Aufgabenstellung
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Latein lebt fort: in Wissenschaftssprache, mittelalterlichem Latein, humanistischer Tradition, Recht und Medizin. Wer Latein lernt, lernt nicht eine "tote Sprache", sondern das Fundament europäischer Bildungssprache.
2Abschnitteca. 9Min Lesezeit2KompetenzenNiveauBasis 1 · Standard 1Stand 06/2026
Lesetiefe: Vertiefung
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Römische Provinzen ca. 117 n. Chr. (max. Ausdehnung)
Analysiere die Maxime juristisch und sprachlich.
in dubio (Praep. + Abl.Sg.n. von dubium) = "im Zweifel". pro reo (Praep. + Abl.Sg.m. von reus) = "für den Angeklagten". 4 Wörter, einfache Präpositionalkonstruktion.
reus, rei m. = "Angeklagter, Beklagter, Schuldiger". dubium, dubii n. = "Zweifel, Unsicherheit". pro + Abl. = "für, zugunsten".
Wenn die Beweislage unklar ist, muss der Angeklagte freigesprochen werden. Beweislast liegt beim Ankläger, nicht beim Angeklagten.
Stammt aus dem römischen Strafrecht (Corpus Iuris Civilis); wird in der kontinentaleuropäischen Rechtsdoktrin als Fundamentalprinzip übernommen.
Art. 6 Abs. 2 EMRK (Unschuldsvermutung); Art. 14 Abs. 2 IPbpR - das Prinzip lebt unverändert weiter.
Ergebnis: "Im Zweifel für den Angeklagten" - vier lateinische Worte, die ein Fundamentalprinzip des modernen Strafrechts kondensieren. Latein als Sprache der juristischen Präzision.
Latein ist nicht tot - es lebt in Recht, Medizin, Botanik, Wissenschaft und Alltag fort.
Juristische Maxime sind kondensierte Rechtsweisheit - vier lateinische Worte sagen mehr als ein deutscher Paragraph.
Linne-System (1758) klassifiziert alle Lebewesen mit lateinischen Doppelnamen - international, eindeutig, stabil.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
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Sammle 20 lateinische Lehnwörter aus deinem Alltag (zB Studium, Universität, Curriculum, Status, ad hoc, post hoc). Bestimme Etymologie und ursprüngliche Bedeutung. Welche haben semantische Verschiebung erfahren?
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Quellen: Duden - Latein im Alltag (Duden) · BMBWF Latein-Reifepruefungskonzept (BMBWF / IQS)
Römische Provinzen ca. 117 n. Chr. (max. Ausdehnung)
Stilmittel der lateinischen Rhetorik - vier Familien
Analysiere die mittelalterliche Sentenz.
sic (Adv.) "so". transit (3.Sg.Praes.) von transire = "vergeht". gloria (Nom.Sg.f.) "Ruhm". mundi (Gen.Sg.m.) "der Welt".
einfacher Hauptsatz, klassische Grammatik. Wirkt klassisch - ist aber mittelalterlich (Papstinthronisation seit dem 15. Jh.).
Bei jeder Papstkrönung dreimal gesprochen, während ein Werg-Büschel verbrannt wird - Erinnerung an Vergänglichkeit des Amts.
Trotz klassischer Grammatik: das Sprichwort selbst ist nicht klassisch belegt, sondern eine mittelalterliche Prägung; der Inhalt (mundus als Gegensatz zu Gott) ist christlich-mittelalterlich.
Im Deutschen: "So vergeht der Ruhm der Welt." - geflügeltes Wort für Vergänglichkeit. Auch im Englischen ("sic transit") als Vergänglichkeitsformel.
Ergebnis: Mittelalterliche Sentenz mit klassischer Grammatik - zeigt die Kontinuität lateinischen Sprachgebrauchs durch die Jahrhunderte. Inhalt ist mittelalterlich (Mundus-Kritik), Form ist klassisch.
Mittelalter-Latein ist lingua franca der Christenheit - vereinfacht in Grammatik, aber vielseitig in Funktion.
Humanismus kehrt zum klassischen Cicero-Latein zurück - Erasmus, Petrarca, Celtis als europäische Bildungssprache.
Latein lebt heute in Wissenschaftssprache, Recht, Medizin, Liturgie weiter - es ist nicht tot, sondern transformiert.
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Vergleiche eine Passage Augustinus (Confessiones) mit einer Passage Cicero (De Officiis). Wo zeigt sich das Mittellatein bereits in Augustinus? Welche stilistischen Verschiebungen siehst du?
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Quellen: Carmina Burana - The Latin Library (The Latin Library) · Erasmus, Adagia (The Latin Library)
Belege & Quellen
BMBWF / IQS
The Latin Library