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Notizen/Mathematik/Grundbegriffe und Rechentechniken
Notizen · MathematikDE · Abitur

Grundbegriffe und Rechentechniken

Voraussetzungswissen aus Sekundarstufe I: Zahlbereiche, Termumformungen, Potenz- und Logarithmusgesetze, lineare und quadratische Gleichungen, Ungleichungen und Gleichungssysteme. Diese Techniken werden in praktisch jeder Abituraufgabe vorausgesetzt; Lücken hier wirken sich auf Analysis, Stochastik und analytische Geometrie aus.

7 Abschnitte·~11 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 2 · Standard 5·Stand 05/2026

T·0111 / 10
Prüfungsprofil
L1 · Leitidee Algorithmus und ZahlK2 · Probleme mathematisch lösenK5 · Mit symbolischen, formalen und technischen Elementen umgehen
Operatoren:berechnenumformenbegründenüberprüfen

grundlegendes Niveau

gA: Sichere Beherrschung von Termumformungen, pq-Formel, einfachen Gleichungssystemen und Logarithmus-Anwendungen ohne ausgedehnte Beweise. Hilfsmittel und Formelsammlung dürfen genutzt werden.

erhöhtes Niveau

eA: Zusätzlich allgemeine Beweise (z. B. 2∉Q\sqrt{2}\notin\mathbb{Q}2​∈/Q, Eindeutigkeit von Lösungen), Polynomdivision, vollständige Diskussion linearer 3×3-Systeme und sichere Umformung gemischter Wurzel-, Potenz- und Logarithmusterme.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 7 Abschnitte▾
  1. Grundbegriffe und Rechentechniken
    • 01Zahlmengen N, Z, Q, R, C○
    • 02Terme, binomische Formeln, Faktorisieren○
    • 03Potenzen, Wurzeln und rationale Exponenten◐
    • 04Logarithmen und Exponentialgleichungen◐
    • 05Quadratische und biquadratische Gleichungen◐
    • 06Lineare Gleichungssysteme◐
    • 07Ungleichungen und Beträge◐
§ 01

Zahlmengen N, Z, Q, R, C#

●○○BasisLPL1LPKMK-Inhalt-Algebra

Zahlbereichserweiterungen N ⊂ Z ⊂ Q ⊂ R ⊂ C

ZahlbereichserweiterungenKonzentrische Kreise, 5 Ringe, Daten: ℕ, ℤ, ℚ, ℝ, ℂℂℝℚℤℕℕ ⊂ ℤ ⊂ ℚ ⊂ ℝ ⊂ ℂ
Abb. 1Jede Erweiterung schließt eine Operationslücke der vorigen Zahlmenge.

Kernpunkte

Die natürlichen Zahlen N={0, 1, 2, … }\mathbb{N}=\{0,\,1,\,2,\,\dots\}N={0,1,2,…} bilden die Grundlage des Zählens; ganze Zahlen Z\mathbb{Z}Z ergänzen die negativen ganzen Zahlen.
Rationale Zahlen Q\mathbb{Q}Q sind die Menge aller Brüche pq\tfrac{p}{q}qp​ mit p∈Zp\in\mathbb{Z}p∈Z, q∈Z∖{0}q\in\mathbb{Z}\setminus\{0\}q∈Z∖{0}; jede rationale Zahl besitzt eine endliche oder periodische Dezimaldarstellung.
Reelle Zahlen R\mathbb{R}R füllen die Zahlengerade lückenlos und enthalten zusätzlich die irrationalen Zahlen wie 2\sqrt{2}2​, π\piπ, e\mathrm{e}e.
Komplexe Zahlen C\mathbb{C}C erweitern R\mathbb{R}R um die imaginäre Einheit i\mathrm{i}i mit i2=−1\mathrm{i}^{2}=-1i2=−1; im Abitur AHR-Standard nicht prüfungsrelevant, aber Hintergrund für Sonderaufgaben.
Strenge Inklusionskette N⊂Z⊂Q⊂R⊂C\mathbb{N}\subset\mathbb{Z}\subset\mathbb{Q}\subset\mathbb{R}\subset\mathbb{C}N⊂Z⊂Q⊂R⊂C; jede Erweiterung schließt die Operationslücke der vorigen.
Bei Modellierungen muss der Zahlbereich zum Kontext passen: Personenanzahl in N\mathbb{N}N, Kontostand in Q\mathbb{Q}Q, Längen in R+\mathbb{R}^{+}R+.
Irrationalität von 2\sqrt{2}2​ beweist man klassisch indirekt; dieser Beweis ist Standardbeispiel für die Beweistechnik „Widerspruch".
N⊂Z⊂Q⊂R⊂C\mathbb{N}\subset\mathbb{Z}\subset\mathbb{Q}\subset\mathbb{R}\subset\mathbb{C}N⊂Z⊂Q⊂R⊂C

Inklusionskette der Zahlmengen

Musterlösung

Zahlmengen zuordnen

Begründen Sie, in welcher kleinsten der Mengen N\mathbb{N}N, Z\mathbb{Z}Z, Q\mathbb{Q}Q, R∖Q\mathbb{R}\setminus\mathbb{Q}R∖Q die Zahlen a=−4a=-4a=−4, b=227b=\tfrac{22}{7}b=722​, c=49c=\sqrt{49}c=49​ und d=5d=\sqrt{5}d=5​ liegen.

  1. 01Schritt 1 — Negative ganze Zahl

    −4-4−4 ist nicht in N\mathbb{N}N, aber in Z\mathbb{Z}Z (kleinste Menge).

  2. 02Schritt 2 — Bruch zweier ganzer Zahlen

    227\tfrac{22}{7}722​ ist als Bruch darstellbar und damit in Q\mathbb{Q}Q; nicht in Z\mathbb{Z}Z.

  3. 03Schritt 3 — Wurzel aus Quadratzahl

    49=7∈N\sqrt{49}=7\in\mathbb{N}49​=7∈N (kleinste Menge); die Wurzeloperation ist hier nur Schreibweise.

  4. 04Schritt 4 — Irrationale Wurzel

    5\sqrt{5}5​ ist keine periodische Dezimalzahl und nicht als Bruch darstellbar; 5∈R∖Q\sqrt{5}\in\mathbb{R}\setminus\mathbb{Q}5​∈R∖Q.

Ergebnis: Zuordnung: a∈Za\in\mathbb{Z}a∈Z, b∈Qb\in\mathbb{Q}b∈Q, c∈Nc\in\mathbb{N}c∈N, d∈R∖Qd\in\mathbb{R}\setminus\mathbb{Q}d∈R∖Q.

Abiturfokus

  • KMK-Operator „nennen": Zuordnung kleinster Menge schnell und sicher.
  • KMK-Operator „begründen": Argument bei irrationalen Zahlen über fehlende Periodizität, nicht über „Wurzel im Term".
  • Multiple-Choice-Aufgaben verlangen Markierung sämtlicher zutreffender Mengen; Inklusionen mitdenken.
  • Periodische Dezimalzahlen wie 0,6‾0{,}\overline{6}0,6 sind rational; klare Begründung in Form Bruchschreibweise.

Typische Fehler

  • Aufnahme der Null in N\mathbb{N}N wird verneint, obwohl KMK-Standard die Null in N\mathbb{N}N einschließt.
  • 4=2\sqrt{4}=24​=2 wird wegen des Wurzelzeichens als irrational eingestuft; entscheidend ist der Wert, nicht die Schreibweise.
  • Periodische Dezimalzahl wird als irrational erklärt, weil sie „nicht aufhört".
  • Kleinste Menge wird mit größter verwechselt: −3∈Q-3\in\mathbb{Q}−3∈Q stimmt, ist aber nicht die kleinste Menge.

LK-Vertiefung

eA: Führen Sie den indirekten Beweis, dass 2\sqrt{2}2​ irrational ist (Annahme 2=p/q\sqrt{2}=p/q2​=p/q teilerfremd; aus 2q2=p22q^{2}=p^{2}2q2=p2 folgt 2|p, dann 2|q — Widerspruch).

Aktive Wiederholung

Ordnen Sie −84-\tfrac{8}{4}−48​, 12\sqrt{12}12​, 0,142857‾0{,}\overline{142857}0,142857, π−3\pi-3π−3 den Mengen N\mathbb{N}N, Z\mathbb{Z}Z, Q\mathbb{Q}Q, R∖Q\mathbb{R}\setminus\mathbb{Q}R∖Q zu und begründen Sie jede Zuordnung mit einem Satz.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Terme, binomische Formeln, Faktorisieren#

●○○BasisLPL1

Kernpunkte

Termumformungen wie Ausmultiplizieren, Faktorisieren, Kürzen und Erweitern sind Äquivalenzumformungen, sofern der Definitionsbereich beachtet wird.
Die drei binomischen Formeln (a+b)2=a2+2ab+b2(a+b)^{2}=a^{2}+2ab+b^{2}(a+b)2=a2+2ab+b2, (a−b)2=a2−2ab+b2(a-b)^{2}=a^{2}-2ab+b^{2}(a−b)2=a2−2ab+b2, (a+b)(a−b)=a2−b2(a+b)(a-b)=a^{2}-b^{2}(a+b)(a−b)=a2−b2 ermöglichen schnelles Vereinfachen und Faktorisieren.
Bei Bruchtermen ist der Definitionsbereich essentiell: Nenner darf nicht null werden; die Definitionslücken müssen explizit angegeben werden.
Polynomdivision zerlegt P(x)=(x−x0)⋅Q(x)+rP(x)=(x-x_{0})\cdot Q(x)+rP(x)=(x−x0​)⋅Q(x)+r; bei bekannter Nullstelle x0x_{0}x0​ folgt r=0r=0r=0, was Faktorzerlegung erlaubt.
Faktorisieren ist Grundlage fast aller Nullstellenbestimmungen in der Analysis und Modellierung.
Bei Summe mit gemeinsamen Faktoren stets ausklammern: 6x3−9x2=3x2(2x−3)6x^{3}-9x^{2}=3x^{2}(2x-3)6x3−9x2=3x2(2x−3).
(a+b)2=a2+2ab+b2,(a−b)2=a2−2ab+b2,(a+b)(a−b)=a2−b2(a+b)^{2}=a^{2}+2ab+b^{2},\quad (a-b)^{2}=a^{2}-2ab+b^{2},\quad (a+b)(a-b)=a^{2}-b^{2}(a+b)2=a2+2ab+b2,(a−b)2=a2−2ab+b2,(a+b)(a−b)=a2−b2

Binomische Formeln

Musterlösung

Term faktorisieren mittels binomischer Formel

Faktorisieren Sie T(x)=9x2−24x+16T(x)=9x^{2}-24x+16T(x)=9x2−24x+16 und geben Sie die Nullstelle an.

  1. 01Schritt 1 — Quadratstruktur erkennen

    9x2=(3x)29x^{2}=(3x)^{2}9x2=(3x)2 und 16=4216=4^{2}16=42; mittlerer Term 24x=2⋅3x⋅424x = 2\cdot 3x\cdot 424x=2⋅3x⋅4.

  2. 02Schritt 2 — Binomische Formel anwenden

    T(x)=(3x−4)2T(x)=(3x-4)^{2}T(x)=(3x−4)2 (Form (a−b)2=a2−2ab+b2(a-b)^{2}=a^{2}-2ab+b^{2}(a−b)2=a2−2ab+b2).

    T(x)=(3x−4)2T(x)=(3x-4)^{2}T(x)=(3x−4)2
  3. 03Schritt 3 — Nullstelle bestimmen

    (3x−4)2=0⇔3x−4=0⇔x=43(3x-4)^{2}=0 \Leftrightarrow 3x-4=0 \Leftrightarrow x = \tfrac{4}{3}(3x−4)2=0⇔3x−4=0⇔x=34​ (doppelte Nullstelle).

Ergebnis: Faktorisierung T(x)=(3x−4)2T(x)=(3x-4)^{2}T(x)=(3x−4)2; doppelte Nullstelle bei x=43x=\tfrac{4}{3}x=34​.

Abiturfokus

  • KMK-Operator „umformen": klare Rechenschritte ohne Mehrdeutigkeit.
  • Definitionsbereich von Bruchtermen explizit angeben — beurteilungsrelevant.
  • Binomische Formeln rückwärts (Faktorisierung) sparen Rechenarbeit bei Nullstellenproblemen.
  • Bei Polynomdivision Probe durchführen (Q(x)⋅(x−x0)Q(x)\cdot (x-x_{0})Q(x)⋅(x−x0​) rückmultiplizieren).

Typische Fehler

  • (a−b)2(a-b)^{2}(a−b)2 wird als a2−b2a^{2}-b^{2}a2−b2 geschrieben (mittlerer Term fehlt).
  • Im Bruch a+ba\tfrac{a+b}{a}aa+b​ wird der Summand „gekürzt" zu 1+b1+b1+b.
  • Definitionslücke bei Bruchgleichung wird vergessen; eine Scheinlösung an der Lücke wird mitgenommen.
  • Beim Ausklammern wird ein Vorzeichen oder Faktor vergessen, was zu verkleinertem Rest führt.

LK-Vertiefung

eA: Führen Sie Polynomdivision an P(x)=x3−6x2+11x−6P(x)=x^{3}-6x^{2}+11x-6P(x)=x3−6x2+11x−6 mit der Nullstelle x0=1x_{0}=1x0​=1 durch und faktorisieren Sie das Restpolynom mittels pq-Formel.

Aktive Wiederholung

Faktorisieren Sie den Term T(x)=4x3−12x2+9xT(x) = 4x^{3} - 12x^{2} + 9xT(x)=4x3−12x2+9x und bestimmen Sie alle Nullstellen mit Vielfachheit.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Potenzen, Wurzeln und rationale Exponenten#

●●○StandardLPL1LPL4

Kernpunkte

Eine Potenz ana^{n}an mit n∈Nn\in\mathbb{N}n∈N bedeutet nnn-fache Multiplikation der Basis; per Konvention a0=1a^{0}=1a0=1 für a≠0a\neq 0a=0.
Negative Exponenten beschreiben Kehrwerte: a−n=1ana^{-n}=\tfrac{1}{a^{n}}a−n=an1​.
Eine nnn-te Wurzel lässt sich als Potenz mit rationalem Exponenten ausdrücken: amn=am/n\sqrt[n]{a^{m}}=a^{m/n}nam​=am/n für a>0a>0a>0.
Potenzgesetze gelten nur bei gleicher Basis oder gleichem Exponenten; häufiger Fehler ist am+an=am+na^{m}+a^{n}=a^{m+n}am+an=am+n.
Wachstumsfaktoren in Anwendungen sind Potenzen: 5 % Zinsen pro Jahr über 8 Jahre liefern den Faktor 1,0581{,}05^{8}1,058.
Bei negativer Basis und rationalem Exponenten ist Vorsicht geboten: (−8)1/2(-8)^{1/2}(−8)1/2 ist in R\mathbb{R}R nicht definiert.
am⋅an=am+n,aman=am−n,(am)n=am⋅na^{m}\cdot a^{n} = a^{m+n},\quad \frac{a^{m}}{a^{n}} = a^{m-n},\quad (a^{m})^{n} = a^{m\cdot n}am⋅an=am+n,anam​=am−n,(am)n=am⋅n

Potenzgesetze (gleiche Basis a > 0)

amn=am/n(a>0,  n∈N∗)\sqrt[n]{a^{m}} = a^{m/n}\quad (a>0,\; n\in\mathbb{N}^{*})nam​=am/n(a>0,n∈N∗)

Wurzel als rationale Potenz

Musterlösung

Potenzterm vereinfachen

Vereinfachen Sie a3⋅a−1/2a2\dfrac{\sqrt{a^{3}}\cdot a^{-1/2}}{a^{2}}a2a3​⋅a−1/2​ für a>0a>0a>0 und geben Sie das Ergebnis als Potenz von aaa an.

  1. 01Schritt 1 — Wurzel umschreiben

    a3=a3/2\sqrt{a^{3}} = a^{3/2}a3​=a3/2.

  2. 02Schritt 2 — Zähler zusammenfassen

    a3/2⋅a−1/2=a3/2−1/2=a1=aa^{3/2}\cdot a^{-1/2}=a^{3/2-1/2}=a^{1}=aa3/2⋅a−1/2=a3/2−1/2=a1=a.

  3. 03Schritt 3 — Nenner kürzen

    aa2=a1−2=a−1\dfrac{a}{a^{2}} = a^{1-2}=a^{-1}a2a​=a1−2=a−1.

Ergebnis: Ergebnis: a−1=1aa^{-1}=\tfrac{1}{a}a−1=a1​ für a>0a>0a>0.

Abiturfokus

  • KMK-Operator „berechnen": Potenzgesetze schrittweise anwenden, Zwischenergebnis dokumentieren.
  • Wachstumsfaktoren werden in Analysis- und Stochastikaufgaben oft mit Potenzgesetzen umgeformt.
  • CAS-Lösung ohne Begründung erhält keinen vollen Punktwert — Idee muss erkennbar sein.
  • Beim Vereinfachen a2\sqrt{a^{2}}a2​ Betrag setzen, wenn das Vorzeichen von a nicht festgelegt ist: a2=∣a∣\sqrt{a^{2}}=|a|a2​=∣a∣.

Typische Fehler

  • am⋅bn≠(ab)m+na^{m}\cdot b^{n}\neq (ab)^{m+n}am⋅bn=(ab)m+n — Gesetze gelten nur bei gleicher Basis.
  • a2=a\sqrt{a^{2}}=aa2​=a für alle aaa ist falsch; korrekt ist ∣a∣|a|∣a∣.
  • Negative Basis mit rationalem Exponent: (−2)1/2(-2)^{1/2}(−2)1/2 wird als reelle Zahl angegeben.
  • a−na^{-n}a−n wird als −an-a^{n}−an geschrieben (Vorzeichen statt Kehrwert).

LK-Vertiefung

eA: Untersuchen Sie, für welche x∈Rx\in\mathbb{R}x∈R der Term x23⋅x−2/3\sqrt[3]{x^{2}}\cdot x^{-2/3}3x2​⋅x−2/3 definiert ist und vereinfachen Sie auf eine einzige Potenz oder Wurzel.

Aktive Wiederholung

Schreiben Sie a64⋅1a1/2\sqrt[4]{a^{6}}\cdot \tfrac{1}{a^{1/2}}4a6​⋅a1/21​ als einzelne Potenz von aaa (mit a>0a>0a>0) und überprüfen Sie das Ergebnis durch Einsetzen von a=4a=4a=4.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Logarithmen und Exponentialgleichungen#

●●○StandardLPL4

Exponentialfunktion und natürlicher Logarithmus

Exponentialfunktion und natürlicher LogarithmusSchaubild von f(x) = e^x, y-Achsenabschnitt bei y = 1, steigend, im Bereich x von -3 bis 4, Schaubild von g(x) = ln x, Nullstellen bei x = 1, steigend, im Bereich x von 0.04 bis 4, senkrechte Asymptote bei x = 0−3−2−11234−3−2−11234y = 0x = 0f(x) = exg(x) = ln xyx
Abb. 2f(x) = eˣ wächst streng monoton; g(x) = ln(x) ist die Umkehrung mit Definitionsbereich (0, ∞).

Kernpunkte

Der Logarithmus log⁡a(x)\log_{a}(x)loga​(x) ist der Exponent, mit dem die Basis aaa potenziert werden muss, um xxx zu erhalten: alog⁡a(x)=xa^{\log_{a}(x)}=xaloga​(x)=x.
Der natürliche Logarithmus ln⁡(x)=log⁡e(x)\ln(x)=\log_{\mathrm{e}}(x)ln(x)=loge​(x) ist Standard in Differentialrechnung, Wachstumsmodellen und Modellierung.
Logarithmusgesetze entstehen aus den Potenzgesetzen: Produkt → Summe, Quotient → Differenz, Potenz → Faktor.
Basiswechsel: log⁡a(x)=ln⁡xln⁡a\log_{a}(x)=\dfrac{\ln x}{\ln a}loga​(x)=lnalnx​; jede Basis ist auf ln⁡\lnln oder log⁡10\log_{10}log10​ zurückführbar.
Logarithmen sind nur für positive Argumente definiert; das schränkt den Definitionsbereich oft ein.
Halbwerts- und Verdopplungszeit bei stetigem Wachstum: t1/2=−ln⁡2kt_{1/2}=-\tfrac{\ln 2}{k}t1/2​=−kln2​ bzw. t2=ln⁡2kt_{2}=\tfrac{\ln 2}{k}t2​=kln2​.
log⁡(xy)=log⁡x+log⁡y,log⁡ ⁣xy=log⁡x−log⁡y,log⁡(xr)=rlog⁡x\log(xy)=\log x + \log y,\quad \log\!\frac{x}{y}=\log x - \log y,\quad \log(x^{r})=r\log xlog(xy)=logx+logy,logyx​=logx−logy,log(xr)=rlogx

Logarithmusgesetze (x, y > 0)

log⁡a(x)=ln⁡xln⁡a\log_{a}(x) = \dfrac{\ln x}{\ln a}loga​(x)=lnalnx​

Basiswechselformel

t1/2=ln⁡2∣k∣t_{1/2}=\dfrac{\ln 2}{|k|}t1/2​=∣k∣ln2​

Halbwertszeit bei stetigem Zerfall

Musterlösung

Exponentialgleichung mittels Logarithmus lösen

Bestimmen Sie die Lösung der Gleichung 250⋅1,04t=600250\cdot 1{,}04^{t} = 600250⋅1,04t=600 und interpretieren Sie das Ergebnis im Kontext einer Verzinsung von 4 % pro Jahr.

  1. 01Schritt 1 — Faktor isolieren

    Division durch 250 ergibt 1,04t=600250=2,41{,}04^{t} = \tfrac{600}{250}=2{,}41,04t=250600​=2,4.

  2. 02Schritt 2 — Logarithmieren

    t⋅ln⁡(1,04)=ln⁡(2,4)t \cdot \ln(1{,}04) = \ln(2{,}4)t⋅ln(1,04)=ln(2,4).

    t=ln⁡(2,4)ln⁡(1,04)t = \dfrac{\ln(2{,}4)}{\ln(1{,}04)}t=ln(1,04)ln(2,4)​
  3. 03Schritt 3 — Numerisch berechnen

    t≈0,87550,0392≈22,33t \approx \dfrac{0{,}8755}{0{,}0392} \approx 22{,}33t≈0,03920,8755​≈22,33.

  4. 04Schritt 4 — Interpretieren

    Nach rund 22,3 Jahren hat sich das Anfangskapital auf 600 € erhöht; nach 22 vollen Jahren wäre der Wert knapp unter 600 €.

Ergebnis: Lösung t≈22,33t\approx 22{,}33t≈22,33 Jahre — Interpretation im Sachkontext: Verzinsung führt nach gut 22 Jahren zur Ver-2,4-fachung.

Abiturfokus

  • KMK-Operator „berechnen" und „bestimmen": Standardlösungsweg dokumentieren (Division, Logarithmieren, Auflösen).
  • Bei Gleichungen vom Typ a⋅ekx=ba\cdot \mathrm{e}^{kx}=ba⋅ekx=b stets durch aaa dividieren und dann ln⁡\lnln anwenden.
  • Definitionsbereich bei ln⁡(x−3)\ln(x-3)ln(x−3) verlangt x>3x>3x>3 — explizit angeben.
  • Verdopplungs- und Halbwertszeiten werden häufig in WS- und Modellierungsaufgaben benötigt.

Typische Fehler

  • ln⁡(a+b)\ln(a+b)ln(a+b) wird zu ln⁡a+ln⁡b\ln a + \ln blna+lnb verfälscht — Summen-Logarithmus existiert nicht in dieser Form.
  • Lösung mit negativem Argument im Logarithmus wird nicht ausgeschlossen.
  • Basiswechsel mit Bruch falsch herum: ln⁡aln⁡x\tfrac{\ln a}{\ln x}lnxlna​ statt ln⁡xln⁡a\tfrac{\ln x}{\ln a}lnalnx​.
  • Logarithmieren ohne vorherige Isolierung der Exponentialfunktion ergibt sperrige Terme.

LK-Vertiefung

eA: Leiten Sie die Basiswechselformel log⁡a(x)=ln⁡xln⁡a\log_{a}(x)=\tfrac{\ln x}{\ln a}loga​(x)=lnalnx​ aus der Definition des Logarithmus her, indem Sie eln⁡x=x=alog⁡a(x)\mathrm{e}^{\ln x}=x=a^{\log_{a}(x)}elnx=x=aloga​(x) benutzen und beide Seiten logarithmieren.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die Lösung von 4⋅e0,08 t=254\cdot \mathrm{e}^{0{,}08\,t} = 254⋅e0,08t=25 auf zwei Nachkommastellen und interpretieren Sie das Ergebnis als Zeitspanne in einem Wachstumsmodell mit Wachstumsrate 8 %.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Quadratische und biquadratische Gleichungen#

●●○StandardLPL1LPL4

Diskriminante und Anzahl reeller Lösungen

Diskriminante und Anzahl reeller LösungenSchaubild von D > 0, Nullstellen bei x = -1, 1, Tiefpunkt bei (0, -1), y-Achsenabschnitt bei y = -1, im Bereich x von -2.3 bis 2.3, Schaubild von D = 0, Nullstellen bei x = 0, Tiefpunkt bei (0, 0), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von -2.3 bis 2.3, Schaubild von D < 0, Tiefpunkt bei (0, 1), y-Achsenabschnitt bei y = 1, im Bereich x von -2.3 bis 2.3−2−112246doppelty = 0D > 0D = 0D < 0yx
Abb. 3D > 0 zwei Nullstellen, D = 0 doppelte Nullstelle, D < 0 keine reelle Lösung.

Kernpunkte

Die Normalform x2+px+q=0x^{2}+px+q=0x2+px+q=0 lässt sich mit der pq-Formel lösen; die allgemeine Form ax2+bx+c=0ax^{2}+bx+c=0ax2+bx+c=0 mit der abc-Formel.
Die Diskriminante D=b2−4acD=b^{2}-4acD=b2−4ac entscheidet über die Lösungsanzahl: D>0D>0D>0 zwei reelle, D=0D=0D=0 doppelte, D<0D<0D<0 keine reelle Lösung.
Biquadratische Gleichungen ax4+bx2+c=0ax^{4}+bx^{2}+c=0ax4+bx2+c=0 werden durch Substitution u=x2u=x^{2}u=x2 auf quadratische Form gebracht.
Satz von Vieta: x1+x2=−bax_{1}+x_{2}=-\tfrac{b}{a}x1​+x2​=−ab​ und x1⋅x2=cax_{1}\cdot x_{2}=\tfrac{c}{a}x1​⋅x2​=ac​ — hilfreich bei Plausibilitätsprüfungen.
Quadratische Ergänzung gewinnt die Scheitelpunktform a(x−d)2+ea(x-d)^{2}+ea(x−d)2+e; sie ist gleichzeitig ein Beweis der pq-Formel.
Wurzeln dürfen niemals aus negativen Diskriminanten reell gezogen werden; −3∉R\sqrt{-3}\notin\mathbb{R}−3​∈/R.
x1,2=−p2±(p2)2−qx_{1,2} = -\dfrac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\dfrac{p}{2}\right)^{2} - q}x1,2​=−2p​±(2p​)2−q​

pq-Formel (Normalform x² + px + q = 0)

x1,2=−b±b2−4ac2ax_{1,2} = \dfrac{-b \pm \sqrt{b^{2} - 4ac}}{2a}x1,2​=2a−b±b2−4ac​​

abc-Formel (Mitternachtsformel) ax² + bx + c = 0

D=b2−4acD=b^{2}-4acD=b2−4ac

Diskriminante

Abiturfokus

  • KMK-Operator „bestimmen": pq- oder abc-Formel anwenden und Rechenschritte dokumentieren.
  • Diskriminante stets explizit ausrechnen und Vorzeichen-Entscheidung formulieren.
  • Bei biquadratischen Gleichungen Rücksubstitution nicht vergessen und Definitionsbereich prüfen.
  • Faktorzerlegung über bekannte Nullstelle ist oft eleganter als sture Formelanwendung.

Typische Fehler

  • pq-Formel wird auf abc-Form angewendet ohne vorherige Division durch a.
  • Vorzeichen im Term −p2-\tfrac{p}{2}−2p​ wird vergessen oder doppelt gerechnet.
  • Negative Diskriminante wird ohne Kommentar als „Wurzel aus negativer Zahl" gezogen.
  • Substitution u=x2u=x^{2}u=x2 ohne Rückführung — am Ende fehlt die Bestimmung der x-Werte.

LK-Vertiefung

eA: Beweisen Sie die pq-Formel mittels quadratischer Ergänzung und diskutieren Sie, warum D<0D<0D<0 keine reelle Lösung erlaubt.

Aktive Wiederholung

Berechnen Sie sämtliche reellen Lösungen der Gleichung x4−13x2+36=0x^{4}-13x^{2}+36=0x4−13x2+36=0 mittels Substitution und überprüfen Sie das Ergebnis durch Einsetzen.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Lineare Gleichungssysteme#

●●○StandardLPL1LPL3

Kernpunkte

Lineare Gleichungssysteme (LGS) mit zwei oder drei Unbekannten lassen sich durch Einsetzungs-, Gleichsetzungs- oder Additionsverfahren lösen.
Das Gauß-Verfahren ist die systematische Methode: Zeilen werden zur Stufenform reduziert, dann rückwärts aufgelöst.
Drei Lösungsfälle: eindeutige Lösung, Mehrdeutigkeit (unendlich viele Lösungen), Widerspruch (keine Lösung).
Geometrische Interpretation in 3D: Drei Ebenen schneiden sich in einem Punkt, einer Geraden, einer Ebene oder gar nicht.
Die Determinante einer Koeffizientenmatrix entscheidet bei quadratischem System über Eindeutigkeit der Lösung.
Parameter im LGS führen zu Fallunterscheidungen — Parameter-LGS sind klassische LK-Aufgaben.
det⁡ ⁣(abcd)=ad−bc\det\!\begin{pmatrix} a & b \\ c & d \end{pmatrix} = ad - bcdet(ac​bd​)=ad−bc

Determinante einer 2×2-Matrix

Abiturfokus

  • KMK-Operator „lösen": Verfahren benennen und Rechenschritte vollständig dokumentieren.
  • Probe durch Einsetzen ist Pflicht; Punktabzug bei fehlender Probe.
  • Geometrische Interpretation („zwei parallele Ebenen", „windschiefe Geraden") explizit formulieren.
  • Bei Parametersystemen Fallunterscheidung nach dem Parameter sauber dokumentieren.

Typische Fehler

  • Rechenfehler bei Zeilenoperationen — Vorzeichenfehler dominieren.
  • Mehrdeutige Lösung wird als „falsch" interpretiert statt als Lösungsschar geschrieben.
  • Widerspruch (z. B. 0 = 1) wird als 0-Lösung statt als „keine Lösung" notiert.
  • Bei Parameter-LGS wird der Spezialfall (Parameter macht Spalte abhängig) übersehen.

LK-Vertiefung

eA: Untersuchen Sie das LGS auf seine Lösungsmenge in Abhängigkeit vom Parameter und interpretieren Sie die Lösung geometrisch als Lage dreier Ebenen.

Aktive Wiederholung

Lösen Sie das LGS {x+y−z=22x−y+z=3x+2y−2z=t\begin{cases} x+y-z=2\\ 2x-y+z=3\\ x+2y-2z=t \end{cases}⎩⎨⎧​x+y−z=22x−y+z=3x+2y−2z=t​ in Abhängigkeit vom Parameter t∈Rt\in\mathbb{R}t∈R und beurteilen Sie, für welche ttt das System lösbar ist.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 07

Ungleichungen und Beträge#

●●○StandardLPL1

Kernpunkte

Lineare Ungleichungen werden wie Gleichungen umgeformt; bei Multiplikation oder Division durch eine negative Zahl kehrt sich das Ungleichheitszeichen um.
Quadratische Ungleichungen werden über die Nullstellen und das Vorzeichen der Parabel gelöst — Skizze hilfreich.
Bruchungleichungen verlangen Fallunterscheidung nach Vorzeichen des Nenners; Multiplikation mit einer Variablen ist nur erlaubt, wenn deren Vorzeichen bekannt ist.
Betragsungleichungen: ∣x∣<a|x|<a∣x∣<a entspricht −a<x<a-a<x<a−a<x<a; ∣x∣>a|x|>a∣x∣>a entspricht x<−ax<-ax<−a oder x>ax>ax>a (für a>0a>0a>0).
Lösungsmengen werden als Intervalle oder Mengen geschrieben — saubere Notation ist beurteilungsrelevant.
Geometrische Interpretation: ∣x−a∣<r|x-a|<r∣x−a∣<r beschreibt offenes Intervall der Länge 2r2r2r um aaa.
∣x∣<a⇔−a<x<a,∣x∣>a⇔x<−a  ∨  x>a|x|<a \Leftrightarrow -a<x<a,\quad |x|>a \Leftrightarrow x<-a \;\lor\; x>a∣x∣<a⇔−a<x<a,∣x∣>a⇔x<−a∨x>a

Betragsungleichungen für a > 0

Abiturfokus

  • KMK-Operator „bestimmen" und „angeben": Lösungsmenge als Intervall.
  • Bei Multiplikation mit negativem Faktor: Vorzeichenwechsel des Ungleichheitszeichens explizit kommentieren.
  • Fallunterscheidungen klar gliedern (Fall 1: Nenner > 0, Fall 2: Nenner < 0).
  • Skizze der Funktion oder des Betragsgraphen hilft, alle Lösungsbereiche zu erfassen.

Typische Fehler

  • Vorzeichenwechsel beim Multiplizieren mit negativer Zahl wird vergessen.
  • Bei Bruchungleichung wird mit dem Nenner multipliziert, ohne Vorzeichen zu prüfen — Lösungsmenge wird falsch.
  • Betragsungleichung wird einseitig aufgelöst (nur einer der beiden Fälle).
  • Intervallschreibweise wird gemischt mit Schreibweise {x∣… }\{x\mid \dots\}{x∣…}, was verwirrt; lieber konsistent.

LK-Vertiefung

eA: Lösen Sie ∣2x−3∣+∣x+1∣<5|2x-3| + |x+1| < 5∣2x−3∣+∣x+1∣<5 durch Fallunterscheidung nach den Nullstellen der Betragsausdrücke und stellen Sie die Lösungsmenge graphisch dar.

Aktive Wiederholung

Bestimmen Sie die Lösungsmenge der Ungleichung 2x−1x+3≤1\dfrac{2x-1}{x+3} \leq 1x+32x−1​≤1 und stellen Sie diese als Intervallvereinigung dar.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 07

    • 01Zahlmengen N, Z, Q, R, C○
    • 02Terme, binomische Formeln, Faktorisieren○
    • 03Potenzen, Wurzeln und rationale Exponenten◐
    • 04Logarithmen und Exponentialgleichungen◐
    • 05Quadratische und biquadratische Gleichungen◐
    • 06Lineare Gleichungssysteme◐
    • 07Ungleichungen und Beträge◐

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