−26 kgm = 4{,}65\cdot 10^{-26}\,\text{kg}m=4,65⋅10−26kg) bei T=300 KT = 300\,\text{K}T=300K und vergleichen Sie sie mit der von Wasserstoffmolekülen.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Temperatur, Wärme und ideales Gasgesetz○
    • 02Erster Hauptsatz und Zustandsänderungen◐
    • 03Zweiter Hauptsatz und Entropie◐
    • 04Carnot-Kreisprozess◐
    • 05Reale Wärmekraftmaschinen●
    • 06Kinetische Gastheorie und statistische Deutung●

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