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Politische Konflikte verstehen und bearbeiten: Konfliktbegriff (Galtung, Lederach), Konfliktdimensionen (Interessen, Werte, Identitäten), gewaltfreie und gewaltsame Konfliktaustragung sowie internationale Konfliktbearbeitung. Aktuelle Anwendungsfälle: Ukraine-Krieg, Nahostkonflikt, Klimakonflikte.
6Abschnitteca. 23Min Lesezeit3KompetenzenNiveauBasis 1 · Standard 3 · Vertiefung 2Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Konfliktbegriff (Galtung), positiver / negativer Frieden, Konfliktdimensionen erläutern.
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: Konfliktanalyse mit Lederach (Triangle of Satisfaction), Konfliktintensitätsmaße (HIIK), R2P-Doktrin und „Liberal Peace Theory" diskutieren.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Negativer und positiver Frieden nach Galtung
Glasl — Neun Stufen der Konflikteskalation
Ein Grenzkonflikt verläuft so: zunächst gegenseitige Vorwürfe und abgebrochene Verhandlungen, dann wirtschaftliche Sanktionen und vereinzelte Schusswechsel, schließlich anhaltende Gefechte mit zahlreichen Opfern und Vertreibungen. Ordnen Sie die Phasen den fünf HIIK-Intensitätsstufen zu und beurteilen Sie die Konfliktdynamik.
Das Heidelberger Institut (HIIK) unterscheidet fünf Intensitätsstufen: 1 Disput (gewaltlos), 2 gewaltlose Krise, 3 gewaltsame Krise, 4 begrenzter Krieg, 5 Krieg — gemessen an Mitteln, Intensität und Folgen.
Gegenseitige Vorwürfe und abgebrochene Verhandlungen ohne Gewalt entsprechen Stufe 1 (Disput); die Drohung mit Sanktionen markiert den Übergang zur Stufe 2 (gewaltlose Krise).
Sanktionen plus vereinzelte Schusswechsel entsprechen Stufe 3 (gewaltsame Krise: sporadische Gewalt). Anhaltende Gefechte mit zahlreichen Opfern und Vertreibungen erreichen Stufe 4–5 (begrenzter Krieg bzw. Krieg: organisierte, anhaltende Gewalt mit massiven Folgen).
Der Konflikt durchläuft alle Stufen vom Disput bis zum Krieg. Die HIIK-Klassifikation ermöglicht einen systematischen, vergleichbaren Überblick, ist aber auf Datenlage und Bewertungskriterien angewiesen. Methodisch ergänzt sie Glasls Eskalationsmodell: Glasl beschreibt die psychosoziale Dynamik, HIIK die messbare Gewaltintensität.
Ergebnis: Die Phasen reichen von Stufe 1 (Disput) über Stufe 3 (gewaltsame Krise) bis Stufe 4–5 (Krieg); HIIK liefert eine vergleichbare Intensitätsmessung als Ergänzung zu Glasls Dynamikmodell.
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie Galtungs Begriff von negativem und positivem Frieden und beurteilen Sie ihn an einem aktuellen Konflikt Ihrer Wahl.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) · Charter of the United Nations (United Nations)
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie einen aktuellen politischen Konflikt mit Lederachs Drei-Ebenen-Modell und beurteilen Sie Optionen für Konflikttransformation.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) · Charter of the United Nations (United Nations)
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie die Reichweite der Responsibility to Protect am Beispiel der NATO-Intervention in Libyen 2011 und der Nicht-Intervention in Syrien; beurteilen Sie, ob die Doktrin praxiswirksam ist.
Aktive Wiederholung
Erörtern Sie unter Rückgriff auf Realismus, Liberalismus und Konstruktivismus die Möglichkeiten und Grenzen internationaler Konfliktbearbeitung am Beispiel des Ukrainekriegs.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Charter of the United Nations (United Nations) · Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) · EUR-Lex — Zugang zum Recht der Europäischen Union (Amt für Veröffentlichungen der EU)
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie einen innergesellschaftlichen Konflikt in Deutschland (z.B. Klimaprotest oder Migration) und beurteilen Sie geeignete demokratische Bearbeitungsformen.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Bundesministerium der Justiz) · Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) · Bundesverfassungsgericht — Entscheidungen (Bundesverfassungsgericht)
Glasl — Neun Stufen der Konflikteskalation
Zwei Nachbarstaaten streiten zunächst diplomatisch über Grenzgewässer; nach gescheiterten Verhandlungen folgen Wirtschaftssanktionen, Truppenaufmärsche und schließlich begrenzte Grenzgefechte. Analysieren Sie den Verlauf mit Glasls Eskalationsmodell und leiten Sie geeignete Interventionsformen ab.
Glasls Modell unterscheidet neun Stufen in drei Phasen: win-win (1–3), win-lose (4–6), lose-lose (7–9). Jede Phase verlangt andere Interventionsformen.
Diplomatischer Streit und Verhandlungen = win-win (Stufen 1–3: Verhärtung, Debatte, Taten statt Worte). Sanktionen und Drohgebärden = win-lose (Stufen 4–6: Koalitionen, Gesichtsverlust, Drohstrategien). Begrenzte Grenzgefechte = Übergang zu lose-lose (Stufe 7: begrenzte Vernichtungsschläge).
Win-win: Moderation/Selbsthilfe (z. B. bilaterale Gespräche). Win-lose: Mediation durch Dritte (UN-Vermittler, Sondergesandte). Lose-lose: Schiedsverfahren oder Machteingriff (UN-Sicherheitsrat nach Kap. VII, Friedenstruppen).
Der Konflikt hat die Schwelle zur lose-lose-Phase erreicht; reine Mediation reicht nicht mehr aus. Eine Deeskalation erfordert robustes Eingreifen (Waffenstillstandsüberwachung) und den Aufbau von positivem Frieden (Galtung): Abbau struktureller Gewalt durch Grenzregime, gemeinsame Ressourcennutzung und Vertrauensbildung.
Ergebnis: Der Verlauf durchläuft win-win → win-lose → lose-lose (Stufe 7); ab dieser Schwelle sind Schiedsverfahren bzw. Machteingriff statt bloßer Mediation geboten.
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie einen aktuellen internationalen Konflikt mit Glasls Eskalationsmodell, ordnen Sie ihn einer Phase zu und beurteilen Sie die daraus folgende Interventionsform.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie die Theorie der Kopenhagener Schule (Buzan/Wæver) und prüfen Sie an einem Fallbeispiel (Migration oder Pandemie), wann Versicherheitlichung demokratisch legitim ist.
Aktive Wiederholung
Erörtern Sie am Beispiel des Klimawandels, inwiefern eine „Versicherheitlichung" politischer Probleme deren Bearbeitung fördert oder gefährdet, und beurteilen Sie den Nutzen des Konzepts menschlicher Sicherheit.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Charter of the United Nations (United Nations) · Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Belege & Quellen
United Nations
Amt für Veröffentlichungen der EU
Bundesministerium der Justiz
Bundesverfassungsgericht