Wird geladen
EuraStudy
Dein Lernraum wird vorbereitet — Curriculum, Notizen und KI verbinden sich.
Wird geladen
Dein Lernraum wird vorbereitet — Curriculum, Notizen und KI verbinden sich.
DE-Abitur · BiologieT·077 / 10
Evolutionsfaktoren (Mutation, Rekombination, Selektion, Gendrift, Migration), Hardy-Weinberg-Gleichgewicht, Artbildung (allopatrisch und sympatrisch) sowie Belege und Methoden der Phylogenetik.
6Abschnitteca. 12Min Lesezeit3Kompetenzen
Operatoren:beschreiben · erklären · analysieren · beurteilen · erörtern
grundlegendes Niveau
gA: Darwin-Wallace-Prinzip, fünf Evolutionsfaktoren, Hardy-Weinberg-Bedingungen, Artbegriff (biologisch).
erhöhtes Niveau
eA: Synthetische Evolutionstheorie, Selektionstypen (stabilisierend, gerichtet, disruptiv), Gendrift in kleinen Populationen, molekulare Uhr und Koaleszenz.
Kernpunkte
HARDY-WEINBERG-GLEICHGEWICHT
Gleichgewicht der Allelfrequenzen einer großen, panmiktischen Population ohne Selektion, Mutation, Migration und Drift.
SELEKTIONSKOEFFIZIENT
w — Fitness des betrachteten Genotyps, w_max — Fitness des am besten angepassten Genotyps.
EVOLUTIONSFAKTOREN — ÜBERSICHT
Welche drei Beschriftungen in "Evolutionsfaktoren — Übersicht" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
In einer Population treten 1 von 10 000 Menschen als Albinos (aa) auf. Berechnen Sie die Allelfrequenzen p, q und den Anteil heterozygoter Träger.
Da Albinismus rezessiv ist, entspricht der Anteil der Betroffenen genau q².
Die Allelfrequenz des rezessiven Allels ergibt sich aus q = √q².
Wegen p + q = 1 folgt unmittelbar p = 1 − q.
Heterozygote Träger sind aufgrund der Binomialformel 2pq.
Rund 1,98 % der Bevölkerung sind heterozygote Träger — fast 200-mal mehr Menschen tragen das Allel, als phänotypisch sichtbar sind. Das erklärt, warum scheinbar verschwundene rezessive Erbkrankheiten dennoch auftreten.
Ergebnis: p ≈ 0,99; q ≈ 0,01; etwa 1,98 % heterozygote Träger.
Musterlösung
Beim Birkenspanner besitzt die helle Form in einem rußbelasteten Wald eine relative Fitness von w = 0,8 gegenüber der dunklen Form (w_max = 1,0). Bestimmen Sie den Selektionskoeffizienten und beurteilen Sie die Richtung der Selektion.
Setze die relative Fitness in die Definition des Selektionskoeffizienten ein.
Der Bruch ergibt 0,8; die Differenz liefert den Koeffizienten.
Ein Selektionskoeffizient von s = 0,2 bedeutet, dass die helle Form pro Generation 20 % weniger zur nächsten Generation beiträgt als die dunkle Form.
Da die dunkle, getarnte Form auf rußgeschwärzter Rinde seltener gefressen wird, wirkt gerichtete Selektion zugunsten des dunklen Allels — die dunkle Form breitet sich aus.
Nach dem Rückgang der Luftverschmutzung kehrte sich der Selektionsdruck um (helle Form wieder begünstigt). Das dokumentiert Selektion als gerichteten, umweltabhängigen Prozess in Echtzeit.
Ergebnis: s = 0,2; gerichtete Selektion begünstigt die dunkle Form um 20 % pro Generation (Industriemelanismus).
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie das Hardy-Weinberg-Gleichgewicht als Nullhypothese in Populationsgenetik und erklären Sie, warum viele menschliche Genorte mit niedriger Mutationsrate zumindest näherungsweise im HW-Gleichgewicht stehen.
Kernpunkte
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie die molekulare Uhr, ihre Kalibrierung über Fossilien und ihre Limitationen (Rate Heterogeneity, Sättigung von Substitutionen).
Kernpunkte
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie das Verhältnis biologischer und kultureller Evolution mit Bezug zu Dual-Inheritance-Theorie.
Kernpunkte
SELEKTIONSKOEFFIZIENT
w — Fitness des betrachteten Genotyps, w_max — Fitness des am besten angepassten Genotyps.
SELEKTIONSTYPEN — WIRKUNG AUF DIE MERKMALSVERTEILUNG
Welche drei Beschriftungen in "Selektionstypen — Wirkung auf die Merkmalsverteilung" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
EVOLUTIONSFAKTOREN — ÜBERSICHT
Welche drei Beschriftungen in "Evolutionsfaktoren — Übersicht" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Beim Birkenspanner besitzt die helle Form in einem rußbelasteten Wald eine relative Fitness von w = 0,8 gegenüber der dunklen Form (w_max = 1,0). Bestimmen Sie den Selektionskoeffizienten und beurteilen Sie die Richtung der Selektion.
Setze die relative Fitness in die Definition des Selektionskoeffizienten ein.
Der Bruch ergibt 0,8; die Differenz liefert den Koeffizienten.
Ein Selektionskoeffizient von s = 0,2 bedeutet, dass die helle Form pro Generation 20 % weniger zur nächsten Generation beiträgt als die dunkle Form.
Da die dunkle, getarnte Form auf rußgeschwärzter Rinde seltener gefressen wird, wirkt gerichtete Selektion zugunsten des dunklen Allels — die dunkle Form breitet sich aus.
Nach dem Rückgang der Luftverschmutzung kehrte sich der Selektionsdruck um (helle Form wieder begünstigt). Das dokumentiert Selektion als gerichteten, umweltabhängigen Prozess in Echtzeit.
Ergebnis: s = 0,2; gerichtete Selektion begünstigt die dunkle Form um 20 % pro Generation (Industriemelanismus).
Musterlösung
Bei einer Vogelart liegt das mittlere Gelegegewicht über Generationen stabil, während sehr leichte und sehr schwere Gelege seltener erfolgreich aufkommen. Bestimmen Sie den Selektionstyp und begründen Sie Ihre Zuordnung.
Die Häufigkeitsverteilung des Merkmals bleibt symmetrisch um einen konstanten Mittelwert; die Varianz nimmt ab.
Sehr leichte (zu wenig Reserven) und sehr schwere Gelege (zu hohe Belastung der Eltern) zeigen geringeren Fortpflanzungserfolg.
Werden beide Extreme benachteiligt und der Mittelwert begünstigt, handelt es sich um stabilisierende Selektion.
Bei gerichteter Selektion würde sich der Mittelwert verschieben, bei disruptiver Selektion würden gerade die Extreme begünstigt (Aufspaltung der Verteilung).
Stabilisierende Selektion ist der häufigste Selektionstyp in konstanten Umwelten; sie reduziert die genetische Variabilität und erklärt die Konstanz vieler Merkmale (z. B. menschliches Geburtsgewicht).
Ergebnis: Stabilisierende Selektion — der Mittelwert wird begünstigt, beide Extreme benachteiligt; die Varianz sinkt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie frequenzabhängige Selektion und balancierte Polymorphismen (Heterozygotenvorteil) als Mechanismen, die genetische Variabilität erhalten.
Kernpunkte
EVOLUTIONSFAKTOREN — ÜBERSICHT
Welche drei Beschriftungen in "Evolutionsfaktoren — Übersicht" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie die Grenzen der molekularen Uhr (Raten-Heterogenität, Sättigung von Substitutionen) und Methoden ihrer Kalibrierung.
Kernpunkte
RÄUBER-BEUTE-OSZILLATION (LOTKA-VOLTERRA)
Welche drei Beschriftungen in "Räuber-Beute-Oszillation (Lotka-Volterra)" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA: Diskutieren Sie die Koevolution von Blüten und Bestäubern (z. B. Schwärmer und langspornige Orchideen, Darwins Vorhersage) als Beispiel reziproker Selektion.