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Maschinelles Lernen, neuronale Netze und Sprachmodelle sind ab den Abiturjahrgängen 2023+ zunehmend in Klausuraufgaben verankert. Die EPA Informatik verlangt zudem die Reflexion gesellschaftlicher Folgen: Datenschutz, Diskriminierung durch Algorithmen, Urheberrecht generierter Inhalte, ökologische Bilanz.
6Abschnitteca. 20Min Lesezeit3KompetenzenNiveauStandard 4 · Vertiefung 2Stand 06/2026
grundlegendes Niveau
gA: Begriffe KI, ML, neuronales Netz erklären; gesellschaftliche Chancen und Risiken benennen.
erhöhtes Niveau
eA: Perceptron-Algorithmus durchrechnen, lineare Separierbarkeit beweisen, Bias und Fairness von ML-Modellen kritisch reflektieren, EU-AI-Act-Risikoklassen einordnen.
Lesetiefe: Vertiefung
Schriftgröße: Standard
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Grenzen Sie diskriminative Modelle (lernen die Entscheidungsgrenze P(y|x), z. B. ein Klassifikator) von generativen Modellen (lernen die Datenverteilung und erzeugen neue Beispiele) ab und ordnen Sie überwachtes/unüberwachtes/bestärkendes Lernen sowie symbolische KI in eine begründete Übersicht ein.
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie an einem konkreten Anwendungsfall (z. B. Spam-Filter) den Unterschied zwischen überwachtem und unüberwachtem Lernen und beurteilen Sie, welches Paradigma geeigneter ist.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Perceptron — gewichtete Summe und Schwellwert
Perceptron-Lernregel
η Lernrate, t Zielwert, y aktueller Output, x_i Eingabe; das Gewicht wird nur bei Fehlklassifikation angepasst.
Trainieren Sie ein einlagiges Perceptron auf die AND-Funktion mit Eingaben (x1, x2) ∈ {0,1}² und Lernrate η = 1.
Gewichte w1 = w2 = 0, Bias θ = 0. Aktivierungsfunktion: 1 falls w·x − θ > 0, sonst 0.
Eingabe (1,1) → Ziel 1, Ausgabe 0 (Fehlklassifikation). Lernregel mit Fehler (t − y) = 1: w1 ← 0 + 1·1·1 = 1, w2 ← 0 + 1·1·1 = 1; der Schwellwert θ wird in Richtung der nicht erfüllten Bedingung verschoben.
Nach mehreren Epochen konvergiert das Perceptron typischerweise zu w1 = w2 = 1, θ = 1.5; dann gilt: nur (1,1) liefert 1+1−1.5 = 0.5 ≥ 0.
AND ist linear separierbar, daher konvergiert das Perceptron. XOR ist nicht linear separierbar und benötigt verdeckte Schichten (MLP) — Minsky/Papert 1969.
Ergebnis: Lineare Trennung liefert w1 = w2 = 1, θ ≈ 1.5; XOR bedarf eines mehrlagigen Netzes.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Beweisen Sie geometrisch, dass XOR nicht linear separierbar ist, und skizzieren Sie eine MLP-Lösung mit zwei verdeckten Neuronen.
Aktive Wiederholung
Berechnen Sie einen Trainingsschritt eines Perceptrons mit w₁ = w₂ = 0.5, θ = 0.7, η = 0.1 für die AND-Eingabe (1, 1) mit Zielwert 1.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie das Impossibility-Theorem zur algorithmischen Fairness und zeigen Sie an einem Datensatz, warum Demographic Parity und Equalized Odds nicht gleichzeitig gelten können.
Aktive Wiederholung
Erörtern Sie an einem konkreten Beispiel (z.B. KI-gestützte Bewerbungsauswahl) die Chancen und Risiken eines Einsatzes; nehmen Sie auf mindestens zwei Fairness-Konzepte Bezug.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Zerlegen Sie einen mehrstufigen Ransomware-Angriff (Phishing-Einstieg → Rechteausweitung → Verschlüsselung → Erpressung) in seine Phasen, ordnen Sie jeder Phase das bedrohte CIA-Ziel und eine wirksame Defense-in-Depth-Schicht zu und begründen Sie, warum Offline-Backups und Nutzerschulung hier mehr bewirken als eine einzelne Firewall.
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie einen Ransomware-Vorfall an einer Schule; ordnen Sie die betroffenen Schutzziele der CIA-Triade zu und schlagen Sie ein mehrstufiges Schutzkonzept vor.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Gradientenabstieg und Über-/Unteranpassung
Gradientenabstieg
η Lernrate, ∇_w L Gradient der Verlustfunktion L nach den Gewichten w; die Parameter werden iterativ entgegen dem Gradienten angepasst, um L zu minimieren.
Berechnen Sie einen Trainingsschritt eines Perceptrons mit w1 = w2 = 0,5, Schwellwert θ = 0,7, Lernrate η = 0,1 für die AND-Eingabe (1, 1) mit Zielwert t = 1.
net = w1·x1 + w2·x2 − θ = 0,5·1 + 0,5·1 − 0,7 = 0,3.
Schwellwertfunktion: net = 0,3 ≥ 0 → Ausgabe y = 1. Zielwert t = 1.
Fehler (t − y) = 1 − 1 = 0. Damit Δw_i = η·(t − y)·x_i = 0 für beide Gewichte; keine Anpassung nötig.
Perceptron-Lernregel
η Lernrate, t Zielwert, y aktueller Output, x_i Eingabe; das Gewicht wird nur bei Fehlklassifikation angepasst.
Das Perceptron klassifiziert (1,1) bereits korrekt; bei korrekter Klassifikation bleiben die Gewichte unverändert. Erst bei Fehlklassifikation greift die Anpassung.
Ergebnis: y = 1 = t; Fehler 0, daher keine Gewichtsänderung — die Eingabe (1,1) ist korrekt klassifiziert.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Leiten Sie für die lineare Regression mit MSE-Verlust die Gradienten nach den Gewichten her und geben Sie die Aktualisierungsregel eines Gradientenabstiegsschritts an.
Aktive Wiederholung
Analysieren Sie ein Modell mit niedrigem Trainings- und hohem Testfehler; beurteilen Sie das Phänomen und schlagen Sie zwei begründete Gegenmaßnahmen vor.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.
Typische Fehler
LK-Vertiefung
eA-Vertiefung: Diskutieren Sie, inwiefern RLHF die Ausgaben eines Sprachmodells an menschliche Präferenzen ausrichtet und welche neuen Verzerrungen dabei entstehen können.
Aktive Wiederholung
Erläutern Sie das Grundprinzip eines großen Sprachmodells (Vorhersage des nächsten Tokens) und beurteilen Sie an einem Beispiel, warum die Ausgaben nicht ungeprüft als Faktenquelle dienen dürfen.
Aktiv abrufen
Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.