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DE-Abitur · ChemieT·088 / 9
Polymerisation/Polykondensation, Kunststoffe, Kohlenhydrate, Aminosäuren/Proteine, Fette; Trennverfahren und Spektroskopie (Chromatographie, UV/Vis-, IR-, NMR-Grundlagen). Verknüpft Strukturwissen mit Anwendungs- und Analytik-Kontexten.
6Abschnitteca. 13Min Lesezeit3Kompetenzen
Operatoren:analysieren · auswählen · auswerten · beurteilen · übertragen
grundlegendes Niveau
gA: Polymerisation und Polykondensation unterscheiden, Kunststofftypen einordnen, Stoffklassen Kohlenhydrate/Proteine/Fette beschreiben; Chromatographie und einfache Titrationen interpretieren.
erhöhtes Niveau
eA: Reaktionsmechanismus radikalischer Polymerisation, Peptidbindung und Sekundärstruktur, R_f-Wert und Spektroskopie (UV/Vis, IR, ¹H-NMR) quantitativ deuten.
Kernpunkte
RADIKALISCHE POLYMERISATION — POLYETHEN
Welche drei Beschriftungen in "Radikalische Polymerisation — Polyethen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
POLYMERSTRUKTUREN — LINEAR, VERZWEIGT, VERNETZT
Welche drei Beschriftungen in "Polymerstrukturen — linear, verzweigt, vernetzt" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Leiten Sie aus Terephthalsäure (HOOC−C₆H₄−COOH) und Ethylenglykol (HO−CH₂−CH₂−OH) die Wiederholungseinheit des Polyesters PET her und benennen Sie das Nebenprodukt.
Terephthalsäure ist bifunktionell (zwei −COOH), Ethylenglykol ebenfalls (zwei −OH); beide Monomere können an beiden Enden verknüpfen.
Jede −COOH reagiert mit einer −OH unter Abspaltung von Wasser zu einer Esterbindung −CO−O−.
[−OC−C₆H₄−CO−O−CH₂−CH₂−O−]_n; die alternierende Verknüpfung setzt sich über viele Einheiten fort.
Pro geknüpfter Esterbindung entsteht ein Molekül H₂O; bei n Wiederholungseinheiten werden etwa 2n Moleküle Wasser frei.
Ergebnis: PET ist ein Polyester mit der Wiederholungseinheit [−OC−C₆H₄−CO−O−CH₂−CH₂−O−]_n; das Nebenprodukt der Polykondensation ist Wasser.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Vergleichen Sie radikalische und ionische Polymerisation hinsichtlich Mechanismus, Selektivität und industrieller Bedeutung am Beispiel Polypropen (Ziegler-Natta-Katalyse).
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 21 Polymers and Materials (OpenStax)
Kernpunkte
AMINOSÄURE — GRUNDGERÜST UND ZWITTERION
Welche drei Beschriftungen in "Aminosäure — Grundgerüst und Zwitterion" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Α-D-GLUCOSE — HAWORTH-PROJEKTION
Welche drei Beschriftungen in "α-D-Glucose — Haworth-Projektion" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
PEPTIDBINDUNG — KONDENSATION ZWEIER AMINOSÄUREN
Welche drei Beschriftungen in "Peptidbindung — Kondensation zweier Aminosäuren" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Glycin besitzt pK_a(−COOH) = 2,34 und pK_a(−NH₃⁺) = 9,60. Bestimmen Sie den isoelektrischen Punkt pI und die dominierende Ladungsform bei pH 1, pH 6 und pH 11.
pI = ½ (pK_a1 + pK_a2) = ½ (2,34 + 9,60).
pI = ½ · 11,94 = 5,97.
pH 1 (< pK_a1): Kation H₃N⁺−CH₂−COOH; pH 6 (≈ pI): Zwitterion H₃N⁺−CH₂−COO⁻; pH 11 (> pK_a2): Anion H₂N−CH₂−COO⁻.
Am isoelektrischen Punkt ist die Nettoladung null; in einem elektrischen Feld wandert das Molekül dort nicht — Grundlage der Elektrophorese-Trennung von Proteinen.
Ergebnis: pI(Glycin) ≈ 5,97; bei diesem pH dominiert das Zwitterion (Nettoladung null, aber doppelt geladen: −COO⁻ und H₃N⁺), unterhalb das Kation, oberhalb das Anion.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie die Hydrolyse von Stärke im menschlichen Verdauungstrakt (Amylase, Maltase) und vergleichen Sie mit der nicht erfolgenden Cellulose-Spaltung.
Quellen: OpenStax Biology 2e — Kap. Biological Macromolecules (OpenStax)
Kernpunkte
R_F-WERT UND LAMBERT-BEER-GESETZ
DÜNNSCHICHTCHROMATOGRAPHIE — TRENNUNG VON PIGMENTEN
Welche drei Beschriftungen in "Dünnschichtchromatographie — Trennung von Pigmenten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Auf einer DC-Platte legt das Laufmittel 8,0 cm zurück, ein Farbstofffleck 5,6 cm. Berechnen Sie den R_f-Wert und beurteilen Sie die Polarität des Stoffs gegenüber einem zweiten Fleck mit R_f = 0,25.
R_f = Laufstrecke der Substanz / Laufstrecke der Front.
R_f = 5,6 cm / 8,0 cm = 0,70.
Stoff 1 (R_f = 0,70) wandert weiter als Stoff 2 (R_f = 0,25); er hält sich stärker in der unpolaren mobilen Phase auf.
Bei polarer stationärer Phase (Kieselgel) und unpolarem Laufmittel ist der Stoff mit dem höheren R_f-Wert der unpolarere; Stoff 2 wechselwirkt stärker mit dem polaren Kieselgel und bleibt zurück.
Ergebnis: R_f = 0,70; der Stoff ist deutlich unpolarer als der Vergleichsstoff mit R_f = 0,25.
Musterlösung
Eine gefärbte Lösung zeigt bei einer Schichtdicke d = 1,0 cm die Extinktion E = 0,48. Der molare Extinktionskoeffizient beträgt ε = 1200 L/(mol·cm). Bestimmen Sie die Konzentration.
E = ε · c · d ⇒ c = E / (ε · d).
c = 0,48 / (1200 L/(mol·cm) · 1,0 cm).
c = 0,48 / 1200 mol/L = 4,0·10⁻⁴ mol/L.
Photometrie ist nur im linearen Bereich (E ≲ 1) gültig; bei höheren Konzentrationen muss verdünnt werden, da E nicht mehr proportional zu c ist.
Ergebnis: c ≈ 4,0·10⁻⁴ mol/L; die Photometrie liefert über das Lambert-Beer-Gesetz eine schnelle quantitative Bestimmung.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Interpretieren Sie das ¹H-NMR-Spektrum von Ethanol (drei Signale, δ ≈ 1,2 / 3,7 / 2,6 ppm) hinsichtlich chemischer Verschiebung, Multiplizität und Integralverhältnis.
Quellen: IUPAC — Gold Book, Analytical Chemistry Terms (IUPAC)
Kernpunkte
DÜNNSCHICHTCHROMATOGRAPHIE — TRENNUNG VON PIGMENTEN
Welche drei Beschriftungen in "Dünnschichtchromatographie — Trennung von Pigmenten" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Ein Stoff der Summenformel C₃H₆O zeigt eine IR-Bande bei 1715 cm⁻¹ und im ¹H-NMR nur ein Singulett (6 H) bei δ ≈ 2,1 ppm. Bestimmen Sie die Struktur.
Die Bande bei 1715 cm⁻¹ ist charakteristisch für eine C=O-Streckschwingung (Carbonylgruppe).
Ein einziges Singulett für 6 H bedeutet zwei äquivalente CH₃-Gruppen ohne benachbarte H (keine Aufspaltung).
C=O plus zwei äquivalente CH₃ ergibt CH₃−CO−CH₃; die Summenformel C₃H₆O passt.
Aceton (Propan-2-on) hat genau ein Singulett, weil die beiden Methylgruppen symmetrisch und ohne Nachbar-H sind; ein Aldehyd würde zusätzlich ein Signal bei δ ≈ 9–10 ppm zeigen.
Ergebnis: Der Stoff ist Aceton (Propan-2-on, CH₃−CO−CH₃); IR-Carbonylbande und das einzelne NMR-Singulett bestätigen die Struktur.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Ein Molekül C₃H₆O zeigt im IR eine starke Bande bei 1715 cm⁻¹ und im ¹H-NMR ein einziges Singulett bei δ ≈ 2,1 ppm. Leiten Sie die Struktur ab und begründen Sie.
Quellen: OpenStax Organic Chemistry — Structure Determination (IR/NMR/MS) (OpenStax)
Kernpunkte
BENZOL — RESONANZSTRUKTUREN UND DELOKALISIERTE Π-WOLKE
Welche drei Beschriftungen in "Benzol — Resonanzstrukturen und delokalisierte π-Wolke" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie das Komplementärfarben-Prinzip und begründen Sie, warum ein Farbstoff mit ausgedehnterem konjugiertem System tendenziell langwelliger absorbiert und damit eine andere Farbe zeigt.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 6.1 Electromagnetic Energy / Color (OpenStax)
Kernpunkte
ATOMÖKONOMIE EINER REAKTION
Musterlösung
Vergleichen Sie die Atomökonomie der Hydratisierung von Ethen (C₂H₄ + H₂O → C₂H₅OH) mit der Hydrolyse von Chlorethan (C₂H₅Cl + H₂O → C₂H₅OH + HCl).
M(C₂H₅OH) = 2·12,0 + 6·1,0 + 16,0 = 46,0 g/mol.
Edukte: M(C₂H₄) = 28,0; M(H₂O) = 18,0; Summe = 46,0 g/mol. Atomökonomie = 46,0/46,0 = 100 %.
Edukte: M(C₂H₅Cl) = 64,5; M(H₂O) = 18,0; Summe = 82,5 g/mol. Atomökonomie = 46,0/82,5 = 55,8 %.
Die Addition ist mit 100 % atomökonomisch ideal — alle Atome landen im Produkt. Die Substitution erzeugt zwangsläufig das Nebenprodukt HCl und ist deutlich weniger nachhaltig.
Ergebnis: Addition: 100 % Atomökonomie; Substitution: ≈ 56 % — Additionsreaktionen sind aus Sicht der grünen Chemie überlegen.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Berechnen Sie die Atomökonomie einer Additionsreaktion (z. B. Ethen + H₂O → Ethanol) und vergleichen Sie sie mit einer Substitution (Chlorethan + OH⁻ → Ethanol + Cl⁻).
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Green Chemistry / Sustainability (OpenStax)