Funktionale kommunikative Kompetenz
Die vier Hauptkompetenzen Hoer-/Hoersehverstehen, Leseverstehen, Schreiben und Sprechen plus die fuenfte Disziplin Sprachmittlung bilden das Rueckgrat der Abiturklausur Englisch. Im Zentrum stehen ein adressaten- und situationsgerechter Sprachgebrauch auf CEFR-Niveau B2 (gA) bzw. C1 (eA) sowie die Faehigkeit, zwischen Sprachen und Kulturen sinngemaess zu vermitteln.
Operatoren:summarise · outline · analyse · comment on · discuss · convey · evaluate
grundlegendes Niveau
gA / Grundkurs: B2 in allen vier Kompetenzen; Aufgabenformate konzentrieren sich auf summarising, outlining und einen kurzen comment (200 bis 250 Woerter).
erhöhtes Niveau
eA / Leistungskurs: C1 mit hoeherer sprachlicher Komplexitaet und Idiomatik; Klausuraufgaben umfassen laengere discursive essays (350+ Woerter), tiefere Textanalyse und differenzierte Sprachmittlung.
CEFR-Niveaustufen und Abiturzielsetzung
Basisfunctional-communicative-competenceKernpunkte
- Das CEFR (Common European Framework of Reference) gliedert sprachliche Kompetenz in sechs Niveaus von A1 bis C2; das Companion Volume (2020) ergaenzt Deskriptoren fuer mediation, online interaction und plurilingual repertoires.
- Fuer das deutsche Abitur Englisch gelten B2 als grundlegendes Anforderungsniveau (gA) und C1 als erhoehtes Anforderungsniveau (eA) — diese Niveaus sind in den KMK-Bildungsstandards fortgefuehrte Fremdsprache (2012) verbindlich verankert.
- B2-Deskriptoren erwarten klare, detaillierte Aeusserungen zu vertrauten und abstrakten Themen, das Verstehen komplexer Argumentation und einen recht fluessigen Standpunkt; C1 ergaenzt um implizite Bedeutung, idiomatische Sicherheit und stilistische Flexibilitaet.
- Die vier Hauptkompetenzen (Hoeren, Lesen, Schreiben, Sprechen) werden in der Klausur entweder einzeln (z. B. Listening Comprehension als eigener Teil) oder integriert (Reading -> Writing) geprueft.
- Sprachmittlung ist eine eigenstaendige Kompetenz: nicht Uebersetzung, sondern sinngemaesse Vermittlung von Information zwischen Sprachen und Kulturen, adressatengerecht und situationsangemessen.
- Die Anforderungsbereiche AB I (Reproduktion), AB II (Reorganisation/Analyse) und AB III (Bewertung/Gestaltung) verteilen sich typischerweise im Verhaeltnis 30/40/30 ueber die Klausurteile.
CEFR-SKALA A1–C2 MIT ABITUR-ZIELNIVEAU (GA / EA)
Welche drei Beschriftungen in "CEFR-Skala A1–C2 mit Abitur-Zielniveau (gA / eA)" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
AUFBAU DER ENGLISCH-ABITURKLAUSUR (KMK-FORMAT)
Welche drei Beschriftungen in "Aufbau der Englisch-Abiturklausur (KMK-Format)" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
OPERATOREN-MATRIX ENGLISCH NACH KMK
Welche drei Beschriftungen in "Operatoren-Matrix Englisch nach KMK" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
- Summary und comment werden verwechselt: ein summary darf keine eigene Meinung enthalten, ein comment muss eine Position vertreten.
- Sprachmittlung wird als wortwoertliche Uebersetzung verstanden; das fuehrt zu Germanismen und falschen Registern.
- Operatoren werden nicht ernst genommen: "discuss" ohne pro/contra, "analyse" ohne Textbelege, "evaluate" ohne Bewertung.
- Niveauselbstunterschaetzung: gA-Texte werden zu schlicht gehalten, sodass das B2-Vokabular nicht ausgeschoepft wird.
Übungsaufgabe
Outline the central thesis of the editorial in the source text and analyse the rhetorical strategies the author uses to support it. (Operator: outline + analyse)
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Vergleichen Sie die rhetorischen Strategien des englischsprachigen Quelltextes mit denen eines deutschsprachigen Leitartikels zum selben Thema und beurteilen Sie, welche kulturellen Erwartungen jeweils sichtbar werden.
Quellen: KMK-Bildungsstandards fortgeführte Fremdsprache (Englisch / Französisch) (KMK) · CEFR Companion Volume — descriptors B2/C1 (Council of Europe) · IQB Aufgabenpool Englisch (Sekundarstufe II) (IQB)
Leseverstehen — Reading Comprehension
Basisfunctional-communicative-competenceKernpunkte
- Reading comprehension testet die Faehigkeit, kontinuierliche und diskontinuierliche Texte (Editorials, short stories, novel extracts, infographics, tweets) auf Inhalt, Struktur und Wirkung zu erschliessen.
- Drei Lesestrategien sind verbindlich: skimming (Gesamtaussage), scanning (gezielte Information) und intensive reading (genaues Verstehen mit Belegen).
- Multiple-choice-Items, true/false/justification, matching headings, gap-fill und open questions sind die typischen Aufgabentypen — jede verlangt unterschiedliche kognitive Operationen.
- In open questions wird erwartet, dass die Antwort mit eigenen Worten formuliert wird ("in your own words"), die Aussage aber durch eine Textstelle belegt ist; reines Kopieren wird abgewertet.
- Distraktoren in multiple-choice-Items sind oft sehr nah am Originalwortlaut, treffen aber nicht die Hauptaussage — kritisches Lesen muss bis zum Satzende erfolgen.
- Wortschatzfragen ("Find a word that means ...") testen Synonyme und Kontextlesen; eine zu schnelle Wahl aus dem Bauchgefuehl fuehrt regelmaessig zum Punktverlust.
Musterlösung
Worked example — analysing a short-story opening
Analyse the following extract from Nadine Gordimer's short story "Once upon a Time" (1989). Focus on narrative perspective, atmosphere and stylistic devices, and explain how the opening establishes the storys main theme of fear in a divided society. (Operator: analyse)
- Step 1 — Frame the task
Identify operator and focus: "analyse" demands a multi-step examination with textual evidence. Note the three foci (perspective, atmosphere, devices) and the thematic claim to be substantiated (fear in a divided society).
- Step 2 — Locate narrator and perspective
The first-person narrator opens with "Someone has written to ask me to contribute to an anthology of stories for children." The "I" voice is reflective and self-conscious — note the metafictional move: the narrator is a writer being asked to write. Stanzel: Ich-Erzaehlsituation; Genette: focalisation interne.
- Step 3 — Identify atmosphere markers
Lexical fields of unease dominate the second paragraph: "a creaking of the kind made by the weight carried by one foot after another along a wooden floor"; "I have no burglar bars, no gun under the pillow". The semantic chain (creaking, weight, bars, gun) constructs a paranoid soundscape before any political content is named.
- Step 4 — Catalogue stylistic devices
Note (a) repetition of "in this room, in this bed" — anaphora that fixes the narrator spatially; (b) the simile "like the small ill heart of an animal trapped"; (c) the irony of the title "Once upon a time" against the deeply political content; (d) the contrast between fairy-tale opening and contemporary South African setting.
- Step 5 — Connect to the central theme
Combine: a self-conscious first-person voice, a paranoid sensory atmosphere, and the ironic fairy-tale frame collectively dramatise the impossibility of telling innocent stories in apartheid-era South Africa. The opening primes the reader to read the inner "fairy tale" as a savage allegory of white fear and the destruction it produces.
Ergebnis: The opening uses an introspective first-person narrator, dense sensory imagery of fear and an ironic fairy-tale frame to establish the storys core claim: in a divided society, even bedtime stories cannot escape the architecture of fear they sustain.
Typische Fehler
- Textstellen werden wortwoertlich kopiert statt paraphrasiert.
- Multiple-choice-Antworten werden anhand der Schluesselwoerter gewaehlt, ohne den Kontext zu pruefen.
- Bei justification-Items fehlt die Zeilenangabe oder das Zitat ist zu lang.
- Vokabelfragen werden nicht im Kontext, sondern nach Bauchgefuehl beantwortet.
- True/false-Aufgaben ohne korrekte Begruendung erhalten regelmaessig 0 Punkte — auch wenn die Wahl richtig ist.
Übungsaufgabe
Outline the development of the author's argument in the editorial and describe the function of the closing paragraph for the overall structure of the text. (Operator: outline + describe)
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Beurteilen Sie, in welchem Verhaeltnis die im Text genannten Daten zu den vorgetragenen Wertungen stehen — werden die Daten zur Stuetzung oder zur Inszenierung der Argumentation eingesetzt?
Quellen: KMK-Bildungsstandards fortgeführte Fremdsprache (Englisch / Französisch) (KMK) · BBC Learning English — 6 Minute English und News Review (BBC) · British Council — LearnEnglish (Reading & Listening B2/C1) (British Council)
Hoer- und Hoersehverstehen — Listening and Viewing
Basisfunctional-communicative-competenceKernpunkte
- Hoerverstehensaufgaben pruefen das Verstehen authentischer Audio- und Videoquellen (BBC News, TED Talks, podcasts, documentary excerpts) in nativer Sprechgeschwindigkeit.
- Typische Aufgabenformate: multiple choice, gap fill mit numerischen Daten, table completion, short open questions zur Argumentstruktur, listening for inference.
- Audiomaterial wird in der Regel zweimal abgespielt; zwischen den Durchgaengen ist Zeit fuer Notizen — diese Pause ist Teil der Pruefungsleistung.
- Signal- und Konjunktionswoerter ("however", "consequently", "in contrast", "to sum up") helfen, die Argumentlogik zu rekonstruieren; sie sollten waehrend des Hoerens markiert werden.
- Hoersehverstehen (video) ergaenzt um nonverbale Hinweise: Mimik, Gestik, Schnittfolge, Musik — diese koennen in der Antwort zitiert werden.
- Distraktoren sind in der Listening Comprehension besonders heimtueckisch: ein Detail wird wie im Text genannt, dann aber relativiert ("not exactly", "actually rather").
- Akzente werden in den letzten Jahren systematisch variiert (British RP, GenAm, Scottish, Indian English, Australian) — Akzent-Vertrautheit ist Lernziel.
Typische Fehler
- Ohne Predict-Phase ins Hoeren gehen — fuehrt zu unfokussiertem Mitschreiben.
- Distraktoren werden nicht erkannt: Zahlen oder Namen, die im Text fallen, aber nicht die gefragten sind, werden uebernommen.
- Verstehen wird mit Vermutung verwechselt: nur belegbare Information zaehlt.
- Akzente wie Indian English oder Scottish English werden nicht trainiert — am Pruefungstag fehlt die Vertrautheit.
- Listening responses werden zu kurz formuliert und verlieren Punkte fuer Inhalt und Sprache zugleich.
Übungsaufgabe
Listen to the BBC podcast extract twice. State the central thesis of the speaker, describe two arguments she uses to support it and explain how the closing remark functions rhetorically. (Operator: state + describe + explain)
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Beurteilen Sie das Verhaeltnis zwischen sachlicher Information und persoenlicher Anekdote in der Podcastfolge — wie wird Glaubwuerdigkeit konstruiert?
Quellen: BBC Learning English — 6 Minute English und News Review (BBC) · CEFR Companion Volume — descriptors B2/C1 (Council of Europe) · British Council — LearnEnglish (Reading & Listening B2/C1) (British Council)
Schreiben — Writing skills (comment, analysis, creative)
Standardfunctional-communicative-competenceKernpunkte
- Drei Hauptgenres dominieren die Abiturklausur: text analysis (objektiv, textbezogen), comment / discursive essay (argumentativ) und creative response (gestaltend, z. B. Tagebucheintrag, innerer Monolog, Schluesselbrief).
- Jeder Text beginnt mit einer Planungsphase: 5 bis 8 Minuten fuer thesis, outline und linking devices — wer ohne Plan startet, baut zwangslaeufig Maeander.
- Die fuenfteilige Essay-Struktur (intro, body 1 fuer, body 2 gegen, body 3 synthese, conclusion) gilt als gA-tauglich; eA-Antworten ergaenzen Synthese-Absatz und feinere Untergliederung.
- Topic Sentences eroeffnen jeden Body-Absatz und fixieren das Argument vor der Evidenz: "The most pressing problem facing young social-media users today is ..." — alles, was folgt, dient dieser Behauptung.
- Linking devices muessen funktional gewaehlt werden: "however" markiert Kontrast, "moreover" Addition, "consequently" Folge — falsche Konnektoren signalisieren Denkfehler.
- Hedging language (might, could, may, it appears that, seemingly) gehoert zum C1-Repertoire und schuetzt vor uebertriebenen Behauptungen.
- Conclusion ist nicht Wiederholung, sondern Ausblick: restate thesis + final evaluation + outlook.
COMMENT / DISCURSIVE ESSAY — STRUKTUR
Welche drei Beschriftungen in "Comment / Discursive Essay — Struktur" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Worked example — writing a 250-word comment
Comment on the statement: "Social media does more harm than good for young people." Write about 250 words and use the discursive essay structure. (Operator: comment on)
- Step 1 — Decide your stance
A comment is not a balanced essay; it demands a clear, defensible position. Decide whether to agree, disagree or qualify — and articulate the stance in one sentence before drafting. Example: "Although social media offers genuine benefits, its harms to young users outweigh them and require active counter-measures."
- Step 2 — Build the argument scaffolding
Plan three body paragraphs. Body 1: best two arguments FOR your stance (mental-health data, body image, sleep loss). Body 2: counter-argument fairly stated (community, identity, civic voice). Body 3: rebut or synthesise (the benefits exist but are unevenly distributed and can be preserved while regulating the harms).
- Step 3 — Open with a hook
Begin with a concrete image or recent statistic, not a definition. Example: "When the U.S. Surgeon General issued a 2023 advisory on social media and youth mental health, he framed the platforms in the same language once reserved for tobacco." This signals topical awareness and earns reader attention.
- Step 4 — Write tight body paragraphs
Each paragraph follows topic-sentence + evidence + warrant + mini-conclusion. Use linking devices to signal moves: "Moreover", "On the other hand", "Admittedly ... yet". Quote conservatively; paraphrase where possible.
- Step 5 — Close with a forward-looking conclusion
Reaffirm the thesis, but add an outlook: regulation, digital literacy, parental controls or design changes. Avoid mere repetition. A good closing line opens onto consequences: "Social media is not destiny — it is a design choice, and designs can be remade."
Ergebnis: A 250-word comment that opens with a topical hook, defends a clear thesis in two body paragraphs, concedes and rebuts a counter-argument, and closes with a forward-looking remark — written in B2-to-C1 register with controlled use of cohesive devices.
Abitur-Aufgaben (IQB / Länderpool)
Aufgabenstellung
Lösung & Bewertungsraster anzeigen
Erwartete Lösung
Bewertungsraster
- 5Inhalt— Klare Stellungnahme; mindestens zwei tragende Argumente und ein faires Gegenargument; aktuelle Beispiele eingebunden.
- 5Aufbau— Intro mit thesis statement, drei strukturierte Body-Paragraphen, Conclusion mit Ausblick; sinnvolle linking devices.
- 5Sprachgebrauch— B2- bis C1-Vokabular zu Bildung, Technologie, Konzentration; idiomatische Wendungen; korrekte Kollokationen.
- 5Sprachrichtigkeit— Korrekte Tempora, Konditionale, Modalverben; nur vereinzelte minor errors; klare Interpunktion.
Originalquelle: IQS / BIFIE Archiv
Typische Fehler
- Essay ohne klare thesis; der Leser muss sie aus der conclusion rekonstruieren.
- Topic Sentences fehlen — jeder Absatz beginnt mit Detail oder Beispiel.
- Counter-arguments werden ignoriert oder als Strohmaenner gebaut.
- Wortzahl wird ueberschritten: ueberlange Essays werden auf das Limit gekuerzt bewertet.
- Repetitive Vokabular ("very important", "really good") statt registersicherer Synonyme.
- Conclusion wiederholt nur die Einleitung — keine Bewertung, kein Ausblick.
Übungsaufgabe
Comment on the statement that climate activism by school students is more effective than government policy. Write approximately 280 words. (Operator: comment on)
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erweitern Sie das discursive essay um einen Synthese-Absatz, der die scheinbare Opposition Aktivismus / Politik in eine wechselseitige Beziehung aufloest.
Quellen: KMK-Bildungsstandards fortgeführte Fremdsprache (Englisch / Französisch) (KMK) · Bildungsplan Englisch — Baden-Württemberg (KM BW) · Oxford Learner's Dictionaries — Kollokationen und Wortbildung (Oxford University Press)
Sprechen — monological and dialogical performance
Standardfunctional-communicative-competenceKernpunkte
- Die muendliche Pruefung gliedert sich in der Regel in Monolog (Vortrag zu einem Themenpool) und Dialog (Interaktion mit Pruefer:in oder Mitkandidat:in).
- Vorbereitungszeit (ca. 20 bis 30 Minuten) wird auf strukturiertes Notieren (mind map, key vocabulary, opening line) verwendet — nicht auf vollstaendige Satzentwuerfe.
- Bewertet werden Spektrum (Wortschatz, Strukturen), Korrektheit, Aussprache und Intonation, Kohaerenz / Fluency und Interaktion.
- Im Monolog gilt: klare Einleitung mit thesis, zwei bis drei Punkte mit Beispielen, kurze Conclusion mit Ausblick — Dauer ca. 4 bis 5 Minuten ohne Skript.
- Im Dialog ist aktive Interaktion gefordert: nachfragen ("Could you clarify ...?"), zustimmen mit Differenzierung ("I see your point, but ..."), nicht nur Antworten geben.
- Diskursmarker ("Well", "Actually", "To put it differently", "If I may add") signalisieren registersichere muendliche Kompetenz.
- Fluency entsteht durch Hesitation-Filler ("you see", "the thing is") in massvoller Dosis — uebermaessige Filler senken den Score.
Typische Fehler
- Auswendiglernen statt freier Vortrag — wird durch Pausen und Tonbruch erkennbar.
- Filler in zu hoher Dichte ("like", "kind of", "you know") senken den fluency-score.
- Mischung von British und American spelling/pronunciation innerhalb desselben Vortrags.
- Im Dialog wird nicht zugehoert: Antworten ignorieren die vorige Wendung der Partnerin oder des Pruefers.
- Conclusion fehlt — der Monolog endet mit dem letzten Punkt, nicht mit einer Zusammenfassung.
Übungsaufgabe
Present a 4-minute monologue on the question whether AI tutors should replace human teachers in upper secondary schools. Use a clear thesis, two arguments and a forward-looking conclusion. (Operator: present + comment on)
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Bereiten Sie sich darauf vor, im anschliessenden Dialog ein Gegenargument der Pruefenden anzunehmen und in Ihre Position zu integrieren, statt es nur zurueckzuweisen.
Quellen: KMK-Bildungsstandards fortgeführte Fremdsprache (Englisch / Französisch) (KMK) · ISB Bayern — Hinweise Abitur Englisch (ISB) · CEFR Companion Volume — descriptors B2/C1 (Council of Europe)
Sprachmittlung — Mediation DE <-> EN
Vertiefungfunctional-communicative-competenceenglisch-mediation-and-writing-tasksKernpunkte
- Sprachmittlung ist die fuenfte Kompetenz im CEFR Companion Volume (2020) und in den KMK-Bildungsstandards verbindlich gepruefte Disziplin.
- Sie ist nicht Uebersetzung: Zielsetzung ist die sinngemaesse Vermittlung von Information zwischen Sprachen und Kulturen, adressatengerecht und situationsangemessen.
- Vier Schritte: (1) Quelltext verstehen, (2) Kerninformationen extrahieren, (3) Adressat und Funktion klaeren, (4) Zielsprache mit kulturellen Adaptionen formulieren.
- Kulturspezifische Begriffe (Abitur, Bafoeg, Bundestag) muessen entweder paraphrasiert ("the school-leaving exam called Abitur") oder mit kurzer Glosse versehen werden.
- Detail-Level: nicht jede Information aus dem Quelltext muss erscheinen — adressatenrelevante Information hat Vorrang.
- Register: ein deutscher Behoerdentext kann fuer eine britische Freundin in informelleres Englisch umgesetzt werden — die Aufgabe definiert die Situation.
- Sprachmittlung kann mediation of meaning (Information) oder mediation of text (Konzept, Stimmung) sein; beide Formen werden im Abitur gepruefet.
MEDIATION WORKFLOW — SPRACHMITTLUNG DE -> EN
Welche drei Beschriftungen in "Mediation Workflow — Sprachmittlung DE -> EN" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Worked example — Sprachmittlung DE -> EN
Vermitteln Sie den deutschen Quelltext fuer eine englischsprachige Austauschpartnerin, die sich fuer das deutsche Bildungssystem interessiert. Geben Sie die zentralen Informationen sinngemaess wieder. (Operator: convey / summarise)
- Schritt 1 — Adressat und Funktion klaeren
Adressat: englischsprachige Schuelerin, vermutlich CEFR B1 bis B2. Funktion: erklaeren, nicht uebersetzen. Konsequenz: deutsche Begriffe wie "Abitur", "Gymnasium", "Realschule" muessen entweder paraphrasiert oder mit kurzer Glosse versehen werden.
- Schritt 2 — Kernaussagen markieren
Aus dem Quelltext werden die tragenden Aussagen herausgefiltert: dreigliedriges Schulsystem, Wechselmoeglichkeit zwischen den Schulformen, Abitur als Voraussetzung fuer das Studium, regionale Unterschiede zwischen den Bundeslaendern.
- Schritt 3 — Kulturelle Begriffe glossieren
Beispiele: "Gymnasium" -> "an academic-track secondary school (Gymnasium) that prepares students for university"; "Abitur" -> "the final school-leaving exam (Abitur), which is roughly equivalent to A-levels and is required for university admission".
- Schritt 4 — Zielsprachliche Fassung formulieren
Englischer Text: "The German education system is traditionally split into three tracks after primary school. The academic track (Gymnasium) leads to the Abitur, the school-leaving exam needed for university. Practical and vocational tracks (Realschule and Hauptschule) prepare students for apprenticeships, although students can switch between tracks. Note that schooling is regulated by the individual federal states (Laender), so the exact set-up differs across Germany."
- Schritt 5 — Selbstkontrolle
Pruefen: Sind alle Kerninformationen vorhanden? Wurden kulturelle Begriffe verstaendlich erklaert? Liegt die Sprache auf B2-Niveau (variierte Satzstruktur, idiomatische Wendungen, korrekte Grammatik)? Ist die Form adressatengerecht?
Ergebnis: Eine gelungene Sprachmittlung gibt die zentralen Informationen des deutschen Textes adressatengerecht, kulturell vermittelnd und sprachlich variantenreich auf Englisch wieder — ohne wortwoertlich zu uebersetzen.
Abitur-Aufgaben (IQB / Länderpool)
Aufgabenstellung
Lösung & Bewertungsraster anzeigen
Erwartete Lösung
Bewertungsraster
- 5Inhalt— Alle Kernaussagen sinngemaess; kulturspezifische Begriffe glossiert (z. B. Energiewende).
- 4Aufbau— Adressatengerechte Logik; klare Topic Sentences.
- 5Sprachgebrauch— Variierte Strukturen; passende Kollokationen aus dem Energiebereich.
- 4Sprachrichtigkeit— Korrekte Tempora, Passivkonstruktionen; nur minor errors.
Typische Fehler
- Wortwoertliche Uebersetzung statt Vermittlung: "Federal Republic" fuer "Bund" wirkt holzschnittartig; "the federal level of government" ist die idiomatische Variante.
- Kulturspezifische Begriffe werden ohne Erklaerung uebernommen ("Abitur" -> "Abitur").
- Detail-Inflation: jede Information aus dem deutschen Text erscheint, statt zu filtern.
- Register-Mismatch: ein informeller Brief wird im Buerokratendeutsch wiedergegeben.
- False friends (eventuell -> eventually, sensibel -> sensible) werden uebernommen.
Übungsaufgabe
Convey the central information of the German source text on the Energiewende for a British classmate. Approximately 200 words; render culturally specific terms appropriately. (Operator: convey)
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Vermitteln Sie zusaetzlich zum Inhalt die argumentative Spitze des deutschen Quelltextes (mediation of stance) und beurteilen Sie, welche kulturellen Konnotationen dabei verloren gehen.
Quellen: CEFR Companion Volume — descriptors B2/C1 (Council of Europe) · KMK-Bildungsstandards fortgeführte Fremdsprache (Englisch / Französisch) (KMK) · Bildungsplan Englisch — Baden-Württemberg (KM BW)
Wortschatzcluster und Register fuer Abituraufgaben
Standardfunctional-communicative-competencelanguage-awarenessKernpunkte
- Verbindliche Themenkorridore (Globalisation, Migration, Media, Science) verlangen jeweils ein eigenes Wortschatzcluster — formulaic phrases reichen nicht aus.
- Cluster "Globalisation": multinational corporation, global value chain, foreign direct investment, race to the bottom, brain drain, soft power.
- Cluster "Migration": diaspora, refugee, asylum seeker, integration, multiculturalism, second-generation immigrant, melting pot vs. salad bowl.
- Cluster "Media & Tech": surveillance capitalism, echo chamber, filter bubble, deepfake, algorithmic bias, digital divide.
- Cluster "Science & Ethics": gene editing, designer babies, bioethics, moral hazard, geoengineering, dual-use research.
- Register-Skala: from formal (a substantial body of evidence suggests ...) over neutral (research shows ...) to informal (everyone knows ...). Die Aufgabe definiert das Register.
- Hedging-Repertoire: "it is widely held that ...", "research tentatively indicates ...", "while no consensus exists ..." — Standardgrammatik des C1-Diskurses.
- False friends: "eventually" != "eventuell" (sondern "schliesslich"); "sensible" != "sensibel" (sondern "vernuenftig"); "consequent" != "konsequent" (sondern "folgend").
CONDITIONAL SENTENCES — TYPE 0 / 1 / 2 / 3 / MIXED
Welche drei Beschriftungen in "Conditional Sentences — Type 0 / 1 / 2 / 3 / Mixed" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
- Mischung von amerikanischem und britischem Spelling im selben Text ("colour" + "organize").
- False friends werden nicht erkannt.
- Adjektiv-Inflation ("very", "really", "totally") statt registersichere Steigerung ("decidedly", "markedly", "considerably").
- Kollokationsfehler ("make a research", "do a mistake").
- Diskursmarker fehlen — der Text liest sich wie eine Aneinanderreihung von Saetzen ohne Logikfaden.
Übungsaufgabe
Render the German short news item on social-media regulation in English for a British online magazine; use a register appropriate to a current-affairs feature article. (Operator: render)
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Vergleichen Sie die Lexis derselben Nachricht in zwei englischsprachigen Medien unterschiedlichen Registers (z. B. The Guardian vs. The Sun) und beurteilen Sie die ideologische Wirkung der Wortwahl.
Quellen: Cambridge English Dictionary — Vokabel- und Kollokationsnachschlagewerk (Cambridge University Press) · Oxford Learner's Dictionaries — Kollokationen und Wortbildung (Oxford University Press) · BBC Learning English — 6 Minute English und News Review (BBC)