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Die KMK EPA Bildende Kunst (1989/2005) sieht drei schriftliche Aufgabenarten vor, benannt nach dem Schwerpunkt: 3.1.1 Aufgabe mit praktischem Schwerpunkt und schriftlichem Anteil; 3.1.2 Aufgabe mit theoretischem Schwerpunkt und praktischem Anteil; 3.1.3 Theoretisch-schriftliche Aufgabe (Analyse/Interpretation, ggf. mit Erörterung) — alle drei in gA und eA, der eA-Unterschied ist qualitativ (Tiefe, Reflexion, Umfang). Die in dieser Notiz verwendete Kurzform I/II/III folgt dem NRW-Schema (I Gestaltung mit Erläuterung, II Analyse/Interpretation, III fachspezifische Problemerörterung). Diese Notiz beschreibt den Werkprozess (Idee → Skizze → Material → Reinausführung → Reflexion), die Mappe als Dokumentationsformat und die mündliche Prüfung. Sie gibt einen sprachlich-methodischen Schreibplan für die Klausur und reflektiert die KMK-Operatorenliste (beschreiben, analysieren, interpretieren, vergleichen, beurteilen, gestalten).
6Abschnitteca. 22Min Lesezeit2KompetenzenNiveauBasis 1 · Standard 4 · Vertiefung 1Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA-Niveau: Aufgabenarten I und II sicher unterscheiden, Werkprozess in fünf Phasen dokumentieren, die Mappe/das Skizzenheft als bewertungsrelevante Prozessdokumentation verstehen.
erhöhtes Niveau
eA-Niveau: Aufgabenart III (Problemerörterung) — mehrgliedrige Argumentationsstrukturen, Verknüpfung mehrerer Quellen/Werke, methodische Selbstreflexion.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
EPA Bildende Kunst — drei Aufgabenarten
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Entwickeln Sie zu einem selbst gewählten Bildmaterial eine vollständige Aufgabenart-III-Problemstellung samt Erwartungshorizont, der die drei Anforderungsbereiche differenziert. Reflektieren Sie dabei, warum gerade die Erörterung (AB III) — die begründete, abwägende Stellungnahme — den eigentlichen Unterschied zwischen gA und eA ausmacht und nicht durch mehr Faktenwissen ersetzt werden kann.
Aktive Wiederholung
Formulieren Sie zu einer selbst entwickelten Aufgabenart-II-Aufgabe (Werkanalyse eines bekannten Gemäldes) einen Erwartungshorizont mit Anforderungsbereichen I, II und III.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Werkprozess in der praktischen Aufgabenart I
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Reflektieren Sie das Verhältnis von Konzept und Zufall im eigenen Werkprozess. Viele Verfahren (Aquarell, Druckgrafik, Materialcollage, generative Techniken) bringen ungeplante Ergebnisse hervor. Wie lässt sich der „produktive Zufall" — vom Surrealismus (écriture automatique, die Frottage bei Max Ernst) bis zur Aktionsmalerei — bewusst in den dokumentierten Werkprozess integrieren, ohne dass die Reflexion zur nachträglichen Rechtfertigung verkommt?
Aktive Wiederholung
Entwerfen Sie zu einem selbstgewählten Bildthema (z. B. „Heimat", „Stadt", „Sehnsucht") drei deutlich verschiedene Bildideen, je mit kurzer schriftlicher Konzeptbeschreibung. Wählen Sie eine Idee zur weiteren Bearbeitung.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
EPA Bildende Kunst — drei Aufgabenarten
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Bereiten Sie sich auf eine Erörterungsfrage vor (Aufgabenart III): „Kunst und Politik — welche Aufgabe hat Kunst in der demokratischen Öffentlichkeit?". Sammeln Sie drei Werkbelege aus verschiedenen Epochen (z. B. David „Marat", Käthe Kollwitz, Banksy).
Aktive Wiederholung
Üben Sie einen mündlichen Vortrag (5 min) zu einem selbstgewählten Werk: zwei Minuten Beschreibung, zwei Minuten Analyse und Ikonografie, eine Minute kunsthistorische Einordnung mit Vergleichswerk.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
EPA Bildende Kunst — drei Aufgabenarten
Entwickeln Sie einen tragfähigen Schreibplan für eine Werkanalyse-Klausur (Aufgabenart II) zu einem unbekannten Gemälde. Erläutern Sie, welche Operatoren welchen Anforderungsbereich bedienen und wie Sie die Zeit einteilen.
Zuerst die Operatoren der Teilaufgaben markieren: „beschreiben" (AB I, reproduktiv), „analysieren" (AB II, reorganisierend), „interpretieren/deuten" (AB II–III), „einordnen/vergleichen" (AB II), „beurteilen/erörtern" (AB III, reflektierend). Der Operator bestimmt Umfang und Tiefe jeder Teilantwort.
Einleitung (Werk, Künstler, Datierung, Gattung, Aufgabe) → vor-ikonografische Beschreibung (Stufe 1) → formal-ästhetische Analyse (Sechs-Felder-Raster) → ikonografische Analyse (Stufe 2: Motive, Attribute, Quellen) → ikonologische Interpretation (Stufe 3: Kontext, Funktion) → ggf. Einordnung/Vergleich → begründetes Werturteil (bei AB III).
Bei z. B. 270 min: ca. 20 min Erfassen/Planen, ca. 40 min Beschreibung+formale Analyse, ca. 60 min Ikonografie+Ikonologie, ca. 40 min Einordnung/Beurteilung, Rest Überarbeitung. Die Gewichtung folgt dem Operator: deutende und erörternde Teile (AB III) tragen die meisten Punkte.
Belege konsequent am Bildbefund („im linken Bilddrittel …", „der diagonale Lichtstrahl …"); Fachsprache präzise (Chiaroscuro, Repoussoir, Kontrapost); Stufen sichtbar trennen; keine Deutung in der Beschreibung. Eigene Hypothesen als begründete Vermutungen, nicht als Behauptungen.
Schlusscheck: Ist jede Teilaufgabe (jeder Operator) bedient? Sind die drei Panofsky-Stufen getrennt? Ist jede Deutung am Befund belegt? Gibt es ein begründetes Werturteil, falls „beurteilen/erörtern" verlangt war? Sprachliche Leistung (etwa 30 %) durch Überarbeitung sichern.
Ergebnis: Ein tragfähiger Schreibplan koppelt die Gliederung an die Panofsky-Stufen, gewichtet die Zeit nach Anforderungsbereich (AB III trägt die meisten Punkte) und sichert die operatorgerechte, am Bildbefund belegte Durchführung. Das Entschlüsseln der Operatoren ist der erste, oft unterschätzte Schritt.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Vergleichen Sie den Schreibplan einer Werkanalyse (Aufgabenart II) mit dem einer Problemerörterung (Aufgabenart III). Während die Analyse linear an der Panofsky-Struktur entlangläuft, verlangt die Erörterung eine argumentative Dramaturgie: These, Gegenthese, Werkbelege aus verschiedenen Epochen, abwägende Synthese. Entwerfen Sie für eine Erörterungsfrage Ihrer Wahl eine solche mehrgliedrige Argumentationsskizze und reflektieren Sie, warum sie sich nicht in die lineare Analysegliederung pressen lässt.
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie zu einer selbst formulierten Werkanalyse-Aufgabe einen Schreibplan, der jede Teilaufgabe einem Operator und Anforderungsbereich zuordnet und die Zeit entsprechend gewichtet.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Werkprozess in der praktischen Aufgabenart I
Entwickeln Sie zur Aufgabe „Selbstbildnis als Maske — Inszenierung von Identität" ein gestaltungspraktisches Konzept und skizzieren Sie den dokumentierten Werkprozess. Erläutern Sie, was die Bewertung der Aufgabenart I honoriert.
Konzept: Identität als gespielte Rolle (Bezugswerke: Cindy Sherman „Untitled Film Stills" 1977–80, James Ensor Maskenbilder, afrikanische Maskentradition). Leitfrage: „Welche Rolle zeige ich, welche verberge ich?" Recherche dokumentiert die kunsthistorischen Bezüge als bewusste Anknüpfung.
Mindestens drei deutlich verschiedene Bildideen: (a) fotografische Selbstinszenierung mit gemalter Maske, (b) Druckgrafik (Linolschnitt) mit reduzierter Maskenform, (c) Zeichnung mit collagierten Maskenfragmenten. Die Varianten zeigen unterschiedliche Medien — das ist der punkterelevante Differenzierungsnachweis, nicht drei Versionen derselben Idee.
Entscheidung für den Linolschnitt: die harte Schwarz-Weiß-Reduktion verstärkt das Masken-Thema (Verbergen, Kontur ohne Binnendetail). Begründung wird schriftlich festgehalten — Material ist kein Zufall, sondern Bedeutungsträger.
Umsetzung mit dokumentierten Zwischenständen (Vorzeichnung, Schnittprobe, Probedruck, Auflage). Technische Sorgfalt (sauberer Schnitt, gleichmäßiger Druck) wird bewertet — ebenso die bewusste Nutzung von Verfahrenseigenheiten (Negativform, Grat).
Schriftlicher Kommentar nach vier Achsen: Konzept (Identität als Rolle), Verfahren (Linolschnitt, Reduktion), Wirkung (das Maskenhafte als Distanz), Bezug (Sherman, Ensor). Die Reflexion ist eigenständige Bewertungskategorie und darf nicht in reiner Verfahrensbeschreibung steckenbleiben.
Ergebnis: Aufgabenart I honoriert vier Dinge gleichgewichtig: Originalität und Tragfähigkeit des Konzepts, Differenzierungsgrad der Skizzenphase (verschiedene Medien!), technische Sorgfalt der Ausführung und die Reflexionsleistung des Bildkommentars. Der sichtbar gemachte Werkprozess (Mappe) ist Pflicht — eine fertige Arbeit ohne dokumentierten Prozess verliert systematisch Punkte.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Erörtern Sie, wie die Reproduktionsverfahren (Druckgrafik, Fotografie, digitale Bildgebung) den traditionellen Werkbegriff des einmaligen Originals herausfordern. Vom nummerierten Holzschnitt über das fotografische Negativ bis zur unbegrenzt kopierbaren Datei: Wo liegt jeweils das „Werk", und wie verändert sich der Wert des Originals? Beziehen Sie Walter Benjamins Aura-Begriff (1936) ein.
Aktive Wiederholung
Wählen Sie zu einer eigenen Bildidee ein passendes Verfahren (z. B. Linolschnitt, Aquarell, Collage, digital) und begründen Sie die Wahl aus der beabsichtigten Wirkung.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
EPA Bildende Kunst — drei Aufgabenarten
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Entwickeln Sie für eine Aufgabenart-III-Problemerörterung (z. B. „Kunst und Politik") einen Erwartungshorizont, der die mehrgliedrige Argumentation und die geforderte Medienreflexion abbildet.
Aktive Wiederholung
Formulieren Sie zu einer selbst entwickelten Werkanalyse-Aufgabe einen Erwartungshorizont mit Leistungen für die Anforderungsbereiche I, II und III und prüfen Sie eine eigene Lösung daran.
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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.