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DE-Abitur · GeographieT·055 / 8
Wasserkreislauf, Flusssysteme, Grundwasser, Boden als Schnittstelle Atmosphäre-Lithosphäre-Biosphäre, ökologische Höhenstufung. Brücke zur Biologie (Ökosysteme) und zur nachhaltigen Raumentwicklung (Wassersicherheit).
6Abschnitteca. 10Min Lesezeit3Kompetenzen
Operatoren:analysieren · darstellen · beurteilen · erläutern
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Wasserkreislauf darstellen, Bodenprofil interpretieren, Vegetationszonen benennen.
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: Wasserbilanzen quantitativ aufstellen, Bodenbildungsfaktoren (Klima, Ausgangsgestein, Relief, Zeit) tiefer analysieren, Ökosystemleistungen (Ecosystem Services) bewerten.
Kernpunkte
WASSERBILANZGLEICHUNG
N Niederschlag, V Verdunstung (real), A Abfluss, ΔR Speicheränderung (Schnee, Grundwasser, Boden). Über lange Zeiträume mittelt ΔR gegen Null.
GLOBALER WASSERKREISLAUF
Welche drei Beschriftungen in "Globaler Wasserkreislauf" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Ein Einzugsgebiet von 1000 km² erhält einen Jahresniederschlag von N = 900 mm; die reale Verdunstung beträgt V = 540 mm. Bestimmen Sie den Abfluss, den Abflusskoeffizienten und die mittlere Abflussspende (m³/s).
Über ein Jahr mittelt die Speicheränderung gegen Null (ΔR ≈ 0). Aus N = V + A + ΔR folgt A = N − V = 900 mm − 540 mm = 360 mm.
Der Abflusskoeffizient ist der Anteil des Niederschlags, der abfließt: ψ = A / N = 360 / 900 = 0,40. 40 % des Niederschlags fließen ab, 60 % verdunsten.
A = 360 mm = 0,36 m über die Fläche 1000 km² = 1·10⁹ m². Volumen V_a = 0,36 m · 1·10⁹ m² = 3,6·10⁸ m³/a.
Ein Jahr hat 365·24·3600 ≈ 3,15·10⁷ s. Mittlerer Abfluss Q = 3,6·10⁸ m³ / 3,15·10⁷ s ≈ 11,4 m³/s. Der Abflusskoeffizient 0,40 ist typisch für ein gemäßigtes Mittelgebirgs-Einzugsgebiet; in versiegelten Stadträumen läge ψ deutlich höher (0,7–0,9), was das Hochwasserrisiko erhöht.
Ergebnis: A = 360 mm, ψ = 0,40, mittlerer Abfluss ≈ 11,4 m³/s; ψ verknüpft Wasserbilanz mit Hochwasser- und Versiegelungsfragen.
Typische Fehler
Kernpunkte
FLUSSSYSTEM — OBERLAUF, MITTELLAUF, UNTERLAUF
Welche drei Beschriftungen in "Flusssystem — Oberlauf, Mittellauf, Unterlauf" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Kernpunkte
Typische Fehler
Kernpunkte
UNIVERSAL SOIL LOSS EQUATION (USLE)
A Bodenabtrag (t/ha·a), R Niederschlagserosivität, K Bodenerodibilität, LS Hanglänge/-neigung, C Bewuchs, P Schutzmaßnahmen. Wischmeier/Smith 1978; Grundlage von DIN 19708.
BODENPROFIL — HORIZONTE UND BODENTYPEN
Welche drei Beschriftungen in "Bodenprofil — Horizonte und Bodentypen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Vergleichen Sie zwei Ackerstandorte: Standort A (Schwarzerde der Magdeburger Börde, Ackerzahl 90) und Standort B (Podsol auf Heidesand, Ackerzahl 35). Erläutern Sie die Genese der Fruchtbarkeitsunterschiede und beurteilen Sie die landwirtschaftliche Eignung.
Die Ackerzahl ist ein relatives Maß (1–100, Referenz 100 = beste Lössböden). Standort A erreicht 90, Standort B nur 35. Das Ertragsverhältnis beträgt rund 90 / 35 ≈ 2,6 — die Schwarzerde liefert das etwa 2,6-fache Ertragspotenzial.
Schwarzerde (Tschernosem) entsteht auf Löss unter (sub-)kontinentalem Steppenklima: tiefer, humusreicher A-Horizont durch Grasvegetation und Regenwurm-Bioturbation, hohe Basensättigung, gutes Wasserhaltevermögen. Die Magdeburger Börde liegt im Regenschatten des Harzes (geringe Auswaschung).
Podsol bildet sich auf nährstoffarmem Sand unter feucht-kühlem Klima: starke Auswaschung (Podsolierung) verlagert Eisen und Humus in den B-Horizont (Ortstein), der A-Horizont ist gebleicht und sauer. Geringe Nährstoff- und Wasserspeicherung.
Standort A eignet sich für anspruchsvolle Marktfrüchte (Zuckerrübe, Weizen) ohne Bewässerung; Standort B nur für anspruchslose Kulturen (Roggen, Kartoffeln, Kiefernforst) oder bei intensiver Düngung/Beregnung. Die naturräumliche Bodengüte steuert damit unmittelbar Bodenpreise und Nutzungsspezialisierung (vgl. Thünen).
Ergebnis: Schwarzerde (AZ 90) bietet ≈ 2,6-faches Ertragspotenzial gegenüber Podsol (AZ 35); Bodengenese erklärt die Eignungsunterschiede.
Typische Fehler
Kernpunkte
Typische Fehler
Kernpunkte
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Doughnut-Modell (Raworth 2017) als Bewertungsrahmen für ökologische und soziale Grenzen, und vergleichen Sie es mit dem Konzept der planetary boundaries (Rockström 2009).