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Notizen/Kunst/Gestaltungspraxis und Prüfungswerkstatt — Aufgabenarten I/II/III, Mappe, mündlich
Notizen · KunstDE · Abitur

Gestaltungspraxis und Prüfungswerkstatt — Aufgabenarten I/II/III, Mappe, mündlich

Die KMK EPA Bildende Kunst (1989/2005) sieht drei schriftliche Aufgabenarten vor, benannt nach dem Schwerpunkt: 3.1.1 Aufgabe mit praktischem Schwerpunkt und schriftlichem Anteil; 3.1.2 Aufgabe mit theoretischem Schwerpunkt und praktischem Anteil; 3.1.3 Theoretisch-schriftliche Aufgabe (Analyse/Interpretation, ggf. mit Erörterung) — alle drei in gA und eA, der eA-Unterschied ist qualitativ (Tiefe, Reflexion, Umfang). Die in dieser Notiz verwendete Kurzform I/II/III folgt dem NRW-Schema (I Gestaltung mit Erläuterung, II Analyse/Interpretation, III fachspezifische Problemerörterung). Diese Notiz beschreibt den Werkprozess (Idee → Skizze → Material → Reinausführung → Reflexion), die Mappe als Dokumentationsformat und die mündliche Prüfung. Sie gibt einen sprachlich-methodischen Schreibplan für die Klausur und reflektiert die KMK-Operatorenliste (beschreiben, analysieren, interpretieren, vergleichen, beurteilen, gestalten).

6 Abschnitte·~22 Min Lesezeit·2 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 4 · Vertiefung 1·Stand 06/2026

T·0888 / 8
Prüfungsprofil
KMK-EPA-Kunst-3 · Produktion — gestaltungspraktisch und reflektierendKMK-EPA-Kunst-2 · Reflektieren von Verfahren, Konzept, Bildwirkung
Operatoren:gestaltenerläuternreflektierenbeurteilen

grundlegendes Niveau

gA-Niveau: Aufgabenarten I und II sicher unterscheiden, Werkprozess in fünf Phasen dokumentieren, die Mappe/das Skizzenheft als bewertungsrelevante Prozessdokumentation verstehen.

erhöhtes Niveau

eA-Niveau: Aufgabenart III (Problemerörterung) — mehrgliedrige Argumentationsstrukturen, Verknüpfung mehrerer Quellen/Werke, methodische Selbstreflexion.

Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Gestaltungspraxis und Prüfungswerkstatt — Aufgabenarten I/II/III, Mappe, mündlich
    • 01EPA-Aufgabenarten I, II, III — Strukturen und Erwartungen○
    • 02Werkprozess und Mappe — gestaltungspraktische Arbeit dokumentieren◐
    • 03Mündliche Abiturprüfung Kunst — Stimulus, Vortrag, Kolloquium◐
    • 04Klausur-Schreibplan und KMK-Operatoren — die Analyse strukturieren◐
    • 05Gestaltungspraktische Verfahren — Zeichnen, Malen, Drucken, Plastik, digital◐
    • 06Bewertung und Erwartungshorizont — wie Leistung gemessen wird●
§ 01

EPA-Aufgabenarten I, II, III — Strukturen und Erwartungen#

●○○BasisLPpruefungsformenLPgestaltungspraxis

Kernpunkte

Das schriftliche Kunstabitur kennt drei Aufgabenarten, die man sicher unterscheiden muss, weil jede eine andere Leistung verlangt (). Die KMK-EPA (1989, überarbeitet 2005) benennt sie nach ihrem Schwerpunkt: 3.1.1 mit praktischem Schwerpunkt, 3.1.2 mit theoretischem Schwerpunkt und praktischem Anteil, 3.1.3 als theoretisch-schriftliche Aufgabe. Die in dieser Notiz verwendete geläufige Kurzform I/II/III folgt dem NRW-Schema. Alle drei gibt es im grundlegenden (gA) und im erhöhten (eA) Anforderungsniveau; der eA-Unterschied ist dabei qualitativ — größere Tiefe, mehr Reflexion, größerer Umfang —, nicht einfach „eine andere Aufgabe".

EPA Bildende Kunst — drei Aufgabenarten

EPA Bildende Kunst — drei AufgabenartenTabelle mit 4 Spalten und 3 Zeilen, Daten: Aufgabenart · Schwerpunkt · Kennzeichen · Beispiel; I · praktisch-theoretisch · gestaltungspraktisch; Werkprozess + Reflexion; dezentral · Selbstporträt in 3 Medien; II · Analyse / Interpretation · Werkanalyse; ikonografisch + ikonologisch; Stilvergleich · Friedrich „Wanderer"; III · Problemerörterung · fachspezifisches Problem; mehrere Werke; erörternd · „Kunst und Politik": Beuys + BanksyAUFGABENARTSCHWERPUNKTKENNZEICHENBEISPIELIpraktisch-theoretischgestaltungspraktisch;Werkprozess + Reflexion;dezentralSelbstporträt in 3 MedienIIAnalyse / InterpretationWerkanalyse; ikonografisch +ikonologisch; StilvergleichFriedrich „Wanderer"IIIProblemerörterungfachspezifisches Problem;mehrere Werke; erörternd„Kunst und Politik": Beuys +Banksy
Abb. 1EPA 3.1.1 Aufgabe mit praktischem Schwerpunkt (NRW-Kurzform: Aufgabenart I), 3.1.2/3.1.3 Aufgaben mit theoretischem Schwerpunkt bzw. theoretisch-schriftlich (NRW: II Analyse/Interpretation, III fachspezifische Problemerörterung) — alle in gA und eA.
Aufgabenart I (praktisch-theoretisch, meist dezentral gestellt) verbindet eine gestaltungspraktische Arbeit mit einem schriftlichen Bildkommentar. Eine typische Aufgabe lautete etwa: „Selbstporträt in drei verschiedenen Medien, dazu eine schriftliche Reflexion zu Konzept, Verfahren und Wirkung." Bewertet wird hier nicht nur das fertige Werk, sondern der ganze dokumentierte Prozess: das Konzept, die Skizzenphase, die technische Sorgfalt und die schriftliche Reflexion.
Aufgabenart II (Analyse/Interpretation, zentral gestellt) ist die klassische Klausuraufgabe: die Analyse eines Einzelwerks oder der Stilvergleich eines Werkpaars. Sie folgt der methodischen Stufenfolge aus formaler Analyse, ikonografischer und ikonologischer Deutung und gegebenenfalls dem Vergleich — also genau dem Verfahren, das die Schwesternotiz „Bildanalyse — Methodik nach Panofsky, formal-ästhetisch, ikonografisch, kontextuell" entfaltet. Die KMK-Operatoren steuern dabei, welcher Anforderungsbereich (I–III) jeweils gefragt ist.
Aufgabenart III (im NRW-Schema die fachspezifische Problemerörterung, in der EPA die theoretisch-schriftliche Aufgabe 3.1.3) ist die anspruchsvollste: eine an Material gebundene Analyse und Interpretation, die stärker kunsthistorisches und kunstwissenschaftliches Wissen einbezieht und die begründete Erörterung verschiedener Standpunkte oder Thesen einschließen kann. Ein Beispiel wäre „Kunst und Politik — erörtern Sie an Beuys und Banksy". Verlangt sind gattungs- und medienreflektiertes Arbeiten und der Bezug auf Quellen; im eA fällt die Erörterung mehrgliedriger und stärker reflektierend aus.
Quer zu den Aufgabenarten liegen die drei Anforderungsbereiche (AB) der EPA, die das geistige Niveau einer Teilaufgabe bestimmen: AB I ist die Reproduktion (Wiedergeben, Beschreiben), AB II die Reorganisation (Anwenden, Analysieren, In-Beziehung-Setzen), AB III die Reflexion (Erörtern, begründete eigene Stellungnahme). Jeder Operator gehört zu einem dieser Bereiche — die Operatoren zu entschlüsseln ist deshalb der erste Schritt jeder Klausur.
Bewertet wird auf der 15-Punkte-Skala; die Bestehensgrenze liegt bei 05/15. In jede Note gehen die inhaltliche und die sprachlich-darstellerische Leistung ein. Wichtig und ehrlich gesagt: Die EPA schreibt keine bundeseinheitliche feste Quote zwischen Sprache und Inhalt vor — der Anteil der Darstellungsleistung wird je nach Land festgelegt (häufig in der Größenordnung von 20 bis 30 %). Die sprachliche Leistung sollte man deshalb nie als „Nebensache" behandeln.

Abiturfokus

  • Die drei Aufgabenarten sicher unterscheiden und die eigene Erwartung an eine Aufgabe formulieren können.
  • KMK-Operatoren beherrschen — jeder Operator bestimmt einen Anforderungsbereich (I–III).
  • Stilvergleich (Aufgabenart II) systematisch nach drei oder vier festen Kategorien führen.
  • Aufgabenart III (eA): mehrgliedrige These mit Werkbelegen aus verschiedenen Epochen.
  • Querverweis: Aufgabenart II baut methodisch vollständig auf der Schwesternotiz „Bildanalyse — Methodik nach Panofsky, formal-ästhetisch, ikonografisch, kontextuell" auf; die Werkbelege für Aufgabenart III liefert die Schwesternotiz „Kunstgeschichte — Epochenüberblick von Antike bis Gegenwart".

Typische Fehler

  • Aufgabenart I und II werden verwechselt — I ist praktisch, II analytisch.
  • KMK-Operatoren werden zu undifferenziert behandelt (z. B. „erläutern" und „erörtern" austauschbar).
  • In Aufgabenart III wird das Problem nicht zugespitzt — die Erörterung verliert sich in bloßer Werkbeschreibung.
  • Die Anforderungsbereiche I/II/III werden mit den Aufgabenarten I/II/III verwechselt — das sind zwei verschiedene Achsen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Entwickeln Sie zu einem selbst gewählten Bildmaterial eine vollständige Aufgabenart-III-Problemstellung samt Erwartungshorizont, der die drei Anforderungsbereiche differenziert. Reflektieren Sie dabei, warum gerade die Erörterung (AB III) — die begründete, abwägende Stellungnahme — den eigentlichen Unterschied zwischen gA und eA ausmacht und nicht durch mehr Faktenwissen ersetzt werden kann.

Aktive Wiederholung

Formulieren Sie zu einer selbst entwickelten Aufgabenart-II-Aufgabe (Werkanalyse eines bekannten Gemäldes) einen Erwartungshorizont mit Anforderungsbereichen I, II und III.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 02

Werkprozess und Mappe — gestaltungspraktische Arbeit dokumentieren#

●●○StandardLPgestaltungspraxisLPkmk-epa-kunst-3

Kernpunkte

Die gestaltungspraktische Arbeit (Aufgabenart I) wird nicht am fertigen Werk allein, sondern am ganzen, sichtbar gemachten Werkprozess bewertet — die Note misst, wie durchdacht und differenziert eine Lösung gesucht wurde, nicht nur, wie „schön" das Ergebnis ist. Dieser Prozess gliedert sich idealtypisch in fünf dokumentierte Phasen (): die Bildidee mit Recherche und Konzept, die Skizzen mit ihren Varianten, die bewusste Materialwahl, die Reinausführung und schließlich die schriftliche Reflexion. Jede Phase hinterlässt Spuren, die in die Bewertung eingehen.

Werkprozess in der praktischen Aufgabenart I

Werkprozess — Aufgabenart INetzgraph, Bildidee → Skizzen, Skizzen → Material, Material → Ausführung, Ausführung → ReflexionBildideeSkizzenMaterialAusführungReflexion
Abb. 2Bildidee → Skizze/Variante → Materialwahl → Reinausführung → Reflexion: die fünf dokumentierten Phasen einer eigenständigen Arbeit.
Die Skizzenphase ist dabei besonders punkterelevant, weil sie den Suchprozess und seine Differenzierung sichtbar macht. Verlangt sind in der Regel mindestens drei bis fünf dokumentierte Varianten — und entscheidend ist, dass es sich um wirklich verschiedene Bildideen handelt, nicht um drei kleine Abwandlungen derselben Lösung. Drei eigenständige Ansätze zeigen gestalterisches Denken; drei nahezu gleiche Skizzen zeigen es nicht.
Festgehalten wird der Prozess in einer Mappe oder einem Skizzenheft — einer chronologisch geordneten Dokumentation mit Datierung, Bezeichnung der Verfahren und einer knappen schriftlichen Reflexion zu jedem Schritt. Ehrlich einzuordnen ist dabei: Die EPA wertet den dokumentierten Lösungsprozess (Aufgabenart 3.1.1) ausdrücklich bewertungsrelevant; ob eine Mappe oder ein Portfolio jedoch ein festes Prüfungsformat ist, regeln die Länder unterschiedlich (in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg etwa ist es als Bestandteil gestaltungspraktischer Formate verbreitet). Wer ohne Datierung und Beschriftung abgibt, verschenkt sichere Punkte.
Den Abschluss bildet die schriftliche Reflexion, ein Bildkommentar nach Vollendung der Arbeit. Eine gute Reflexion beantwortet vier Fragen: das Konzept (Was wollte ich zeigen?), das Verfahren (Wie habe ich es umgesetzt?), die Wirkung (Warum wirkt das Ergebnis so, wie es wirkt?) und den Bezug (An welche kunsthistorische Tradition oder welches Vorbild knüpft die Arbeit an?). Eine bloße Verfahrensbeschreibung ohne Wirkungsanalyse bleibt unter dem Anforderungsbereich.
Insgesamt gehen vier Kriterien in die Bewertung der praktischen Arbeit ein: die Originalität des Konzepts, der Differenzierungsgrad der Skizzenphase, die technische Sorgfalt der Ausführung und die Qualität der Reflexion. Weil all dies nur am dokumentierten Prozess überprüfbar ist, gilt: Die Mappe ist kein „Beiwerk", sondern selbst die Prüfungsleistung.

Abiturfokus

  • Mappenführung als Pflicht und eigene Prüfungsleistung verstehen — nicht als „Beiwerk".
  • Reflexionssprache trainieren: Konzept (was), Verfahren (wie), Wirkung (warum), Bezug (welche kunsthistorische Tradition).
  • Skizzen sichtbar variieren lassen — drei eigenständige Bildideen statt drei Varianten derselben Idee.
  • Datierung und Verfahrensbezeichnung in der Mappe nie vergessen — sie sichern leicht erreichbare Punkte.

Typische Fehler

  • Die Skizzenphase wird übersprungen oder nachträglich erfunden — das fällt auf.
  • Die Reflexion erschöpft sich in Verfahrensbeschreibung ohne Wirkungsanalyse.
  • Die Mappe wird ohne Datierung und Beschriftung abgegeben — Punktabzug.
  • Die Skizzen variieren nur oberflächlich dieselbe Idee, statt echte Alternativen zu zeigen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Reflektieren Sie das Verhältnis von Konzept und Zufall im eigenen Werkprozess. Viele Verfahren (Aquarell, Druckgrafik, Materialcollage, generative Techniken) bringen ungeplante Ergebnisse hervor. Wie lässt sich der „produktive Zufall" — vom Surrealismus (écriture automatique, die Frottage bei Max Ernst) bis zur Aktionsmalerei — bewusst in den dokumentierten Werkprozess integrieren, ohne dass die Reflexion zur nachträglichen Rechtfertigung verkommt?

Aktive Wiederholung

Entwerfen Sie zu einem selbstgewählten Bildthema (z. B. „Heimat", „Stadt", „Sehnsucht") drei deutlich verschiedene Bildideen, je mit kurzer schriftlicher Konzeptbeschreibung. Wählen Sie eine Idee zur weiteren Bearbeitung.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 03

Mündliche Abiturprüfung Kunst — Stimulus, Vortrag, Kolloquium#

●●○StandardLPpruefungsformenLPkmk-epa-kunst-1LPkmk-epa-kunst-2

Kernpunkte

Die mündliche Abiturprüfung im Fach Kunst prüft dieselben Kompetenzen wie die schriftliche, aber im Gespräch und unter Zeitdruck. Ihr Aufbau ist in den meisten Ländern zweigeteilt: Auf einen etwa fünfminütigen, eigenständigen Vortrag des Prüflings folgt ein längeres Prüfungsgespräch (Kolloquium) mit der Kommission; die Gesamtdauer liegt in der Regel bei 20 bis 30 Minuten. Grundlage des Vortrags ist ein Stimulus — meist ein bis zwei Bildbeispiele, dazu oft eine kurze Quelle oder eine kunsttheoretische These —, den der Prüfling eigenständig erschließen muss.
Der Vortrag verlangt eine prägnante, hörbar gegliederte Struktur: zuerst die genaue Beobachtung (die Beschreibung des Stimulus), dann die Analyse, dann die kunsthistorische Einordnung und schließlich einen Ausblick oder ein begründetes Werturteil — im Kern also eine mündlich vorgetragene Werkanalyse, wie sie die schriftliche Aufgabenart II verlangt (). Klare Fachsprache und mindestens ein begründetes eigenes Urteil sind dabei Pflicht. Entscheidend ist die Disziplin, den Stimulus erst genau zu beschreiben (Panofskys Stufe 1), bevor man deutet — der häufigste Fehler ist die vorschnelle Interpretation.

EPA Bildende Kunst — drei Aufgabenarten

EPA Bildende Kunst — drei AufgabenartenTabelle mit 4 Spalten und 3 Zeilen, Daten: Aufgabenart · Schwerpunkt · Kennzeichen · Beispiel; I · praktisch-theoretisch · gestaltungspraktisch; Werkprozess + Reflexion; dezentral · Selbstporträt in 3 Medien; II · Analyse / Interpretation · Werkanalyse; ikonografisch + ikonologisch; Stilvergleich · Friedrich „Wanderer"; III · Problemerörterung · fachspezifisches Problem; mehrere Werke; erörternd · „Kunst und Politik": Beuys + BanksyAUFGABENARTSCHWERPUNKTKENNZEICHENBEISPIELIpraktisch-theoretischgestaltungspraktisch;Werkprozess + Reflexion;dezentralSelbstporträt in 3 MedienIIAnalyse / InterpretationWerkanalyse; ikonografisch +ikonologisch; StilvergleichFriedrich „Wanderer"IIIProblemerörterungfachspezifisches Problem;mehrere Werke; erörternd„Kunst und Politik": Beuys +Banksy
Abb. 3EPA 3.1.1 Aufgabe mit praktischem Schwerpunkt (NRW-Kurzform: Aufgabenart I), 3.1.2/3.1.3 Aufgaben mit theoretischem Schwerpunkt bzw. theoretisch-schriftlich (NRW: II Analyse/Interpretation, III fachspezifische Problemerörterung) — alle in gA und eA.
Im anschließenden Kolloquium stellt die Kommission Vertiefungs-, Vergleichs- und Methodenfragen. Geprüft wird hier weniger das auswendig gelernte Wissen als die Reaktionsfähigkeit, die gedankliche Anschlussfähigkeit und die Reflexionstiefe — die Fähigkeit, auf eine Rückfrage einzugehen, einen Einwand aufzunehmen und gegebenenfalls einen begründeten Standpunktwechsel zu zeigen. Ausweichendes oder bloß beharrendes Antworten wirkt schwächer als ein reflektiertes Mitdenken.
Der Prüfung liegt meist ein Themenpool von vier bis sechs Bereichen aus dem Curriculum der Qualifikationsphase zugrunde, dessen Schwerpunkte zuvor abgesprochen werden. Eine gute Vorbereitung heißt deshalb: zu jedem Pflichtwerk mindestens ein Vergleichswerk im Kopf zu haben (damit Vergleichsfragen nicht überraschen) und den Vortrag vorab laut und mit Zeitmessung zu üben, denn die Fünf-Minuten-Marke ist eng.
Bewertet werden in der mündlichen Prüfung vier Dimensionen: die Sachkenntnis (Werke, Theorien, Begriffe), die methodische Kompetenz (sichere Bildanalyse), das Reflexionsvermögen (Mehrperspektivität, begründetes Urteil) und die Gesprächsfähigkeit (Strukturierung, sprachliche Klarheit, Reaktion auf Fragen). Wer in allen vier überzeugt, zeigt nicht nur Wissen, sondern die im Kunstabitur eigentlich geprüfte Urteils- und Gesprächskompetenz.

Abiturfokus

  • Den Vortrag flüssig in rund 5 Minuten unterbringen — vorher laut sprechen und die Zeit messen.
  • Den Stimulus IMMER zuerst genau beschreiben (Panofsky-Stufe 1), bevor man interpretiert.
  • Eine eigene Position formulieren, aber als begründbare Hypothese, nicht als Endurteil.
  • Auf Vergleichsfragen vorbereitet sein: zu jedem Pflichtwerk ein Vergleichswerk im Kopf haben.

Typische Fehler

  • Der Vortrag ist zu lang oder zu kurz (etwa 5 ± 1 Minute ist die Norm).
  • Der Stimulus wird vorschnell gedeutet, ohne genaue Beobachtung.
  • Eine eigene Position fehlt oder bleibt beliebig.
  • Auf Rückfragen wird ausweichend geantwortet — besser ist ein reflektierter, begründeter Standpunktwechsel.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Bereiten Sie sich auf eine Erörterungsfrage vor (Aufgabenart III): „Kunst und Politik — welche Aufgabe hat Kunst in der demokratischen Öffentlichkeit?". Sammeln Sie drei Werkbelege aus verschiedenen Epochen (z. B. David „Marat", Käthe Kollwitz, Banksy).

Aktive Wiederholung

Üben Sie einen mündlichen Vortrag (5 min) zu einem selbstgewählten Werk: zwei Minuten Beschreibung, zwei Minuten Analyse und Ikonografie, eine Minute kunsthistorische Einordnung mit Vergleichswerk.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 04

Klausur-Schreibplan und KMK-Operatoren — die Analyse strukturieren#

●●○StandardLPpruefungsformenLPkmk-epa-kunst-1LPkmk-operatoren

Kernpunkte

Jede Teilaufgabe einer Kunstklausur beginnt mit einem Operator — einem Arbeitsverb wie beschreiben, analysieren oder erörtern —, der den Anforderungsbereich und die erwartete Leistung festlegt. Der allererste Schritt jeder Klausur ist deshalb das genaue Entschlüsseln dieser Operatoren: Sie sagen, ob bloß wiedergegeben, ob analysiert oder ob begründet geurteilt werden soll. Wer „alles über das Bild" schreibt, statt operatorgerecht zu antworten, verfehlt die Aufgabe, so viel er auch wissen mag. Die drei Operatorgruppen entsprechen den drei Anforderungsbereichen ().

EPA Bildende Kunst — drei Aufgabenarten

EPA Bildende Kunst — drei AufgabenartenTabelle mit 4 Spalten und 3 Zeilen, Daten: Aufgabenart · Schwerpunkt · Kennzeichen · Beispiel; I · praktisch-theoretisch · gestaltungspraktisch; Werkprozess + Reflexion; dezentral · Selbstporträt in 3 Medien; II · Analyse / Interpretation · Werkanalyse; ikonografisch + ikonologisch; Stilvergleich · Friedrich „Wanderer"; III · Problemerörterung · fachspezifisches Problem; mehrere Werke; erörternd · „Kunst und Politik": Beuys + BanksyAUFGABENARTSCHWERPUNKTKENNZEICHENBEISPIELIpraktisch-theoretischgestaltungspraktisch;Werkprozess + Reflexion;dezentralSelbstporträt in 3 MedienIIAnalyse / InterpretationWerkanalyse; ikonografisch +ikonologisch; StilvergleichFriedrich „Wanderer"IIIProblemerörterungfachspezifisches Problem;mehrere Werke; erörternd„Kunst und Politik": Beuys +Banksy
Abb. 4EPA 3.1.1 Aufgabe mit praktischem Schwerpunkt (NRW-Kurzform: Aufgabenart I), 3.1.2/3.1.3 Aufgaben mit theoretischem Schwerpunkt bzw. theoretisch-schriftlich (NRW: II Analyse/Interpretation, III fachspezifische Problemerörterung) — alle in gA und eA.
Die Reproduktion (Anforderungsbereich I) verlangen Operatoren wie beschreiben, benennen und wiedergeben: das sachliche Erfassen des Befunds ohne Deutung. Die Reorganisation (AB II) fordern analysieren, vergleichen, einordnen und erläutern: das Zergliedern, In-Beziehung-Setzen und Anwenden von Wissen. Die Reflexion (AB III) schließlich verlangen interpretieren, deuten, beurteilen und erörtern: die begründete eigene Stellungnahme, die Abwägung und die Synthese. „Erläutern" (AB II) und „erörtern" (AB III) dürfen dabei nie austauschbar behandelt werden — das eine wendet Wissen an, das andere wägt Standpunkte ab.
Den inhaltlichen Aufbau der Werkanalyse gibt die Panofsky-Struktur vor, und ein guter Schreibplan macht sie zur Gliederung: Einleitung (Werk, Künstler, Datierung, Gattung) → Beschreibung → formale Analyse → ikonografische Analyse → ikonologische Deutung → Einordnung oder Vergleich → begründetes Werturteil. Dieser Plan wird vor dem Schreiben kurz skizziert, damit die Antwort die Operatoren der Teilaufgaben sichtbar abarbeitet und nicht ins assoziative Erzählen gerät.
Die Zeit- und Punkteplanung folgt den Anforderungsbereichen: Die deutenden, reflektierenden Teile (AB III) tragen in der Regel die meisten Punkte und brauchen entsprechend die meiste Zeit. Die Beschreibung ist zwar das unverzichtbare Fundament — jede Deutung muss am Befund belegt sein —, aber sie ist nicht der Punkteschwerpunkt. Ein häufiger Fehler ist, die Beschreibung breit auszuwalzen und für die eigentlich punkteträchtige Deutung keine Zeit mehr zu haben.
Schließlich zählt die sprachliche Darstellungsleistung als eigene Bewertungsdimension — je nach Land häufig in der Größenordnung von 20 bis 30 %. Gefragt sind eine präzise Fachsprache, ein klarer, gegliederter Aufbau, eine durchgehend am Bildbefund belegte Argumentation und die saubere Trennung der Panofsky-Stufen. Wer methodisch sauber und sprachlich klar schreibt, macht seine Schlüsse für den Korrektor nachvollziehbar — und genau das wird honoriert.
Musterlösung

Klausur-Schreibplan — Aufbau einer Werkanalyse (Aufgabenart II)

Entwickeln Sie einen tragfähigen Schreibplan für eine Werkanalyse-Klausur (Aufgabenart II) zu einem unbekannten Gemälde. Erläutern Sie, welche Operatoren welchen Anforderungsbereich bedienen und wie Sie die Zeit einteilen.

  1. 011. Aufgabe und Operatoren entschlüsseln

    Zuerst die Operatoren der Teilaufgaben markieren: „beschreiben" (AB I, reproduktiv), „analysieren" (AB II, reorganisierend), „interpretieren/deuten" (AB II–III), „einordnen/vergleichen" (AB II), „beurteilen/erörtern" (AB III, reflektierend). Der Operator bestimmt Umfang und Tiefe jeder Teilantwort.

  2. 022. Gliederung festlegen (Panofsky-Struktur)

    Einleitung (Werk, Künstler, Datierung, Gattung, Aufgabe) → vor-ikonografische Beschreibung (Stufe 1) → formal-ästhetische Analyse (Sechs-Felder-Raster) → ikonografische Analyse (Stufe 2: Motive, Attribute, Quellen) → ikonologische Interpretation (Stufe 3: Kontext, Funktion) → ggf. Einordnung/Vergleich → begründetes Werturteil (bei AB III).

  3. 033. Zeit- und Gewichtungsplanung

    Bei z. B. 270 min: ca. 20 min Erfassen/Planen, ca. 40 min Beschreibung+formale Analyse, ca. 60 min Ikonografie+Ikonologie, ca. 40 min Einordnung/Beurteilung, Rest Überarbeitung. Die Gewichtung folgt dem Operator: deutende und erörternde Teile (AB III) tragen die meisten Punkte.

  4. 044. Sprachliche Umsetzung

    Belege konsequent am Bildbefund („im linken Bilddrittel …", „der diagonale Lichtstrahl …"); Fachsprache präzise (Chiaroscuro, Repoussoir, Kontrapost); Stufen sichtbar trennen; keine Deutung in der Beschreibung. Eigene Hypothesen als begründete Vermutungen, nicht als Behauptungen.

  5. 055. Kontrolle

    Schlusscheck: Ist jede Teilaufgabe (jeder Operator) bedient? Sind die drei Panofsky-Stufen getrennt? Ist jede Deutung am Befund belegt? Gibt es ein begründetes Werturteil, falls „beurteilen/erörtern" verlangt war? Sprachliche Leistung (etwa 30 %) durch Überarbeitung sichern.

Ergebnis: Ein tragfähiger Schreibplan koppelt die Gliederung an die Panofsky-Stufen, gewichtet die Zeit nach Anforderungsbereich (AB III trägt die meisten Punkte) und sichert die operatorgerechte, am Bildbefund belegte Durchführung. Das Entschlüsseln der Operatoren ist der erste, oft unterschätzte Schritt.

Abiturfokus

  • Operatoren sicher den Anforderungsbereichen zuordnen (beschreiben ≠ analysieren ≠ erörtern).
  • Den Schreibplan an der Panofsky-Struktur ausrichten und die Operatoren der Teilaufgaben abarbeiten.
  • Die Punkte- und Zeitgewichtung nach Anforderungsbereich planen (AB III trägt die meisten Punkte).
  • Operator „erläutern": die Funktion eines Schreibplans für die Klausur begründen.

Typische Fehler

  • Operatoren werden ignoriert — es wird „alles über das Bild" geschrieben statt operatorgerecht.
  • „Erläutern" (AB II) und „erörtern" (AB III) werden austauschbar behandelt.
  • Die Beschreibung wird übergewichtet, die deutenden AB-III-Teile bleiben zu knapp.
  • Die sprachliche Leistung (Aufbau, Fachsprache, Belegführung) wird vernachlässigt.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Vergleichen Sie den Schreibplan einer Werkanalyse (Aufgabenart II) mit dem einer Problemerörterung (Aufgabenart III). Während die Analyse linear an der Panofsky-Struktur entlangläuft, verlangt die Erörterung eine argumentative Dramaturgie: These, Gegenthese, Werkbelege aus verschiedenen Epochen, abwägende Synthese. Entwerfen Sie für eine Erörterungsfrage Ihrer Wahl eine solche mehrgliedrige Argumentationsskizze und reflektieren Sie, warum sie sich nicht in die lineare Analysegliederung pressen lässt.

Aktive Wiederholung

Erläutern Sie zu einer selbst formulierten Werkanalyse-Aufgabe einen Schreibplan, der jede Teilaufgabe einem Operator und Anforderungsbereich zuordnet und die Zeit entsprechend gewichtet.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 05

Gestaltungspraktische Verfahren — Zeichnen, Malen, Drucken, Plastik, digital#

●●○StandardLPgestaltungspraxisLPkmk-epa-kunst-3

Kernpunkte

Die Wahl des gestalterischen Verfahrens ist nie neutral: Jede Technik hat ihre eigenen Möglichkeiten, ihren eigenen Widerstand und ihre eigene Ausdruckskraft, und ein gelungenes Werk nutzt gerade diese Eigenheiten (das Prinzip der Materialgerechtigkeit). Im praktischen Werkprozess () ist die bewusste, aus der Bildidee begründete Verfahrenswahl deshalb ein eigener, bewertungsrelevanter Schritt — warum etwa ein Maskenthema im harten, kontrastreichen Linolschnitt besser aufgehoben ist als im weichen Aquarell, sollte man begründen können.

Werkprozess in der praktischen Aufgabenart I

Werkprozess — Aufgabenart INetzgraph, Bildidee → Skizzen, Skizzen → Material, Material → Ausführung, Ausführung → ReflexionBildideeSkizzenMaterialAusführungReflexion
Abb. 5Bildidee → Skizze/Variante → Materialwahl → Reinausführung → Reflexion: die fünf dokumentierten Phasen einer eigenständigen Arbeit.
Das Zeichnen ist die Grundlage allen Sehens und Entwerfens. Mit Bleistift, Kohle, Feder oder Tusche entstehen Linie, Schraffur und Wischung; je nach Funktion unterscheidet man die rasche Skizze, die genauere Studie und die ausgeführte Zeichnung. Weil die Zeichnung das Denken auf dem Papier ist, steht sie am Anfang fast jedes Werkprozesses.
Beim Malen prägt das Bindemittel die Wirkung. Das Aquarell ist lasierend und transparent (das weiße Papier leuchtet durch), die Gouache deckend, das Acryl schnelltrocknend und vielseitig, die Ölfarbe langsam trocknend und besonders lasurfähig. Quer dazu liegt die Auftragsweise: der dünne, durchscheinende Lasurauftrag gegenüber dem dicken, reliefartigen pastosen Auftrag und der Spachteltechnik. Material und Auftrag zusammen entscheiden über Leuchtkraft, Tiefe und Oberfläche.
Die Druckgrafik ist nach vier Grundprinzipien zu ordnen, deren sichere Unterscheidung häufig geprüft wird. Beim Hochdruck drucken die stehengebliebenen, erhabenen Stege (Linol- und Holzschnitt). Beim Tiefdruck drucken umgekehrt die eingetieften, mit Farbe gefüllten Vertiefungen (Radierung, Kupferstich). Beim Flachdruck liegen druckende und nichtdruckende Stellen in einer Ebene und werden chemisch getrennt (Lithografie). Und beim Durchdruck wird die Farbe durch ein teilweise abgedecktes Sieb gedrückt (Siebdruck). Allen gemeinsam ist die Auflage: Der Druck macht das Original in einer bestimmten, oft nummerierten Stückzahl vervielfältigbar — ein Werkbegriff jenseits des Unikats.
Collage und Montage fügen heterogene Materialien — Papier, Fotografie, Fundstücke — zu einem neuen Ganzen, in dem die Bedeutung gerade aus der überraschenden Kombination entsteht; die Technik ist eine Erfindung der Avantgarde (Kubismus, Dada) und wird von der Pop Art fortgeführt. Das plastische Gestalten wiederum denkt dreidimensional: durch Modellieren (Aufbauen in Ton), durch Abtragen (Schnitzen, Hauen), durch Konstruieren oder durch die Assemblage aus vorgefundenen Objekten. Verfahren und Bildidee greifen auch hier ineinander — die Technik ist Teil der Aussage.
Die digitalen Verfahren erweitern das Repertoire um Bildbearbeitung, Vektorgrafik, 3D-Modellierung und generative, KI-gestützte Bildgebung. Sie eröffnen neue gestalterische Möglichkeiten — beliebige Korrigierbarkeit, Vervielfältigung, Vernetzung —, werfen aber zugleich neue Fragen nach Original, Urheberschaft und Materialität auf, die die Schwesternotiz „Fotografie, Film, Medienkunst, Design — Bild im technischen Zeitalter" und die Theorie-Notiz behandeln.
Musterlösung

Gestaltungspraktische Aufgabe — Konzept und Werkprozess dokumentieren (Aufgabenart I)

Entwickeln Sie zur Aufgabe „Selbstbildnis als Maske — Inszenierung von Identität" ein gestaltungspraktisches Konzept und skizzieren Sie den dokumentierten Werkprozess. Erläutern Sie, was die Bewertung der Aufgabenart I honoriert.

  1. 011. Bildidee und Recherche

    Konzept: Identität als gespielte Rolle (Bezugswerke: Cindy Sherman „Untitled Film Stills" 1977–80, James Ensor Maskenbilder, afrikanische Maskentradition). Leitfrage: „Welche Rolle zeige ich, welche verberge ich?" Recherche dokumentiert die kunsthistorischen Bezüge als bewusste Anknüpfung.

  2. 022. Skizzenphase mit Varianten

    Mindestens drei deutlich verschiedene Bildideen: (a) fotografische Selbstinszenierung mit gemalter Maske, (b) Druckgrafik (Linolschnitt) mit reduzierter Maskenform, (c) Zeichnung mit collagierten Maskenfragmenten. Die Varianten zeigen unterschiedliche Medien — das ist der punkterelevante Differenzierungsnachweis, nicht drei Versionen derselben Idee.

  3. 033. Materialwahl und Begründung

    Entscheidung für den Linolschnitt: die harte Schwarz-Weiß-Reduktion verstärkt das Masken-Thema (Verbergen, Kontur ohne Binnendetail). Begründung wird schriftlich festgehalten — Material ist kein Zufall, sondern Bedeutungsträger.

  4. 044. Reinausführung

    Umsetzung mit dokumentierten Zwischenständen (Vorzeichnung, Schnittprobe, Probedruck, Auflage). Technische Sorgfalt (sauberer Schnitt, gleichmäßiger Druck) wird bewertet — ebenso die bewusste Nutzung von Verfahrenseigenheiten (Negativform, Grat).

  5. 055. Reflexion / Bildkommentar

    Schriftlicher Kommentar nach vier Achsen: Konzept (Identität als Rolle), Verfahren (Linolschnitt, Reduktion), Wirkung (das Maskenhafte als Distanz), Bezug (Sherman, Ensor). Die Reflexion ist eigenständige Bewertungskategorie und darf nicht in reiner Verfahrensbeschreibung steckenbleiben.

Ergebnis: Aufgabenart I honoriert vier Dinge gleichgewichtig: Originalität und Tragfähigkeit des Konzepts, Differenzierungsgrad der Skizzenphase (verschiedene Medien!), technische Sorgfalt der Ausführung und die Reflexionsleistung des Bildkommentars. Der sichtbar gemachte Werkprozess (Mappe) ist Pflicht — eine fertige Arbeit ohne dokumentierten Prozess verliert systematisch Punkte.

Abiturfokus

  • Die vier Druckverfahren nach ihrem Prinzip unterscheiden (Hoch-, Tief-, Flach-, Durchdruck) — häufig geprüftes Grundlagenwissen.
  • Verfahren und beabsichtigte Wirkung aufeinander beziehen (warum Linolschnitt für ein Maskenthema?).
  • Operator „gestalten": ein Verfahren bewusst und aus der Bildidee begründet einsetzen.
  • Materialgerechtigkeit (die Eigenheiten des Verfahrens nutzen) als Qualitätskriterium erkennen.

Typische Fehler

  • Druckverfahren werden verwechselt (Hochdruck = druckende Stege, Tiefdruck = druckende Vertiefungen).
  • Das Verfahren wird gewählt, aber nicht aus der Bildidee begründet.
  • Die spezifischen Verfahrenseigenheiten (z. B. die harte Kontur des Linolschnitts) werden nicht genutzt.
  • Lasur- und Pastos-Auftrag werden nicht unterschieden (transparent durchscheinend vs. dick und deckend).

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Erörtern Sie, wie die Reproduktionsverfahren (Druckgrafik, Fotografie, digitale Bildgebung) den traditionellen Werkbegriff des einmaligen Originals herausfordern. Vom nummerierten Holzschnitt über das fotografische Negativ bis zur unbegrenzt kopierbaren Datei: Wo liegt jeweils das „Werk", und wie verändert sich der Wert des Originals? Beziehen Sie Walter Benjamins Aura-Begriff (1936) ein.

Aktive Wiederholung

Wählen Sie zu einer eigenen Bildidee ein passendes Verfahren (z. B. Linolschnitt, Aquarell, Collage, digital) und begründen Sie die Wahl aus der beabsichtigten Wirkung.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

§ 06

Bewertung und Erwartungshorizont — wie Leistung gemessen wird#

●●●VertiefungLPpruefungsformenLPkmk-operatoren

Kernpunkte

Hinter jeder Abiturklausur steht ein Erwartungshorizont — ein vorab erstelltes Raster, das festlegt, welche inhaltlichen und methodischen Leistungen pro Teilaufgabe erwartet werden, gegliedert nach den drei Anforderungsbereichen I, II und III (). Ihn zu verstehen, hilft beim Schreiben enorm: Er macht sichtbar, dass eine gute Antwort nicht „möglichst viel", sondern operatorgerecht das Erwartete leisten muss. Wichtig ist die Einsicht, dass der Erwartungshorizont keine Musterlösung ist — er beschreibt Leistungsniveaus und mögliche Lösungswege, nicht den einen richtigen Text.

EPA Bildende Kunst — drei Aufgabenarten

EPA Bildende Kunst — drei AufgabenartenTabelle mit 4 Spalten und 3 Zeilen, Daten: Aufgabenart · Schwerpunkt · Kennzeichen · Beispiel; I · praktisch-theoretisch · gestaltungspraktisch; Werkprozess + Reflexion; dezentral · Selbstporträt in 3 Medien; II · Analyse / Interpretation · Werkanalyse; ikonografisch + ikonologisch; Stilvergleich · Friedrich „Wanderer"; III · Problemerörterung · fachspezifisches Problem; mehrere Werke; erörternd · „Kunst und Politik": Beuys + BanksyAUFGABENARTSCHWERPUNKTKENNZEICHENBEISPIELIpraktisch-theoretischgestaltungspraktisch;Werkprozess + Reflexion;dezentralSelbstporträt in 3 MedienIIAnalyse / InterpretationWerkanalyse; ikonografisch +ikonologisch; StilvergleichFriedrich „Wanderer"IIIProblemerörterungfachspezifisches Problem;mehrere Werke; erörternd„Kunst und Politik": Beuys +Banksy
Abb. 6EPA 3.1.1 Aufgabe mit praktischem Schwerpunkt (NRW-Kurzform: Aufgabenart I), 3.1.2/3.1.3 Aufgaben mit theoretischem Schwerpunkt bzw. theoretisch-schriftlich (NRW: II Analyse/Interpretation, III fachspezifische Problemerörterung) — alle in gA und eA.
Bewertet werden vier Dimensionen, die in jede Note eingehen: die Sachkenntnis (Werke, Begriffe, Theorien), die methodische Kompetenz (sichere Analyseverfahren und saubere Belegführung am Bildbefund), das Reflexionsvermögen (Mehrperspektivität und begründetes Urteil) und die Darstellung (Aufbau, Fachsprache, sprachliche Klarheit). Inhaltliche und sprachlich-darstellerische Leistung sind dabei zwei getrennte Bewertungsdimensionen — die Sprache ist nicht bloß „Verpackung".
Bewertet wird auf der 15-Punkte-Skala mit der Bestehensgrenze 05/15. Ehrlich einzuordnen ist erneut: Die EPA fixiert keine bundeseinheitliche Quote zwischen Sprache und Inhalt; der Anteil der Darstellungsleistung ist landesspezifisch und liegt häufig in der Größenordnung von 20 bis 30 %. Verlässlich ist nur, dass beide Dimensionen zählen — wer die sprachliche Leistung als irrelevant unterschätzt, verschenkt einen erheblichen Teil der Punkte.
Für die praktische Aufgabenart I gelten eigene Kriterien: Hier zählen das Konzept, der Differenzierungsgrad der Skizzenphase, die technische Sorgfalt der Ausführung und die Reflexion — und all dies wird am dokumentierten Prozess der Mappe überprüft. Auch die praktische Leistung wird also nicht nur am Endprodukt, sondern an der nachvollziehbaren gestalterischen Entscheidung gemessen.
Aus der Korrekturpraxis lassen sich die häufigsten Punktverluste benennen, und sie zu kennen ist die beste Vorbeugung: fehlende Belege am Bildbefund (Deutung ohne Beobachtung), übergangene oder zu knapp bearbeitete Teilaufgaben, vermischte Panofsky-Stufen (Beschreibung und Deutung durcheinander) und — besonders teuer — ein fehlendes begründetes Werturteil bei Operatoren des Anforderungsbereichs III. Wer diese vier Fallen kennt, kann sie gezielt vermeiden.
Daraus folgt eine starke Lernstrategie: die Selbstbewertung. Wer zu einer Übungsaufgabe selbst einen Erwartungshorizont formuliert und die eigene Lösung anschließend daran prüft, lernt, die Aufgabe mit den Augen des Korrektors zu sehen — und erkennt die eigenen Lücken, bevor es die Klausur tut. Diese Methode verbindet die Bewertungslogik des Faches mit der eigenen Vorbereitung und ist die wirksamste Form des Klausurtrainings.

Abiturfokus

  • Die drei Anforderungsbereiche in einem Erwartungshorizont differenzieren.
  • Operator „beurteilen": eine Beispiellösung gegen den Erwartungshorizont prüfen.
  • Inhaltliche und sprachliche Leistung als getrennte Bewertungsdimensionen erkennen.
  • Die typischen Punktverluste (fehlende Belege, übergangene Teilaufgaben, vermischte Stufen, fehlendes Urteil) antizipieren.

Typische Fehler

  • Der Erwartungshorizont wird mit einer Musterlösung verwechselt — er beschreibt Leistungsniveaus, nicht den einen richtigen Text.
  • Die sprachliche Leistung wird als irrelevant unterschätzt.
  • AB-III-Operatoren werden ohne begründetes Werturteil bearbeitet.
  • Die Bewertung wird nur als Endnote gedacht, nicht als nachvollziehbare Zuordnung von Leistungen zu den Anforderungsbereichen.

LK-Vertiefung

eA-Vertiefung: Entwickeln Sie für eine Aufgabenart-III-Problemerörterung (z. B. „Kunst und Politik") einen Erwartungshorizont, der die mehrgliedrige Argumentation und die geforderte Medienreflexion abbildet.

Aktive Wiederholung

Formulieren Sie zu einer selbst entwickelten Werkanalyse-Aufgabe einen Erwartungshorizont mit Leistungen für die Anforderungsbereiche I, II und III und prüfen Sie eine eigene Lösung daran.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01EPA-Aufgabenarten I, II, III — Strukturen und Erwartungen○
    • 02Werkprozess und Mappe — gestaltungspraktische Arbeit dokumentieren◐
    • 03Mündliche Abiturprüfung Kunst — Stimulus, Vortrag, Kolloquium◐
    • 04Klausur-Schreibplan und KMK-Operatoren — die Analyse strukturieren◐
    • 05Gestaltungspraktische Verfahren — Zeichnen, Malen, Drucken, Plastik, digital◐
    • 06Bewertung und Erwartungshorizont — wie Leistung gemessen wird●

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Aus den Notizen ins Training

Gestaltungspraxis und Prüfungswerkstatt — Aufgabenarten I/II/III, Mappe, mündlich

Festige dieses Thema an passenden Aufgaben aus der Fragenbank.

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Kunsttheorie und Kunstkritik — Begriffe, Positionen, Bildwirkung

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