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DE-Abitur · SportT·088 / 9
Gesundheitssport rückt nicht die sportliche Höchstleistung, sondern den Erhalt und die Förderung von Gesundheit in den Mittelpunkt. Grundlage sind unterschiedliche Gesundheitsbegriffe (das biomedizinische Modell, die WHO-Definition als umfassendes Wohlbefinden und das salutogenetische Modell Antonovskys), das Wissen über Risikofaktoren und Zivilisationskrankheiten sowie die Ebenen der Prävention. Gesundheitsorientiertes Training überträgt die Erkenntnisse der Trainingslehre auf gesundheitliche Ziele (vgl. Thema „Trainingslehre") und ist eng mit den gesellschaftlichen Aspekten von Bewegung und Teilhabe verbunden (vgl. Thema „Sport und Gesellschaft").
3Abschnitteca. 7Min Lesezeit4Kompetenzen
Operatoren:beschreiben · erklären · vergleichen · erörtern · beurteilen
grundlegendes Niveau
gA: WHO-Gesundheitsbegriff und wichtige Risikofaktoren benennen; Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention unterscheiden; gesundheitsförderliches Training charakterisieren.
erhöhtes Niveau
eA: Gesundheitsmodelle (biomedizinisch, WHO, salutogenetisch) vergleichend erörtern, die WHO-Bewegungsempfehlungen begründet anwenden und ein gesundheitsorientiertes Trainingsprogramm differenziert konzipieren.
Kernpunkte
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erörtern Sie die Kritik an der WHO-Gesundheitsdefinition als unerreichbarem Idealzustand. Inwiefern bietet das salutogenetische Kontinuumsmodell eine praktikablere Grundlage für Gesundheitsförderung durch Sport?
Kernpunkte
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erörtern Sie das Verhältnis von Verhaltens- und Verhältnisprävention am Beispiel der Bewegungsförderung. Warum reicht es nicht, allein an den individuellen Gewohnheiten anzusetzen, und welche strukturellen Maßnahmen erhöhen die Wirksamkeit?
Kernpunkte
MAXIMALE HERZFREQUENZ (FAUSTFORMEL)
Vereinfachte Schätzung; in der Praxis ±10 Schläge Streubreite. Präzisere Formel: HFmax = 208 − 0,7 · Alter (Tanaka-Formel, 2001).
GA1-TRAININGSBEREICH (GRUNDLAGENAUSDAUER)
Verbessert kapillare Versorgung, Mitochondrienzahl und Fettstoffwechsel. Sprechfähigkeit als Praxiskontrolle.
TRAININGSBEREICHE IM AUSDAUERTRAINING
Welche drei Beschriftungen in "Trainingsbereiche im Ausdauertraining" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Entwickeln Sie einen achtwöchigen Mesozyklus für einen Schüler (17 J., Bestzeit 22:30 min auf 5 km), der seine 5-km-Bestzeit um mindestens 60 s verbessern möchte. Begründen Sie die Periodisierung, die Belastungsparameter und die Methodenwahl.
Ziel: SMART formuliert — 5 km in ≤ 21:30 min in Woche 8. Ausgangsdaten: aktuelle Pace 4:30 min/km, HFmax (Faustformel) 203 S/min, Trainingsumfang aktuell 25 km/Woche, drei Einheiten. Schwächen: fehlender Tempobereich, kein systematisches Intervalltraining.
Prinzip der progressiven Belastung: Umfangssteigerung in vier Stufen (25 → 32 → 38 → 32 km Entlastungswoche). Prinzip der Variabilität: Drei Reiztypen pro Woche — GA1, GA2/Schwelle, Intervalle. Prinzip der Superkompensation: 48 h Erholung zwischen Schlüsseleinheiten.
Wochen 1–3 (Aufbau): 25–32 km, Fokus GA1 (60–70 % HFmax), 1× Schwellenlauf. Wochen 4–6 (Entwicklung): 35–38 km, Intervalle 6×800 m bei 95–100 % HFmax, Pause 90 s. Woche 7 (Entlastung): 60 % Umfang, 1× lockeres Tempo. Woche 8 (Peak): Tapering — kurze, scharfe Reize 4×400 m, Volumen halbiert.
Intensität: GA1 60–70 % HFmax (122–142 S/min), Schwelle 80–88 % (162–179 S/min), VO2max-Intervalle 95–100 % HFmax. Umfang: Schlüssel-Einheit Schwelle 25–35 min Nettotempo. Dichte: GA1 → Schwelle min. 24 h Abstand. Dauer der Einheit zwischen 30 (Intervall + WUP) und 75 min (langer GA1).
Kontrolle: Wochenpuls in Ruhe (Anstieg > 5 S/min = Übermüdung), wöchentlicher 3-km-Tempolauf in Woche 4 und 7 zur Pace-Validierung. Anpassung: bei stagnierender Schwellen-HF Reizdichte erhöhen, bei Schmerzsymptomen Umfang reduzieren.
Eine 60-s-Verbesserung auf 5 km entspricht knapp 4 % Geschwindigkeitssteigerung — realistisch in 8 Wochen bei systematischer Belastung. Bei eA-Anforderung: Erwartungswert über Tempo-Trainings-Pace und VO2-Reserve quantitativ herleiten.
Ergebnis: Acht-Wochen-Mesozyklus mit klarer Periodisierung (Aufbau — Entwicklung — Entlastung — Peak), drei differenzierten Reizen pro Woche und integrierter Leistungsdiagnostik liefert eine realistische 60-s-Verbesserung der 5-km-Zeit; die Trainingsprinzipien (Progression, Variation, Superkompensation) sind als Begründungsskelett unverzichtbar.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erörtern Sie die Dosis-Wirkungs-Beziehung im Gesundheitssport. Warum gilt einerseits „jede Bewegung zählt", andererseits aber auch eine obere Grenze des gesundheitlichen Nutzens — und welche Rolle spielt die individuelle Belastungsverträglichkeit?