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DE-Abitur · DeutschT·044 / 12
Sprache existiert nicht als homogene Einheit, sondern in Varietäten — regionalen (Dialekt), sozialen (Soziolekt), gruppenspezifischen (Jugend-, Fachsprache) und situativen (Register, Nähe/Distanz). Hinzu kommt die individuelle und gesellschaftliche Mehrsprachigkeit: Sprachkontakt, Migration, Code-Switching und die Mehrsprachigkeit der deutschen Gesellschaft. Die KMK-Bildungsstandards (§2.5, „Sprache und Sprachgebrauch reflektieren") fordern die Reflexion über Sprachvarietäten und Mehrsprachigkeit als eigenständige Kompetenz — beschreibend, nicht wertend, und mit Blick auf die soziale Dimension von Sprache.
4Abschnitteca. 9Min Lesezeit2Kompetenzen
Operatoren:analysieren · erläutern · beurteilen · erörtern · vergleichen
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Varietätentypen (Dialekt, Soziolekt, Jugend-, Fachsprache) unterscheiden und beschreibend (nicht wertend) analysieren; Standardsprache als eine Varietät unter mehreren einordnen; einfache Reflexion über Sprache und soziale Zugehörigkeit.
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: soziolinguistische Reflexion (Sprache-Macht, linguistische Diskriminierung); Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt theoretisch fassen (Code-Switching, Entlehnung, Migrationsvarietäten); Reflexion über Sprachpolitik und sprachliche Normierung.
Kernpunkte
SPRACHVARIETÄTEN — SCHICHTUNG DES DEUTSCHEN
Welche drei Beschriftungen in "Sprachvarietäten — Schichtung des Deutschen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
Kernpunkte
SPRACHVARIETÄTEN — SCHICHTUNG DES DEUTSCHEN
Welche drei Beschriftungen in "Sprachvarietäten — Schichtung des Deutschen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Musterlösung
Beurteilen Sie die These, dass Anglizismen das Deutsche „verarmen". Wie strukturieren Sie eine begründete Stellungnahme?
Was bedeutet „verarmen"? Lexikalische Vielfalt? Stilistische Differenzierung? Idiomatische Eigenständigkeit? Die These auf eine prüfbare Form bringen: „Anglizismen reduzieren den Wortschatz nativer Lexeme und gefährden die idiomatische Eigenständigkeit des Deutschen."
Empirie: Anglizismen machen ca. 3–5 % des Standardwortschatzes aus (Duden 2024). Lehnwortintegration ist ein historisches Konstanzphänomen — Latinismen im Mittelalter, Gallizismen im 17./18. Jh. Die Belegbasis spricht gegen die „Verarmungsthese".
Argument für „bedingte Verarmung": fachsprachliche Anglizismen ohne deutsche Übersetzung erschweren die Teilhabe nicht-fachkundiger Sprecher (digitale Verwaltung). Argument gegen pauschale Verarmung: gleichzeitige Neologismen wie „Klimakleber", „Tafelsilber" zeigen lexikalische Produktivität.
Beurteilen heißt Kriterien offen legen. Maßstab 1: Funktionalität (kann der Sprecher kommunizieren?). Maßstab 2: kulturelle Identität (welche Sprachpolitik gewünscht?). Maßstab 3: soziale Teilhabe (wer wird ausgeschlossen?). Je nach Maßstab kommt die Beurteilung anders aus.
Begründete Stellungnahme: „Die Verarmungsthese überzieht. Anglizismen bereichern lexikalisch und werden idiomatisch integriert (verbale Derivation: „downloaden, downloadete, downgeloadet"). Problematisch sind nicht Anglizismen an sich, sondern die soziale Stratifikation, die englische Fachsprachen erzeugen — hier braucht es sprachpolitische Aufmerksamkeit, nicht Verteidigungsreflexe."
Ergebnis: Beurteilung in fünf Schritten: These präzisieren → Empirie → Differenzierung → Maßstäbe → Position. KMK-Operator „beurteilen" verlangt offene Kriterienreflexion, keine bloße Meinungsäußerung.
Typische Fehler
Kernpunkte
Typische Fehler
Kernpunkte
SPRACHVARIETÄTEN — SCHICHTUNG DES DEUTSCHEN
Welche drei Beschriftungen in "Sprachvarietäten — Schichtung des Deutschen" sind prüfungsrelevant?
Folgeaufgabe: Skizziere dasselbe Schema ohne Beschriftungen und ergänze sie aus dem Gedächtnis.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Untersuchen Sie das Konzept der „linguistischen Diskriminierung" und reflektieren Sie, wie sich Sprachvarietäten in beruflichen und institutionellen Kontexten auswirken (mit Bezug auf Bourdieus „sprachliches Kapital"). Querverweis: Den Sprachwandel und den Genderdiskurs entfaltet das Thema „Sprache und Sprachgebrauch reflektieren".