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Politische Theorie von Hobbes, Locke, Rousseau bis Rawls und Habermas: Begründungen des Staates, Demokratietheorien, Ideologien (Liberalismus, Konservatismus, Sozialismus). Liefert das normative Werkzeug, um aktuelle politische Streitfragen analytisch zu durchdringen.
6Abschnitteca. 26Min Lesezeit3KompetenzenNiveauStandard 3 · Vertiefung 3Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Hobbes, Locke, Rousseau in Grundzügen unterscheiden; Liberalismus, Konservatismus, Sozialismus als Ideologien charakterisieren; repräsentative von direkter Demokratie abgrenzen.
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: Rawls’ Gerechtigkeitstheorie, Habermas’ Diskursethik und partizipatorische Demokratietheorien (Pateman, Barber) auf aktuelle Konflikte (Klima, Migration, Bürgerräte) anwenden.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Klassische politische Ideologien im Vergleich
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie Jacob Talmons These der „totalitären Demokratie" am Beispiel von Rousseaus volonté générale. Lässt sich der „Zwang zur Freiheit" auch republikanisch — als Bindung an selbstgegebene Gesetze — deuten, oder bahnt er der Mehrheitstyrannei den Weg?
Aktive Wiederholung
Vergleichen Sie die Staatsbegründungen von Hobbes, Locke und Rousseau und beurteilen Sie, welche Vertragstheorie das deutsche Grundgesetz am stärksten geprägt hat.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Bundesministerium der Justiz) · Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Klassische politische Ideologien im Vergleich
Politisches Spektrum — zweidimensional
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie den „Dritten Weg" (Anthony Giddens; Gerhard Schröders „Neue Mitte", Tony Blairs „New Labour") als Versuch, sozialdemokratische Gerechtigkeits- und liberale Marktideen zu verbinden. Handelt es sich um eine produktive Synthese oder um die Selbstaufgabe des sozialdemokratischen Projekts?
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie die Grundideen von Liberalismus, Konservatismus und Sozialismus und beurteilen Sie, inwiefern die heutige Parteienlandschaft diese Traditionen noch abbildet.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Demokratietheorien im Vergleich
Erörtern Sie die Einführung bundesweiter Volksabstimmungen über Gesetze (Art. 20 Abs. 2 GG-Ergänzung). Welche Argumente sprechen dafür, welche dagegen?
Direkte Demokratie = Sachentscheidungen durch das Volk (Volksinitiative, Volksbegehren, Volksentscheid). Auf Landesebene in DE etabliert; auf Bundesebene bisher nur bei Neugliederung (Art. 29 GG).
Erhöhte Legitimation durch Volkssouveränität (Art. 20). Schließt Repräsentationslücken. Erhöht politisches Interesse, Lernort Demokratie (Pateman, Barber). Schweizer Beispiele zeigen praktikable Verfahren. Gegengewicht zur Parteipolitik.
Komplexe Themen (z. B. Klimapolitik, Schulden) schwer abstimmbar. Gefahr von Mehrheitsentscheidungen gegen Minderheitsrechte (Brexit-Beispiel). Populismus-Anfälligkeit, Kampagnenungleichheit. Hohe Hürden für komplexe Reformen, „Status-quo-bias". Konflikte mit Grundrechten / EU-Verpflichtungen.
Zwischenform plausibel: Themenfeldbeschränkung (keine Grundrechte, Haushalt, völkerrechtliche Verträge), Quoren (Beteiligungs- und Zustimmungsquoren), deliberative Vorschaltung (Bürgerräte zur Information). Empirische Befunde: Schweiz funktioniert, aber Voraussetzung ist hohe politische Kultur und Föderalismus.
Erweiterung um Volksinitiativen mit aufgreifenden Pflichten des BT realistisch; verbindliche Volksentscheide nur bei klar abgegrenzten Sachthemen und mit hohen Quoren. Verfassungsänderung (Art. 79) blockiert vollständige Übernahme.
Ergebnis: Beurteilung: Eine begrenzte Erweiterung um konsultative Volksinitiativen ist machbar; verbindliche Volksabstimmungen über Bundesgesetze nur unter strengen Quoren und Themenfilter sinnvoll.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Prüfen Sie an einem realen Bürgerrat (z. B. dem „Bürgerrat Ernährung im Wandel" 2023/24), ob deliberative Mini-Öffentlichkeiten das Legitimationsproblem der repräsentativen Demokratie lösen oder es nur verschieben. Welche Einwände (deskriptive Repräsentativität der Lossauswahl, Verbindlichkeit der Empfehlungen, mögliche Folgenlosigkeit) sind dabei zu bedenken?
Aktive Wiederholung
Erörtern Sie unterschiedliche Demokratietheorien (repräsentativ, deliberativ, partizipativ) und beurteilen Sie, wie Bürgerräte die parlamentarische Demokratie sinnvoll ergänzen können.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Beurteilen Sie eine deutliche Erhöhung der Erbschaftsteuer für große Vermögen, indem Sie sie aus der Perspektive von Rawls’ Differenzprinzip und Nozicks Anspruchstheorie analysieren und anschließend ein eigenes begründetes Urteil bilden.
Rawls’ Differenzprinzip: Ungleichheiten sind nur gerecht, wenn sie den am schlechtesten Gestellten den größten Vorteil bringen. Nozicks Anspruchstheorie: Gerecht ist, was durch rechtmäßigen Erwerb und freiwillige Übertragung entstanden ist; Umverteilung verletzt Eigentumsrechte.
Aus Rawls’ Sicht ist eine höhere Erbschaftsteuer rechtfertigbar, wenn die Einnahmen die Lebenschancen der Schlechtestgestellten verbessern (Bildung, Grundsicherung). Geerbtes Vermögen verschärft Startungleichheiten, die im Urzustand niemand akzeptieren würde — die Steuer dient der Chancengerechtigkeit.
Aus Nozicks Sicht ist die Erhöhung problematisch: Wurde das Vermögen rechtmäßig erworben und freiwillig vererbt, verletzt der staatliche Zugriff die Eigentumsrechte des Erblassers und der Erben. Zulässig wäre nur eine Korrektur unrechtmäßiger Aneignung, nicht eine umverteilende Steuer.
Die beiden Theorien gewichten Freiheit und Gleichheit gegensätzlich. Ein vermittelndes Urteil: Eine maßvolle Erhöhung mit Verschonungsregeln für produktives Betriebsvermögen (Arbeitsplätze) verbindet Rawls’ Chancengerechtigkeit mit dem Schutz legitimer Erwartungen (Nozick). Empirisch sichert die Erbschaftsteuer in DE nur einen kleinen Teil des Steueraufkommens — die Lenkungs- und Gerechtigkeitswirkung hängt von der Ausgestaltung der Ausnahmen ab.
Ergebnis: Rawls stützt die Erhöhung (Chancengerechtigkeit), Nozick lehnt sie ab (Eigentumsschutz); ein begründetes Urteil wägt beide Prinzipien ab und differenziert nach Vermögensart und Verwendung der Einnahmen.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie, wie Sens Capability Approach inklusive Bildungspolitik und Behindertenrechte (UN-BRK) konkretisiert werden kann; einbeziehen Sie das BVerfG-Sanktionen-Urteil (1 BvL 7/16, 5. 11. 2019) zum menschenwürdigen Existenzminimum.
Aktive Wiederholung
Erörtern Sie unter Rückgriff auf Rawls und Nozick, ob eine Erhöhung der Erbschaftsteuer in Deutschland gerecht ist, und beziehen Sie eine eigene begründete Position.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) · Bundesverfassungsgericht — Entscheidungen (Bundesverfassungsgericht)
Klassische politische Ideologien im Vergleich
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie Jürgen Habermas’ „postnationale Konstellation": Verlangt die Lösung globaler Probleme (Klima, Finanzmärkte, Migration) eine Demokratie jenseits des Nationalstaats, oder bleibt demokratische Legitimation an das Staatsvolk gebunden, wie es das Bundesverfassungsgericht im Lissabon-Urteil 2009 (BVerfGE 123, 267) betont hat?
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie den Staatsbegriff (Drei-Elemente-Lehre) und Max Webers Konzept des staatlichen Gewaltmonopols und beurteilen Sie, inwiefern die EU-Integration die Souveränität der Mitgliedstaaten verändert.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Bundesministerium der Justiz) · Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie Hannah Arendts These von der „Banalität des Bösen" und prüfen Sie ihre Reichweite für das Verständnis bürokratischer Mittäterschaft in modernen Diktaturen.
Aktive Wiederholung
Vergleichen Sie autoritäre und totalitäre Herrschaftssysteme anhand der Totalitarismustheorie und erörtern Sie, mit welchen Mitteln die streitbare Demokratie des Grundgesetzes Verfassungsfeinde abwehrt.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) · Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (Bundesministerium der Justiz)
Belege & Quellen
Bundesministerium der Justiz
Bundesverfassungsgericht