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DE-Abitur · InformatikT·077 / 8
Symmetrische und asymmetrische Verfahren, Hashfunktionen, digitale Signaturen sowie verlustfreie Codierung (Huffman) prägen den modernen IT-Sicherheitsdiskurs. RSA als asymmetrisches Standardverfahren ist EPA-Pflicht; Shannon-Entropie verbindet Codierung und Informationstheorie.
6Abschnitteca. 12Min Lesezeit3Kompetenzen
Operatoren:analysieren · berechnen · beurteilen · erläutern · darstellen
grundlegendes Niveau
gA: Caesar- und Vigenère-Chiffre als symmetrische Verfahren, Prinzip öffentlicher Schlüssel, Hash zur Integritätsprüfung.
erhöhtes Niveau
eA: RSA mit kleinen Primzahlen vollständig durchrechnen (Schlüsselerzeugung, Ver- und Entschlüsselung), Diffie-Hellman, digitale Signaturen, Huffman-Codierung.
Kernpunkte
Typische Fehler
Kernpunkte
RSA-SCHLÜSSELERZEUGUNG
p, q große Primzahlen; e mit ggT(e, φ(n)) = 1; d ist multiplikatives Inverses von e modulo φ(n).
RSA-VER- UND ENTSCHLÜSSELUNG
Nachricht m wird mit dem öffentlichen Schlüssel (e, n) verschlüsselt; nur Inhaber von d kann entschlüsseln.
RSA-SCHLÜSSELPAAR — VERSCHLÜSSELUNG UND ENTSCHLÜSSELUNG
Welche drei Beschriftungen in "RSA-Schlüsselpaar — Verschlüsselung und Entschlüsselung" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Erzeugen Sie ein RSA-Schlüsselpaar mit p = 5, q = 11, e = 3 und verschlüsseln Sie die Nachricht m = 9.
n = p·q = 55. φ(n) = (p−1)(q−1) = 4·10 = 40.
ggT(e, φ(n)) = ggT(3, 40) = 1 — e ist zulässig.
Erweiterter Euklid: 3·d ≡ 1 (mod 40). Lösung d = 27, denn 3·27 = 81 = 2·40 + 1.
c = m^e mod n = 9^3 mod 55 = 729 mod 55 = 14 (denn 729 = 13·55 + 14).
m′ = c^d mod n = 14^27 mod 55. Über Square-and-Multiply: 14^2 = 196 ≡ 31; 14^4 ≡ 31² mod 55 = 961 mod 55 = 26; weiter bis 14^27 mod 55 = 9. Bestätigt m′ = m.
Ergebnis: Öffentlicher Schlüssel (e=3, n=55), privater Schlüssel d=27. Chiffrat c = 14.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Beurteilen Sie die Sicherheitskonsequenzen eines hypothetischen Quantencomputers (Shor-Algorithmus) für RSA und nennen Sie alternative Verfahren (Lattice-based, McEliece).
Kernpunkte
Typische Fehler
Kernpunkte
SHANNON-ENTROPIE
Mittlerer Informationsgehalt einer Quelle in Bit pro Symbol; untere Schranke der verlustfreien Kompression.
MITTLERE CODEWORTLÄNGE
Huffman-Code minimiert L̄ unter der Präfixbedingung; H(X) ≤ L̄ < H(X) + 1.
HUFFMAN-BAUM FÜR {A:0,4 · B:0,3 · C:0,2 · D:0,1}
Welche drei Beschriftungen in "Huffman-Baum für {A:0,4 · B:0,3 · C:0,2 · D:0,1}" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Konstruieren Sie einen Huffman-Code für die gegebenen Häufigkeiten und vergleichen Sie die mittlere Codewortlänge mit der Entropie.
Sortiert: D(0.1), C(0.2), B(0.3), A(0.4). Verbinde D+C zu (DC, 0.3).
Nächste zwei kleinste: DC(0.3) + B(0.3) → DCB(0.6). Dann DCB(0.6) + A(0.4) → Wurzel(1.0).
A = 0 (1 Bit), B = 11 (2 Bit), C = 101 (3 Bit), D = 100 (3 Bit). Präfixfrei.
L̄ = 0.4·1 + 0.3·2 + 0.2·3 + 0.1·3 = 0.4 + 0.6 + 0.6 + 0.3 = 1.9 Bit/Zeichen.
H(X) = −(0.4·log2 0.4 + 0.3·log2 0.3 + 0.2·log2 0.2 + 0.1·log2 0.1) ≈ 1.846 Bit. Es gilt H ≤ L̄ < H+1 — Huffman ist optimal unter Präfixcodes.
Ergebnis: Codewort A=0, B=11, C=101, D=100; mittlere Länge L̄ = 1,9 Bit ≈ Entropie 1,846 Bit.
Typische Fehler
Kernpunkte
DIFFIE-HELLMAN-SCHLÜSSELTAUSCH
Öffentlich sind p, g, A, B; der gemeinsame Schlüssel K wird nie übertragen. Sicherheit beruht auf dem diskreten Logarithmus.
Musterlösung
Berechnen Sie den gemeinsamen Schlüssel, den Alice (geheim a = 6) und Bob (geheim b = 15) über den öffentlichen Kanal mit p = 23 und g = 5 vereinbaren.
A = g^a mod p = 5^6 mod 23 = 8 (über 5^2 ≡ 2, 5^4 ≡ 4, 5^6 ≡ 4·2 = 8). B = g^b mod p = 5^15 mod 23 = 19.
Alice sendet A = 8, Bob sendet B = 19. Die geheimen Exponenten a und b bleiben jeweils privat und werden nie übertragen.
Alice: K = B^a mod p = 19^6 mod 23 = 2 (denn 19 ≡ −4, (−4)^6 = 4096 ≡ 2). Bob: K = A^b mod p = 8^15 mod 23 = 2. Beide erhalten denselben Wert.
DIFFIE-HELLMAN-SCHLÜSSELTAUSCH
Öffentlich sind p, g, A, B; der gemeinsame Schlüssel K wird nie übertragen. Sicherheit beruht auf dem diskreten Logarithmus.
Ein Angreifer kennt p, g, A, B, müsste aber den diskreten Logarithmus (a aus A) lösen — für große p praktisch unmöglich. Anfällig ist DH ohne Authentifizierung für Man-in-the-Middle.
Ergebnis: Gemeinsamer Schlüssel K = 2; identisch über beide Berechnungswege bestätigt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie, wie der TLS-Handshake DH-Schlüsseltausch und Zertifikatsvalidierung kombiniert, und begründen Sie den Sicherheitsgewinn durch ephemere Schlüssel (Forward Secrecy).
Kernpunkte
IEEE-754-GLEITKOMMAZAHL
Vorzeichenbit s, normalisierte Mantisse 1,m, Exponent e mit Bias (127 bei single, 1023 bei double).
Musterlösung
Stellen Sie die Dezimalzahl −6 als 8-Bit-Zweierkomplement dar und wandeln Sie die Binärzahl 1011 0010 in Hexadezimal- und Dezimalschreibweise (als vorzeichenlose Zahl) um.
+6 = 0000 0110 als 8-Bit-Dualzahl.
Alle Bits invertieren: 1111 1001. Anschließend 1 addieren: 1111 1010. Das ist die 8-Bit-Darstellung von −6.
Im Zweierkomplement hat das höchste Bit Wertigkeit −2^7 = −128: −128 + 64 + 32 + 16 + 8 + 0 + 2 + 0 = −6. Bestätigt.
Vierergruppen: 1011 = B, 0010 = 2 → Hex 0xB2. Dezimal vorzeichenlos: 128 + 32 + 16 + 2 = 178.
Ergebnis: −6 = 1111 1010 (8-Bit-Zweierkomplement); 1011 0010 = 0xB2 = 178 (vorzeichenlos).
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie anhand der IEEE-754-Single-Precision-Darstellung, warum 0,1 + 0,2 ≠ 0,3 im Gleitkommabereich gilt.