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Notizen/Chemie/Säure-Base-Chemie (CHE-Sb)
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Säure-Base-Chemie (CHE-Sb)

Brönsted-Konzept, pH-/pOH-Skala, starke und schwache Säuren/Basen, Pufferlösungen (Henderson-Hasselbalch), Titration und Indikatoren.

6 Abschnitte·~19 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 3 · Vertiefung 2·Stand 06/2026

T·0555 / 12
Prüfungsprofil
CHE-Sb-5.1 · Brönsted-Säure-Base-Reaktionen und konjugierte Paare beschreibenCHE-Sb-5.2 · pH-Wert berechnen (starke / schwache Säuren und Basen)CHE-Sb-5.3 · Puffersysteme und Titrationskurven analysieren
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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Säure-Base-Chemie (CHE-Sb)
    • 01Brönsted-Konzept und konjugierte Säure-Base-Paare○
    • 02pH-Berechnung: starke und schwache Säuren/Basen◐
    • 03Pufferlösungen und Henderson-Hasselbalch●
    • 04Titration und Indikatoren◐
    • 05Säure- und Basestärke: Ks, Kb und pKs●
    • 06Neutralisation, Salzbildung und Hydrolyse◐
§ 01

Brönsted-Konzept und konjugierte Säure-Base-Paare#

●○○BasisLPCHE-Sb-5.1

Kernpunkte

Was haben Magensäure, Seife und Zitronensaft gemeinsam? Sie alle lassen sich über den Austausch von Protonen verstehen. Das Brönsted-Konzept definiert eine Säure als Protonendonator (gibt HX+\ce{H+}HX+ ab) und eine Base als Protonenakzeptor (nimmt HX+\ce{H+}HX+ auf). Jede Säure-Base-Reaktion ist damit ein Protonenübergang von der Säure zur Base - ein einziges einigendes Prinzip für ein ganzes Reaktionskapitel.
Bei diesem Übergang entstehen neue Teilchen: Gibt eine Säure HA\ce{HA}HA ihr Proton ab, bleibt die konjugierte Base AX−\ce{A-}AX− zurück; nimmt eine Base B\ce{B}B ein Proton auf, entsteht die konjugierte Säure BHX+\ce{BH+}BHX+. Säure und konjugierte Base unterscheiden sich also stets um genau ein Proton - das ist der schnellste Weg, ein konjugiertes Paar in einer Gleichung zu erkennen.
Manche Teilchen können je nach Partner Säure ODER Base sein - sie sind amphoter. Das wichtigste Beispiel ist Wasser: Gegenüber der starken Säure HCl\ce{HCl}HCl wirkt es als Base (HX2O+HCl→HX3OX++ClX−\ce{H2O + HCl -> H3O+ + Cl-}HX2​O+HCl​HX3​OX++ClX−), gegenüber der Base Ammoniak als Säure (HX2O+NHX3→NHX4X++OHX−\ce{H2O + NH3 -> NH4+ + OH-}HX2​O+NHX3​​NHX4​X++OHX−). Auch HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− und HSOX4X−\ce{HSO4-}HSOX4​X− verhalten sich amphoter.
Diese Doppelnatur zeigt das Wasser sogar mit sich selbst: Zwei Wassermoleküle tauschen ein Proton aus - die Autoprotolyse 2 HX2O⇌HX3OX++OHX−\ce{2 H2O <=> H3O+ + OH-}2HX2​O​HX3​OX++OHX−. Das zugehörige Ionenprodukt Kw=[HX3OX+][OHX−]=10−14K_{w}=[\ce{H3O+}][\ce{OH-}]=10^{-14}Kw​=[HX3​OX+][OHX−]=10−14 (bei 25 Grad C) ist konstant; daraus folgt für reines, neutrales Wasser [HX3OX+]=[OHX−]=10−7[\ce{H3O+}]=[\ce{OH-}]=10^{-7}[HX3​OX+]=[OHX−]=10−7 mol/L, also pH 7 ().

pH-Skala mit Alltagsbeispielen

pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
Abb. 1Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.
Säuren unterscheiden sich darin, wie vollständig sie ihr Proton abgeben. Starke Säuren (HCl\ce{HCl}HCl, HBr\ce{HBr}HBr, HI\ce{HI}HI, HNOX3\ce{HNO3}HNOX3​, HClOX4\ce{HClO4}HClOX4​, HX2SOX4\ce{H2SO4}HX2​SOX4​) dissoziieren in Wasser praktisch vollständig; schwache Säuren (Essigsäure, Phosphorsäure, NHX4X+\ce{NH4+}NHX4​X+) nur zu einem kleinen Teil, sodass sich ein Gleichgewicht einstellt. Die Liste der wenigen starken Säuren sollte man auswendig kennen.
Mehrprotonige Säuren geben ihre Protonen stufenweise und mit jeweils eigener Stärke ab. Phosphorsäure HX3POX4\ce{H3PO4}HX3​POX4​ etwa hat drei pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​-Werte (2,1; 7,2; 12,4): Jede weitere Abspaltung fällt schwerer, weil ein Proton aus einem bereits negativ geladenen Teilchen gelöst werden muss. Wie stark eine Säure genau ist, quantifiziert der eigene Abschnitt über KsK_{s}Ks​ und pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​.
Kw=[HX3OX+]⋅[OHX−]=1,0⋅10−14  (25 ∘ ⁣C)K_{w}=[\ce{H3O+}]\cdot[\ce{OH-}]=1{,}0\cdot 10^{-14}\;(25\,^{\circ}\!\text{C})Kw​=[HX3​OX+]⋅[OHX−]=1,0⋅10−14(25∘C)

Ionenprodukt von Wasser

HX2O+HX2O⇌HX3OX++OHX−\ce{H2O + H2O <=> H3O+ + OH-}HX2​O+HX2​O​HX3​OX++OHX−

Autoprotolyse von Wasser

Musterbeispiel

Konjugierte Paare bestimmen und Amphoterie zeigen

Bestimme in den Reaktionen (1) HCOX3X−+HX2O⇌HX2COX3+OHX−\ce{HCO3- + H2O <=> H2CO3 + OH-}HCOX3​X−+HX2​O​HX2​COX3​+OHX− und (2) HCOX3X−+HX2O⇌COX3X2−+HX3OX+\ce{HCO3- + H2O <=> CO3^2- + H3O+}HCOX3​X−+HX2​O​COX3​X2−+HX3​OX+ die konjugierten Säure-Base-Paare und begründe, dass HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− amphoter ist.

  1. 01Reaktion 1 analysieren

    HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− nimmt ein Proton auf und wird zu HX2COX3\ce{H2CO3}HX2​COX3​ - es wirkt als Base (Paar HX2COX3/HCOX3X−\ce{H2CO3}/\ce{HCO3-}HX2​COX3​/HCOX3​X−). Wasser gibt ein Proton ab und ist hier Säure (Paar HX2O/OHX−\ce{H2O}/\ce{OH-}HX2​O/OHX−).

  2. 02Reaktion 2 analysieren

    HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− gibt ein Proton ab und wird zu COX3X2−\ce{CO3^2-}COX3​X2− - es wirkt als Säure (Paar HCOX3X−/COX3X2−\ce{HCO3-}/\ce{CO3^2-}HCOX3​X−/COX3​X2−). Wasser nimmt das Proton auf und ist hier Base (Paar HX3OX+/HX2O\ce{H3O+}/\ce{H2O}HX3​OX+/HX2​O).

  3. 03Schluss ziehen

    Dasselbe Teilchen HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− wirkt einmal als Base, einmal als Säure - es ist also amphoter (amphiprotisch).

Ergebnis: HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− ist amphoter: in (1) Base, in (2) Säure. Genau diese Doppelrolle macht das Hydrogencarbonat zum Herzstück des Blutpuffers (siehe Abschnitt „Pufferlösungen").

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Brönsted: Säuren geben Protonen ab, Basen nehmen sie auf. Jede Säure hat ihre Schattenbase.

  2. 2

    Wasser ist Chamaeleon - mit HCl\ce{HCl}HCl ist es Base, mit NHX3\ce{NH3}NHX3​ ist es Säure.

  3. 3

    Die Autoprotolyse zeigt: Reines Wasser hat schon 10−710^{-7}10−7 mol/L HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+ und OHX−\ce{OH-}OHX−, daher pH 7.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Erläutere am Beispiel der Reaktion von Ammoniak mit Wasser den Begriff der konjugierten Säure-Base-Paare.

Maturafokus

  • Konjugiertes Paar identifizieren - die Differenz ist genau ein Proton.
  • Wasser je nach Reaktionspartner als Säure oder Base zuordnen.
  • Starke / schwache Säuren-Liste auswendig.

Typische Fehler

  • Konjugierte Base wird ohne Ladungsänderung geschrieben.
  • Wasser wird konsequent als "Säure" oder "Base" gesehen, nicht als amphoter.
  • Mehrprotonige Säuren werden als einprotonig behandelt.

Aktive Wiederholung

Gib für (a) HF\ce{HF}HF, (b) HSOX4X−\ce{HSO4-}HSOX4​X−, (c) NHX3\ce{NH3}NHX3​ jeweils die konjugierte Säure ODER Base an.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 14 Acid-Base Equilibria (OpenStax)

§ 02

pH-Berechnung: starke und schwache Säuren/Basen#

●●○StandardLPCHE-Sb-5.2

Kernpunkte

Der pH-Wert macht die Protonenkonzentration handhabbar: Statt mit winzigen Zahlen wie 10−710^{-7}10−7 mol/L zu hantieren, verwendet man den negativen Zehnerlogarithmus pH=−log⁡10[HX3OX+]\mathrm{pH}=-\log_{10}[\ce{H3O+}]pH=−log10​[HX3​OX+]. Analog ist pOH=−log⁡10[OHX−]\mathrm{pOH}=-\log_{10}[\ce{OH-}]pOH=−log10​[OHX−], und wegen des Ionenprodukts gilt bei 25 Grad C stets pH+pOH=14\mathrm{pH}+\mathrm{pOH}=14pH+pOH=14 (). Jede pH-Einheit entspricht dabei einem Faktor 10 in der Protonenkonzentration.

pH-Skala mit Alltagsbeispielen

pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
Abb. 2Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.
Bei einer starken Säure ist die Rechnung einfach, weil sie vollständig dissoziiert: Die Protonenkonzentration ist gleich der Ausgangskonzentration, also pH=−log⁡c0\mathrm{pH}=-\log c_{0}pH=−logc0​. Eine 0,1 mol/L Salzsäure hat damit pH 1. Diese Formel gilt aber nur, solange c0≫10−7c_{0}\gg 10^{-7}c0​≫10−7 - bei extrem verdünnten Säuren muss zusätzlich die Autoprotolyse des Wassers berücksichtigt werden.
Eine schwache Säure protolysiert nur teilweise, daher ist [HX3OX+][\ce{H3O+}][HX3​OX+] viel kleiner als c0c_{0}c0​. Über das Säuregleichgewicht erhält man die Näherung pH≈12(pKa−log⁡c0)\mathrm{pH}\approx \tfrac{1}{2}(\mathrm{p}K_{a}-\log c_{0})pH≈21​(pKa​−logc0​), gültig solange weniger als etwa 5 % protolysieren. Eine 0,1 mol/L Essigsäure (pKa=4,76\mathrm{p}K_{a}=4{,}76pKa​=4,76) hat so pH 2,88 - deutlich weniger sauer als eine gleich konzentrierte starke Säure.
Bei Basen rechnet man zuerst den pOH und wandelt am Ende um. Eine starke Base wie NaOH\ce{NaOH}NaOH liefert pOH=−log⁡c0\mathrm{pOH}=-\log c_{0}pOH=−logc0​ und damit pH=14−pOH\mathrm{pH}=14-\mathrm{pOH}pH=14−pOH; eine 0,01 mol/L NaOH hat also pH 12. Für eine schwache Base gilt analog pOH≈12(pKb−log⁡c0)\mathrm{pOH}\approx \tfrac{1}{2}(\mathrm{p}K_{b}-\log c_{0})pOH≈21​(pKb​−logc0​), verbunden durch pKa+pKb=14\mathrm{p}K_{a}+\mathrm{p}K_{b}=14pKa​+pKb​=14 für ein konjugiertes Paar.
Der pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​-Wert misst die Säurestärke: Je kleiner, desto stärker. Salzsäure liegt bei etwa −7-7−7, Phosphorsäure (1. Stufe) bei 2,1, Essigsäure bei 4,76, Blausäure HCN\ce{HCN}HCN erst bei 9,2. Mit dieser Skala ordnet man Säuren rasch und wählt zugleich die richtige pH-Formel (stark oder schwach) aus.
Den ungefähren pH-Bereich macht ein Indikator sichtbar, der je nach pH die Farbe wechselt (); für genaue Werte misst man mit der pH-Elektrode. Eine nützliche Faustregel: Verdünnt man eine starke Säure um den Faktor 10, steigt der pH um genau 1 - bei einer schwachen Säure dagegen nur um etwa 0,5, weil die Verdünnung das Protolysegleichgewicht nachschiebt.

Indikator-Umschlagsbereiche

Indikator-UmschlagsbereicheBalkendiagramm: pH-Umschlagspunkt, Daten: Umschlags-pH · Methylorange: 4; Umschlags-pH · Methylrot: 5.1; Umschlags-pH · Bromthymolblau: 6.8; Umschlags-pH · Lackmus: 7; Umschlags-pH · Phenolphthalein: 902468MethylorangeMethylrotBromthymolblauLackmusPhenolphthalein45.16.879pH-Umschlagspunkt
Abb. 3pH-Bereiche typischer Säure-Base-Indikatoren.
pH=−log⁡10 ⁣([HX3OX+]),pH+pOH=14  (25 ∘ ⁣C)\mathrm{pH}=-\log_{10}\!\left([\ce{H3O+}]\right),\quad \mathrm{pH}+\mathrm{pOH}=14\;(25\,^{\circ}\!\text{C})pH=−log10​([HX3​OX+]),pH+pOH=14(25∘C)

pH-Definition und Ionenprodukt von Wasser

Ka=[HX3OX+][AX−][HA],pH≈12 (pKa−log⁡c0)K_{a}=\dfrac{[\ce{H3O+}][\ce{A-}]}{[\ce{HA}]},\quad \mathrm{pH}\approx \tfrac{1}{2}\,(\mathrm{p}K_{a}-\log c_{0})Ka​=[HA][HX3​OX+][AX−]​,pH≈21​(pKa​−logc0​)

Säurekonstante und Naeherungs-pH einer schwachen Säure

Musterbeispiel

pH einer schwachen Säure (Essigsäure)

Berechne den pH-Wert einer Essigsäurelösung mit c0=0,100 mol/Lc_{0}=0{,}100\,\text{mol/L}c0​=0,100mol/L. Es gilt pKa(CHX3COOH)=4,76\mathrm{p}K_{a}(\ce{CH3COOH})=4{,}76pKa​(CHX3​COOH)=4,76.

  1. 01Säurekonstante

    Ka=10−4,76≈1,74⋅10−5K_{a}=10^{-4{,}76}\approx 1{,}74\cdot 10^{-5}Ka​=10−4,76≈1,74⋅10−5.

  2. 02Näherung

    Da Ka≪c0K_{a}\ll c_{0}Ka​≪c0​, gilt [HX3OX+]≈Ka⋅c0[\ce{H3O+}]\approx\sqrt{K_{a}\cdot c_{0}}[HX3​OX+]≈Ka​⋅c0​​.

  3. 03Einsetzen

    [HX3OX+]≈1,74⋅10−5⋅0,100=1,74⋅10−6≈1,32⋅10−3 mol/L[\ce{H3O+}]\approx\sqrt{1{,}74\cdot 10^{-5}\cdot 0{,}100}=\sqrt{1{,}74\cdot 10^{-6}}\approx 1{,}32\cdot 10^{-3}\,\text{mol/L}[HX3​OX+]≈1,74⋅10−5⋅0,100​=1,74⋅10−6​≈1,32⋅10−3mol/L.

  4. 04pH

    pH=−log⁡10(1,32⋅10−3)≈2,88\mathrm{pH}=-\log_{10}(1{,}32\cdot 10^{-3})\approx 2{,}88pH=−log10​(1,32⋅10−3)≈2,88.

    pH≈12(pKa−log⁡c0)=12(4,76+1)=2,88\mathrm{pH}\approx \tfrac{1}{2}(\mathrm{p}K_{a}-\log c_{0})=\tfrac{1}{2}(4{,}76+1)=2{,}88pH≈21​(pKa​−logc0​)=21​(4,76+1)=2,88

Ergebnis: pH-Wert: ≈2,88\approx 2{,}88≈2,88 - schwach sauer, weit über dem pH einer gleich konzentrierten starken Säure (pH = 1).

Musterbeispiel

pH einer starken Base

Berechne den pH einer Natronlauge mit c0=0,010 mol/Lc_{0}=0{,}010\,\text{mol/L}c0​=0,010mol/L.

  1. 01OH- aus NaOH

    NaOH dissoziiert vollständig: [OHX−]=0,010 mol/L[\ce{OH-}]=0{,}010\,\text{mol/L}[OHX−]=0,010mol/L.

  2. 02pOH

    pOH=−log⁡0,010=2,00\mathrm{pOH}=-\log 0{,}010=2{,}00pOH=−log0,010=2,00.

  3. 03pH

    pH=14−pOH=12,00\mathrm{pH}=14-\mathrm{pOH}=12{,}00pH=14−pOH=12,00.

Ergebnis: pH=12,0\mathrm{pH}=12{,}0pH=12,0 - stark basisch, kommt aus vollständiger Dissoziation in NaX+\ce{Na+}NaX+ und OHX−\ce{OH-}OHX−.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    pH ist die negative Zehnerpotenz der Protonenkonzentration - jede Einheit ist Faktor 10.

    pH-Skala mit Alltagsbeispielen

    pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
    Abb.Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.
  2. 2

    Starke Säure: pH = -log c. Schwache Säure: Näherung mit pKa.

  3. 3

    Bei verdünnten starken Säuren in Wassernähe pH 7 immer das Ionenprodukt berücksichtigen.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank5 Punkte

Aufgabenstellung

Erkläre den Unterschied im pH-Wert zwischen einer 0,1 mol/L Salzsäure und einer 0,1 mol/L Essigsäure und berechne beide pH-Werte.

Maturafokus

  • Bei sehr verdünnten starken Säuren (pH über 6) Autoprotolyse berücksichtigen.
  • pH-Näherungen sind nur gültig, wenn Protolyse < 5 % des c0c_{0}c0​ - bei Bedarf exakte quadratische Lösung.
  • Achte auf pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ vs. pKb\mathrm{p}K_{b}pKb​.

Typische Fehler

  • pH einer 0,01 M Base wird wie bei einer Säure berechnet (pH=2\mathrm{pH}=2pH=2 statt 12).
  • pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ der konjugierten Säure einer Base wird mit ihrem pKb\mathrm{p}K_{b}pKb​ verwechselt.
  • Verdünnung um Faktor 10 hebt den pH um 1 - das gilt nur für starke Säuren; bei schwachen Säuren steigt der pH nur um etwa 0,5.

Aktive Wiederholung

Berechne den pH von (a) 0,005 mol/L HCl\ce{HCl}HCl, (b) 0,10 mol/L NHX3\ce{NH3}NHX3​ (pKb=4,75\mathrm{p}K_{b}=4{,}75pKb​=4,75), (c) 0,05 mol/L HCOOH\ce{HCOOH}HCOOH (pKa=3,75\mathrm{p}K_{a}=3{,}75pKa​=3,75).

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 14.5 Strong and Weak Acids (OpenStax)

§ 03

Pufferlösungen und Henderson-Hasselbalch#

●●●VertiefungLPCHE-Sb-5.3

Kernpunkte

Lebende Zellen, Blut und viele technische Prozesse vertragen nur winzige pH-Schwankungen - schon kleine Mengen Säure oder Base könnten den pH dramatisch verändern. Pufferlösungen verhindern das: Sie halten den pH bei Zugabe begrenzter Mengen Säure oder Base nahezu konstant. Ein Puffer besteht aus einer schwachen Säure und ihrer konjugierten Base (oder einer schwachen Base und ihrer konjugierten Säure) im Gemisch.
Die Pufferwirkung beruht auf zwei bereitstehenden „Fängern": Gibt man eine starke Säure zu, fängt die konjugierte Base die Protonen ab (AX−+HX+→HA\ce{A- + H+ -> HA}AX−+HX+​HA); gibt man eine Base zu, neutralisiert die schwache Säure die Hydroxidionen (HA+OHX−→AX−+HX2O\ce{HA + OH- -> A- + H2O}HA+OHX−​AX−+HX2​O). In beiden Fällen wird die starke Störung in ein schwaches Gleichgewichtsteilchen umgewandelt, und der pH bleibt fast unverändert.
Quantitativ liefert die Henderson-Hasselbalch-Gleichung den pH: pH=pKa+log⁡[AX−][HA]\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}+\log\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}pH=pKa​+log[HA][AX−]​. Sie zeigt unmittelbar: Liegen Säure und konjugierte Base im Verhältnis 1:1 vor, wird der Logarithmus null und es gilt pH=pKa\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}pH=pKa​ ().

Pufferkurve nach Henderson-Hasselbalch (pKa = 4,76)

Pufferkurve nach Henderson-Hasselbalch (pKa = 4,76)Schaubild von pH = pKa + log([A⁻]/[HA]), steigend, im Bereich x von 0.05 bis 0.950.10.20.30.40.50.60.70.80.933.544.555.566.57pH = pKa(Verhältnis 1:1)pH = pKa +log([A⁻]/[HA])pHAnteil A⁻ (konjugierte Base)
Abb. 4Im Bereich pH=pKa±1\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}\pm 1pH=pKa​±1 ändert sich der pH nur flach - dort ist die Pufferwirkung am stärksten; beim Verhältnis 1:1 gilt pH=pKa\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}pH=pKa​.
Die Pufferkapazität - wie viel Säure oder Base abgefangen werden kann - ist genau bei pH=pKa\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}pH=pKa​ (Verhältnis 1:1) maximal; ein brauchbarer Pufferbereich liegt etwa bei pH∈[pKa±1]\mathrm{pH}\in[\mathrm{p}K_{a}\pm 1]pH∈[pKa​±1] (). Außerhalb davon ist einer der Partner fast aufgebraucht und der Puffer versagt. Deshalb wählt man eine Pufferkomponente mit einem pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ nahe dem gewünschten pH.
Der wichtigste biologische Puffer ist das Bicarbonatsystem HX2COX3/HCOX3X−\ce{H2CO3}/\ce{HCO3-}HX2​COX3​/HCOX3​X− (pKa=6,35\mathrm{p}K_{a}=6{,}35pKa​=6,35) im Blut: Es hält den pH zuverlässig zwischen 7,35 und 7,45 - Voraussetzung für die Funktion der Enzyme und die Sauerstoffbindung am Hämoglobin. Lunge (CO2-Abatmung) und Niere (HCO3--Regulation) stützen diesen Puffer zusätzlich.
Zur Abgrenzung: Eine Mischung aus starker Säure und starker Base ist KEIN Puffer - es bleibt kein Gleichgewichtspaar übrig, das eine Störung abfangen könnte. Und bei der Henderson-Hasselbalch-Gleichung ist immer der pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ der schwachen Säure einzusetzen, nie ihr pKb\mathrm{p}K_{b}pKb​ - ein häufiger Fehler.
pH=pKa+log⁡10 ⁣[AX−][HA]\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}+\log_{10}\!\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}pH=pKa​+log10​[HA][AX−]​

Henderson-Hasselbalch-Gleichung (Puffer)

Musterbeispiel

Pufferlösung mit Henderson-Hasselbalch

Welche Konzentrationen an Acetat und Essigsäure ergeben einen Puffer mit pH=5,00\mathrm{pH}=5{,}00pH=5,00? pKa=4,76\mathrm{p}K_{a}=4{,}76pKa​=4,76.

  1. 01Henderson-Hasselbalch

    5,00=4,76+log⁡[AX−][HA]5{,}00 = 4{,}76 + \log\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}5,00=4,76+log[HA][AX−]​.

  2. 02Auflösen nach Verhältnis

    log⁡[AX−][HA]=0,24\log\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}=0{,}24log[HA][AX−]​=0,24, also [AX−][HA]=100,24≈1,74\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}=10^{0{,}24}\approx 1{,}74[HA][AX−]​=100,24≈1,74.

  3. 03Konkrete Konzentrationen

    Z.B. [HA]=0,10 mol/L[\ce{HA}]=0{,}10\,\text{mol/L}[HA]=0,10mol/L und [AX−]=0,174 mol/L[\ce{A-}]=0{,}174\,\text{mol/L}[AX−]=0,174mol/L.

Ergebnis: Beliebige Konzentrationen im Verhältnis 1,74:11{,}74:11,74:1 (Acetat:Essigsäure) geben einen pH-5-Puffer; Pufferkapazität steigt mit Gesamtkonzentration.

Musterbeispiel

pH-Änderung nach NaOH-Zugabe in Puffer

Ein Puffer enthält 0,10 mol Essigsäure und 0,10 mol Natriumacetat in 1,00 L Wasser. Welche pH-Änderung tritt bei Zugabe von 0,01 mol NaOH\ce{NaOH}NaOH ein?

  1. 01Ausgangs-pH

    Verhältnis 1:1, also pH=pKa=4,76\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}=4{,}76pH=pKa​=4,76.

  2. 02Reaktion mit OH-

    CHX3COOH+OHX−→CHX3COOX−+HX2O\ce{CH3COOH + OH- -> CH3COO- + H2O}CHX3​COOH+OHX−​CHX3​COOX−+HX2​O; 0,01 mol HAc wird verbraucht, 0,01 mol AX−\ce{A-}AX− entsteht.

  3. 03Neue Konzentrationen

    [HA]=0,09 mol/L[\ce{HA}]=0{,}09\,\text{mol/L}[HA]=0,09mol/L, [AX−]=0,11 mol/L[\ce{A-}]=0{,}11\,\text{mol/L}[AX−]=0,11mol/L.

  4. 04Neuer pH

    pH=4,76+log⁡(0,11/0,09)=4,76+0,087=4,85\mathrm{pH}=4{,}76+\log(0{,}11/0{,}09)=4{,}76+0{,}087=4{,}85pH=4,76+log(0,11/0,09)=4,76+0,087=4,85.

  5. 05Vergleich

    Ohne Puffer würde dieselbe NaOH\ce{NaOH}NaOH-Menge in reinem Wasser den pH von 7 auf 12 anheben.

Ergebnis: pH steigt nur um 0,09 Einheiten - klassische Pufferwirkung in Aktion.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Ein Puffer ist immer ein Paar - schwache Säure plus konjugierte Base.

  2. 2

    Henderson-Hasselbalch zeigt: der pH liegt beim pKa, modifiziert durch das Verhältnis.

  3. 3

    Im Blut sorgt Bicarbonat für pH-Konstanz - ohne diesen Puffer wäre Sport schon nach wenigen Minuten lebensgefährlich.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank5 Punkte

Aufgabenstellung

Erkläre die Bedeutung des Bicarbonat-Puffersystems im menschlichen Blut und mache deutlich, wie es pH-Schwankungen abfängt.

Maturafokus

  • Henderson-Hasselbalch sicher anwenden können.
  • Pufferzusammensetzung gezielt wählen: pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ in der Nähe des Ziel-pH.
  • Erkläre Pufferung mit Reaktionen - "Säure fängt OHX−\ce{OH-}OHX− ab, Base fängt HX+\ce{H+}HX+ ab".

Typische Fehler

  • Mischung aus starker Säure und starker Base wird als Puffer bezeichnet - falsch (kein Gleichgewicht).
  • Henderson-Hasselbalch wird mit pKb\mathrm{p}K_{b}pKb​ statt pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ verwendet.
  • Pufferkapazität wird mit Pufferbereich verwechselt.

Aktive Wiederholung

Welches Verhältnis von Phosphat-Hydrogenphosphat (HX2POX4X−/HPOX4X2−\ce{H2PO4-/HPO4^{2-}}HX2​POX4​X−/HPOX4​X2−, pKa=7,2\mathrm{p}K_{a}=7{,}2pKa​=7,2) ergibt einen Puffer mit pH=7,4\mathrm{pH}=7{,}4pH=7,4?

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 14.6 Buffers (OpenStax)

§ 04

Titration und Indikatoren#

●●○StandardLPCHE-Sb-5.3

Titration: starke Säure mit starker Base

Titration: starke Säure mit starker BaseSchaubild von pH(V), y-Achsenabschnitt bei y = 1, steigend, im Bereich x von 0 bis 5010203040502468101214Äquivalenzpunkt(pH 7)pH(V)pHV(NaOH) / mL
Abb. 6pH-Sprung am Äquivalenzpunkt bei V = 25 mL (NaOH zu HCl).

Kernpunkte

Die Titration ist die wichtigste quantitative Methode der Säure-Base-Chemie: Man bestimmt die unbekannte Konzentration einer Lösung, indem man eine Maßlösung bekannter Konzentration tropfenweise zugibt, bis die Reaktion exakt vollständig ist. Der Verbrauch an Maßlösung verrät über die Stöchiometrie die gesuchte Stoffmenge.
Der entscheidende Moment ist der Äquivalenzpunkt: Hier sind Säure und Base genau im stöchiometrischen Verhältnis umgesetzt - bei einer einprotonigen Säure also n(Sa¨ure)=n(Base)n(\text{Säure})=n(\text{Base})n(Sa¨ure)=n(Base). Daraus folgt die Auswertungsformel cS VS=cB VBc_{S}\,V_{S}=c_{B}\,V_{B}cS​VS​=cB​VB​. Am Äquivalenzpunkt steigt der pH sprunghaft an ().

Titrationskurve - starke Säure mit starker Base

Titrationskurve - starke Säure mit starker BaseSchaubild von pH(V), y-Achsenabschnitt bei y = 1, steigend, im Bereich x von 0 bis 5010203040502468101214Äquivalenzpunkt(pH 7)pH 7VaeqpH(V)pHV (Base) / mL
Abb. 5Steiler pH-Sprung am Äquivalenzpunkt (pH 7); Indikator muss in diesem Bereich umschlagen.
Anders als oft angenommen liegt der Äquivalenzpunkt nicht immer bei pH 7 - er hängt vom entstehenden Salz ab: starke Säure + starke Base ergibt ein neutrales Salz (pH 7); schwache Säure + starke Base ein basisches Salz (pH > 7, ); starke Säure + schwache Base ein saures Salz (pH < 7). Das ist eine direkte Folge der Salzhydrolyse (siehe Abschnitt „Neutralisation").

Titration: schwache Säure (CH3COOH) mit NaOH

Titration: schwache Säure (CH3COOH) mit NaOHSchaubild von pH(V), y-Achsenabschnitt bei y = 2.901, steigend, im Bereich x von 0 bis 405101520253035402468101214Halbäquivalenz: pH = pKaÄquivalenzpunkt(pH ≈ 8,7)pH(V)pHV(NaOH) / mL
Abb. 7Pufferplateau um pKa = 4,76, Äquivalenzpunkt im basischen Bereich (pH ca. 8,7).
Damit man den Äquivalenzpunkt erkennt, wählt man einen Indikator, dessen Umschlagsbereich im steilen Teil der Kurve liegt (). Für eine schwache Säure mit NaOH\ce{NaOH}NaOH (ÄP im Basischen) passt Phenolphthalein (8,2-10), für eine schwache Base mit HCl\ce{HCl}HCl (ÄP im Sauren) Methylorange (3,1-4,4). Liegt der Umschlag außerhalb des Sprungs, zeigt der Indikator den ÄP falsch an.

Indikator-Umschlagsbereiche

Indikator-UmschlagsbereicheBalkendiagramm: pH-Umschlagspunkt, Daten: Umschlags-pH · Methylorange: 4; Umschlags-pH · Methylrot: 5.1; Umschlags-pH · Bromthymolblau: 6.8; Umschlags-pH · Lackmus: 7; Umschlags-pH · Phenolphthalein: 902468MethylorangeMethylrotBromthymolblauLackmusPhenolphthalein45.16.879pH-Umschlagspunkt
Abb. 8pH-Bereiche typischer Säure-Base-Indikatoren.
Ein eleganter Nebeneffekt: Am Halbäquivalenzpunkt einer schwachen Säure ist genau die Hälfte protolysiert, also [HA]=[AX−][\ce{HA}]=[\ce{A-}][HA]=[AX−] - dort gilt nach Henderson-Hasselbalch pH=pKa\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}pH=pKa​. So lässt sich der pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​-Wert direkt aus der Titrationskurve ablesen ().
Mehrprotonige Säuren werden stufenweise titriert und zeigen entsprechend mehrere Äquivalenzpunkte - Phosphorsäure HX3POX4\ce{H3PO4}HX3​POX4​ etwa drei (einen pro abspaltbarem Proton). Jeder Sprung entspricht der vollständigen Neutralisation einer Protolysestufe; zwischen den Sprüngen liegen jeweils Pufferbereiche.
Musterbeispiel

Permanganat-Titration auswerten

Eine Fe(II)-Lösung wird mit KMnOX4\ce{KMnO4}KMnOX4​ titriert. Verbrauch: V=24,5 mLV=24{,}5\,\text{mL}V=24,5mL einer 0,0200 mol/L0{,}0200\,\text{mol/L}0,0200mol/L-Permanganatloesung. Welche Stoffmenge Fe(II) lag vor?

  1. 01n(\ce{KMnO4})

    n=c⋅V=0,0200 molL⋅0,0245 L=4,90⋅10−4 moln=c\cdot V=0{,}0200\,\tfrac{\text{mol}}{\text{L}}\cdot 0{,}0245\,\text{L}=4{,}90\cdot 10^{-4}\,\text{mol}n=c⋅V=0,0200Lmol​⋅0,0245L=4,90⋅10−4mol.

  2. 02Stöchiometrie

    1 mol MnOX4X−\ce{MnO4-}MnOX4​X− oxidiert 5 mol FeX2+\ce{Fe^{2+}}FeX2+ (aus ausgeglichener Gleichung).

  3. 03n(Fe²+)

    n(FeX2+)=5⋅4,90⋅10−4 mol=2,45⋅10−3 moln(\ce{Fe^{2+}})=5\cdot 4{,}90\cdot 10^{-4}\,\text{mol}=2{,}45\cdot 10^{-3}\,\text{mol}n(FeX2+)=5⋅4,90⋅10−4mol=2,45⋅10−3mol.

Ergebnis: Die Probe enthielt ≈2,45 mmol  FeX2+\approx 2{,}45\,\text{mmol}\;\ce{Fe^{2+}}≈2,45mmolFeX2+, also rund 137 mg137\,\text{mg}137mg Eisen.

Musterbeispiel

Säure-Base-Titration auswerten

Eine Probe von 20,0 mL Essigsäurelösung benötigt 22,5 mL einer 0,150 mol/L NaOH-Lösung bis zum Äquivalenzpunkt. Berechne c(CHX3COOH)c(\ce{CH3COOH})c(CHX3​COOH).

  1. 01n(\ce{NaOH})

    n=c⋅V=0,150⋅0,0225=3,375⋅10−3 moln=c\cdot V=0{,}150\cdot 0{,}0225=3{,}375\cdot 10^{-3}\,\text{mol}n=c⋅V=0,150⋅0,0225=3,375⋅10−3mol.

  2. 02Stöchiometrie

    Reaktion CHX3COOH+NaOH→CHX3COONa+HX2O\ce{CH3COOH + NaOH -> CH3COONa + H2O}CHX3​COOH+NaOH​CHX3​COONa+HX2​O, Verhältnis 1:1.

  3. 03c(HAc)

    c=nV=3,375⋅10−30,0200=0,169 mol/Lc=\dfrac{n}{V}=\dfrac{3{,}375\cdot 10^{-3}}{0{,}0200}=0{,}169\,\text{mol/L}c=Vn​=0,02003,375⋅10−3​=0,169mol/L.

Ergebnis: Die Essigsäurelösung hat eine Konzentration von ≈0,169 mol/L\approx 0{,}169\,\text{mol/L}≈0,169mol/L, das entspricht ca. 1 % Essig (Haushaltsessig).

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Die Titrationskurve ist ein Fingerabdruck der Säure - schwache und starke unterscheiden sich klar.

    Titration: schwache Säure (CH3COOH) mit NaOH

    Titration: schwache Säure (CH3COOH) mit NaOHSchaubild von pH(V), y-Achsenabschnitt bei y = 2.901, steigend, im Bereich x von 0 bis 405101520253035402468101214Halbäquivalenz: pH = pKaÄquivalenzpunkt(pH ≈ 8,7)pH(V)pHV(NaOH) / mL
    Abb.Pufferplateau um pKa = 4,76, Äquivalenzpunkt im basischen Bereich (pH ca. 8,7).
  2. 2

    Am Halbäquivalenzpunkt gilt pH = pKa - eine elegante Methode zur Bestimmung der Säurestärke.

  3. 3

    Indikatoren wechseln die Farbe über einen pH-Bereich - der Umschlag sollte am Äquivalenzpunkt liegen.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank5 Punkte

Aufgabenstellung

Skizziere die Titrationskurven (a) einer starken Säure mit starker Base und (b) einer schwachen Säure mit starker Base. Erläutere die markanten Punkte.

Maturafokus

  • Rechnung am Äquivalenzpunkt: cSVS=cBVB⋅zc_{S}V_{S}=c_{B}V_{B}\cdot zcS​VS​=cB​VB​⋅z (z = Wertigkeit, für einprotonige z = 1).
  • Indikator nach Titrationstyp auswählen.
  • pH-Sprung deutet auf Äquivalenzpunkt - bei schwach/stark ist er kleiner als bei stark/stark.

Typische Fehler

  • Indikatorumschlag mit Äquivalenzpunkt gleichgesetzt (kann leicht abweichen).
  • pH am Äquivalenzpunkt einer schwachen Säure mit starker Base als 7 angenommen.
  • Konzentrationen bei mehrprotonigen Säuren nicht angepasst.

Aktive Wiederholung

Eine unbekannte HCl\ce{HCl}HCl-Lösung wird mit 0,10 mol/L NaOH titriert. Bei einem Probenvolumen von 25,0 mL werden 18,4 mL NaOH bis zum Äquivalenzpunkt verbraucht. Wie hoch ist c(HCl)c(\ce{HCl})c(HCl)?

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 14.7 Titrations (OpenStax)

§ 05

Säure- und Basestärke: Ks, Kb und pKs#

●●●VertiefungLPCHE-Sb-5.2

pH-Skala mit Alltagsbeispielen

pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
Abb. 9Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.

Kernpunkte

Die Säurestärke misst, wie weit eine Säure in Wasser protolysiert; sie wird durch die Säurekonstante KsK_sKs​ (bzw. pKs=−log⁡Ks\mathrm{p}K_s = -\log K_spKs​=−logKs​) quantifiziert.
Starke Säuren (HCl\ce{HCl}HCl, HNOX3\ce{HNO3}HNOX3​, HX2SOX4\ce{H2SO4}HX2​SOX4​) protolysieren praktisch vollständig (KsK_sKs​ sehr gross, pKs<0\mathrm{p}K_s < 0pKs​<0).
Schwache Säuren (CHX3COOH\ce{CH3COOH}CHX3​COOH, pKs≈4,75\mathrm{p}K_s \approx 4{,}75pKs​≈4,75) liegen überwiegend undissoziiert vor; nur ein kleiner Teil protolysiert.
Je kleiner der pKs\mathrm{p}K_spKs​, desto stärker die Säure; je größer, desto schwächer.
Korrespondierende Säure-Base-Paare: pKs+pKb=14\mathrm{p}K_s + \mathrm{p}K_b = 14pKs​+pKb​=14 bei 25 Grad C - eine starke Säure hat eine schwache konjugierte Base und umgekehrt.
Mehrprotonige Säuren protolysieren stufenweise mit jeweils steigendem pKs\mathrm{p}K_spKs​ (jede weitere Abspaltung ist schwieriger).
Die Stärke einer Säure hängt von Bindungspolarität und Stabilität der konjugierten Base ab (Elektronegativität, Mesomeriestabilisierung).
Ks=[AX−] [HX3OX+][HA],pKs+pKb=14K_s = \frac{[\ce{A-}]\,[\ce{H3O+}]}{[\ce{HA}]}, \qquad \mathrm{p}K_s + \mathrm{p}K_b = 14Ks​=[HA][AX−][HX3​OX+]​,pKs​+pKb​=14

Säurekonstante und Paarbeziehung (25 Grad C)

Musterbeispiel

Säuren ordnen und pKb berechnen

Ordne HF\ce{HF}HF (pKs=3,2\mathrm{p}K_s=3{,}2pKs​=3,2), CHX3COOH\ce{CH3COOH}CHX3​COOH (pKs=4,75\mathrm{p}K_s=4{,}75pKs​=4,75) und HCN\ce{HCN}HCN (pKs=9,2\mathrm{p}K_s=9{,}2pKs​=9,2) nach Stärke und berechne pKb\mathrm{p}K_bpKb​ der konjugierten Base von HCN\ce{HCN}HCN.

  1. 01Nach Stärke ordnen

    Kleiner pKs\mathrm{p}K_spKs​ = stärker: HF\ce{HF}HF (3,2) > CHX3COOH\ce{CH3COOH}CHX3​COOH (4,75) > HCN\ce{HCN}HCN (9,2).

  2. 02pKb der konjugierten Base

    Konjugierte Base von HCN\ce{HCN}HCN ist CNX−\ce{CN-}CNX−. pKb=14−9,2=4,8\mathrm{p}K_b = 14 - 9{,}2 = 4{,}8pKb​=14−9,2=4,8.

  3. 03Interpretieren

    Die schwächste Säure (HCN\ce{HCN}HCN) hat die stärkste konjugierte Base (CNX−\ce{CN-}CNX−, kleinster pKb\mathrm{p}K_bpKb​).

Ergebnis: Stärkereihe HF>CHX3COOH>HCN\ce{HF} > \ce{CH3COOH} > \ce{HCN}HF>CHX3​COOH>HCN; pKb(CNX−)=4,8\mathrm{p}K_b(\ce{CN-}) = 4{,}8pKb​(CNX−)=4,8. Bezug: Thema "Pufferlösungen" nutzt diese pKs\mathrm{p}K_spKs​-Werte.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Begründe, warum Trichloressigsäure (pKs=0,7\mathrm{p}K_s=0{,}7pKs​=0,7) eine viel stärkere Säure ist als Essigsäure (pKs=4,76\mathrm{p}K_s=4{,}76pKs​=4,76).

Maturafokus

  • Ordne Säuren anhand ihrer pKs\mathrm{p}K_spKs​-Werte nach Stärke (Operator: ordnen/vergleichen).
  • Berechne pKb\mathrm{p}K_bpKb​ der konjugierten Base aus dem pKs\mathrm{p}K_spKs​ der Säure (Operator: berechnen).
  • Begründe Stärkeunterschiede mit der Stabilität der konjugierten Base (Operator: begründen).
  • Unterscheide Säurestärke (Protolysegrad) von Säurekonzentration (Stoffmenge).

Typische Fehler

  • Säurestärke (intensive Eigenschaft) wird mit Konzentration (extensive Größe) verwechselt - eine verdünnte starke Säure bleibt stark.
  • Grosser pKs\mathrm{p}K_spKs​ wird fälschlich als starke Säure gedeutet (es ist umgekehrt).
  • Bei mehrprotonigen Säuren wird angenommen, alle Protonen seien gleich leicht abspaltbar.
  • Die Beziehung pKs+pKb=14\mathrm{p}K_s + \mathrm{p}K_b = 14pKs​+pKb​=14 wird auf die falsche Temperatur angewandt.

Aktive Wiederholung

Vergleiche Essigsäure (pKs=4,75\mathrm{p}K_s = 4{,}75pKs​=4,75) und Ameisensäure (pKs=3,75\mathrm{p}K_s = 3{,}75pKs​=3,75) hinsichtlich ihrer Stärke und berechne den pKb\mathrm{p}K_bpKb​ der jeweils konjugierten Base.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e, Kap. 14 "Acid-Base Equilibria" (OpenStax)

§ 06

Neutralisation, Salzbildung und Hydrolyse#

●●○StandardLPCHE-Sb-5.1LPCHE-Sb-5.3

pH-Skala mit Alltagsbeispielen

pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
Abb. 10Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.

Kernpunkte

Neutralisation: Säure + Base reagieren zu Salz und Wasser; die Nettoreaktion ist HX3OX++OHX−→2 HX2O\ce{H3O+ + OH- -> 2 H2O}HX3​OX++OHX−​2HX2​O (stark exotherm, ΔH≈−57\Delta H \approx -57ΔH≈−57 kJ/mol).
Das gebildete Salz besteht aus dem Anion der Säure und dem Kation der Base.
Nicht jede Salzlösung ist neutral: Salze können sauer, neutral oder basisch reagieren (Hydrolyse).
Salz aus starker Säure + starker Base (z.B. NaCl\ce{NaCl}NaCl) reagiert neutral.
Salz aus schwacher Säure + starker Base (z.B. CHX3COONa\ce{CH3COONa}CHX3​COONa) reagiert basisch (das Acetat-Anion ist eine Base).
Salz aus starker Säure + schwacher Base (z.B. NHX4Cl\ce{NH4Cl}NHX4​Cl) reagiert sauer (NHX4X+\ce{NH4+}NHX4​X+ gibt Protonen ab).
Titration nutzt die Neutralisation quantitativ; der Äquivalenzpunkt liegt je nach Salztyp nicht immer bei pH 7.
HX3OX++OHX−→2 HX2O\ce{H3O+ + OH- -> 2 H2O}HX3​OX++OHX−​2HX2​O

Nettogleichung der Neutralisation

Musterbeispiel

pH-Charakter von Salzlösungen beurteilen

Beurteile für (a) KCl\ce{KCl}KCl, (b) NHX4Cl\ce{NH4Cl}NHX4​Cl und (c) NaX2COX3\ce{Na2CO3}NaX2​COX3​, ob die wässrige Lösung sauer, neutral oder basisch reagiert, und begründe.

  1. 01Herkunft bestimmen

    (a) KCl\ce{KCl}KCl: starke Base (KOH\ce{KOH}KOH) + starke Säure (HCl\ce{HCl}HCl). (b) NHX4Cl\ce{NH4Cl}NHX4​Cl: schwache Base (NHX3\ce{NH3}NHX3​) + starke Säure. (c) NaX2COX3\ce{Na2CO3}NaX2​COX3​: starke Base + schwache Säure (HX2COX3\ce{H2CO3}HX2​COX3​).

  2. 02Hydrolyse prüfen

    (a) keine Hydrolyse -> neutral. (b) NHX4X++HX2O⇌NHX3+HX3OX+\ce{NH4+ + H2O <=> NH3 + H3O+}NHX4​X++HX2​O​NHX3​+HX3​OX+ -> sauer. (c) COX3X2−+HX2O⇌HCOX3X−+OHX−\ce{CO3^2- + H2O <=> HCO3- + OH-}COX3​X2−+HX2​O​HCOX3​X−+OHX− -> basisch.

  3. 03Zuordnen

    Der Ionentyp mit der schwächeren "Eltern"-Spezies bestimmt den pH-Charakter.

Ergebnis: (a) neutral, (b) sauer, (c) basisch. Querverweis: Thema "Titration" (Lage des Äquivalenzpunkts folgt aus dem Salztyp).

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Eine Lösung von Ammoniumchlorid NHX4Cl\ce{NH4Cl}NHX4​Cl reagiert sauer. Stelle die Hydrolysegleichung auf und erkläre den sauren Charakter über die Herkunft der Ionen.

Maturafokus

  • Stelle die Neutralisationsgleichung und das gebildete Salz korrekt auf (Operator: aufstellen).
  • Beurteile den pH einer Salzlösung über den Hydrolysetyp (Operator: beurteilen).
  • Erkläre, warum der Äquivalenzpunkt einer Schwachsaeure-Titration im Basischen liegt (Operator: erklären).
  • Verknüpfe die Salzreaktion mit der Säure-/Basestärke der "Eltern".

Typische Fehler

  • Jede Salzlösung wird pauschal als neutral angenommen.
  • Hydrolyse wird mit der Lösung des Salzgitters (physikalischer Vorgang) verwechselt.
  • Bei der Neutralisationsgleichung wird das Wasser oder die Salzformel vergessen.
  • Der Äquivalenzpunkt wird grundsätzlich mit pH 7 gleichgesetzt.

Aktive Wiederholung

Erkläre, ob eine wässrige Lösung von Natriumacetat sauer, neutral oder basisch reagiert, und stelle die Hydrolysegleichung auf.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e, Kap. 14 "Hydrolysis of Salts" (OpenStax)

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Brönsted-Konzept und konjugierte Säure-Base-Paare○
    • 02pH-Berechnung: starke und schwache Säuren/Basen◐
    • 03Pufferlösungen und Henderson-Hasselbalch●
    • 04Titration und Indikatoren◐
    • 05Säure- und Basestärke: Ks, Kb und pKs●
    • 06Neutralisation, Salzbildung und Hydrolyse◐

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Aus den Notizen ins Training

Säure-Base-Chemie (CHE-Sb)

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Beispielfrage

Erläutere am Beispiel der Reaktion von Ammoniak mit Wasser den Begriff der konjugierten Säure-Base-Paare.

4 BE · 2022

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  • OpenStax Chemistry 2e Kap. 14 Acid-Base Equilibria

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