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DE-Abitur · Katholische ReligionslehreT·1212 / 12
Klassische und zeitgenössische Religionskritik (Feuerbach, Marx, Nietzsche, Freud), ausgewählte Stationen der Kirchengeschichte (Konstantinische Wende, Konzilien, Reformation, Kirche im Nationalsozialismus, II. Vatikanum) und das Verhältnis der katholischen Kirche zu anderen Religionen nach Nostra Aetate (1965). Inhaltsfeld mit hoher Operatorendichte (erörtern, beurteilen).
6Abschnitteca. 12Min Lesezeit4Kompetenzen
Operatoren:darstellen · analysieren · vergleichen · erörtern · beurteilen
grundlegendes Niveau
gA: vier klassische Religionskritiker mit Kernthese, drei kirchengeschichtliche Wendemarken (Konstantin, Reformation, Vat II), Nostra Aetate 3–4 zum Judentum und Islam.
erhöhtes Niveau
eA: Feuerbachs Projektionstheorie als Inversion Hegels, Marx' Aufnahme Feuerbachs in der Religionskritik der „Frühschriften", Nietzsches „Gott ist tot" als Kulturdiagnose, Freuds Vater-Komplex; Karl Rahners „anonymes Christentum" vs. J. Hicks pluralistische Theologie; Dominus Iesus (2000) als lehramtliche Klärung.
Kernpunkte
RELIGIONSKRITISCHE POSITIONEN — ÜBERSICHT
Welche drei Beschriftungen in "Religionskritische Positionen — Übersicht" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Analysieren Sie Ludwig Feuerbachs Projektionsthese („Das Wesen des Christentums" 1841) und beurteilen Sie, inwiefern die katholische Theologie sie aufnehmen oder zurückweisen kann.
Feuerbach kehrt die Hegelsche Beziehung von Gott und Mensch um: Nicht Gott schafft den Menschen, sondern der Mensch projiziert sein eigenes (Gattungs-)Wesen — Vernunft, Wille, Liebe — in unendlicher Steigerung auf einen jenseitigen Gott. „Das Bewusstsein Gottes ist das Selbstbewusstsein des Menschen."
Religion ist demnach eine notwendige Entfremdungsstufe: Der Mensch verarmt, indem er seine besten Eigenschaften an Gott abtritt. Ziel ist die „Rücknahme" der Projektion — Anthropologie als „Geheimnis der Theologie".
Stärke: Feuerbach deckt reale Projektionsmechanismen und Götzenbilder auf. Schwäche: Aus der psychologischen Genese eines Gottesbildes folgt nicht logisch die Nicht-Existenz Gottes (genetischer Fehlschluss).
Die katholische Theologie kann Feuerbach als Reinigungsinstanz aufnehmen: Das Bilderverbot (Ex 20,4) und die negative Theologie kritisieren selbst jede Projektion. Religionskritik schärft den Gottesbegriff gegen menschengemachte Götzen (vgl. J. B. Metz, H. Küng).
Feuerbach trifft eine projektive Frömmigkeit, nicht den biblischen, sich frei offenbarenden Gott (Dei Verbum 2). Tragfähig ist die These als methodische Selbstkritik der Theologie, nicht als Beweis des Atheismus.
Ergebnis: Feuerbachs Projektionsthese ist philosophisch ernstzunehmend, beweist aber nicht die Nicht-Existenz Gottes (genetischer Fehlschluss). Die katholische Theologie nimmt sie als ideologiekritische Reinigung des Gottesbildes auf, ohne den sich offenbarenden Gott aufzugeben.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie J. B. Metz' Vorschlag einer „kompassionistischen" Theologie nach Auschwitz als Aufnahme der Religionskritik in die katholische Gotteslehre.
Quellen: Stanford Encyclopedia of Philosophy — Concepts of God (Stanford University) · Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)
Kernpunkte
ZEITSTRAHL DER KIRCHENGESCHICHTE (AUSWAHL)
Welche drei Beschriftungen in "Zeitstrahl der Kirchengeschichte (Auswahl)" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
ABRAHAMITISCHE RELIGIONEN — KERNMERKMALE IM VERGLEICH
Welche drei Beschriftungen in "Abrahamitische Religionen — Kernmerkmale im Vergleich" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Quellen: Nostra Aetate — Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen (II. Vatikanisches Konzil) · Lumen Gentium — Konstitution über die Kirche (II. Vatikanisches Konzil) · Deutsche Bischofskonferenz — Dokumente und Stellungnahmen (DBK)
Kernpunkte
ZEITSTRAHL DER KIRCHENGESCHICHTE (AUSWAHL)
Welche drei Beschriftungen in "Zeitstrahl der Kirchengeschichte (Auswahl)" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Quellen: Theologische Erklärung von Barmen (1934) (Evangelische Kirche in Deutschland) · Deutsche Bischofskonferenz — Dokumente und Stellungnahmen (DBK)
Kernpunkte
ZEITSTRAHL DER KIRCHENGESCHICHTE (AUSWAHL)
Welche drei Beschriftungen in "Zeitstrahl der Kirchengeschichte (Auswahl)" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Quellen: Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana) · Deutsche Bischofskonferenz — Dokumente und Stellungnahmen (DBK)
Kernpunkte
ABRAHAMITISCHE RELIGIONEN — KERNMERKMALE IM VERGLEICH
Welche drei Beschriftungen in "Abrahamitische Religionen — Kernmerkmale im Vergleich" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Quellen: Nostra Aetate — Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen (II. Vatikanisches Konzil) · Stanford Encyclopedia of Philosophy — Concepts of God (Stanford University) · Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)
Kernpunkte
ABRAHAMITISCHE RELIGIONEN — KERNMERKMALE IM VERGLEICH
Welche drei Beschriftungen in "Abrahamitische Religionen — Kernmerkmale im Vergleich" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Vergleichen Sie die christologischen Positionen Dietrich Bonhoeffers (1944/45) und Karl Rahners (1976) hinsichtlich Methode, Akzent und ethischer Konsequenz.
Dietrich Bonhoeffer (1906–1945), evangelischer Theologe, Widerstandskämpfer gegen den NS. Christologie der „Tegeler Briefe" (1944) — Christus für andere, religionsloses Christentum, Stellvertretung.
Karl Rahner SJ (1904–1984), einflussreichster katholischer Theologe des 20. Jh. Konzilsperitus Vat II. „Grundkurs des Glaubens" (1976) entwickelt transzendentale Christologie — Mensch als „Hörer des Wortes".
Bonhoeffer: existenzielle Christologie aus der Situation des Glaubenden, narrativ-biographisch, antimetaphysisch. Rahner: transzendentale Methode — anthropologische Bedingung der Möglichkeit von Offenbarung als Ausgangspunkt.
Bonhoeffer: „Wer ist Christus für uns heute?" — Christus als der „Mann für andere", Diesseitigkeit, Stellvertretung. Rahner: Jesus Christus als Höhepunkt der Selbstmitteilung Gottes; Christozentrismus mit anonymem Christentum.
Bonhoeffer: Diskipelschaft, Verantwortung, Widerstand — bis zur Konspiration gegen Hitler. Rahner: Christozentrische Ethik aus der Würde der menschlichen Person; Offenheit für Pluralismus und interreligiösen Dialog.
Beide Positionen verbinden Christologie und Ethik. Bonhoeffer stärker situativ und entscheidungsorientiert, Rahner stärker systematisch und vermittelnd. Beide bereichern die katholische Theologie nach Vat II — Rahner innerlich, Bonhoeffer als ökumenischer Gesprächspartner.
Ergebnis: Bonhoeffer und Rahner zeigen zwei legitime Wege moderner Christologie: existenzielle Verdichtung (Bonhoeffer) und transzendentale Vermittlung (Rahner). Beide bleiben für die katholische Theologie maßgeblich.
Typische Fehler
Quellen: Nostra Aetate — Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen (II. Vatikanisches Konzil) · Einheitsübersetzung 2016 (Bibleserver) (Katholisches Bibelwerk) · Katechismus der Katholischen Kirche (Online-Ausgabe) (Libreria Editrice Vaticana)