Aufgabenstellung
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Ovid Metamorphosen, Vergil Aeneis, römische Götterwelt, Mysterienkulte und frühchristliches Latein (Vulgata). Mythos ist Welterzählung und politische Begründung zugleich - die Aeneis legitimiert das augusteische Rom durch troischen Ursprung.
3Abschnitteca. 14Min Lesezeit2KompetenzenNiveauStandard 2 · Vertiefung 1Stand 06/2026
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Stilmittel der lateinischen Rhetorik - vier Familien
Römische Provinzen ca. 117 n. Chr. (max. Ausdehnung)
Analysiere das Stilmittel und beschreibe die Wirkung im Narcissus-Mythos.
Doppel-et (et studio venandi ... et aestu) = Polysyndeton; die beiden Ablative der Ursache zu lassus, studio venandi (Jagdeifer) und aestu (Hitze), steigern die Erschöpfung von der Jagd zur Sommerhitze (Klimax).
Narcissus ist müd vom Jagen und durstig - die Voraussetzung für das Verharren am Brunnen, in dessen Spiegelbild er sich verliebt.
Verlangsamt das Erzähltempo, betont jede Komponente der Erschöpfung. Der Leser spürt die Mattigkeit.
Vorbereitung des Verwandlungsmoments - Narcissus muss erschöpft sein, damit er Pause macht, damit er sich im Wasser sieht, damit er sich verliebt, damit er sich verwandelt.
Ergebnis: Das Stilmittel ist nicht Schmuck, sondern Strukturelement - es bereitet die Erkennungsszene vor, die den Mythos zur Tragödie macht.
Ovid erzählt 250 Verwandlungen in 15 Büchern - die Welt entsteht und verändert sich durch Metamorphose.
Verwandlung ist immer aetiologisch: erklärt, warum es heute Lorbeer, Maulbeerbaum oder Echo gibt.
Stilanalyse-Pflichtfrage: identifiziere drei Mittel im Verwandlungsmoment und beschreibe ihre Wirkung.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Lies die Geschichte von Pyramus und Thisbe (Ovid Met. IV,55-166 - auf Perseus). Identifiziere drei Stilmittel des Verwandlungsmoments, vergleiche mit Shakespeares "Sommernachtstraum" oder "Romeo und Julia". Erkläre die ätiologische Funktion des blutigen Maulbeerbaums.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Perseus Project - Ovid Metamorphoses (Tufts University) · Stowasser - Schulwörterbuch (oebv)
Römische Provinzen ca. 117 n. Chr. (max. Ausdehnung)
Analysiere die Szene und beschreibe das Pietas-Konzept.
Aeneas spricht zu seinem Vater Anchises im brennenden Troja. care pater (lieber Vater) = Anrede mit Adjektiv; emotional aufgeladen.
imponere (Imp.Pass.) = "lass dich auf meinen Nacken legen" (nicht "lege dich"). Aeneas trägt den Vater hinaus.
Vater auf den Schultern des Sohnes wird zur ikonischen Darstellung römischer pietas - in der Bildkunst der Kaiserzeit häufig dargestellt.
Familienpflicht (Vater retten), Religionspflicht (Penaten und Lares retten - Anchises trägt sie), Vaterlandspflicht (Troja verlassen, um neues Troja zu gründen = Rom).
Aeneas + Anchises wird zum Markenzeichen des Augustus-Programms; pietas wird zur Schlüsselvirtue der augusteischen Restauration.
Ergebnis: Pietas ist nicht abstrakte Tugend, sondern konkrete Handlung - der Sohn trägt den Vater. Die Szene wird zur ikonischen Verdichtung römischer Werte und politisch-augusteischer Ideologie.
Aeneis ist roemisches Nationalepos und politische Ursprungsgeschichte zugleich.
Römische Provinzen ca. 117 n. Chr. (max. Ausdehnung)
Pietas ist Aeneas-Schlüsseltugend: Pflichterfüllung gegenüber Göttern, Vaterland, Familie.
Vergil schreibt eine römische Antwort auf Homer - erste Hälfte Odyssee (Reise), zweite Hälfte Ilias (Krieg).
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Lies die Schlussverse der Dido-Episode (Aen. IV,651-705 - auf Perseus). Analysiere Didos Selbstmord-Rede: drei Stilmittel, die Aussageabsicht, der politische Subtext (Karthago als Roms Erbfeind). Vergleiche mit Marlowes "Dido, Queen of Carthage".
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Perseus Project - Vergil Aeneis (Tufts University) · BMBWF Latein-Reifepruefungskonzept (BMBWF / IQS)
Römische Provinzen ca. 117 n. Chr. (max. Ausdehnung)
Analysiere den Eröffnungssatz des Johannesevangeliums.
principium = "Anfang" (vgl. princeps); Verbum = "Wort, Logos" (Hieronymus übernimmt das griechische "logos" als Verbum).
einfacher Hauptsatz: in principio (Praep. + Abl.) = adverbiale Bestimmung; erat (3.Sg.Imp.) = Verb; Verbum (Nom.Sg.n.) = Subjekt.
Anspielung auf Gen. 1,1: "In principio creavit Deus caelum et terram" - das Johannesevangelium beginnt mit derselben Formel und stellt damit den Logos in Schöpfungsposition.
Christus (das "Wort / Logos") ist von Anbeginn da - vor der Schöpfung. Spaetantik-philosophisch durchdacht (Neuplatonismus + jüd. Weisheitsspekulation).
Schlicht, hieratisch, ohne stilistische Verzierung - der Anfang eines Kult-Textes, nicht einer Rede.
Ergebnis: "Im Anfang war das Wort." - lapidare Schöpfungsformel, die Genesis-Echo und neuplatonisches Logos-Konzept verbindet. Vulgata-Stil: einfach, monumental, theologisch dicht.
Römische Religion ist Staatsreligion - hochformalisiert, kollektiv, politisch.
Vulgata ist Hieronymus Bibelübersetzung um 400 n. Chr. - sprachlich einfacher als Cicero, aber inhaltlich anspruchsvoll.
Augustinus verbindet römische Rhetorik mit christlicher Spiritualität - die Confessiones sind Schlüsseltext der Spätantike.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
Aktive Wiederholung
Vergleiche das Schöpfungswort in der Vulgata (Gen. 1,3: "Et dixit Deus: Fiat lux. Et facta est lux") mit Ovids Schöpfungserzählung (Met. I,5-31). Welche sprachlichen und theologischen Unterschiede zeigen sich?
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Perseus Project - Vulgate (Tufts University) · Augustinus, Confessiones - The Latin Library (The Latin Library)
Belege & Quellen