Atombau und Periodensystem
Atommodelle vom Dalton- bis zum Orbitalmodell, Elektronenkonfiguration, Quantenzahlen und PSE-Trends (Atomradius, Ionisierungsenergie, Elektronenaffinität, Elektronegativität). Voraussetzungswissen für jede Bindungs- und Reaktionsdiskussion im Abitur.
Operatoren:beschreiben · erklären · begründen · vergleichen · beurteilen
grundlegendes Niveau
gA: Bohrsches Schalenmodell sicher anwenden, Elektronenkonfiguration der Hauptgruppenelemente, Trendpfeile im PSE qualitativ erklären.
erhöhtes Niveau
eA: Orbitalmodell mit Quantenzahlen, Hund-Regel und Pauli-Prinzip; Mehrelektronen-Effekte (Abschirmung, effektive Kernladung) quantitativ argumentieren; Sonderfälle Cr, Cu, halbbesetzte Schalen.
Atommodelle — von Dalton bis Schrödinger
BasisF1.1Kernpunkte
- Dalton (1808): Atome als unteilbare Kugeln; erklärt konstante Massenverhältnisse, sagt aber nichts über das Innenleben aus.
- Thomson (1897): „Rosinenkuchenmodell" — Elektronen in einer positiven Ladungswolke; entdeckt aus Kathodenstrahlröhren.
- Rutherford (1911): Streuversuch an Goldfolie zeigt einen winzigen, schweren, positiv geladenen Atomkern; Atom ist überwiegend leerer Raum.
- Bohr (1913): Elektronen auf diskreten Energieschalen; quantisierte Energie E_n = −13,6 eV / n²; erklärt das Linienspektrum von Wasserstoff (Lyman-, Balmer-, Paschen-Serie).
- Orbitalmodell (Schrödinger, 1926): Elektronen werden durch Aufenthaltswahrscheinlichkeiten in Orbitalen (s, p, d, f) beschrieben; jedes Orbital nimmt maximal zwei Elektronen mit entgegengesetztem Spin auf.
- Heisenberg-Unschärferelation: Ort und Impuls eines Elektrons sind nicht gleichzeitig exakt bestimmbar — daher Aufenthaltsräume statt Bahnen.
- Modelle haben unterschiedliche Reichweiten: Dalton genügt für Stöchiometrie, Bohr für H-Spektrum, Schrödinger für Bindungswinkel und Mehrelektronenatome.
BOHR-ENERGIENIVEAUS FÜR DAS H-ATOM
RYDBERG-FORMEL FÜR H-LINIENSPEKTRUM
BOHRSCHES ATOMMODELL — KOHLENSTOFF
Welche drei Beschriftungen in "Bohrsches Atommodell — Kohlenstoff" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
ORBITALFORMEN — S, P UND D
Welche drei Beschriftungen in "Orbitalformen — s, p und d" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
- Bohrsches Atommodell wird wie eine Planetenbahn beschrieben; tatsächlich sind die Schalen quantisiert und nicht klassisch.
- Orbital und Bahn werden verwechselt; ein Orbital ist ein Raumbereich, kein Pfad.
- Der Schluss „Atom ist hauptsächlich leerer Raum" aus dem Rutherford-Experiment fehlt.
- Modelle werden als „falsch" abgetan, statt sie nach Anwendungsbereich zu bewerten.
Übungsaufgabe
Erläutern Sie am Rutherfordschen Streuversuch, warum das Thomson-Modell verworfen werden musste, und beschreiben Sie das daraus folgende Atombild.
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Leiten Sie aus dem Rydberg-Ausdruck die Wellenlängen der Balmer-Serie her und zeigen Sie, warum das Bohrsche Modell bei Helium versagt.
Quellen: KMK Bildungsstandards Chemie AHR (Kultusministerkonferenz) · OpenStax Chemistry 2e, Kap. 6 Electronic Structure (OpenStax)
Elektronenkonfiguration und Quantenzahlen
StandardF1.1F1.2Kernpunkte
- Vier Quantenzahlen beschreiben jedes Elektron: Hauptquantenzahl n, Nebenquantenzahl l (s, p, d, f), Magnetquantenzahl m_l, Spinquantenzahl m_s = ±½.
- Pauli-Prinzip: Keine zwei Elektronen eines Atoms haben alle vier Quantenzahlen gleich; ein Orbital fasst höchstens zwei Elektronen mit antiparallelem Spin.
- Aufbauprinzip: Orbitale werden in der Reihenfolge steigender Energie gefüllt — 1s, 2s, 2p, 3s, 3p, 4s, 3d, 4p, 5s, 4d, 5p, 6s, 4f, 5d, 6p, 7s.
- Hund-Regel: In entarteten Orbitalen wird zunächst jedes einfach besetzt, danach mit antiparallelem Spin gepaart (maximale Multiplizität).
- Edelgaskonfiguration als Kurzschreibweise: Eisen = [Ar] 3d⁶ 4s²; Ionenbildung erfolgt durch Erreichen der Edelgaskonfiguration.
- Sonderfälle: Cr = [Ar] 3d⁵ 4s¹ und Cu = [Ar] 3d¹⁰ 4s¹ — halbgefüllte bzw. voll besetzte d-Schale ist besonders stabil.
- Bei Übergangsmetallen werden zur Ionenbildung zuerst 4s-Elektronen abgegeben, nicht 3d (Fe²⁺ = [Ar] 3d⁶).
PERIODENSYSTEM — BLOCKGLIEDERUNG
Welche drei Beschriftungen in "Periodensystem — Blockgliederung" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Elektronenkonfiguration von Eisen und Fe³⁺
Stellen Sie die Elektronenkonfiguration von Eisen (Z = 26) und vom Ion Fe³⁺ auf.
- Schritt 1 — Neutrales Fe
1s² 2s² 2p⁶ 3s² 3p⁶ 4s² 3d⁶ oder [Ar] 4s² 3d⁶.
- Schritt 2 — Ionisierung
Zuerst beide 4s-Elektronen, dann ein 3d-Elektron; insgesamt drei Elektronen entfernt.
- Schritt 3 — Konfiguration Fe³⁺
[Ar] 3d⁵ — halbbesetzte d-Schale, energetisch begünstigt.
Ergebnis: Fe³⁺ = [Ar] 3d⁵; die halbbesetzte d-Schale erklärt, warum Fe³⁺ in vielen Umgebungen stabiler ist als Fe²⁺.
Typische Fehler
- Falsche Reihenfolge „3d vor 4s" beim Auffüllen.
- Hund-Regel auf nicht entartete Orbitale angewendet.
- Bei Übergangsmetall-Ionen wird die falsche Unterschale entleert (3d statt 4s).
- Spinquantenzahl wird mit Drehimpuls eines klassischen Teilchens verwechselt — der Spin ist eine intrinsische Quanteneigenschaft.
Übungsaufgabe
Geben Sie die vollständige und die Edelgas-Konfiguration für (a) Mangan und (b) das Eisen(III)-Ion Fe³⁺ an und begründen Sie, warum Fe³⁺ besonders stabil ist.
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie mithilfe der effektiven Kernladung Z_eff, warum die 4s-Schale vor der 3d-Schale gefüllt wird, obwohl 3d energetisch tiefer liegen sollte.
Quellen: IQB Aufgabenpool Sek II — Chemie (IQB)
PSE-Trends — Radius, Ionisierungsenergie, Elektronegativität
StandardF1.2Kernpunkte
- Atomradius: nimmt innerhalb einer Periode von links nach rechts ab (steigende Kernladung); innerhalb einer Gruppe von oben nach unten zu (neue Schale).
- Ionisierungsenergie (IE): Energie zur Abspaltung eines Elektrons aus dem gasförmigen Atom; steigt nach rechts und oben; Edelgase haben Maxima.
- Elektronenaffinität (EA): freiwerdende Energie bei Aufnahme eines Elektrons; Halogene haben hohe EA, Edelgase praktisch keine.
- Elektronegativität (EN, Pauling-Skala): Maß für die Anziehungskraft eines Atoms auf bindende Elektronen; Fluor (4,0) Maximum, Cäsium (0,7) Minimum.
- Metallcharakter sinkt nach rechts und oben; Diagonalbeziehung Li-Mg, Be-Al, B-Si zeigt chemische Ähnlichkeit über die Periode hinweg.
- Knicke im Trend: IE(N) > IE(O) wegen stabiler halbbesetzter p³-Schale; IE(Be) > IE(B) wegen voll besetzter 2s-Schale.
- Sekundärfaktor effektive Kernladung Z_eff = Z − S (Slater-Abschirmung) erklärt feinere Trends innerhalb einer Periode.
EN-DIFFERENZ ALS FAUSTREGEL FÜR BINDUNGSTYP
PSE-TRENDS — ATOMRADIUS UND ELEKTRONEGATIVITÄT
Welche drei Beschriftungen in "PSE-Trends — Atomradius und Elektronegativität" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
PERIODENSYSTEM — BLOCKGLIEDERUNG
Welche drei Beschriftungen in "Periodensystem — Blockgliederung" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
ELEKTRONEGATIVITÄT (PAULING) ENTLANG PERIODE 2
ERSTE IONISIERUNGSENERGIE — PERIODE 3
Typische Fehler
- Atomradius mit Atommasse verwechselt.
- Edelgase werden als „elektronegativste Elemente" bezeichnet — klassisch wird ihnen keine EN zugeordnet.
- Sonderstellung von Wasserstoff (EN = 2,1) wird übersehen.
- IE(N) und IE(O) werden ohne Argument zur halbbesetzten Schale erklärt.
Übungsaufgabe
Ordnen Sie O, F, Cl und Na nach steigender Elektronegativität und begründen Sie den Trend mithilfe von Kernladung und Atomradius.
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Berechnen Sie für Si die effektive Kernladung nach Slater und vergleichen Sie sie mit Mg in derselben Periode.
Quellen: Mortimer/Müller — Chemie. Das Basiswissen, Kap. PSE-Trends (Thieme)
Isotope, mittlere Atommasse und Massenspektrum
StandardF1.1Kernpunkte
- Isotope: Atome desselben Elements mit gleicher Protonenzahl Z, aber unterschiedlicher Neutronenzahl N und damit unterschiedlicher Massenzahl A.
- Schreibweise: ¹²₆C und ¹⁴₆C sind beide Kohlenstoff, unterscheiden sich aber durch 6 bzw. 8 Neutronen.
- Atommasse im PSE ist gewichteter Durchschnitt der natürlichen Isotopenanteile (Cl: 75,8 % ³⁵Cl, 24,2 % ³⁷Cl ⇒ 35,45 u).
- Radioaktive Isotope zerfallen über α-, β- oder γ-Strahlung; Halbwertszeit ist isotopenspezifisch (¹⁴C: 5730 Jahre, ²³⁸U: 4,5·10⁹ Jahre).
- Anwendungen: Radiokarbon-Datierung (¹⁴C), Strahlentherapie (⁶⁰Co), Diagnostik (⁹⁹ᵐTc), Tracer-Experimente in Biochemie.
- Massenspektrometrie liefert charakteristische Isotopenmuster (Cl-haltige Moleküle: M : M+2 ≈ 3 : 1).
- Isotopeneffekt: chemisch fast identisch; nur H/D unterscheiden sich kinetisch deutlich (kinetic isotope effect).
Musterlösung
Mittlere Atommasse von Chlor
Chlor besteht zu 75,8 % aus ³⁵Cl (34,969 u) und zu 24,2 % aus ³⁷Cl (36,966 u). Berechnen Sie die mittlere Atommasse.
- Schritt 1 — Anteile umrechnen
0,758 · 34,969 + 0,242 · 36,966.
- Schritt 2 — Auswerten
26,506 + 8,946 ≈ 35,45 u.
- Schritt 3 — Vergleichen
Genau der Wert im Periodensystem; bestätigt die natürliche Isotopenmischung.
Ergebnis: Mittlere Atommasse von Chlor ≈ 35,45 u.
Typische Fehler
- Massenzahl wird mit Atommasse verwechselt.
- Annahme, Isotope hätten stark unterschiedliche chemische Eigenschaften (außer H/D ist der Unterschied vernachlässigbar).
- Halbwertszeit wird mit „Zeit bis alles zerfallen ist" verwechselt.
- Bei Massenspektren wird das M+2-Signal nicht als Isotopensignatur erkannt.
Übungsaufgabe
Berechnen Sie die mittlere Atommasse von Bor, wenn natürlicher Bor zu 19,9 % aus ¹⁰B (10,013 u) und zu 80,1 % aus ¹¹B (11,009 u) besteht.
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erläutern Sie das Prinzip der Massenspektrometrie (Ionisation, Beschleunigung, Ablenkung im Magnetfeld) und interpretieren Sie das Isotopenmuster von CH₃Cl.
Quellen: IUPAC Periodic Table of Isotopes (IUPAC)
Orbitalmodell — Quantenzahlen und Mehrelektronenatome
VertiefungF1.1Kernpunkte
- Lösung der Schrödinger-Gleichung für das H-Atom liefert drei Quantenzahlen n, l, m_l; die Spinquantenzahl m_s folgt aus relativistischen Korrekturen (Dirac).
- Quadrierte Wellenfunktion |Ψ|² entspricht der Aufenthaltsdichte; Orbitalgrenze meist als 90-%-Konturfläche definiert.
- s-Orbitale sind kugelsymmetrisch, p-Orbitale haben eine Knotenebene durch den Kern (zwei Lappen), d-Orbitale zwei Knotenflächen (vier Lappen außer d_z²).
- Mehrelektronenatome lassen sich nicht analytisch lösen; effektive Kernladung Z_eff und Slater-Regeln liefern Näherungen.
- Aufenthaltsdichte sinkt exponentiell vom Kern aus; radiale Verteilungsfunktion 4π r² |Ψ|² zeigt das Maximum bei mittlerem Abstand.
- Pauli-Prinzip ist Konsequenz der Antisymmetrie der Vielelektronen-Wellenfunktion (Fermionen).
- Hund-Regel resultiert aus minimaler Coulomb-Abstoßung und maximaler Austauschwechselwirkung bei parallelen Spins.
ORBITALFORMEN — S, P UND D
Welche drei Beschriftungen in "Orbitalformen — s, p und d" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
- Knotenebene wird als Region beschrieben, in der das Elektron „nie ist" — korrekt: Aufenthaltsdichte = 0, das Elektron existiert dennoch.
- d-Orbitale werden ohne d_z²-Sonderform gezeichnet.
- Spin wird als Drehung im klassischen Sinn erklärt.
- Effektive Kernladung mit Atomkernladung verwechselt.
Übungsaufgabe
Erläutern Sie an einem 2p-Orbital, wie Hauptquantenzahl, Nebenquantenzahl und Magnetquantenzahl die Form und Ausrichtung bestimmen.
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Skizzieren Sie die radiale Verteilungsfunktion eines 2s- und eines 2p-Elektrons und begründen Sie damit, warum 2s tiefer liegt als 2p.
Quellen: OpenStax Chemistry 2e — Kap. 6.3 Quantum Theory (OpenStax)
Atomkern, Radioaktivität und Kernchemie
StandardF1.1Kernpunkte
- Nuklide werden durch Protonenzahl Z (Ordnungszahl) und Massenzahl A = Z + N charakterisiert; gleiche Z, verschiedene N → Isotope, gleiche A → Isobare.
- Instabile Nuklide zerfallen: α-Zerfall (Abgabe eines ⁴₂He-Kerns, Z −2, A −4), β⁻-Zerfall (Neutron → Proton + Elektron, Z +1), β⁺-Zerfall (Proton → Neutron + Positron, Z −1), γ-Strahlung (Energieabgabe ohne Nuklidwechsel).
- Zerfallsgesetz N(t) = N₀ · e^(−λt) mit Halbwertszeit t_½ = ln 2 / λ; nach jeder Halbwertszeit halbiert sich die Aktivität.
- Kernbindungsenergie folgt aus dem Massendefekt Δm über E = Δm·c²; das Maximum bei ⁵⁶Fe erklärt, warum Fusion leichter und Spaltung schwerer Kerne Energie liefert.
- Kernspaltung (²³⁵U + n → Spaltprodukte + 2–3 n + Energie) ist Grundlage der Kernreaktoren; Kernfusion (²H + ³H → ⁴He + n) versorgt die Sonne.
- Anwendungen: Radiokarbon-Datierung (¹⁴C, t_½ = 5730 a), medizinische Diagnostik (⁹⁹ᵐTc), Strahlentherapie (⁶⁰Co), Tracer-Methoden in der Biochemie.
- Strahlenschutz beruht auf den Faktoren Abstand, Abschirmung und Aufenthaltsdauer; Aktivität wird in Becquerel (Bq), Energiedosis in Gray (Gy), Äquivalentdosis in Sievert (Sv) gemessen.
RADIOAKTIVES ZERFALLSGESETZ UND HALBWERTSZEIT
MASSE-ENERGIE-ÄQUIVALENZ (KERNBINDUNGSENERGIE)
Musterlösung
Altersbestimmung mit der ¹⁴C-Methode
Bestimmen Sie das Alter einer Probe, deren ¹⁴C-Aktivität auf 12,5 % des Ausgangswerts gesunken ist (t_½ = 5730 a).
- Schritt 1 — Halbwertszeiten zählen
100 % → 50 % → 25 % → 12,5 % entspricht genau 3 Halbwertszeiten.
- Schritt 2 — Alter berechnen
t = 3 · 5730 a = 17 190 a.
- Schritt 3 — Kontrolle über das Gesetz
N/N₀ = (½)³ = 0,125 ✓; alternativ t = −(t_½/ln 2)·ln(0,125) = 5730/0,693 · 2,079 ≈ 17 190 a.
Ergebnis: Die Probe ist rund 17 200 Jahre alt; die Methode setzt einen über die Zeit konstanten ¹⁴C-Anteil in der Atmosphäre voraus.
Typische Fehler
- Massenzahl und Ladungszahl in Kernreaktionsgleichungen nicht separat ausgeglichen.
- β⁻- und β⁺-Zerfall hinsichtlich der Änderung von Z verwechselt.
- Halbwertszeit als „Zeit bis zum vollständigen Zerfall" missverstanden.
- Kernbindungsenergie mit chemischer Bindungsenergie gleichgesetzt — Größenordnung unterscheidet sich um Faktor 10⁶.
Übungsaufgabe
Eine Holzprobe enthält nur noch 25 % ihres ursprünglichen ¹⁴C-Gehalts. Berechnen Sie ihr Alter (t_½ = 5730 a) und erläutern Sie die Voraussetzungen der Radiokarbon-Methode.
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Berechnen Sie die pro Kernspaltung von ²³⁵U freigesetzte Energie (Massendefekt Δm ≈ 0,186 u) und vergleichen Sie sie mit der Verbrennungsenthalpie von Methan pro Molekül.
Quellen: IAEA — Nuclear Data Services (International Atomic Energy Agency)