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Notizen/Englisch/Prüfungsarchitektur - Klausur, Mündlich und CEFR-B2
Notizen · EnglischAT · Matura

Prüfungsarchitektur - Klausur, Mündlich und CEFR-B2

Aufbau, Bewertung und Lernstrategie für die schriftliche Englisch-Matura (Reading, Listening, Language in Use, Writing) und die mündliche Reifeprüfung. Verankerung an CEFR-Deskriptoren und am IQS-Beurteilungsraster.

6 Abschnitte·~21 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Niveau Basis 1 · Standard 5·Stand 06/2026

T·0111 / 13
Prüfungsprofil
CEFR-B2 · B2-Deskriptoren in den Skills Reading, Listening, Writing, Speaking sicher erfüllenAHS-LFS-2.1 · Lebende Fremdsprache - Maturaarchitektur Klausur + MündlichIQS-SRDP-EN · SRDP-Englisch Aufgabenformate und Beurteilungslogik kennen und nutzen
Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Prüfungsarchitektur - Klausur, Mündlich und CEFR-B2
    • 01Klausurformat - Reading + Listening + Language in Use + Writing○
    • 02Bewertungsraster Writing - Inhalt / Aufbau / Sprachgebrauch / Sprachrichtigkeit◐
    • 03CEFR B2 - Deskriptoren und C1-Erweiterung◐
    • 04Mündliche Reifeprüfung - Monolog und Dialog◐
    • 05Themenpool - Wie 18 Themen wirklich vorbereitet werden◐
    • 06Notenbildung und Kompensationsprüfung - vom Punkt zur Note◐
§ 01

Klausurformat - Reading + Listening + Language in Use + Writing#

●○○BasisLPE-Arch-1.1LPE-Arch-1.2

CEFR-Skala A1 bis C2 mit AHS-Zielniveau

CEFR-Leiter - B2 als MaturazielZahlenstrahl, A1, A2, B1, B2, C1, C2A1A2B1B2C1C2
Abb. 2CEFR-Leiter A1 bis C2. B2 ist das AHS-Maturaziel (hervorgehobener Punkt), C1 die realistische Erweiterung für ambitionierte Kandidatinnen und Kandidaten - rezeptiv und produktiv getrennt skaliert.

Kernpunkte

Die schriftliche Englisch-Matura besteht aus vier getrennt bewerteten Teilen (): Reading Comprehension (60 min, 4 Tasks, ca. 30 items), Listening Comprehension (~45 min Bruttozeit, 4 Tasks, ca. 25 items), Language in Use (45 min, 4 Tasks, ca. 25 items) und Writing (120 min, 2 Texte mit je ca. 250-400 Wörtern). Reading, Listening und Language in Use sind rezeptiv und werden objektiv mit einem zentralen Lösungsschlüssel ausgewertet; nur Writing wird produktiv mit dem analytischen IQS-Raster benotet. Wer diese Trennung verinnerlicht, plant Zeit und Energie richtig: in den drei objektiven Teilen zählt Treffsicherheit pro Item, im Writing dagegen Textqualität über vier Kriterien.

Architektur der schriftlichen Englisch-Klausur

Vier Klausurteile im ÜberblickTabelle mit 4 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Teil · Dauer · Tasks / Items · Bewertung; Reading · 60 min · 4 / ~30 · objektiv; Listening · ~45 min · 4 / ~25 · objektiv; Language in Use · 45 min · 4 / ~25 · objektiv; Writing · 120 min · 2 Texte · IQS-RasterTEILDAUERTASKS / ITEMSBEWERTUNGREADING60 min4 / ~30objektivLISTENING~45 min4 / ~25objektivLANGUAGE IN USE45 min4 / ~25objektivWRITING120 min2 TexteIQS-Raster
Abb. 1Die vier getrennt bewerteten Klausurteile mit Dauer, Aufgabenzahl und Bewertungslogik. Writing trägt mit 40 Punkten das größte Gewicht.
Reading-, Listening- und Language-in-Use-Aufgaben sind objektiv ausgewertet: pro Item gibt es genau einen richtigen Lösungsschlüssel, der zentral vorgegeben ist. Schreibfehler in Antworten führen in Reading/Listening nur dann zu Punktabzug, wenn das Wort dadurch unverständlich wird.
Writing wird mit dem offiziellen analytischen Beurteilungsraster (IQS) bewertet: vier gleichgewichtete Kriterien - Inhalt (Aufgabenerfüllung), Aufbau (Textstruktur), Sprachgebrauch (Spektrum), Sprachrichtigkeit. Jedes Kriterium wird mit 0-5 Punkten benotet; pro Text sind damit maximal 20 Punkte erreichbar, für beide Texte zusammen 40 Punkte.
Reihenfolge am Prüfungstag (BMBWF-Standard): zuerst Reading und Language in Use im Block, dann Listening (Tonaufnahme), zum Schluss Writing. Die genaue Reihenfolge legt das Prüfungssekretariat fest.
Hilfsmittel: Für die schriftliche Englisch-Matura sind keine Hilfsmittel zugelassen - auch im Writing und in Language in Use ist KEIN Wörterbuch (weder ein- noch zweisprachig) erlaubt.
Bestehensgrenze pro Teil: 60 % der Punkte; das Gesamtergebnis wird gewichtet, der Anteil von Writing ist mit 40 Punkten besonders hoch.

Writing-Workflow - 5/40/5/10-Minuten-Plan

Writing-Zeitplan pro TextNetzgraph, Plan 5 min → Drafting 40 min, Drafting 40 min → Edit 5 min, Edit 5 min → Buffer 10 minPlan 5 minDrafting 40 minEdit 5 minBuffer 10 min
Abb. 3Zeitplan pro Text (ca. 60 min): 5 min Planung, 40 min Schreiben (Intro - Body 1/2 - Conclusion), 5 min Korrektur, 10 min Puffer. Zwei Texte in 120 min.
Musterbeispiel

Antwortformat in Reading/Listening - wird die Antwort gewertet?

Eine Note-Completion-Lücke verlangt die fehlende Information in maximal drei Wörtern. Der Text sagt: "The museum reopened in 2022 after a three-year renovation." Aufgabe: "The museum was closed for ___." Welche Schülerantwort wird gewertet? (a) "renovation" (b) "a renovation" (c) "three years" (d) "it was renovated for three years".

  1. 01Frage + Wortlimit lesen

    Die Rubrik nennt das Wortlimit (hier: höchstens drei Wörter) und die Lücke verlangt eine bestimmte Bedeutung: Wie LANGE war das Museum geschlossen? - also eine Zeitdauer, nicht den Grund.

  2. 02Option (a) "renovation"

    Falsch: beantwortet "wofür", nicht "wie lange". Inhaltlich an der Frage vorbei -> 0 Punkte.

  3. 03Option (b) "a renovation"

    Ebenfalls die falsche Kategorie; der unbestimmte Artikel ändert daran nichts.

  4. 04Option (c) "three years"

    Richtig: nennt die Dauer, passt grammatisch in "closed for three years" und liegt im Wortlimit. -> 1 Punkt.

  5. 05Option (d) "it was renovated for three years"

    Inhaltlich nah, aber überschreitet das Wortlimit deutlich und schreibt einen ganzen Satz -> wird NICHT gewertet, obwohl die Information enthalten ist.

Ergebnis: Nur "three years" zählt. Lehre: In den objektiven Teilen gewinnt die GEFORDERTE Information in der GEFORDERTEN Wortzahl und Form - ein vollständiger Satz ist hier ein Fehler, kein Pluspunkt.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank20 Punkte

Aufgabenstellung

Skizziere in eigenen Worten die Prüfungsarchitektur eines SRDP-Englisch-Klausurtags (2022 Haupttermin, AHS): nenne für Reading, Listening, Language in Use und Writing jeweils Dauer, Anzahl der Tasks, Bewertungsbasis und ein typisches Prüfungsproblem.

Maturafokus

  • Plane Zeit pro Teil mit harten Stopps: 1 Reading-Task in 12-15 min, 1 Listening-Task in der dafür vorgegebenen Zeit, 1 LinU-Task in 10 min, 1 Writing-Text in ca. 60 min.
  • Schreibe in Reading/Listening Antworten in einem Wort (oder maximal 4 Wörtern) und in der vorgegebenen Form (Verb, Substantiv, Zahl) - sonst wird die Antwort nicht gewertet.
  • Im Writing zählt Inhalt vor Sprache: ein lexikalisch reicher, aber an der Aufgabe vorbeischreibender Text bekommt in "Inhalt" 0-1 von 5 - das ist beim Bestehen entscheidend.
  • Verifiziere die geforderte Wortzahl pro Writing-Text: 250 +/- 10 % bzw. 400 +/- 10 %. Unter- oder Überschreitung von mehr als 10 % führt zu Punktabzug.
  • Schreibe sauber: unleserliche Antworten werden in den Reading- und Listening-Antwortbogen als falsch gewertet.

Typische Fehler

  • Antworten im Reading/Listening werden in vollständigen Sätzen geschrieben, obwohl ein Wort genügt - das führt oft zu Schreibfehlern und Punktabzug.
  • Die geforderte Wortform wird ignoriert (z.B. Substantiv statt Verb in einer Note-Completion-Aufgabe).
  • Im Writing wird der zweite Text aus Zeitmangel halbiert oder gar nicht beendet; das kostet mehr Punkte als ein paar Sprachfehler im ersten Text.
  • Bullet points werden missachtet oder zusammengezogen, sodass im Schreibteil Inhalt-Punkte fehlen.
  • Antworten ausserhalb des markierten Antwortbogens (z.B. nur im Aufgabenheft) werden nicht bewertet.

Aktive Wiederholung

Erstelle dir einen Zeitplan für einen kompletten Matura-Klausurtag mit 4 Reading- + 4 Listening- + 4 LinU-Tasks und 2 Writing-Texten. Notiere für jeden Block die geplanten Minuten und einen "harten Stopp"-Zeitpunkt am Prüfungstag.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: AHS-Lehrplan Lebende Fremdsprache (Erste, Zweite) - Englisch (BMBWF / RIS) · SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben (IQS) · Matura.gv.at - Aufgabenarchiv Englisch (BHS und AHS) (BMBWF / IQS)

§ 02

Bewertungsraster Writing - Inhalt / Aufbau / Sprachgebrauch / Sprachrichtigkeit#

●●○StandardLPE-Arch-2.1LPE-W-Raster-1.1

Argumentation-Tree für Opinion Essays

Aufbau eines Opinion EssaysBaumdiagramm, 5 Pfade, Daten: Intro + Thesis; Argument 1; Argument 2; Counter + Rebuttal; ConclusionOpinion EssayIntro + ThesisArgument 1Argument 2Counter + RebuttalConclusion
Abb. 4Makrostruktur eines Opinion Essays: Intro + Thesis, zwei Argumente (je claim + evidence + warrant), ein Counter + Rebuttal ("Admittedly ... yet ...") und eine Conclusion (Thesis wiederholen + Ausblick). Das Counter + Rebuttal ist der C1-Hebel.

Kernpunkte

Vier offizielle Kriterien (IQS): Inhalt (Aufgabenerfüllung), Aufbau (Textstruktur), Sprachgebrauch (Spektrum), Sprachrichtigkeit. Jedes Kriterium wird mit 0-5 Punkten beurteilt; pro Text sind damit 20 Punkte erreichbar.
Inhalt prüft, ob Adressat, Textsorte, Register und alle bullet points abgedeckt sind. Schon ein nicht beantworteter Bullet kann auf 3/5 abrutschen lassen.
Aufbau verlangt klare Absatzgliederung mit Topic Sentence + Stützsätzen + ggf. concluding remark; Kohäsionsmittel müssen funktional sein, nicht dekorativ.
Sprachgebrauch (Spektrum) bewertet Wortschatzreichtum, Strukturvariation, idiomatische Wendungen und Register. C1-Niveau zeigt sich in Hedging, Kollokationen, gezielten Komplexstrukturen.
Sprachrichtigkeit bewertet Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung. Bei B2 sind systematische Fehler in einfachen Strukturen problematischer als einzelne Patzer in komplexen.
Jeder Text wird unabhängig bewertet; in jedem Kriterium können 0-5 Punkte vergeben werden, ein 0 in Inhalt heisst meist "Thema komplett verfehlt".

Cohesion-Map - Linking Devices nach Funktion

Connectors nach FunktionTabelle mit 2 Spalten und 6 Zeilen, Daten: Funktion · Connectors (Auswahl); Addition · moreover, also; Kontrast · however, whereas; Ursache/Folge · therefore, thus; Beispiel · for instance; Konzession · although, despite; Schluss · to sum up, overallFUNKTIONCONNECTORS (AUSWAHL)ADDITIONmoreover, alsoKONTRASThowever, whereasURSACHE/FOLGEtherefore, thusBEISPIELfor instanceKONZESSIONalthough, despiteSCHLUSSto sum up, overall
Abb. 5Connectors nach Funktion (vollständige Auswahl) - Addition: moreover, furthermore, in addition; Kontrast: however, on the other hand, whereas; Ursache/Folge: therefore, consequently, as a result; Beispiel: for instance, namely, such as; Konzession: although, even though, despite the fact that; Schluss: to sum up, in conclusion, overall.
Musterbeispiel

Bewertungsraster auf einen Beispielabsatz angewendet

Beurteile den folgenden Absatz aus einem Opinion Essay zu "Should public transport be free?" anhand der vier Kriterien: "I think public transport should be free because it is good for the environment. Many people use cars and this is bad. Also, it helps poor people. In conclusion, free transport is a good idea."

  1. 01Inhalt

    Thema getroffen, aber Argumente nur angerissen; kein konkretes Beispiel/keine Datenangabe; Counter fehlt. Einschätzung: 2/5.

  2. 02Aufbau

    Kurz, aber mit Topic Sentence und Conclusion; keine erkennbaren Stützsätze pro Argument. Einschätzung: 2/5.

  3. 03Sprachgebrauch

    Höchst einfache Lexis ("good", "bad", "poor people"); keine Kollokationen, kein Hedging, keine Variation. Einschätzung: 2/5.

  4. 04Sprachrichtigkeit

    Grammatisch korrekt, aber sehr basale Strukturen. Einschätzung: 3/5.

  5. 05Verbesserung

    Setze pro Argument ein konkretes Beispiel (e.g. "Vienna's 365-euro pass cut car commutes by 18 %") + ein Hedging-Verb ("would arguably reduce") + ein C1-Idiom ("level the playing field"). So könnte der Text auf 4/4/4/4 steigen.

Ergebnis: Vorher 9/20, nach Überarbeitung mit konkreter Evidenz, klaren Topic Sentences und C1-Markern realistisch 16/20.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank20 Punkte

Aufgabenstellung

Schreibe eine kurze Selbsteinschätzung (200 Wörter) deines letzten Writing-Textes anhand der vier offiziellen IQS-Kriterien (Inhalt, Aufbau, Sprachgebrauch, Sprachrichtigkeit). Begründe jede Punktzahl mit einer konkreten Textstelle und nenne eine Verbesserung pro Kriterium.

Maturafokus

  • Markiere im Prüfungsheft jeden bullet point ab, sobald du ihn ausreichend behandelt hast - das schützt vor Inhaltsabzug.
  • Schreib eine erkennbare Einleitung (Hook + Thesis/Purpose Statement) und einen klaren Schluss - das hebt "Aufbau" um eine ganze Stufe.
  • Plane bewusst drei C1-Marker pro Text: ein Hedging-Ausdruck ("It could be argued that..."), eine Inversion oder Cleft-Satz, ein präzises Idiom/Kollokation.
  • Vermeide systematische Fehler: dritte Person Singular -s, irregular past forms, Pluralregeln; das zerstört "Sprachrichtigkeit".
  • Lass am Ende 5 Minuten Editing-Zeit für Tense Consistency, Concord, Spelling.

Typische Fehler

  • Bullet points werden zu Themen gemacht ("Why X is good"), statt sie als konkrete Antworten zu beantworten ("Suggest two solutions").
  • Connectors werden gestapelt ("Furthermore, moreover, additionally"), wirken dekorativ und kosten Aufbau-Punkte.
  • Idiome werden falsch verwendet ("It rains dogs and cats"), das senkt Sprachgebrauch und Sprachrichtigkeit zugleich.
  • Tense wird inkonsistent (Präsens für Bericht über Vergangenheit) - typischer Sprachrichtigkeitsverlust.
  • Wortzahl wird überschritten, weil Floskeln und Wiederholungen den Text aufblasen - das wirkt sich auf Inhalt und Aufbau aus.

Aktive Wiederholung

Read this prompt: "Write an article (220-250 words) for a school magazine arguing whether smartphones should be banned in classrooms. Include: current situation, two arguments, one counterargument, conclusion." Then mark on a scale 0-5 for each of the four criteria how strong your last practice text was. Identify one concrete improvement per criterion.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben (IQS) · SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren) (Cambridge University Press & Assessment) · Matura.gv.at - Aufgabenarchiv Englisch (BHS und AHS) (BMBWF / IQS)

§ 03

CEFR B2 - Deskriptoren und C1-Erweiterung#

●●○StandardLPE-CEFR-B2.RLPE-CEFR-B2.LLPE-CEFR-B2.WLPE-CEFR-B2.S

CEFR-Skala A1 bis C2 mit AHS-Zielniveau

CEFR-Leiter - B2 als MaturazielZahlenstrahl, A1, A2, B1, B2, C1, C2A1A2B1B2C1C2
Abb. 7CEFR-Leiter A1 bis C2. B2 ist das AHS-Maturaziel (hervorgehobener Punkt), C1 die realistische Erweiterung für ambitionierte Kandidatinnen und Kandidaten - rezeptiv und produktiv getrennt skaliert.

Kernpunkte

B2 Reading: Kann komplexe Texte zu vertrauten und teils unvertrauten Themen verstehen, Hauptaussagen und Details erfassen, Standpunkte einordnen.
B2 Listening: Kann längere Vorträge, Nachrichten und Diskussionen zu vertrauten Themen folgen, Hauptaussagen und Details unterscheiden, auch bei normaler Sprechgeschwindigkeit.
B2 Writing: Kann klare, detaillierte Texte zu einer Vielzahl von Themen verfassen, Standpunkte begründen, Vor- und Nachteile abwägen.
B2 Speaking: Kann sich klar und detailliert ausdrücken, Argumente entwickeln, Standpunkt verteidigen, Interaktion ohne grossen Aufwand für Sprecher und Hörer.
C1-Erweiterung zeigt sich in: idiomatischem und situationsadaequatem Sprachgebrauch, präziser Wortwahl, flexibler Strukturwahl (z.B. Inversion, Cleft, advanced collocations), hedging, signposting.
CEFR ist skill-spezifisch (): Schüler*innen können z.B. in Reading auf C1, in Speaking auf B2 sein - die Mindestschwelle der Matura ist in jedem Skill B2. stellt für jede Fertigkeit den B2-Maturadeskriptor neben den C1-Ausbau: B2 heisst "verstehen/produzieren mit Begründung", C1 heisst "Implizites, Ironie, Register-Flexibilität". Lokalisiere deine schwächste Fertigkeit und ziehe sie zuerst nach.

B2 (Maturaniveau) und C1-Ausbau pro Fertigkeit

B2 vs. C1 pro FertigkeitTabelle mit 3 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Skill · B2 - Matura · C1 - Ausbau; Reading · Haupt + Detail · Implizites, Ironie; Listening · Standardtempo · Akzente, Idiome; Writing · klar, begründet · nuanciert, flexibel; Speaking · fließend · spontan, idiomatischSKILLB2 - MATURAC1 - AUSBAUREADINGHaupt + DetailImplizites, IronieLISTENINGStandardtempoAkzente, IdiomeWRITINGklar, begründetnuanciert, flexibelSPEAKINGfließendspontan, idiomatisch
Abb. 6Pro Skill der B2-Maturadeskriptor und das, was den C1-Ausbau ausmacht. Die Mindestschwelle ist in jeder Fertigkeit B2.
Musterbeispiel

Von B2 zu C1 - denselben Gedanken eine Stufe heben

Hebe diesen soliden B2-Satz auf C1: "Many people think that social media is bad for teenagers because it makes them compare themselves to others."

  1. 01Schwäche diagnostizieren

    Generischer Subjektstart ("Many people think"), wertendes Allerweltswort ("bad"), simple Kausalität mit "because". B2-typisch korrekt, aber ohne Spektrum.

  2. 02Hedging + präzise Lexis

    Statt "Many people think" -> "It is widely argued that"; statt "bad for" -> "detrimental to"; statt "makes them compare" -> "fuels social comparison".

  3. 03Struktur verdichten

    Eine Nominalphrase als Subjekt hebt das Register: "the constant exposure to curated images" statt eines weiteren Hauptsatzes.

  4. 04C1-Fassung zusammensetzen

    "It is widely argued that social media is detrimental to adolescents, as the constant exposure to curated images fuels social comparison."

Ergebnis: Derselbe Inhalt, aber mit Hedging ("widely argued"), präziser Kollokation ("detrimental to", "social comparison") und nominaler Verdichtung - drei sichtbare C1-Marker, die "Sprachgebrauch" eine Stufe heben.

Maturafokus

  • Identifiziere für jeden Skill deinen aktuellen Stand mit B2/C1-Deskriptoren (siehe CEFR Companion Volume) und priorisiere die schwächste Fähigkeit.
  • Bei jedem Writing-Text drei C1-Marker bewusst einbauen: ein Hedging-Verb (would suggest, tend to), eine Konzession (admittedly... yet...) und eine prazise Kollokation (a sweeping reform, a glaring oversight).
  • Im Speaking gilt: Pausen mit fillers (I see what you mean, that's an interesting point) sind besser als stille Pausen - sie zeigen interaktionale Kompetenz auf B2+.
  • Lies für Reading mind. zwei Textsorten pro Woche (Zeitungsartikel + Blog/Opinion), um Distraktormuster zu lernen.
  • Trainiere Listening mit BBC Learning English 6-Minute English (B2) und News Review (C1) im Wechsel.

Typische Fehler

  • B2 wird mit "Schulwissen genügt" verwechselt - tatsächlich entspricht B2 dem unteren Bereich des CEFR-fluent-Niveaus.
  • C1-Marker werden ohne Sinn eingestreut ("It could be argued..." vor jeder Banalität) und wirken dadurch unnatürlich.
  • Ein C2-Wort (z.B. recondite, perfunctory) wird benutzt, ohne den Kontext zu treffen - reduziert Sprachgebrauch und Sprachrichtigkeit.
  • Reading wird mit Vokabel-Lookup verwechselt - in der Prüfung steht kein Wörterbuch zur Verfügung.
  • Idiome werden direkt aus dem Deutschen übersetzt ("It costs nothing", "Daumen drücken" -> wrong literal translation).

Aktive Wiederholung

Take the CEFR self-assessment grid (Council of Europe). Mark your level per skill (Reading, Listening, Writing, Speaking) and list one observable behaviour you cannot yet do at B2. Then plan one concrete training task to bridge that gap (e.g. "I cannot yet follow native podcasts at full speed -> shadow one News Review episode per week").

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: CEFR Companion Volume with New Descriptors (Council of Europe) · Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren) (Cambridge University Press & Assessment) · AHS-Lehrplan Lebende Fremdsprache (Erste, Zweite) - Englisch (BMBWF / RIS) · SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS)

§ 04

Mündliche Reifeprüfung - Monolog und Dialog#

●●○StandardLPE-S-1.1LPE-S-1.2LPE-S-1.3

Speaking Exam Flow - Monolog + Dialog

Mündliche Prüfung - AblaufNetzgraph, Vorbereitung → Monolog 4-5 min, Monolog 4-5 min → Dialog 3-4 minVorbereitungMonolog 4-5 minDialog 3-4 min
Abb. 8Mündliche Reifeprüfung: ca. 20 min Vorbereitung (Karte ziehen), dann Monolog (4-5 min, Themenpool) und Dialog (3-4 min, Interaktion mit Examiner). Bewertet werden Spektrum, Korrektheit, Aussprache, Kohärenz und Interaktion.

Kernpunkte

Die mündliche Englisch-Matura besteht aus einer Themenpoolaufgabe; die Kandidatin/der Kandidat zieht eine Karte mit visueller Stimulus (Foto, Statistik, Cartoon) und einem Themenrahmen aus 18-24 Themen.
Prüfungsdauer: ca. 20 min Vorbereitung, ca. 4-5 min Monolog, ca. 3-4 min Dialog mit der/dem Prüfer*in. Insgesamt 10-15 min Prüfungszeit.
Monolog: Stimulus beschreiben (description), interpretieren (interpretation), persönlich Stellung beziehen (personal stance), Bezug zum Themenpool herstellen (relate to theme).
Dialog: Examiner stellt Folgefragen, fordert zu Vergleichen, Pro/Kontra, hypothetischen Szenarien auf. Bewertet werden interaktive Strategien (turn-taking, paraphrasing, asking for clarification).
Bewertet wird nach fünf CEFR-orientierten Deskriptoren: Range (Spektrum), Accuracy (Korrektheit), Fluency (Fluss), Interaction (Interaktion), Coherence/Cohesion (Zusammenhang).
Hilfsmittel während der Vorbereitung: leere Notizzettel, Stichwortzettel; kein vollständiges Manuskript erlaubt. In der Prüfung selbst darf nur auf Stichworte gesehen werden.
Musterbeispiel

Monolog-Skelett zum Thema "Travel and Tourism" (Stimulus: overcrowded Venice)

Du ziehst eine Karte mit dem Titel "Travel and Tourism" und einem Foto von überlaufenem Markusplatz in Venedig. Skizziere einen vier-Minuten-Monolog.

  1. 01Stimulusbeschreibung (45 s)

    "The photograph in front of me shows St Mark's Square in Venice, packed with tourists from edge to edge. In the background you can see the iconic Basilica, while in the foreground a sea of selfie sticks dominates the scene."

  2. 02Interpretation (90 s)

    "What strikes me most is the contrast between the architectural grandeur and the chaotic crowd. The image points to a broader phenomenon known as overtourism - cities being literally loved to death by their visitors."

  3. 03Argument + Beispiel (60 s)

    "On the one hand, tourism generates around 12 % of Venice's GDP, sustaining thousands of jobs. On the other hand, day-trippers contribute disproportionately to congestion while spending little locally."

  4. 04Persönliche Position (45 s)

    "From my perspective, the recent five-euro entry fee for day-trippers is a sensible first step, although it will hardly act as a serious deterrent in the long run."

  5. 05Themenpool-Bezug + Outlook (60 s)

    "In the wider context of sustainable tourism, Venice could become a blueprint - or a warning - for other heritage cities. It might be worth considering caps on cruise ships, much like Amsterdam has done."

Ergebnis: Etwa 4 min, ca. 320 gesprochene Wörter, B2-C1-Lexis (overtourism, loved to death, day-trippers, a blueprint), drei Hedging-Marker (might, hardly, could).

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank25 Punkte

Aufgabenstellung

Themenpool-Karte (paraphrasiert): "Travel and Tourism". Stimulus: Foto eines überfüllten Markusplatzes in Venedig. Aufgabenstellung: Beschreibe den Stimulus, interpretiere, beziehe persönlich Stellung und stelle einen Bezug zum Thema im Themenpool her. Anschliessend Dialog (3-4 min) mit der/dem Prüfer*in.

Maturafokus

  • Strukturmuster für den Monolog: 1) Hook + Stimulusbeschreibung, 2) zwei Argumente mit Beispiel, 3) persönliche Position mit Hedging, 4) Bezug zum Themenpool, 5) Abschlusssatz mit Outlook.
  • Plane in der Vorbereitung drei "lexikalische Inseln" (key phrases pro Argument) statt vollständiger Sätze - das wirkt im Vortrag natürlicher.
  • Im Dialog turn-taking signalisieren: "If I may add...", "From my perspective,", "Looking at it differently,". Vermeide simple "yes/no"-Antworten.
  • Aussprache und Intonation zählen: in B2 sind klare Wortgrenzen, korrekte Wortbetonung und richtige Satzmelodie der Schlüssel.
  • Bei Verständnisproblemen klar nachfragen: "Could you rephrase that, please?" - das ist Teil der Interaktionskompetenz und kein Fehler.

Typische Fehler

  • Den Monolog auswendig vortragen, ohne auf den Stimulus einzugehen - der Prüfer erkennt das sofort.
  • Nur den Stimulus beschreiben, ohne zu interpretieren und Stellung zu nehmen - dann fehlt die "interpretation" Komponente.
  • Im Dialog nur kurze Antworten geben und auf weitere Fragen warten - das senkt die Interaktionskompetenz.
  • Fillers wie "ehm", "uh" werden überbordend verwendet - besser sind englische fillers ("well", "you see", "what I mean is...").
  • Direkt aus dem Deutschen übersetzte Floskeln ("How do you find it?", "It gives many possibilities").

Aktive Wiederholung

Choose a photo from your phone. Give a 4-minute monologue: 30 s description (foreground/background/people/atmosphere), 90 s interpretation (what is the message?), 90 s personal stance (do you agree?), 30 s conclusion. Record and listen back: count fillers, identify one C1 phrase you used and one you could have used.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: CEFR Companion Volume with New Descriptors (Council of Europe) · SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren) (Cambridge University Press & Assessment) · BBC Learning English - 6 Minute English / News Review (BBC)

§ 05

Themenpool - Wie 18 Themen wirklich vorbereitet werden#

●●○StandardLPE-S-2.1LPE-S-2.2

Kernpunkte

Der Themenpool wird von der Prüfungslehrkraft im Vorfeld festgelegt und besteht aus 18-24 Themen aus dem AHS-Lehrplan (z.B. Education, Work and Career, Globalisation, Environment, Media, Health, Travel, Identity).
Jedes Thema sollte mit einem 4-Punkte-Profil vorbereitet sein (): 1) zentrale Begriffe (10-15 collocations), 2) zwei aktuelle Statistiken/Beispiele, 3) zwei Argumente plus Gegenargument, 4) persönliche Erfahrung als Anker. Diese vier Bausteine sind genau die Erinnerungsstützen, die im Monolog tragen: die Lexis liefert das Vokabular, die Daten machen ein Argument konkret, die Argumentkette gibt Struktur, der Anker erlaubt eine authentische Stellungnahme.

4-Punkte-Profil pro Themenpoolthema

4-Punkte-ThemenprofilTabelle mit 3 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Baustein · Inhalt · Beispiel; Lexis · 10-15 Kollokationen · a pressing issue; Daten · 2 Statistiken · OECD 2023: 32 %; Argumente · 2 + 1 Gegenargument · pro / yet contra; Anker · eigene Erfahrung · 2-Satz-AnekdoteBAUSTEININHALTBEISPIELLEXIS10-15 Kollokationena pressing issueDATEN2 StatistikenOECD 2023: 32 %ARGUMENTE2 + 1 Gegenargumentpro / yet contraANKEReigene Erfahrung2-Satz-Anekdote
Abb. 9Jedes der 18-24 Themen wird mit vier Bausteinen vorbereitet: thematische Lexis, harte Daten, Argumente mit Gegenargument und ein persönlicher Anker.
Themen überlappen sich (z.B. Education + Technology + Future of Work) - eine Argumentenkette lässt sich auf mehrere Themen ausweiten.
Die Themen sollten in Englisch geprüft werden (nicht in Stichworten auf Deutsch); eine 5-Satz-Zusammenfassung pro Thema laut auszusprechen ist gutes Aufwärmtraining.
Internationale Bezüge werden positiv bewertet: Bezug auf UK/US/Australien/Indien/Singapur statt nur Österreich zeigt B2/C1-Wissensbreite.
Aktuelle Daten sind stärker als allgemeine Aussagen: "According to a 2023 OECD report, 32 % of..." schlägt "Many people think...".
Musterbeispiel

4-Punkte-Profil ausgearbeitet - Thema "Technology / Artificial Intelligence"

Erstelle ein prüfungsfertiges 4-Punkte-Profil für das Themenpoolthema "Technology / Artificial Intelligence", aus dem sich jederzeit ein 90-Sekunden-Pitch sprechen lässt.

  1. 01Lexis (Kollokationen)

    machine learning, to automate routine tasks, algorithmic bias, to raise ethical concerns, a double-edged sword, to reshape the job market.

  2. 02Daten / Beispiel

    Konkret statt vage: "A 2023 OECD report estimates that around 27 % of jobs are at high risk of automation." Plus ein Alltagsbeispiel (AI tutors in schools).

  3. 03Argumente + Gegenargument

    Pro: "AI boosts productivity and frees humans for creative work." Pro: "it democratises expertise, e.g. diagnostic apps." Counter: "yet it threatens jobs and can entrench existing biases."

  4. 04Persönlicher Anker

    Zwei Sätze eigene Erfahrung: "I use an AI tutor to revise vocabulary, which has roughly halved my learning time. Still, I always double-check its answers against a real dictionary."

Ergebnis: Aus diesem Profil spricht man flüssig 90 Sekunden; der Brückensatz "This is closely linked to the future of work" pivotiert jederzeit zu Work and Career.

Maturafokus

  • Bereite pro Thema eine "elevator pitch" von 90 Sekunden vor - das ist die Grundeinheit für den Monolog.
  • Verknüpfe je zwei Themen mit einem Brückensatz: "This is closely linked to..." - so kannst du jederzeit pivotieren.
  • Markiere in deinen Notizen "data anchors" (Zahlen, Studien, Ereignisse) und "lexis anchors" (5-7 thematische Kollokationen) - sie sind die robustesten Erinnerungsstützen.
  • Höre zu jedem Thema mind. eine Podcast-Folge (z.B. BBC News Review, The Guardian Today) im Original - das sichert authentisches Vokabular.
  • Übe die ersten zwei Sätze pro Thema bis sie automatisch kommen - sie senken die Einstiegshürde im Monolog.

Typische Fehler

  • Themen werden nur einmal "gelernt" und nicht regelmäßig laut wiederholt - das führt zu stockendem Vortrag.
  • Statt thematischer Tiefe werden allgemeine Floskeln gesammelt ("This is a very important topic in our society today.") - das wirkt leer.
  • Argumente werden ohne Beispiel oder Daten präsentiert; im Dialog scheitert man dann an der Folgefrage "Can you give an example?".
  • Persönliche Anekdoten sind zu lang und drohen über 60 % der Monolog-Zeit zu beanspruchen.
  • Statistiken sind erfunden - Prüfer*innen lesen die gleichen Magazine wie du und merken das.

Aktive Wiederholung

Pick three themes from a typical AHS Themenpool (Education, Environment, Media). For each, write: (a) 3 collocations, (b) 1 statistic, (c) 1 argument + counter, (d) 1 personal anchor in 2 sentences. Practise speaking the 4 elements in 90 seconds. Repeat over three days; on day 4, drop the notes.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: AHS-Lehrplan Lebende Fremdsprache (Erste, Zweite) - Englisch (BMBWF / RIS) · SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · CEFR Companion Volume with New Descriptors (Council of Europe) · BBC Learning English - 6 Minute English / News Review (BBC)

§ 06

Notenbildung und Kompensationsprüfung - vom Punkt zur Note#

●●○StandardLPE-Arch-1.1LPE-Arch-2.1

CEFR-Skala A1 bis C2 mit AHS-Zielniveau

CEFR-Leiter - B2 als MaturazielZahlenstrahl, A1, A2, B1, B2, C1, C2A1A2B1B2C1C2
Abb. 10CEFR-Leiter A1 bis C2. B2 ist das AHS-Maturaziel (hervorgehobener Punkt), C1 die realistische Erweiterung für ambitionierte Kandidatinnen und Kandidaten - rezeptiv und produktiv getrennt skaliert.

Kernpunkte

Die Maturanote in Englisch entsteht aus zwei getrennten Säulen: schriftliche Klausur (Reading + Listening + Language in Use + Writing) und - sofern gewählt - mündliche Reifeprüfung; beide werden getrennt benotet.
In der schriftlichen Klausur werden die vier Teile gewichtet zusammengeführt; Writing ist mit rund 40 von ca. 100 Punkten das schwerstgewichtete Modul, Reading/Listening/Language in Use teilen sich den Rest.
Bestehensgrenze: in der Regel mindestens 60 % der erreichbaren Punkte für ein "Genügend"; darunter ist die Klausur negativ und muss kompensiert werden.
Notenstufen (vereinfacht): ab 60 % Genügend (4), die Schwellen für Befriedigend (3), Gut (2) und Sehr gut (1) steigen gestaffelt darüber - die genaue Punkte-Noten-Tabelle gibt die Schule bzw. die zentrale Vorgabe vor.
Kompensationsprüfung: bei negativer Klausur folgt eine mündliche Kompensationsprüfung; eine bestandene Kompensation hebt die Note auf maximal "Genügend" an.
Die mündliche Reifeprüfung (falls als Prüfungsfach gewählt) wird unabhängig benotet über Range, Accuracy, Fluency, Interaction und Coherence/Cohesion.
Musterbeispiel

Von Punkten zur Note - die 60-%-Schwelle rechnen

Der Reading-Teil hat 30 Items zu je 1 Punkt. Wie viele richtige Items brauchst du mindestens für ein "Genügend" in diesem Teil, und was folgt daraus fürs Klausurmanagement?

  1. 01Schwelle ansetzen

    Bestehensgrenze pro Teil = 60 %. 60 % von 30 Items = 18 Items.

  2. 02Mindestziel festlegen

    Du brauchst also mindestens 18 von 30 korrekten Reading-Antworten. Realistisches Sicherheitsziel: 21-22, um Flüchtigkeitsfehler abzufedern.

  3. 03Aufs Gewicht übertragen

    Writing trägt rund 40 von ca. 100 Prüfungspunkten. Selbst ein perfektes Reading kann ein leeres Writing nicht ausgleichen - die Teile haben getrennte Bestehensschwellen.

  4. 04Konsequenz fürs Timing

    Sichere zuerst die "leichten" 18 Reading-Items, bevor du dich an den letzten kniffligen Text verbeißt - und verschenke nie die Writing-Zeit.

Ergebnis: Mindestens 18/30 Reading-Items für "Genügend" in diesem Teil; weil Writing am schwersten gewichtet ist, darf der zweite Text nie unfertig bleiben.

Maturafokus

  • Rechne dir die 60-%-Schwelle pro Teil aus, damit du im Klausurmanagement weisst, wie viele Items du mindestens brauchst.
  • Priorisiere den Writing-Teil zeitlich, weil er das höchste Punktegewicht trägt.
  • Verstehe den Unterschied zwischen "Klausur negativ -> Kompensation" und einer regulären mündlichen Prüfung.
  • In der Kompensationsprüfung zählt eine klare, korrekte Kernantwort mehr als sprachliche Brillanz - sichere die Bestehensgrenze.
  • Plane für das mündliche Prüfungsfach gezielt die fünf Bewertungskriterien (Range/Accuracy/Fluency/Interaction/Coherence).

Typische Fehler

  • Annahme, ein sehr gutes Writing könne ein negatives Reading vollständig ausgleichen - die Teile haben getrennte Bestehensschwellen.
  • Die 60-%-Huerde pro Teil nicht gekannt und Punkte falsch eingeschätzt.
  • Kompensationsprüfung mit der gewählten mündlichen Reifeprüfung verwechselt.
  • In der Kompensation auf Stil statt auf inhaltliche Kernabdeckung gesetzt.
  • Zeit gleichmäßig verteilt, obwohl Writing das größte Gewicht hat.

Aktive Wiederholung

Erkläre in eigenen Worten, wie sich die schriftliche Englischnote zusammensetzt: nenne die vier Teile, ihr ungefähres Punktegewicht, die Bestehensschwelle und was bei einer negativen Klausur passiert. Berechne, wie viele Items du bei 30 Reading-Items mindestens für ein "Genügend" brauchst.

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: AHS-Lehrplan Lebende Fremdsprache (Erste, Zweite) - Englisch (BMBWF / RIS) · SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben (IQS) · Matura.gv.at - Aufgabenarchiv Englisch (BHS und AHS) (BMBWF / IQS)

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Klausurformat - Reading + Listening + Language in Use + Writing○
    • 02Bewertungsraster Writing - Inhalt / Aufbau / Sprachgebrauch / Sprachrichtigkeit◐
    • 03CEFR B2 - Deskriptoren und C1-Erweiterung◐
    • 04Mündliche Reifeprüfung - Monolog und Dialog◐
    • 05Themenpool - Wie 18 Themen wirklich vorbereitet werden◐
    • 06Notenbildung und Kompensationsprüfung - vom Punkt zur Note◐

0/6 Gelesen

Aus den Notizen ins Training

Prüfungsarchitektur - Klausur, Mündlich und CEFR-B2

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~21
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3
Kompetenzen
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Beispielfrage

Skizziere in eigenen Worten die Prüfungsarchitektur eines SRDP-Englisch-Klausurtags (2022 Haupttermin, AHS): nenne für Reading, Listening, Language in Use und Writing jeweils Dauer, Anzahl der Tasks, Bewertungsbasis und ein typisches Prüfungsproblem.

20 BE · 2022

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Belege & Quellen

Quellen

BMBWF / RIS

  • AHS-Lehrplan Lebende Fremdsprache (Erste, Zweite) - Englisch

BMBWF / IQS

  • SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung
  • Matura.gv.at - Aufgabenarchiv Englisch (BHS und AHS)

IQS

  • IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben

Cambridge University Press & Assessment

  • Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren)

Council of Europe

  • CEFR Companion Volume with New Descriptors

BBC

  • BBC Learning English - 6 Minute English / News Review

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